Das Fundament der Ewigkeit (M.Rieneck, 2017)

für 2-4 Spieler, ab 12 Jahren
Autor: Michael Rieneck
Illustration: Michael Menzel
Verlag: Kosmos
Spieldauer: 60-90 Min.
Platzbedarf: ca. 110 x 70 cm
 

Verlags-Beschreibung

Die Ankündigung von Ken Folletts neuem Roman freut diesen Herbst nicht nur Leser, sondern auch zahlreiche Spieler! Denn das Spiel zum Buch „Das Fundament der Ewigkeit“ führt nach „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ die preisgekrönte Kingsbridge-Serie fort. Erstmals erscheint ein Spiel zeitgleich zum Roman.
 
Im Europa des 16. Jahrhunderts streiten Katholiken und Protestanten in England, Frankreich, Spanien und den Niederlanden um Macht und Einfluss. Inmitten dieser politisch instabilen Lage agieren die Spieler. Sie handeln, sichern sich die Unterstützung einflussreicher Personen, spinnen Intrigen und behalten dabei immer das wechselnde Machtverhältnis der Konfessionen im Blick. Kommt es zu Machtproben, werden diejenigen, die mit der unterlegenen Konfession sympathisieren, aus dem Land vertrieben. Wer hält die Fäden am besten in der Hand?
 

Zitat:

„Die Umsetzung meiner Kingsbridge-Romane als Brettspiele hat mich schon immer fasziniert und „Das Fundament der Ewigkeit“ scheint das beste der Reihe zu sein!“ (Ken Follett)
 

Quelle: Kosmos, 2017
 

Spielablauf im Überblick

Der Spielplan zeigt drei bedeutende europäische Städte des 16. Jahrhunderts, sowie das von Roman Autor Ken Follett fiktive Kingsbridge. Jede diese Städte bietet Platz für 6 Handelshäuser (nur vier werden belegt) und vier Religionsmarker, die anzeigen, wie sich die Konfessionen in dieser Stadt verteilen. (Katholiken, Protestanten und „Neutrale“ ). In einer Ecke des Spielplans befindet sich die Aktionsleiste, mit deren Hilfe die Spieler im weiteren Spielablauf ihre Aktionen durchführen. Neben dem Spielplan werden je ein Satz Personen-Karten, inklusive Ereigniskarten, für jede der vier Städte bereitgelegt. Sonstiges Material wie zum Beispiel Handelswaren und Religionsmarker kommen neben den Spielplan.
 
Die Spieler werden mit einem Satz Würfel, den eigenen vier Handelshäusern und etwas „Startkapital“ ausgestattet. Die Religionszugehörigkeit jedes Spielers wird ausgelost. Zum Abschluss der Spielvorbereitungen wirft jeder seinen schwarzen „Religionswürfel“ und legt ihn auf seine Konfessionskarte. Der Würfel zeigt an, wie viele Jahre (=Runden) der Spieler diese Religionszugehörigkeit hat.
 
Es werden immer zwei „Halbrunden“ (=Halbjahre=Phasen) gespielt. In Phase 1 dreht jeder Spieler den Würfel auf seiner Konfessions-Karte um 1 nach unten, zum Zeichen, dass ein Jahr vergangen ist. Anschließend geht es direkt mit Phase 2, dem 2. Halbjahr weiter. In dieser Phase können die Spieler jetzt erste Aktionen ausführen. Dazu werden alle freien Würfel (Würfel die nicht auf einer Karte liegen) geworfen. Dann muss sich der Spieler für eine der ausliegenden Personenkarten entscheiden. Vier davon stehen zur Auswahl und diese haben im Idealfall alle auch unterschiedliche Funktionen. Welche dieser vier Personen der Spieler aber tatsächlich nehmen kann, hängt davon ab, welche freien Würfel zur Verfügung stehen. Denn abhängig vom Ort, von dem der Spieler eine Personenkarte nimmt, muss er den zu diesem Ort farblich passenden Würfel sofort auf diese Karte legen. Hat er keinen farblich passenden Würfel, oder keinen lila Würfel (Joker), steht ihm diese Person nicht zur Verfügung. Die Zahl des Würfels zeigt, wie lange (Jahre) die Person ihre Dienste zur Verfügung stellt. Durch die Personenkarten kann ein Spieler im weiteren Spielverlauf unter anderem Waren bekommen, sofort punkten, Waren verkaufen, Würfel verändern oder das Gleichgewicht der Konfessionen in einer Stadt beeinflussen. Erstmalig darf ein Spieler diese Aktion sofort, im Moment der Anwerbung der Person nutzen. Außerdem bringt jede Personenkarte in die Stadt, an der sie ausliegt, einen Religionsmarker ins Spiel. Sobald dadurch ein vierter Marker in eine Stadt gelegt wird, kommt es am Ende des eigenen Spielzugs zu einem Konflikt. Bevor es aber dazu kommt, muss der eigene Spielzug noch abgehandelt werden. Nach dem Anwerben einer Person, dem platzieren von Würfel und Religionsmarker, wird ein eigenes Handelshaus in die betreffende Stadt gestellt. Nur wer in einer Stadt ein Handelshaus hat, kann dort Waren verkaufen oder im Falle eines Konflikts wertvolle Punkte kassieren. Anschließend wir der eigene Marker auf der Aktionsleiste mittels verbleibender Würfel versetzt und eine Aktion durchgeführt. Danach endet der Zug des Spielers, sofern kein Religionskonflikt ansteht.
 
