Bericht zur "Spiel des Jahres" Verleihung 2017

gepostet von Oliver am 19.07.2017 | 16:55:11 Uhr | bisher 0 Kommentare

Spielevater on Tour bei der "Spiel des Jahres" Verleihung in Berlin am 17. Juli 2017

ICH WAR DABEI! LIVE, IN FARBE UND IN BUNT!

Leider hat mich am 18.7. mein CMS-System verlassen. Daher kommt mein Bericht einen Tag später als ursprünglich geplant. Nichtsdestotrotz, ich war dabei und es war ein Erlebnis.

Doch der Reihe nach. Meine Reise begann am Sonntag, einen Tag vor der Preisverleihung. Rund 700 km Autobahn galt es zu bewältigen. Da man in Deutschland ja nie weiß, wie gut man auf unseren Highways vorankommt, bin ich recht früh, direkt nach dem Frühstück, losgefahren. Der Urlaubs-Reiseverkehr quälte sich zeitgleich in Richtung Süden über den Asphalt. Meine Route Richtung Nord-Osten war hingegen so gut wie frei. Wenig Baustellen, und da es ja Sonntag war, waren auch sehr wenig LKWs unterwegs. Diesen Umständen hab ich es zu verdanken, dass ich bereits am frühen Sonntagnachmittag im Hotel einchecken konnte.

Der Plan schien perfekt, denn an diesem Wochenende fand im „Kühlhaus“ in Berlin eine besondere Spieleveranstaltung statt. Die BERLINCON, organisiert von meinen Blogger-Kollegen „Hunter & Cron“. Eine super Veranstaltung, bei der nicht nur gespielt werden konnte, sondern auch auf dem Spieleflohmarkt gestöbert oder mit Vertretern einiger teilnehmenden Spieleverlagen gefachsimpelt wurde.

An dieser Stelle auch gleich mal ein Hinweis: Wer die BERLINCON nicht kennt, sollte unbedingt einmal vorbeischauen. Quasi das perfekte Rahmenprogramm zur Verleihung. Es lohnt sich.
Infos: https://hunterundcron.de/berlincon

Auf vier Etagen im charmanten „Baustellen-Ambiente“ tummelten sich laut Veranstalter über 3.000 Besucher – das war Rekord. Aber nicht nur Spieler und Verlagsvertreter fanden sich, auch einige Blogger-Kollegen liessen sich die BERLINCON zur Einstimmung auf die "Spiel des Jahres" Verleihung nicht entgehen. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass es am Sonntagabend zu einem weiteren, legendären Bloggertreffen bei Burger, Bier und Säften aller Art kam.

Bei all den Spielen und Fachgesprächen darüber, war ein Thema jedoch allgegenwärtig. Wer bekommt die Preise am Montag? Was wird Spiel des Jahres, was Kennerspiel des Jahres? Und wie erwartet, hatte jeder seine Tipps und Argumente für oder gegen ein Spiel. Einige sollten auch recht behalten.

Montag Morgen, der Tag der Preisverleihung. Gut ausgeschlafen ging es nach einer erfrischenden Dusche (liebes Hotel, euer Warmwasser war bei mir wohl optional zubuchbar) zum gemütlichen Frühstück. Anschließend wurden Diktiergerät, Kamera und Stift und Papier vorbereitet. Fußläufig ging es von meinem Hotel zur Veranstaltung. Zweimal rechts, einmal links und ich war nach ca. 350 Meter am Ziel. Jetzt ging es nur noch mit dem Aufzug nach oben. Vor dem Saal tummelten sich bereits die ersten Pressevertreter, Blogger-Kollegen und Jury-Mitglieder. Mit Smalltalk, letzten Tipps und Fachsimpeleien verging die Zeit bis zur Saalöffnung wie im Flug. Gott sei Dank, denn es war sehr schwül im Foyer.

Punkt 10:25 Uhr öffneten sich die Türen zum Saal. Ruck-Zuck waren alle Plätze belegt. Pünktlich um 10:30 Uhr ging es dann los. Jury Sprecher Bernhard Löhlein begrüßte Presse, Autoren und Verlage, bevor Tom Felber (Vorsitzender der Jury – neuerdings komplett Bart-Frei) über die Spiele des Jahrgangs und über die Jury, sprach. Dann ging es richtig los. Die Spannung im Saal war deutlich zu spüren. Als Erstes wurden in alphabetischer Reihenfolge die drei zum "Kennerspiel des Jahres" nominierten Spiele nochmals vorgestellt.

> eXit – das Spiel, von Inka und Markus Brand - Verlag: Kosmos
> Räuber der Nordsee, von Shem Philips - Verlag: Schwerkraft
> Terraforming Mars, von Jakob Fryxelius - Verlag: Schwerkraft

Alle Autoren und Verlage bekamen noch ihre Nominierungsurkunden, bevor es zum ersten Höhepunkt des Tages kam. Der noch verhüllte anthrazitfarbene Pöppel wurde in die Mitte der Bühne geschoben. Die Spannung war auf einem kritischen Level. Autoren, Redakteure und Verlagsmitarbeiter hielten sich die Hände, um gemeinsam der Spannung standzuhalten. Dann war es soweit. Tom Felber und Bernhard Löhlein hielten das Tuch und enthüllten nach kurzem Zögern den diesjährigen Preisträger in der Kategorie „Kennerspiel des Jahres 2017“.




