Auf nach Indien! (Hisashi Hayashi, 2014)

für 3-4 Spieler, ab 10 Jahren
Autor: Hisashi Hayashi
Verlag: Pegasus
Spieldauer: ca 30 Minuten


Verlags-Beschreibung:

Das Zeitalter der Entdeckungen: Die aufstrebende Seemacht Portugal sucht einen Seeweg nach Indien. Dieses prestigeträchtige Unterfangen ruft einflussreiche Sponsoren auf den Plan. Um jedoch mit den Erkundungen auch den eigenen Profit voranzutreiben, bedarf es einer feinen Balance von Handel, Forschung und Erkundung. Mit nur 13 Markern pro Spieler, die wahlweise als Schiff, Geld, Technik, Gebäude oder Siegpunkte herhalten müssen, ist das minimalistische „Auf nach Indien!“ randvoll mit kniffligen Entscheidungen.

Was sich wie ein ausuferndes Brettspiel anhört, kommt mit erstaunlich wenig Material aus. Mit einer Handvoll Karten und Holzwürfeln erzielt „Auf nach Indien!“ ein fesselndes Spielgefühl und schickt die Spieler von einem Dilemma ins nächste.

Quelle: PM Pegasus, 2014


Unsere Eindrücke:

Pegasus wirbt für dieses Spiel mit dem Slogan „Großes Spiel in kleiner Schachtel“. Doch was ist dran? Wir haben uns das mal ganz genau angeschaut. Zuerst einmal die Schachtel, und ja, die ist klein. Sie hat die selbe Größe wie z. B. „Love Letter“. Zwar ist die Schachtel etwas zu groß für die Hosentasche (jedenfalls für meine), aber dennoch ist sie im Vergleich zu den üblichen „großen“ Spielen immer noch klein. Soweit stimmt der Slogan schon mal.

Fixieren wir uns nun auf den ersten Teil des Slogans „Großes Spiel“. Und was uns Autor und Verlag hier präsentieren, hat uns tatsächlich überrascht. Das Spiel kommt mit nur 28 Spielkarten und 52 kleinen Holzwürfeln daher. Das ist in der Tat nicht gerade viel für ein „Großes Spiel“. Das war auch unser erster Gedanke.

Doch bereits nach den ersten Minuten unserer Reise nach Indien fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Da liegt etwas Besonderes vor uns. Klein, wenig Material und dennoch höchst tricky. Ausreichend sind die Karten, sie bilden unsere Reiseroute von Lissabon nach Indien. Dadurch haben wir schon einmal unseren/einen variablen Spielplan. Kernstück des Spiels sind die kleinen Holzwürfel. 13 Stück bekommt jeder Spieler. Diese kleinen „Biester“ sind für uns Alles. Sie sind Schiffe, Punkte-Anzeiger, Waren, Geschichtsschreiber, Bankiers, .. u.v.m… Es sind quasi unsere universalen Spielfiguren. Das Gemeine daran ist, das diese 13 Teile sich schneller in Luft auflösen als einem lieb ist. Mit fünf Holzwürfelchen starten wir, jeder weitere den wir ins Spiel bringen wollen kostet uns zum einen 1 Geld, zum anderen kann er nur über die Karte Lissabon ins Spiel gebracht werden. Von dort aus kann ich den Würfel dann in einem späteren Spielzug erst so richtig ins Spiel bringen. Aber Achtung! Sind die Würfel erst einmal unterwegs, kann man sie für einige Funktionen nicht mehr nutzen. Allerdings kann ich mit ihnen dann im Spielverlauf punkten. Und genau hier, beim Punkten, befindet man sich in der nächsten Zwickmühle. Zwar ist es gut und für den Spielsieg förderlich, Punkte zu sammeln, aber es dezimiert auch unsere zur Verfügung stehenden Holzwürfel auf der Lissabon-Karte. Hat nämlich unser Geschichtsschreiber (der Holzwürfel der unsere Punkte anzeigt) den Wert 5 erreicht, so endet die Punktanzeige. Um weitere Punkte zu markieren, bedarf es einen weiteren Holzwürfel, den wir aber immer von der Karte Lissabon nehmen müssen, und nicht vom allgemeinen Vorrat. Dieses vom Verlag angesprochene „Dilemma“ haben wir nicht nur beim Geschichtsschreiber, der unsere Punkte anzeigt, sondern auch beim Bankier, der unser Vermögen verwaltet. Auch hier ist pro Würfel bei 5 Geld Schluss. Möchte man mehr, muss ein weiterer Holzwürfel her, möchte man diesen nicht nehmen, verfällt alles andere. Auf diese Art ist man immer hin und her gerissen. Gegen Spielende werden die Probleme mit dem knappen Würfelvorrat sogar noch größer.


Fazit:

Alles in allem steckt wirklich viel Spieltiefe und taktischen Möglichkeiten in dieser kleinen Schachtel. „Auf nach Indien“ sollte man sich auf jeden Fall einmal anschauen, es lohnt sich.

In unserer Testgruppe hat das Spiel 9 von 10 Mitspielern gefallen. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Persönlich sage ich „Daumen hoch“.

In diesem Sinne: Auf nach …..


Wertung:

Spielspaß 2,0
Material 1,5
Regeln 1,5

Über unseren Wertungsschlüssel


© 12.03.15 Oliver Sack
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Vielen Dank an Pegasus, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus / Foto unten: Oliver Sack