Haben alle Spieler das zweite Halbjahr abgehandelt, folgt wieder das erste Halbjahr einer neuen Runde, eines neuen Jahres. Jetzt hat auch jeder Spieler neben seiner Konfessionskarte mindestens eine Personenkarte liegen. Wie zu Beginn der Partie werden jetzt der Reihe nach (von links nach rechts) die Würfel auf den Karten um 1 nach unten gedreht und die betreffende Aktion der Karte 1x ausgeführt. Liegt ein Würfel mit einer „1“ auf einer Karte, wird die Aktion nicht mehr ausgeführt. Der Würfel kommt zu den freien Würfeln und die Karte aus dem Spiel. Handelt es sich dabei um den schwarzen Würfel auf der Konfessionskarte, wird dieser sofort neu geworfen und wieder auf die Karte gelegt. Dabei darf der Spieler entscheiden, ob er seine Konfessionszugehörigkeit wechseln möchte. Dies kann im weiteren Spielverlauf ein starkes taktisches Mittel sein, Punkte zu kassieren. (quasi die „Wendehals-Strategie“). Hat ein Spieler alle seine Würfel auf Personenkarten abgearbeitet kommt der nächste Spieler an die Reihe. Im Anschluss startet dann wieder das zweite Halbjahr mit würfeln und wählen einer Personenkarte.
 
Um den Glücksanteil im Spiel in einem guten Verhältnis zur Taktik zu halten, kommen neben den Würfeln noch Ereigniskarten ins Spiel. In jedem Stapel Personenkarten, verbergen sich Ereigniskarten mit positiven oder negativen Auswirkungen auf die Spieler. Diese Ereigniskarten werden sofort nach dem Aufdecken ausgeführt. Schützen kann man sich vor negativen Folgen nur durch Abgabe von Schutzplättchen, die man während des Spiels über entsprechende Personen oder Aktionen erhalten kann. Vor den positiven Folgen kann man sich nicht schützen – aber wer will das schon?
 
Eines der zentralen Elemente im Spiel, wenn auch nicht so oft vorkommend, sind die Religionskonflikte. Sie werden immer am Ende eines Spielzuges (1. oder 2. HJ) ausgewertet, wenn im laufenden Spielzug in einer Stadt vier Religionsmarker liegen. Bei einem Konflikt wird dann geschaut, welche Religion in der betreffenden Stadt die Oberhand hat und welcher Spieler dieser Religion angehört. Wer in diesem Moment der „richtigen“ Religion angehört, der bekommt Siegpunkte gemäß der Position seines Handelshauses. Hat er keines, geht er leer aus. Der oder die Spieler, die der unterlegenen Religion angehören, verlieren, falls vorhanden, ihr Handelshaus dort und können fortan in dieser Stadt keine Waren mehr verkaufen. Erst wenn er dort wieder ein Handelshaus platziert hat, kann er wieder handeln.
 
Das Spiel endet nach der Runde, in der ein Spieler die 50 Punkte Marke erreicht hat. Nach einer kurzen Schlusswertung steht der Sieger fest. Das Spiel endet vorzeitig, wenn in einer Stadt der Personenstapel aufgebraucht ist.
 

Eindrücke

Beim ersten Anblick wirkte das Spiel komplex und kompliziert. Das lag jedoch nicht am Spielplan, denn der ist sehr übersichtlich. Auch die Menge an Spielmaterial ist nicht so, als das es abschrecken könnte. Es ist vielmehr die Spielregel, die mit ihren 11 Seiten einen Eindruck von Komplexität suggeriert. Aber dem war nicht so. Die Spielregeln sind schlicht ausführlich und mit vielen Beispielen, Erläuterungen und Bildern versehen.
 