EXIT von Inka und Markus Brand (Kosmos Verlag). Ein schriller Schrei der Autorin Inka Brand und tosender Applaus begleitet von einem Blitzgewitter der Fotografen füllten den Saal. Erleichterung bei Autoren, Redakteuren und Verlag – etwas Enttäuschung in den Gesichtern der „Nichtgewinner“.

Nachdem dann alle Fotografen noch IHR Bild machen durften, ging es weiter mit dem absoluten Höhepunkt des Tages. Wieder wurden die zum „Spiel des Jahres 2017“ nominierten Spiele der Reihe nach vorgestellt und die Nominierungsurkunden überreicht.

> Kingdomino von Bruno Cathala – Verlag: Blue Orange / Pegasus
> Magic Maze von Caspar Lapp – Verlag: Sit Down / Pegasus
> Wettlauf nach El Dorado von Rainer Knizia – Verlag: Ravensburger

Es war warm im Saal durch all die Scheinwerfer (ich stand direkt neben so einem Watt-Wunder) und die Luft war spürbar von Adrenalin geschwängert. Kurz, die Spannung konnte gar nicht mehr steigen. Das war wirklich zu spüren.

Ganz langsam wurde der verhüllte Pöppel in die Mitte der Bühne geschoben. Um 11:47:36 Uhr war dann der Moment gekommen. Bernhard Löhlein und Tom Felber enthüllten gemeinsam das „Spiel des Jahres 2017“.


 
KINGDOMINO von Bruno Cathala (Blue Orange / Pegasus). Viel Applaus und Gejubel, ein strahlender Autor Bruno Cathala und überglückliche Verlagsvertreter fielen sich in die Arme. Jetzt wussten es alle. Erleichterung und auch ein bisschen Enttäuschung machten sich breit. Aber eigentlich ist es doch so: Drei gute Spiele waren in jeder Kategorie nominiert. Je eines davon hat den Preis bekommen, aber alles sind nach wie vor gute Spiele. Das sollte man nicht vergessen.

Im Anschluss an die Preisverleihung ging es jetzt nochmals eine Etage höher. Dort waren, wie auf einer Messe, alle Spiele nochmals aufgebaut. Hier bestand jetzt die Möglichkeit, Fotos zu machen von den Nominierten und den Gewinnern. Verlagsvertreter standen Rede und Antwort zu ihren Schützlingen und verteilet ihre Pressemappen. Wer dann noch ein Interview mit einem der Autoren wollte, wurde ebenfalls nicht enttäuscht. Geduldig und immer freundlich standen die Autoren bereit, die Fragen der anwesenden Presse zu beantworten und mit ihren Spielen und Preisen zu posieren.

Ich habe die Gelegenheit genutzt und die Autoren meiner beiden Favoriten zu interviewen. Bruno Cathala (Kingdomino) und Caspar Lapp (Magic Maze) wollte ich unbedingt ein paar Sachen fragen. Da ich diese Interviews auf französisch und englisch gemacht habe, werde ich die Interviews in ein paar Tagen online stellen. Sobald ich diese wieder übersetzt und in „Form“ gebracht habe. Also, dranbleiben – es lohnt sich.

Wer jetzt aber noch eine Stellungnahme oder einen Kommentar zu den Preisträgern erwartet, den muss ich teilweise enttäuschen. Da mir „Räuber der Nordsee“ bis heute nicht vorliegt und ich auch nicht die Gelegenheit hatte es ausgiebig zu spielen, möchte ich den Preis „Kennerspiel des Jahres 2017“ nicht weiter kommentieren. Das wäre unfair. Daher kommentiere ich den "Kennerspiel des Jahres 2017" nicht.

Beim roten Pöppel sieht es anders aus. Hier habe ich alle drei mehrfach und ausgiebig gespielt. Die Rezensionen dazu findet ihr hier:

Kingdomino
Magic Maze
Wettlauf nach El Dorado

Aber auch hier, beim Preis „Spiel des Jahres 2017“ möchte ich keinen Kommentar schreiben oder gar die Entscheidung der Jury infrage stellen. Ich will auch nicht über Pro und Contra der Spiele im Vergleich reden. Geschmäcker sind verschieden – und das ist auch gut so! Für mich bleiben auch hier beim roten Pöppel drei gute Spiele, von denen eines den Preis bekommen hat. Die ganzen Diskussionen und den (teilweisen) Shit-Storm-Wellen in den sozialen Medien gegen die Jury und deren Entscheidung geht mir gewaltig auf die Nerven. Ich finde die Entscheidung gut, und das hätte ich auch gesagt, wenn eines der beiden anderen Spielen gewonnen hätte. (Obwohl Kingdomino mein persönlicher Favorit war.)

Wer gerne die Begründungen der Jury nachlesen möchte, der kann das auf der Jury-Website tun: http://spieldesjahres.com/de/preistraeger

Ganz tolle bewegte Bilder findet ihr übrigens bei den lieben Kollegen von SPIEL DOCH MAL



Wie gesagt, die beiden Interviews (mit Lapp & Cathala) kommen dann in den nächsten Tagen.
Zum Abschluss gibt’s hier meine Impressionen von der Preisverleihung: http://www.pics.spielevater.de/sdj2017/
 


© Oliver Sack 2017 – Fotos: Oliver Sack – alle Rechte vorbehalten.



Kommentar hinzufügen

Sicherheitscode

Bitte beachten:
Dein Eintrag wird erst sichtbar, wenn dieser vom Administrator geprüft wurde.
Keine Kommentare vorhanden.