Waka Waka (Kosmos, 2012)

Für 2-4 Spieler ab 10 Jahren
Autor: Rüdiger Dorn
Spieldauer: ca. 40 Minuten


Verlags-Beschreibung:

„Waka Waka“ bedeutet auf Suaheli „Tu es!“ Als afrikanischer Händler kaufen die Spieler für ihr Dorf möglichst günstig Waren ein. Von weit her kommen Früchte, Felle, Salz, Tee, Stoffe und Schmuck.

Allerdings werden die Waren meist verdeckt angeboten. Wer nicht die Katze im Sack kaufen will, muss seinen Schimpansen losschicken, der sich die Waren vor dem Kauf genauer ansieht. Der Schamane des Dorfes stellt den Spielern Aufgaben, die sie erfüllen müssen. Solange das Feuer des Schamanen leuchtet, hilft er Ihnen dabei. Und auch die Dorfbewohner bieten ihre besonderen Fähigkeiten als Unterstützung an. Wer sich auf dieses bunte Treiben einlässt, genießt vielleicht schon bald das größte Ansehen als erfolgreicher Händler.

Ein abwechslungsreiches Abenteuer für die ganze Familie.

Quelle: www.kosmos.de © Kosmos Verlag


unser Fazit:
Mit „Waka Waka“ bietet uns der Kosmos-Verlag ein solides, kurzweiliges Familienspiel mit niedriger Einstiegshürde und angenehm kurzer Spieldauer. Egal ob zu zweit, zu dritt oder zu viert, „Waka Waka“ spielt sich in jeder Besetzung gut und flüssig.

Der sehr schön gestaltete Spielplan vermittelt uns auch Atmosphäre. Und, der Plan lädt gerade jüngere Spieler ein, allerhand zu entdecken.

Nach dem betrachten und bewundern des Spielplans, sind wir auch schon geistig in Stimmung und fühlen uns versetzt in das afrikanische Dorfleben eines kleinen Dorfes an einem Fluss mitten auf dem afrikanischen Kontinent.

Wir, allesamt Dorfmitglieder, versuchen unser Ansehen im eigenen Dorf zu steigern, indem wir mit Händlern, die über den Fluss in unser Dorf kommen, Handel zu treiben. Hierbei geht es aber nicht um irgendeinen Handel, sondern, um unser Ansehen zu steigern, müssen wir versuchen, genau die Waren ins Dorf zu holen, die dort auch tatsächlich gebraucht werden. Denn was soll es unserem Ansehen bringen, wenn wir ballenweise Stoffe herankarren, wo das Dorf doch dringend Früchte und Salz benötigt? – Es gilt also immer den Bedürfnissen des Dorfes Genüge zu tun, um das verdiente Ansehen zu bekommen. Da kann es dann auch schon mal von Vorteil sein, wichtige Kontakte im Dorf zu haben. Denn der Schamane kann einem schon mal auf eine höhere Stufe des Ansehens verhelfen, wenn man für dessen Dienste genügend Geld hinblättert.

Doch der Reihe nach. Um das höchste Ansehen im Dorf zu erlangen, und damit das Spiel zu gewinnen, müssen wir fünf Mal eine bestimmte Kombination aus 1-6 Waren im Dorf abliefern. Für jede korrekte Kombination steigen wir dann im Ansehen genau 1 Stufe höher. Um diese Waren zu bekommen, müssen wir handeln. Gehandelt wird mit den Händlern, die mit ihren Booten zu uns ins Dorf kommen. Jedes dieser Boote hat zwei bis vier Waren an Bord. Klar, dass ein Boot mit zwei Waren dabei wesentlich günstiger ist, als ein Boot mit vier Waren. Und gekauft wird auch immer die gesamte Ladung. Reicht einmal das Geld nicht aus, kann im Dorf auch ein Teil unseres Warenvorrates verkauft werden. Ganze 10 Goldmünzen bringt uns der Verkauf von zwei gleichen Warenplättchen. Das reicht auch völlig aus, denn der Kauf einer 4er-Ladung kostet nur 5 Goldmünzen. Haben wir so unseren persönlichen Warenbestand „erhandelt“, können wir den aktuellen Bedarf im Dorf decken, um so wiederum unser Ansehen erhöhen. Jetzt gibt es aber ein kleines Problem: Alle vorgenannten Handelsaktionen können wir nur durchführen, wenn wir eine entsprechende Karte aus unserer Hand ausspielen. Diese Handkarten sind das Wichtigste im Spiel. Bis zu sechs Handkarten hat jeder Spieler pro Runde zur Verfügung, von denen er jedoch maximal drei ausspielen darf. Und, je mehr Karten man in seinem Spielzug ausspielt, desto weniger Karten dürfen nachgezogen werden. Dies führt unweigerlich dazu, dass man unter Umständen einmal keine Karte ausspielt, um dafür wieder drei Karten nachziehen zu dürfen. Neben der für alle Handelsaktionen notwendigen Handels-Karte gibt es einige andere Karten, die uns im Spiel Vorteile verschaffen. Und, wenn ich einmal nicht an der Reihe bin, und mein Mitspieler eine für mich interessante Karte ausspielt, kann ich mich in dessen Aktion auch für 1 Goldstück recht günstig einkaufen. Ich darf dann, außerhalb meines Spielzuges, dieselbe Aktion durchführen. Dies kann taktisch nicht nur sinnvoll, sondern auch entscheidend für mein Ansehen sein.

Ein Zentrales Element im Spiel ist jedoch das Feuer des Schamanen. Brennt dieses, und habe ich gerade eine Aktionskarte „Schamane“ auf der Hand, so spiele ich diese aus, zahle 12 Goldstücke (wenn ich so viel habe) und steige sofort in meinem Ansehen um eine Stufe auf, ohne auch nur eine Ware geliefert zu haben. (Geld regiert eben die Welt, zusammen mit guten Beziehungen!). Taucht jedoch unter den 66 Spielkarten eine von drei „Feuer des Schamanen“ auf, so erlischt die Flamme sofort und kein Spieler kann sich mit der Aktionskarte „Schamane“ Ansehen kaufen, bis das Feuer wieder auflodert. Im Idealfall „erkaufe“ ich mir die letzte, meist teure Stufe Ansehen im Dorf und kann so das Spiel für mich entscheiden.

Aber ganz so kompliziert wie es sich jetzt anhören (pardon: lesen) mag, ist es gar nicht. Bereits nach dem ersten überfliegen der Regeln wir einem so einiges klar, und schon in der ersten Spielrunde sind die meisten Unklarheiten beseitigt. Wenn nicht, helfen die übersichtlichen und gut strukturierten Regeln schnell alle offenen Fragen zu beantworten.

Gesucht haben wir ein schnelles Spiel mit Glücks- und Strategie-Elementen für lockere Runden, gefunden haben wir „Waka Waka“. Hier wird uns alles geboten was unserer Meinung nach zu einem guten Familienspiel gehört und das nicht nur für sog. „Wenigspieler“.


Wertung:


Spielspaß
2,0
Material
1,5
Regeln
1,5





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© 07.06.12 Oliver Sack


Vielen Dank an den Kosmos-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Kosmos Verlag