Dank einer Rundenübersichtskarte ist der Ablauf eines Spielzuges recht schnell erlernt. Hinzu kommt, dass der Rundenablauf streng repetitiv ist. Gespielt wird in Runden mit jeweils 2 Spielphasen. Die Phase 1 (1. Halbjahr) ist relativ einfach. Da zu Beginn einer Partie nur eine Karte mit einem Würfel in der Auslage eines Spielers liegt, ist die erste Spielphase auch sehr schnell vorbei. Einmal den Würfel um 1 nach unten gedreht, fertig. Hier fragten wir uns jedoch auch, ob bei Spielbeginn die erste Phase überhaupt gespielt werden muss. Der Vollständigkeit halber (dem Thema geschuldet) gehört aber die Phase auch in der ersten Runde dazu.
 
Mit Phase 2 (2. Halbjahr), wird die Sache schon interessanter. Jetzt kann man schon ein bisschen anfangen zu taktieren. Nach dem werfen der freien Würfel sollte man genau schauen und abwägen, welche Person mit welcher Fähigkeit man nehmen will. Dabei spielt die Zahl auf dem dafür eingesetzten Würfel eine sehr große Rolle. Denn die Zahl gibt an, wie Runden man die Aktion einer Person für sich nutzen kann. Klar gibt es sehr starke Karten, die viele Punkte bringen können, aber manch eine Karte bringt früh im Spiel rein gar nichts. Auch nicht, wenn eine hohe Zahl dafür eingesetzt wird. Personen, die Waren oder gar Vorteilsplättchen bringen, wurden bei uns zu Beginn sehr gerne genommen, während Personen, welche die Religionsmarker beeinflussen können oder einen zusätzlichen Warenverkauf ermöglichen, erst ab Runde 3 oder 4 interessant wurden.
 
Manchmal muss man auch darauf achten, welcher Religionsstein mit der Person die man nimmt, ins Spiel kommt. Kommt es am Ende der Runde zu einem Religionskonflikt? Wird er mich positiv oder negativ betreffen? Kann ich den Konflikt eventuell noch vermeiden? All das sind Fragen, die man sich immer wieder stellt. Hier werden dann auch die kleinen Regeldetails interessant, denn durch Abgabe von Siegpunkten kann man hier und da das Spiel zusätzlich beeinflussen.
 
Zusammenfassend kann man zu den Personenkarten sagen, und das war unser Eindruck, dass man sich ganz genau überlegen muss, welche Person man nimmt. Es genügt nicht, eine Person zu wählen, nur weil man gerade einen passenden Würfel mit einer „6“ zur Verfügung hat. Nein, weniger ist manchmal mehr und so kann eine „3“ durchaus interessanter und vergleichsweise auch mal stärker sein.
 
Hat man sich für eine Personenkarte entschieden und die damit verbundenen Aktionen (Handelshaus (ver-)setzen und Religionsmarker platzieren) abgehandelt, werden die verbleibenden Würfel auf der Aktionsleiste eingesetzt. Hier spielt dann nur noch die Farbe des Würfels eine Rolle, nicht dessen Wert. Aber auch jetzt gilt es genau die Möglichkeiten zu prüfen, die man hat. Genau eine Aktion darf man am Zugende noch ausführen, und diese Aktionsmöglichkeit wurde in unseren Runden immer wieder unterschätzt. Zwar kann es passieren, dass keine freien Würfel zur Verfügung stehen, aber wenn ein Würfel da ist, sollte man ihn clever einsetzen. Gegebenenfalls auch mal einen Siegpunkt opfern um die mit dem Würfel mögliche Aktion zu überspringen. Das bringt meist einen Vorteil der den verlorenen Punkt wieder neutralisieren kann.
 
