Belfort (J. Cormier / Sen-Foong Lims, 2013)

Für 2-5 Spieler ab 12 Jahren
Autor: Jay Cormier und Sen-Foong Lim
Verlag: Pegasus
Spieldauer: ~120 Minuten


Verlags-Beschreibung:

In Belfort lassen die Spieler ihre Mannschaften aus Elben und Zwergen unterschiedliche Aufgaben erfüllen; hauptsächlich müssen sie Geld und Rohstoffe zum Errichten von Gebäuden in den fünf Bezirken der Stadt beschaffen. Jedes Gebäude hat besondere Eigenschaften, die seinen Besitzer dem Erfolg näher bringen; und man kann Gnome anstellen, die einem dann dabei helfen, diese auch in Betrieb zu halten. Wer es jetzt noch schafft, mit den fünf Gilden der Stadt zu arbeiten, der ist dem Sieg ganz nahe.

Quelle: www.pegasus.de © Pegasus Verlag


Das Spiel:

Das Spiel läuft über 7 Runden, von denen 3 Runden als „Wertungsrunden“ ablaufen. Am Ende jeder Wertungsrunde erhalten die Spieler Punkte für Mehrheiten auf dem Spielplan bzw. Punkte für die Mehrheiten bei den Spielfiguren. Wer nach der letzten Wertungsrunde, nach Runde 7, die meisten Punkte hat, gewinnt.

Doch um den Sieg zu erringen, müssen einige „Stolperfallen“ überwunden werden, sprich man muss sich die Punkte erst einmal verdienen.

Zu Beginn einer Partie hat jeder Spieler 3 Zwerge und 3 Elben. Diese 6 Figuren gilt es nun in guter alter „worker-placement“ Manier zunächst, und sofern überhaupt möglich, auf dem Spielplan und den eigenen Gebäuden zu platzieren und den Rest auf einem weiteren Tableau zur Rohstoffbeschaffung auszusenden. Dieses zusätzliche Tableau bietet zudem noch die Möglichkeit, weitere Zwerge/Elben zu rekrutieren und die Spieler-Reihenfolge zu ändern. Letzteres ist eine taktisch nicht ganz uninteressante Angelegenheit.

Reihum werden also nacheinander die Zwerge und Elben ins Spiel gebracht. Anschließend wird das zusätzliche Tableau der Reihe nach „abgearbeitet“. Dabei werden zunächst Rohstoffe wie Holz, Stein, Eisen-Barren sowie Geldmünzen verteilt. Jeder Spieler bekommt entsprechend der Anzahl seiner auf einem Ressourcenfeld eingesetzten Figuren die entsprechenden Rohstoffe/Münzen. Hat ein Spieler sogar die alleinige Mehrheit auf einem Rohstofffeld, so darf er sich über einen zusätzlichen Bonus freuen. Nun werden noch evtl. zusätzliche Zwerge/Elben verteilt und gegebenenfalls Einfluss auf die Spieler-Reihenfolge genommen. Den Abschluss des Tableaus bilden die Einnahmen für bereits errichtete Gebäude (in der Startrunde sind dies 0 Münzen) und die fällige Zahlung von Steuern. Diese Steuern sind abhängig von der bisher erreichten Punktzahl. Somit kommt eine Steuerzahlung erst nach der ersten Wertungsrunde zum Tragen. Es bleiben also anfangs zwei Runden Zeit, um sich genügend Münzen anzusparen.

Nachdem nun das Tableau abgearbeitet ist, geht es mit dem großen, fünfteiligen Spielplan weiter. Auch hier geht es reihum, beginnend beim aktuellen Startspieler. Er darf nun in seinem Spielzug weitere Gebäude bauen, indem er Gebäudekarten von der Hand ausspielt, und/oder einen Gnom einstellen, weitere Ressourcen beschaffen und zum Abschluss seines Spielzuges noch neue Gebäudekarten auf die Hand kaufen.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich der Hilfe einer von fünf Gilden zu bedienen. Diese werden in 3 Kategorien unterschieden (Basis, Ressourcen und interaktive Gilden) und vor jeder Partie ausgelost/ausgewählt, was das Spiel noch variabler macht. Die Dienste einer Gilde kostet 1 Münze, die entweder an die Bank oder an den Besitzer der Gilde gezahlt werden muss.

