5 Minute Dungeon (Connor Reid, 2017)

für 2-5 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Connor Reid
Verlag: Kosmos
Spieldauer ca. 5 Minuten
Platzbedarf: ca. 80 x 130 cm


Verlags-Beschreibung

Wahre Helden gegen die Zeit - Ein chaotisch-kooperatives Realtime-Spiel.

Die Uhr tickt! Nur fünf Minuten haben die Spieler Zeit, sich aus einem Verlies zu befreien. Dabei bezwingen sie Monster und überwinden schreckliche Hindernisse. Gewinnen können sie das originelle Spiel nur, wenn alle gemeinsam kämpfen. In „5-Minute-Dungeon“ gibt es keine Runden. Jeder ist hier immer am Zug und spielt gnadenlos gegen die Zeit.

Jeder Spieler verkörpert einen Helden und erhält zu Beginn seine Spielertafel mit Spezialfähigkeiten sowie sein eigenes Kartendeck. Das Ziel: gemeinsam dem Verlies, bestehend aus einem Kartendeck voller Hindernisse, Monster und einem Endgegner, zu entkommen. Dazu werfen alle Helden gleichzeitig, gemeinschaftlich und mit schnellen Absprachen die richtigen Kartensymbole ab. Diese sind jedoch mitunter knapp. Der Herausforderung begegnen die Spieler am besten durch die Nutzung ihrer persönlichen Spezialfähigkeiten. Doch mit Überlegungen und Absprachen sollten sich die Helden besser nicht so viel Zeit lassen – denn die Uhr tickt! Haben die Spieler den ersten Endgegner besiegt, warten vier weitere mit noch anspruchsvolleren Herausforderungen auf sie.


Quelle: PM Kosmos, 2017


Was der Pragmatiker wissen möchte

Schnell, schräg, hektisch ... macht Spaß!


Das Spiel:

Eigentlich muss man zum Spiel und zum Spielablauf gar nicht mehr sagen. Der Verlagstext sagt eigentlich schon alles. Aber für alle, die es noch ein bisschen genauer wissen wollen, fasse ich kurz zusammen.

Jeder Spieler bekommt ein Deck (40 Karten), bestehend aus fünf verschiedenen Symbolkarten und passend zum gewählten Charakter, individuelle Aktionskarten. Diese 40 Karten werden gemischt und als verdeckter Nachziehstapel auf dem eigenen Spielertableau bereitgelegt. Anschließend werden je nach Anzahl der Mitspieler, drei bis fünf Karten auf die Hand genommen. Bevor es losgeht, sollten sich alle Spieler mit ihren Sonderfähigkeiten (stehen auf den Spielertableaus) vertraut machen. Hier macht es auch Spaß, wenn die Sonderfähigkeiten von den Spielern selbst in einer Vorstellungsrunde verkündet werden. „Hallo, ich bin der Barbar. Wenn ich drei Karten auf den Ablagestapel lege, kann ich sofort ein Monster besiegen.“ – probiert es aus, macht wirklich Spaß.

Bevor es aber losgeht, muss noch der Dungeon-Stapel vorbereitet werden. Hierzu wird zuerst der Endgegner (Boss) in die Tischmitte gelegt. Auf die Boss-Tafel kommen dann die Dungeon-Karten (Monster, Personen, Hindernisse) und Quest-Karten (Ereignisse, Mini-Bosse). Die Anzahl der verwendeten Dungeon-Karten ist einerseits abhängig von der Spielerzahl, anderseits abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad. Jede Bosskarte kann in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Bei der höchsten Stufe „Dungeon Master“ kommen mehr Karten in den Dungeon-Stapel, als bei der einfachen Stufe „Lehrling“.

So, jetzt kommen wir langsam zum Problem. Die Zeit! Entweder man nimmt einen Timer und stellt diesen auf 5 Minuten ein, oder man besorgt sich die zum Spiel gehörende App für sein Smartphone. (für iOS sucht man im AppStore nach „Five Minute Dungeon Timer“).