Interaktion im Spiel gibt es nicht viel. Der größte Interaktions-Brocken sind die Religionskonflikte. Diese Konflikte sind sehr wichtig im Spiel und können spielentscheidend sein. Konflikte werden eingesetzt, um selbst Punkte zu kassieren, aber sie können auch Mitspieler hart ausbremsen. Immer dann wenn bei einem Konflikt ein Mitspieler der unterlegenen Religion angehört, verliert dieser Spieler in dieser Stadt sein Handelshaus. Der Sieger bekommt hingegen für sein Handelshaus bis zu sechs Siegpunkte. Da beim Verlust eines Handelshauses keine Punkte abgezogen werden, erscheint der Verlust zunächst nicht so schwerwiegend. Aber, mit dem Handelshaus verliert man auch das Privileg, Waren zu verkaufen. Ein neues Handelshaus zu bauen scheitert zudem meist am Fehlen des passenden Würfels. So kann ein verlorenes Handelshaus erst Runden später wieder ersetzt werden, wenn es schlecht läuft. Religionskonflikte waren deshalb bei uns immer gern gewählte Interaktionsmöglichkeiten, die einen Mitspieler wirklich schwer treffen können.
 

Eindrücke im Spiel zu zweit:

In unseren Zweier-Runden haben wir zunächst auf den Siegpunkt für die Religionsminderheit verzichtet, da wir dies als unlogisch erachteten. Denn, diesen Punkt bekommt meist jeder Spieler in jeder Runde. Somit ist dies lediglich eine Beschleunigung des Spiels und ändert rein gar nichts am eigentlichen Spiel.
 
Grundsätzlich hat uns aber das Spiel zu zweit gut gefallen und die Partien waren spannend bis zur Schlusswertung. Allerdings finden wir, dass es zu dritt oder zu viert deutlich interessanter ist, da mehr Interaktion mit den Religionssteinen und Religionskonflikten aufkommt.
 
Ein weiteres kleines Problem in der Partie zu zweit ist, dass sich bei den Personenkarten relativ wenig bewegt. Ist man mit der Auswahl unzufrieden, wird sich daran so schnell nur wenig ändern. Zwar kann man mit dem passenden Vorteilsplättchen eine Personenkarte aus dem Spiel entfernen, aber meist ging das zumindest bei mir immer wieder schief. Es wurde nicht besser. Einmal hat mich diese Situation sogar den Sieg gekostet (was immerhin auch zeigt dass es sehr knapp zugehen kann). Da war ich in der letzten Runde an der Reihe und hatte nicht sehr viel Vorsprung auf der Punkteleiste. Zur Verfügung hatte ich nur noch einen braunen und einen weißen Würfel. Den braunen Würfel musste ich für meine letzte Aktion auf der Aktionsleiste aufbewahren und so blieb mir nur der weiße Würfel um eine Personenkarte zu kaufen. Dort lag allerdings nur „Margery Fitzgerald“, die mir einen Siegpunkt bescheren konnte. Zu wenig! Ich sollte dringend Waren verkaufen, doch das war mit dieser Dame nicht möglich. Am Ende verlor ich die Partie mit 71:73. Einmal mehr eine Ware für 3 Punkte verkauft, hätte mir gereicht, aber so ist das Spiel – spannend bis zum Schluss.
 

Fazit

In unseren Runden gab es durchweg nur positive Kritik zum Spiel. Besonders die feinen taktischen Möglichkeiten, die sich immer wieder bieten, wurden dabei gelobt. Es braucht mehr als eine Partie, um diese Kniffe zu erkennen und zu nutzen. Da waren sich alle einig (Vielspieler).
 
 „Das Fundament der Ewigkeit“ ist kein „Kennerspiel“ und kein „Expertenspiel“, aber auch kein reines „Familienspiel“. Eine Einstufung fällt uns hier schwer. Wir würden das Spiel als ein „gehobenes Familienspiel“ einstufen, obwohl für uns ein „Familienspiel“ eigentlich ab 8 Jahren spielbar sein sollte. „Das Fundament der Ewigkeit“ ist jedoch frühestens ab 10 Jahren spielbar, wenn spielerfahrene Kids am Tisch sitzen. Ihr seht, es ist wirklich nicht einfach das Spiel einzuordnen.
 
Für den anspruchsvollen Gelegenheitsspieler ist die Angabe mit 12+ nach unserer Einschätzung in Ordnung. Der geneigte Vielspieler, der gerne Spiele dieser Art spielt, sollte es einmal ausprobieren und schauen, ob es seinen persönlichen Geschmack trifft.
 
In der Trilogie ist es ähnlich komplex wie „Die Säulen der Erde“ und etwas leichter als „Die Tore der Welt“. Aber das ist unsere subjektive Einschätzung. Spielenswert sind alle drei.
 

Kritik:

Der lila Würfel und der braune Würfel lassen sich selbst bei guten Lichtverhältnissen nur sehr schlecht unterscheiden. Das ist etwas nervig!
 

