Qwinto (Bernhard Lach, Uwe Rapp, 2015)

Für 2-6 Spieler, ab 8 Jahren
Autoren: Bernhard Lach und Uwe Rapp
Verlag: NSV
Dauer: ca. 15 Minuten


Vorwort

Der Nürnberger Spielkarten Verlag hat 2012 mit seinem lockeren „Qwixx“ ein Würfelspiel von Steffen Benndorf veröffentlicht, das für Furore gesorgt hat. Gleichzeitig hat sich der Verlag für kommende Spiele die Messlatte selbst hochgelegt. Manchmal jedoch zu hoch? Diese Frage sollte jeder für sich beantworten, denn wie immer ist alles reine Geschmackssache.
Mit Qwinto unternimmt der Verlag einen weiteren Versuch, an den Erfolg von „Qwixx“ anzuknüpfen. Ob das gelingt, wird sich zeigen. Die Anlaufphase zur Messlatte sieht jedenfalls schon mal vielversprechend aus.


Was der Pragmatiker wissen möchte

Tricky Würfelspiel mit Suchtpotenzial


Das Spiel

Jeder Spieler bekommt einen Zettel. Der Zettel zeigt drei Farbreihen (orange, gelb, lila) mit jeweils 9 Feldern. Im Spielverlauf trägt jeder Spieler Zahlen in seine Farbreihen ein. Hierbei müssen lediglich zwei Regeln beachtet werden.
 

  • in jeder Farbreihe müssen die Zahlen von links nach rechts größer werden.
  • in den senkrechten 2er- und 3er-Spalten darf keine Zahl doppelt vorkommen.


Wer an der Reihe ist, würfelt mit 1-3 Würfeln und sagt die Zahl lautet und deutlich an. JEDER Spieler kann die gewürfelte Zahl nun auf seinem Spielblock in einer entsprechenden Farbreihe eintragen. Wo genau er die Zahl einträgt, kann er frei entscheiden, er muss nur die beiden obigen Regeln beachten. Hat ein Spieler zwei Farbreihen komplett gefüllt (oder seinen vierten Fehlwurf kassiert), endet das Spiel und es wird gewertet.

Ist eine Farbreihe komplett mit Zahlen gefüllt, gibt es dafür fett Punkte. Ebenso lukrativ ist es, wenn eine senkrechte 3er-Spalte (hiervon gibt es fünf Stück) komplett gefüllt ist – dann bekommt man die Zahl im Bonusfeld gutgeschrieben. Wer insgesamt die meisten Punkte hat, gewinnt.

Quelle: PM NSV, 2015


Unsere Eindrücke

Bei der SPIEL’15, den internationalen Spieletagen in Essen Anfang Oktober 2015, wurde Qwinto der Öffentlichkeit vorgestellt. Grund auch für uns, das Spiel dort direkt zu begutachten. Schließlich wollen wir wissen, was auf unseren Rezensionstisch kommt. Quasi eine Vorauswahl. Nicht um die Spreu vom Weizen zu trennen, sondern vielmehr, um das „Unkraut“ rechtzeitig zu erkennen. Um die Spreu kümmern wir uns immer erst nach der Messe.

Unsere ersten Eindrücke von der Messe waren jedenfalls positiv. Auch kurze Gespräche am Stand der Nürnberger mit Besuchern, welche gerade Qwinto spielten oder gespielt hatten, verliefen zu 90% positiv. Das Spiel schien zu gefallen. Zeit also, an einem der Tische zusammen mit anderen Besuchern, Qwinto einmal selbst auszuprobieren. „Passt!“ – Qwinto sollte also bei uns auf den Tisch kommen, um es genauer unter die Lupe zu nehmen.


Spielgefühl

Zu Beginn einer Partie Qwinto, steht man vor der Qual der Wahl, welches der 3x9 Felder mit der gewürfelten Zahl gefüllt werden soll. Einfach ist es, wenn hohe Zahlen wie „17“ oder „18“, aber auch kleine Zahlen wie die „1“ fallen. Bei allen anderen Zahlen erfordert es Talent in Wahrsagerei oder Glück, will man sich nicht gleich zu Beginn selbst blockieren. Denn meist läuft es so ab: Die ersten paar Zahlen, die zu Beginn irgendwo eingetragen werden, entpuppen sich zu Spielmitte hin als falsch platziert. Dann gilt es (wie bei „Qwixx“) das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen.

Spannend und ein bisschen mit Schadenfreude verbunden, ist es auch zu beobachten, wie andere auf den Würfelwurf auf mich, den aktiven Spielers reagieren. Klar, wenn ich zum Beispiel in der gelben Reihe eine kleine Zahl benötige, nehme ich nur den gelben Würfel in die Hand. Ob das Ergebnis dann meinen Mitspielern gefällt oder nicht, kann mir ja egal sein. Zu meinem Problem wird es erst, wenn statt der kleinen Zahl, der gelbe Würfel eine „6“ zeigt, für die ich keinen Platz mehr habe. Dann ernte ich einen „Fehlwurf“, sehr zum Vergnügen meiner Mitspieler.

So ist es bei Qwinto immer eine Gratwanderung zu entscheiden, welche Zahl wo eingetragen werden soll. Die Frage, ob man mit ein, zwei oder drei Würfel würfelt, stellt sich eher ab Mitte einer Partie, und selten am Anfang. Am Anfang wurde in all unseren Runden erst einmal mit drei Würfeln gewürfelt, um eine „Grundfüllung“ des Spielzettels zu erreichen. Das nachfolgende Füllen der Lücken ist, war und bleibt dann auch etwas Glückssache.


Fazit

Qwinto ist ein kleines, schnelles und erfrischendes Würfelspiel für zwischendurch und unterwegs. Schnell erklärt und schnell gespielt, und auch nach einigen Partien immer noch herausfordernd.

Bei uns und unserer Testgruppe kam Qwinto besonders als Aufwärmer richtig gut an und erhielt viel Lob. Die Frage ob Qwinto oder Qwixx angeschafft werden sollte, beantwortet sich recht einfach: Beide!

Obwohl sich beide Spiele ähnlich sind, unterscheiden sie sich doch ausreichend, um nacheinander gespielt zu werden. Langweilig wird Qwinto sicher nicht so schnell, und so sind wir der Meinung, dass Qwinto seinem „großen Bruder“ Qwixx sehr nahe kommt, was den Spielwert und Wiederspielreiz betrifft.


Tipp

Versucht doch mal, Qwinto solo zu spielen. Wie viel Punkte schafft ihr?
Ich hab mal bescheiden vorgelegt:


Wertung

Spielspaß 2,0
Material 1,5
Regeln 1,5

Über unseren Wertungsschlüssel


© 01.11.15 Oliver Sack
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Vielen Dank an NSV, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © NSV / Fotos mitte/unten: Oliver Sack