Liegt jetzt alles bereit, kann es losgehen. Der Timer wird gestartet und sofort wird die erste Karte des Dungeon-Stapels aufgedeckt. Alle Spieler müssen nun gemeinsam die Aufgabe der Dungeon-Karte bewältigen. Dazu müssen Karten von der Hand in die Tischmitte gespielt werden, die den Symbolen auf der aufgedeckten Karte entsprechen. Liegen die passenden Karten aus, werden sie samt Dungeon-Karte als „erledigt“ beiseitegeschoben und sofort die nächste Dungeon-Karte aufgedeckt. Haben die Spieler nicht die passenden Karten auf der Hand, kann entweder ein Spieler eine Aktionskarte spielen, sofern vorhanden und passend, oder ein Spieler macht von seiner Sonderfähigkeit gebrauch. Anschließend wird sofort die Kartenhand vom eigenen Nachziehstapel aufgefüllt. Das Ganze geht jetzt solange weiter, bis entweder alle Dungeon-Karten abgefertigt wurden und der Boss erfolgreich bekämpft wurde, oder die Zeit abgelaufen ist. Ist die Zeit abgelaufen, bevor der Boss erledigt wurde, haben die Spieler verloren. Schaffen die Spieler es gemeinsam, alle Karten inklusive Boss zu besiegen, bevor die Zeit abläuft, gewinnen die Spieler gegen den Dungeon.

Sollte es passieren, dass der Nachziehstapel eines Spielers aufgebraucht ist, so ist dieser Spieler für den Rest der Runde zum Zuschauen verdammt. Es sei denn, ein anderer Spieler hat die passende Aktionskarte um diesen Spieler zurück ins Spiel zu bringen. Auch das kann passieren.


Sonderregel für zwei Spieler:

Das Spiel zu zweit läuft genau gleich ab. Nur bei der Spielvorbereitung gibt es einen kleinen Unterschied. Da es zu zweit mit den 40 Karten pro Spieler knapp und sehr schwer sein kann, bekommt jeder Spieler zwei Decks (2x40 Karten) und mischt diese zu einem Deck zusammen. Allerdings darf jeder nur mit einem Spielertableau antreten. (Wir haben es dennoch ausprobiert, mit nur je einem Deck zu zweit zu spielen. Es funktioniert.)

Wie das Spiel zu zweit funktioniert, könnt ihr hier im Video sehen:


Unser Spielgefühl & Erfahrungen:

Großartig! Das Spielchen macht höllischen Spaß. Ich selbst habe erst wenig Spiele auf dem Tisch gehabt, bei dem Stress- und Glückshormone parallel durch meinen Körper schießen. Und wenn die Uhr am Ende 0:01 anzeigt, ist der Sieg noch cooler.

Nach der ersten Partie haben wir uns erst einmal die Dungeon- und Quest-Karten genauer angeschaut. Die Grafiken sind echt witzig, was man während dem Spiel gar nicht wahrnehmen kann, da man nur auf die benötigten Symbole fixiert ist und den Rest der Karte komplett ausblendet. Apropos Karten, diese sehen nach den ersten 10-15 Partien bereits recht mitgenommen aus. Es wäre schön, wenn man diese etwas robuster machen könnte.

Alles in allem ist „5-Minute-Dungeon“ ein super kurzweiliges Spiel, das besonders zu viert oder zu fünft richtig Spaß macht. Der Wiederspielreiz ist hoch, denn wenn man ein Dungeon erfolgreich gemeistert hat, will man mehr. Mehr heißt, noch ein Gegner oder die nächste Schwierigkeitsstufe. Aber auch wenn man alle Gegner und alle Schwierigkeitsstufen durch hat, wird das Spiel nicht langweilig, denn manchmal läuft es einfach schlecht und man verliert trotz aller Routine. Da ist es doch selbstverständlich, dass man nicht mit einer Niederlage vom Tisch gehen will, oder?


Schwächen des Spiels:

Keine, allerdings wurde von einigen Mitspielern in unseren Runden die Aktionskarte „Heilige Handgranate“ bemängelt. Diese sei zu stark, da man mit ihr alle Gegner sofort aus dem Weg räumen kann, auch den Boss am Ende. Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, das dem nicht so ist. Denn erstens muss man diese Aktionskarte im richtigen Moment zur Hand haben, und zweitens, hat man sie früh im Spiel auf der Hand, ist es gar nicht so einfach, sie bis zum Ende zu behalten. Daher sehen wir die „Heilige Handgranate“ nicht als zu starke Karte im Spiel.


Anmerkung:

Die „Heilige Handgranate“ dürfte einigen bekannt vorkommen. Im Film „Die Ritter der Kokosnuss“ von Monty Python, wird die Funktionsweise der „Heiligen Handgranate von Antiochia“ ausführlich erklärt. Schaut mal rein.

 

© 05.05.17 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Kosmos / Fotos und Video: Oliver Sack


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