Gastkommentar (Andreas Steiger):

Als großer Fan des Brettspiels „Die Säulen der Erde“, habe ich mich sehr gefreut als vor einigen Monaten das Spiel „Das Fundament der Ewigkeit“ angekündigt wurde. Der Autor ist, wie bei beiden vorherigen Spielen der Reihe, wieder Michael Rieneck (allerdings diesmal ohne Stefan Stadler). Michael Rieneck hat ja in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass es ihm jedes Mal wieder aufs Neue gelingt, mit neuen und interessanten Spielmechanismen aufzuwarten. Nach einer viel zu lange erscheinenden Wartezeit, konnte ich „Das Fundament der Ewigkeit“ nun endlich spielen.
 
Als Erstes sticht einem die stimmungsvolle und grandiose graphische Gestaltung der Schachtel und des Spielplans ins Auge, für welche wieder der großartige Michael Menzel verantwortlich ist. Man sollte sich jedoch nicht vom stimmungsvollen Cover in die Irre leiten lassen, denn Schiffe spielen im „Fundament der Ewigkeit“ eine wesentlich untergeordnetere Rolle, als es zunächst erscheint. Der Kern des Spieles ist ein pfiffiger Würfelmechanismus, in dem geworfene Würfel verschiedenen Personen zugeordnet werden. Je höher die gewürfelte Zahl ist, je länger ist dieser Würfel an diese Person gebunden. So bringt eine gewürfelte „6“ dem Spieler sechs Runden lang den Rohstoff bzw. den Vorteil der Person, auf welcher er liegt, was grundsätzlich erst einmal positiv ist. Der Nachteil ist jedoch, dass einem dieser Würfel nun sechs Runden lang nicht zur Verfügung steht und man somit weniger Flexibilität bei der Auswahl zukünftiger Aktionen hat. Dieser Kniff reduziert den Glücksanteil, der mit guten Würfelwürfen einhergeht.
 
Zusätzlich beeinflusst die Wahl einer Person, dass man mit dessen Herkunftsland Handel treiben darf, wie viel Siegpunkte man im Falle eines Glaubenskonfliktes ergattern kann und in welche konfessionelle Richtung sich die Stadt bewegt. Dies will alles bedacht werden. Interaktion findet also hauptsächlich im Wegschnappen der Karten, sowie im Glaubenskampf der Katholiken und Protestanten statt. Je nachdem welcher Konfession man angehört, bringt das im richtigen Moment Vor- oder Nachteile. Hier kann man seinem Mitspieler schon mal des Öfteren an die Karre fahren. Das muss man aushalten können.
 
Wer mit einem gewissen Glücksfaktor beim Würfeln und einem Hauch Aggressivität gut klar kommt, für den ist „Das Fundament der Ewigkeit“ ein pfiffiges und sehr stimmungsvolles Spiel, welches sowohl für Gelegenheits- als auch für Vielspieler geeignet ist.
 
Mir hat es sehr gut gefallen. „Die Säulen der Erde“ stößt es für mich zwar nicht vom Thron, rangiert aber noch vor dem zweiten Spiel der Trilogie, „Die Toren der Welt.“
Ich freue mich schon auf die nächste Partie, und da werde ich dann wohl wieder öfters die Konfession wechseln, um meine Mitspieler zu verwirren, oder lieber doch nicht?
 

Andreas Steiger ist selbst Autor. Sein "Targi" ist eines der besten Zwei-Personen-Spiel der letzten Jahre.
2016 gab uns Andreas auch ein tolles Interview, bei dem wir viel über ihn und "sein" Targi erfahren durften.
Link zum Interview
 

Hinweis

Wer noch mehr über das Spiel erfahren möchte, oder andere Meinungen lesen, hören oder sehen möchte, der sollte unbedingt beim Bloggernetzwerk www.BEEPLE.de vorbeischauen. Dort gibt es neben anderen Meinungen zum Spiel auch eine Blog-Rallye, bei der Ihr mit etwas Glück, ein Exemplar des Spiels gewinnen könnt. Also schaut bei meinen Kollegen vorbei, es lohnt sich.
 

Danksagung:

Für die Unterstützung bei den Probespielen bedanken wir uns recht herzlich bei allen Mitspielern. Ganz besonders bedanken wir uns bei unserer Jutta, die wieder sehr viel Input für die Rezension beigesteuert hat. Vielen Dank. Last but not least bedanken wir uns bei Andy Steiger für den tollen Gastkommentar. Auch dafür, herzlichen Dank Andy.
 


© 02.10.17 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Kosmos / Fotos: Oliver Sack


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