Camel Up (Steffen Bogen, 2014)

SPIEL DES JAHRES 2014


Für 2-8 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Steffen Bogen
Redaktion: Eggertspiele
Verlag: Pegasus
Spieldauer: ca. 40-60 Minuten (zu zweit 30-40)

 

Verlags-Beschreibung:

Ein wahnwitziges Kamelrennen, gelenkt von der einzigartigen Würfelpyramide – darum dreht sich alles in dem turbulenten Familienspiel Camel Up, in dem gewettet wird, welches Kamel beim Drunter und Drüber der Wüstenschiffe am Ende vorne liegen wird.

Bei Camel Up blickt alles auf die fünf unberechenbaren Kamele, die hier ein Rennen durch die Wüste bestreiten. Die Spieler müssen dabei wetten, welches Kamel am Ende vorne liegen wird. Nur ist das schwerer, als es klingt, denn schon bald springen die Kamele aufeinander, tragen sich gegenseitig ein Stück der Strecke oder lassen sich von Fata Morganas vom Weg abbringen.
Nur wer in diesem Chaos den Überblick behält und nicht zu lange mit seinem Einsatz wartet, hat eine Chance, bei Camel Up reich zu werden.

Quelle: www.pegasus.de / PM Pegasus © Pegasus Verlag


Für Pragmatiker:

Wer extrem lustige und glückslastige Wett- und Renn-Spiele NICHT mag, kann jetzt und hier aufhören zu lesen.


Unser Spielgefühl:

Ein Spiel für zwei bis acht (!) Spieler? – das ist doch schon mal was, und schreit förmlich danach, unter anderem, genau darauf getestet zu werden. Also haben wir uns bemüht, alle Mitspielerzahlen mindestens ein Mal zu „bespielen“. Nachdem wir uns zu zweit mit dem Spiel vertraut gemacht hatten, und es uns ganz am Anfang gelungen war, die Würfelpyramide zusammen zu bauen, suchten wir uns risikobereite Mitspieler. Wir ahnten dabei nicht, welchen unglaublichen Spaß wir dabei haben sollten. Vor allen Partien stand zunächst die Einweisung/Erklärung in CAMEL UP (auch genannt „Camel Cup“ oder „Amel Cup“). Auffällig war dabei, dass alle Mitspieler zwar die Regeln und Möglichkeiten verstanden hatten, aber niemand wusste, was er jetzt genau in der ersten Runde machen sollte, und was überhaupt Sinn machen würde. Wir haben dann immer geraten, einen Probedurchgang zu spielen um sogleich „allwissend“ in eine neue Partie zu starten. Gesagt, getan und es war gut so!

Probleme dem Spielverlauf zu folgen hatte bei diesem Familienspiel dann niemand mehr, höchstens Probleme, auch einmal ein gewisses Risiko einzugehen. Aber genau das ist ein wichtiger Bestandteil des Kamelrennens, Risiko. Denn wie sagt man: „No risk, no fun“. Klar, am Anfang lässt sich noch nicht sagen wer das Rennen macht, aber mit ein bisschen Risikobereitschaft und mit viel Glück, könnte man schon auch mal auf den Sieger des Rennens tippen. Das ist zwar möglich, aber ehrlich gesagt langweilig. Also werden zunächst einmal zwei, drei Kamele bewegt. Dies reicht bereits aus, um die ersten Wetten auf den Etappen-Sieger (nicht Renn-Sieger!) zu platzieren. Denn Etappe ist zu Ende, wenn sich jedes Kamel 1x bewegt hat. Doch bereits der nächste Würfel, das nächste Kamel das sich bewegt, kann – und wird zu 75% - das Ganze wieder zu wertloser Makulatur machen. Und genau hier kommt der Spaß ins Spiel. Permanent ändert sich die Reihenfolge. Kamele gehen vorwärts, gehen huckepack oder müssen rückwärts laufen und sind auf einmal nicht mehr Erster, sondern vielleicht mit einem Schlag Dritter oder gar Vierter, Fünfter. Denn kommt ein Kamel in der Vorwärtsbewegung auf ein Feld, auf dem bereits ein Kamel (oder mehrere) steht, so springt es zu oberst und ist somit auf diesem Feld das führende Kamel. Muss es aufgrund eines Sonderplättchens jedoch 1 Feld rückwärts laufen, so wird es unter Umständen, wenn das Feld belegt ist, unter die dortigen Kamele gestellt. So kann es bei einem engen Rennen passieren, das sich die Reihenfolge schneller ändert als einem lieb ist. Hinzu kommt noch, das ein Kamel bei seiner Bewegung immer alle Kamele unter sich stehen lässt, aber alle Huckepack-Kamele mitnimmt. Das alles funktioniert in Partien mit vier oder fünf Spieler am besten. Hier stimmt alles. Mann kann ein bisschen abschätzen, was passieren könnte, beziehungsweise hat man eher die Möglichkeit gewisse Situationen auszuschließen. Es wird gewettet, gerechnet und beeinflusst was das Zeug hält, und mit jeder Bewegung eines Kamels geht ein Raunen durch den Raum. Und, am Ende gewinnt immer ein Kamel, das die wenigsten Mitspieler auf ihrer Rechnung hatten. So macht es richtig Spaß.

Fehlt noch ein Blick auf Partien mit sechs, sieben oder gar acht Spieler. In diesen Zusammensetzungen funktioniert das Spiel eigentlich recht gut, allerdings kann es gerade bei sieben oder acht Spielern passieren, das man selbst gar nicht an die Reihe kommt, da eine Etappe sehr schnell zu Ende gehen kann. Dadurch schleicht sich ein kleiner Frust ins Spiel ein. Deshalb würden wir das Spiel für Runden zwischen vier und sechs Wett-Enthusiasten empfehlen, und für andere Besetzungen (2,3,7 oder 8) eher „naja“ sagen. Aber wie gesagt, funktionieren tut es in allen Besetzungen. CAMEL UP ist für uns ein Spiel mit eingebauter Spaß-Garantie, und zurecht für das „Spiel des Jahres 2014“ nominiert. Wir drücken die Daumen.

Abschließend noch ganz kurz der obligatorische Blick auf:
Material: sehr gut
Regeln: sehr gut
Spaß: fantastisch

In diesem Sinne: auf die Plätze, fertig, los ……..


Wertung:

Spielspaß 2,0
Material 1,5
Regeln 1,5
 

Über unseren Wertungsschlüssel


© 28.05.14 Oliver Sack
Du bist anderer Meinung? - oder möchtest etwas hinzufügen, ergänzen oder kritisieren?
Dann schreib uns, wir veröffentlichen deinen Kommentar und freuen uns über jedes Feedback.


Vielen Dank an den Pegasus-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus Verlag