Deja-Vu (Heinz Meister, 2017)

für 2-6 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Heinz Meister
Grafik: Jan Saße
Verlag: Amigo Spiele
Dauer: ca. 15 Minuten pro Partie
Platzbedarf: ca. 80x80 cm

 

So manch einem fällt es schwer, Einbildung von Realität zu unterscheiden. Da sieht man etwas zum ersten Mal und meint doch, es bereits früher schon einmal zu Gesicht bekommen zu haben. Tja, reingefallen! Das ist dann wohl ein Déjà-vu - und in diesem Spiel hat man garantiert so einige davon. Hier gewinnt nur, wer sich von seinem eigenen Gedächtnis nicht austricksen lässt.


Verlagstext:

Etwas zu vergessen, das erst wenige Sekunden her ist, ist eine Sache. Sich an etwas zu erinnern, das nie geschehen ist, eine ganz andere. Bei einer Partie DEJA-VU trifft beides aufeinander: Hier betrachten die Spieler Karten mit Gegenständen, und wer glaubt, darauf einen Gegenstand zum zweiten Mal zu sehen, greift schnell zu. Vieles vergisst man, einiges bildet man sich bloß ein. Das Spiel beweist, wie kurz die Aufmerksamkeitsspanne des menschlichen Kurzzeitgedächtnisses tatsächlich ist.


Quelle: PM Amigo Spiele, 2017


Was der Pragmatiker wissen möchte

schnell und kurzweilig mit Aha-Effekt


Spielablauf

Zu Beginn jeder Runde werden die 36 Gegenstandsplättchen für alle gut erreichbar auf dem Tisch verteilt, der Kartenstapel liegt in der Tischmitte. Jeder Gegenstand ist exakt zweimal in dem gesamten Kartendeck vertreten. Drei Karten werden aus dem Spiel genommen. Sie spielen erst bei Rundenende eine Rolle. Nacheinander werden die Karten des Stapels aufgedeckt. Wer meint, denselben Gegenstand in der aktuellen Runde bereits schon einmal gesehen zu haben, schnappt sich das dazugehörige Gegenstandsplättchen und legt es vor sich ab. Viel Zeit bleibt nicht, denn auch die Mitspieler durchforsten eifrig ihre Hirnwindungen. Doch auch vorschnelles Zugreifen lohnt sich nicht, denn es droht eine harte Strafe: das punktelose Ausscheiden aus der aktuellen Runde! Aus diesem Grund liegt auch immer ein genauer Blick auf den Schätzen der Mitspieler, denn zeigt eine neu aufgedeckte Karte einen Gegenstand, der bereits bei einem Mitspieler liegt, hat dieser offensichtlich zuvor ein Déjà-vu erlebt und scheidet folgerichtig aus der Runde aus.

Sind alle Karten aufgedeckt, zählen die Spieler ihre gesammelten Gegenstände als Punkte. Jetzt kommen noch die drei zuvor beiseitegelegten Karten ins Spiel. Hat ein Spieler auch nur ein Gegenstand geschnappt, der auf einer der drei Karten abgebildet ist, so scheidet dieser Spieler mit null Punkten aus der laufenden Runde aus. Insgesamt werden drei Runden hintereinander gespielt, was das Spiel nicht weniger knifflig macht. Vielmehr wird der innere Zwiespalt noch geschürt: Habe ich den Gegenstand tatsächlich schon einmal gesehen, oder war das bereits in der letzten Runde? Wer nach drei Runden die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.


Unsere Eindrücke:

Bei diesem Spielchen ist der Name wirklich Programm ‚Déjà-Vu‘ (franz.: schon mal gesehen). Es geht also darum, etwas zu sehen, was man schon einmal gesehen hat, zumindest glaubt man das. Bei diesem Spielchen ist der Name wirklich Programm ‚Déjà-Vu‘ (franz.: schon mal gesehen). Es geht also darum, etwas zu sehen, was man schon einmal gesehen hat, zumindest glaubt man das. Na, war was?

Karte um Karte wird umgedreht und alle Spieler versuchen sich das oder die Bilder darauf gut einzuprägen. Manchmal ist es einfach, da nur ein Bild auf der Karte ist, manchmal können es aber auch zwei oder drei sein. Irgendwann glaubt einer, er habe eines der Gegenstände zuvor schon einmal gesehen. Der Spieler schnappt sich gutgläubig und sicher das zugehörige Plättchen und es geht weiter. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Allzu einfach macht es uns der Autor hier nicht. Viele Gegenstände sehen sich sehr ähnlich. Manche gar zum Verwechseln ähnlich. So ist es uns zum Beispiel bei der Taschenuhr und dem Kompass ergangen. Oft wurde das falsche Plättchen genommen, sehr zur (Schaden-)Freude der Mitspieler. Es ist aber auch echt verflixt mit den beiden. Mehrfach ist es uns auch passiert, das beide, Uhr und Kompass, direkt hintereinander auf aufgedeckten Karten kamen. Und jedes mal wusste keiner mehr, welches von beiden auf der zuvor gelegten Karte abgebildet waren. Das sorgte immer auch für einen Stimmungsanstieg.

Richtig spannend und lustig wird das Spiel aber nicht während der ersten Runde und auch nicht am Ende der ersten Runde. Spannend und überaus interessant wird es mit Runde zwei und Runde drei. Denn, der Autor möchte uns vor Augen führen, was es bedeutet, ein Déjà-Vu zu haben. Das gelingt ihm vortrefflich. Denn ab Runde zwei ist man immer wieder am überlegen „war das schon? Oder war es in der Runde zuvor?“ Entsprechend zurückhaltender ist man dann beim Nehmen der Bilder-Plättchen.

Nach einiger Zeit beginnt man dann, sich bestimmte Kombinationen auf den Karten zu merken (z. B. Hammer & Mais), das hilft ungemein. Um diesen Vorteil, den sich einige Mitspieler verschafft haben zu entschärfen, haben wir kurzerhand die Regeln geändert und fortan vier oder fünf statt drei Runden gespielt. Dann kam es regelmäßig zu einem regelrechten Déjà-Vu-Flash, was einige an ihrem Verstand zweifeln lies. Aber egal, so macht ein kleines Spielchen Spaß, so muss das sein.

Spielt man ‚Deja Vu‘ als Aufwärmer für den Spieleabend, dann hat das Ganze sogar noch einen positiven Aspekt. Die grauen Zellen werden „warmgespielt“ und man ist später geistig besser Vorbereitet auf das, was am Abend noch kommt. Spielt man hingegen ‚Deja Vu‘ als Absacker, dann kann man sicher sein, das Letzte aus seinem Denkapparat herausgeholt zu haben.


Fazit:

‚Deja-Vu‘ macht richtig Spaß. Gelegenheitsspieler, Wenigspieler und Vielspieler hatten in unseren Runden immer sehr viel Spaß und es blieb selten bei nur einer Partie. Aber Vorsicht! Spielt an mit Kinder, hat man meist schon von vorne herein verloren. Kinder ticken anders, Kinder ticken hier besser.

 

© 06.05.17 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Amigo Spiele / Fotos unten: Oliver Sack


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