The Game (Steffen Benndorf, 2015)

für 1 - 5 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Steffen Benndorf
Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Spieldauer: ca 20 Minuten


Verlags-Beschreibung:

Das Spiel ist der Gegner. Als Team kann man es besiegen, aber auch wenn die Regeln super einfach sind - leicht wird es nicht. Absprechen und gemeinsam agieren, nur so ist es zu schaffen alle Karten auf den Stapeln abzulegen.


Quelle: PM NSV, 2015


Was der Pragmatiker wissen möchte:

Schnelles Kartenspiel mit Pfiff.


Über The Game:

Wie schon 2013 sein Spiel QWIXX, so hat auch THE GAME, 2015 in Nürnberg für Aufsehen in der Spieleszene gesorgt. Stimmen von der Nürnberger Spielwarenmesse Anfang Februar 2015 zu folge, soll THE GAME neben CACAO (Abacusspiele) ein Highlight des Spiele-Frühjahrs 2015 sein. Ob und was da dran ist, kann ich nicht sagen. Fakt ist allerdings, das der Autor Steffen Benndorf ein kurzes und einfaches Spiel präsentiert, das (Achtung, verstecktes Foul:) „scheinbar“ schneller in aller Munde ist als sein Geniestreich QWIXX vor zwei Jahren. Ob der Hype berechtigt ist, lässt sich allerdings erst in ein paar Monaten sagen. Bis dahin ist es „nur ein neues Spiel“.

Wir hatten Gelegenheit, schon vor dem Verkaufsstart THE GAME auszuprobieren. Umso gespannter waren wir auf die offizielle Fassung und auf das Design des Spiels. Als dann der Postmann an der Tür klingelte, konnten wir unsere Neugier befriedigen. Schön ist’s geworden. OK, recht schnell kamen im WWW die ersten Stimmen, die sich über das düstere Cover echauffierten, aber was soll's, uns gefällt’s, spiegelt es doch ein wenig das Spannungsgefühl des Spiels wieder. „Spiel …. solange du kannst!“ – spuky!


Unsere Eindrücke:

Erklärt ist THE GAME recht schnell, gespielt auch – so bleibt genug Zeit für eine weitere Partie. THE GAME fesselt und die Spannung steigt kontinuierlich an. „Schaffen wir es, alle Karten zu spielen?“ Diese Frage stellt man sich permanent, während man versucht, die insgesamt 98 Karten mit Werten von 2 bis 99 auf die vier Ablagestapel zu verteilen. Dabei darf auf zwei Stapel nur aufsteigend, und auf den anderen beiden, nur absteigend gelegt werden. Da man von seinen sechs Handkarten immer zwei ausspielen muss, merkt man recht schnell, wo das Problem liegt. Aber es gibt Situationen im Spiel, die zu einer leichten Entspannung führen können. Wenn ein Spieler eine Karte hat, die genau 10 höher ist als eine offen liegende Karte der absteigenden Stapel, oder genau 10 niedriger ist als eine Karte der beiden aufsteigenden Stapel, so kann man sich damit etwas Luft verschaffen, im Kampf gegen das Spiel.

Es wird einem bei THE GAME recht schnell klar, das die Regeln zwar super einfach sind, man aber große Probleme bekommen kann diese erfolgreich umzusetzen. Da hilft auch die Tatsache nicht, dass alle Spieler gemeinsam versuchen, alle Karten abzulegen. Zwar dürfen die Spieler miteinander reden, aber sie dürfen nie eine Karte beim Wert (Zahl) nennen. So kann es vorkommen, das man als Team wirklich alle Karten auf die Ablagestapel verteilen kann, oder aber man hat als Team versagt und mit unter viele, sehr viele Karten übrig. Das ist zwar nicht neu, aber wie beim kooperativen Kartenspiel „Hanabi“ kann dies der Schlüssel zu Erfolg sein.
 
Ein weiterer Pluspunkt für THE GAME ist, das es sich sehr gut auch solo spielen lässt. Doch Achtung! Dadurch wird es nicht einfacher! Und wenn man erst einmal anfängt, THE GAME solo zu spielen, wird es schwer nach nur ein oder zwei Partien aufzuhören.

THE GAME hat mich und meine Mittester ausnahmslos überzeugt. Ein scheinbar einfaches Spiel ist spannend und fesselnd zugleich, auch wenn man nicht immer erfolgreich besteht. (Unser Negativ-Rekord lag bei 45 Restkarten!)
Bleibt abschließend noch die Frage nach dem Langzeitreiz. Hier denke ich, gibt es kein Problem. Wem das Spiel mit der Zeit zu einfach wird, oder man das Gefühl bekommt, es wäre doch zu einfach, dem stehen Möglichkeiten der Regelverschärfung zur Verfügung. Ein Reduzieren der Handkarten und/oder Erhöhen der Anzahl der zu spielenden Karten kann THE GAME jederzeit zusätzlich verschärfen. Drum ist ein Langzeitspaß sehr wahrscheinlich.


Fazit:

Wir können THE GAME nur empfehlen. Ob als Mitbringspiel, als Aufwärmer oder Absacker beim Spieleabend, oder beim Warten auf das Essen im Restaurant wenn die Kinder mal wieder quengeln. Wenn Steffen Benndorf uns weiterhin Spiel(chen) diese Art präsentiert, sind wir gespannt, was noch kommt. (Seine zweite Neuheit, TRÄXX, schauen wir uns später an…)


Wertung:

Spielspaß 1,5
Material 1,3
Regeln 1,3

Über unseren Wertungsschlüssel


© 18.02.15 Oliver Sack
Du bist anderer Meinung? - oder möchtest etwas hinzufügen, ergänzen oder kritisieren?
Dann schreib uns, wir veröffentlichen deinen Kommentar und freuen uns über jedes Feedback.


Vielen Dank an NSV, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © NSV / Foto unten: Oliver Sack