Es würde hier sicherlich zu weit führen, wenn ich alle hätte-wäre-wenn-Fälle beleuchte, aber das zeigt die Variabilität des Spiels.


Fazit:

Belfort vereint die beiden Grund-Spielelemente eines worker-placement Spiels mit denen eines Mehrheitenspiels. Dabei wird das Ganze in einen, nennen wir es einmal, harmonischen Rahmen gepackt. Die französische Stadt Belfort wird hierbei zu einem Schilda-Ableger mit Fantasy Atmosphäre gemacht, in dem sich Zwerge, Elben und Gnome teils helfen, teils das Leben schwer machen.

Grafisch ist der Spielplan samt Material sehr gut gelungen, wenn auch nicht jedem die Cover-Grafik gefällt. Aber es macht Spaß, die kleinen Besonderheiten in der Grafik auf dem Spielplan und den Tableaus zu suchen.

Aber nicht nur das Material, sondern auch die Regeln wurden thematisch dem Hintergrund angepasst.

Ein Beispiel gefällig:
Eine freundschaftliche Zusammenarbeit wäre zwar begrüßenswert, doch solltet Ihr es vermeiden, Euch beim Bau übertrumpfen zu lassen. Immerhin (und jetzt kommt der Teil mit den schlechten Nachrichten) gibt es nur EINEN Stadtschlüssel: man kann ihn nicht einfach klein hacken und gleichmäßig aufteilen. Daher hat seine Majestät in seiner unendlichen Weisheit entschieden, den Schlüssel demjenigen am Ende der Bausaison (beim ersten Schneefall) zu übergeben,…..„
 
Und am Ende des Spiels heißt es dann:
Du hast also gewonnen! Trotz aller Widerstände hast du triumphiert und bewiesen, dass du der Beste für diesen Job bist. Sicher hast du dir viele Freunde auf dem Weg dorthin gemacht. Na ja, eher nicht. Wichtig ist nur, dass du gewonnen hast. Der König überschüttet dich mit Anerkennung und Dankbarkeit; er überreicht dir den Stadtschlüssel (rein zeremoniell – das Ding schließt nämlich gar nichts auf) …“
 
Und so komplex auch die Regeln aussehen möchten, so einfach sind sie umsetzbar. Ausreichend Beispiele sorgen von Beginn an und während der ersten Partie für Klarheit.


Unser Strategie-Tipp:

Hierzu können wir nur sagen, dass wir keine klare Erfolgsstrategie gefunden haben. Weder Geld-Strategie noch Rohstoff-Sammel-Strategie haben sich besonders bewährt. Fakt ist, Geld ist meist knapp. Eine regelmäßig sprudelnde Geldquelle ist unerlässlich. Aber es genügt, ca. 2-3 Münzen mehr einzunehmen als die aktuellen Steuern. Damit lässt es sich einigermaßen gut wirtschaften.

Letztendlich hängt die gewählte Strategie auch von den vorhandenen 5 Gilden ab, diese sind in ihrer Kombination variabel und unterscheiden sich im Wesentlichen in deren Grundfunktion. Neben den unspektakulären Basis-Gilden gibt es noch Ressourcen-Gilden, die günstig Rohstoff-Nachschub sichern und interaktive Gilden, deren Funktion den Spielablauf und die Interaktionsmöglichkeiten erheblich beeinflussen. Daher sollten die interaktiven Gilden erst mit etwas Spielroutine dazugelost werden.


"Geheim"-Tipp:

Das Ändern der Spielerreihenfolge sollte nicht unterschätzt werden. Wer zuerst kommt, platziert zuerst!
 


Wertung:

Spielspaß 2,0
Material 1,5
Regeln 2,0

Über unseren Wertungsschlüssel


© 03.06.13 Oliver Sack
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Vielen Dank an den Pegasus-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus Verlag