Istanbul (Rüdiger Dorn, 2014)

KENNERSPIEL DES JAHERS 2014


Für 2-5 Spieler, ab 10 Jahren
Autor: Rüdiger Dorn
Verlag: Pegasus
Spieldauer: ca. 45-60 Minuten (zu zweit 30-45)


Verlags-Beschreibung:

Das Basarviertel ist eine der Hauptattraktionen von Istanbul. Im gleichnamigen Spiel wandern die Spieler als Kaufleute über den Markt und machen möglichst rentable Geschäfte. Unterstützt von ihren Gehilfen, nutzen sie verschiedene Orte im Viertel, um Aktionen auszuführen. Obwohl Waren und Geld sehr wichtig sind, haben die Kaufleute nur eins im Sinn: Rubine zu sammeln. Denn wer zuerst 5 Rubine gesammelt hat, gewinnt!

Istanbul ist ein strategischer Leckerbissen für Spieler, die auch auf dem regen Basartreiben den Überblick behalten. Die einfache Regel führt schnell ins Spielgeschehen ein. Mit der enthaltenen taktischeren Variante sowie verschiedenen Startaufstellungen bietet Istanbul aber auch erfahrenen Kaufleuten immer neue Herausforderungen.

Quelle: www.pegasus.de © Pegasus Verlag


Spielgefühlsbericht für Pragmatiker:

Schönes Spiel, macht Spaß, ist spannend --> Istanbul ist empfehlenswert!


für Adepten:

Istanbul ist in ein paar Worten erklärt: „Wer zuerst 5 Rubine hat, gewinnt“ (zu zweit 6 Rubine). Klingt einfach? Ist es aber nicht!

So einfach es klingt, aber der Weg zu den Rubinen ist gar nicht so einfach. Der flexible Spielplan besteht aus einer 4x4-Auslage, das entspricht 16 verschiedenen Orten, mit 16 verschiedenen Funktionen. An einem Ort kann man sich für Geld Rubine kaufen, an anderen Orten Rubine ertauschen. Für Möglichkeit Nr.1, Rubine kaufen, benötigt man Geld. Das Startkapital jedoch reicht hierfür bei weitem nicht aus, ergo, muss mehr Geld her. Geld bekomme ich (neben Bonuskarten) durch den Verkauf von Waren. Auch hierfür, den Verkauf, gibt es 2 Orte unter den 16 möglichen. Doch woher die Waren nehmen? Auf meinem Spielertableu (=Handkarren) habe ich zu Beginn des Spiels von allen möglichen Waren nämlich exakt: NULL! Jetzt kommen weitere Orte ins Spiel, Orte, an denen man Waren bekommt, die sich zu Geld machen lassen, um wiederum Rubine zu kaufen. Und hier wird’S jetzt ein wenig unrealistisch, was dem Spiel-Spaß jedoch nicht schadet. Wer Waren möchte, bzw. eine bestimmte Ware, geht zum entsprechenden Ort und füllt dort einfach seinen Handkaren mit der entsprechenden Ware auf, einfach so, für umme - cool.

Man sieht bereits jetzt, das es schon ein gewisses Mass an Planung erfordert, da die 16 Orte nicht immer gleich liegen. Und, in der Regel nur zwei Felder (Orte) weit ziehen darf. Hinzu kommen noch weitere Orte, an denen zum Beispiel Waren erwürfelt werden können, oder Waren in Rubine getauscht werden können. Das Grundproblem jedoch ist, das man sich nicht unbegrenzt bewegen darf, sprich einfach nur zu einem Ort ziehen und die dortige Aktion nutzen darf. Jeder Spieler verkörpert einen Kaufmann, der mit 4 Gehilfen unterwegs ist. An jedem Ort, an dem wir eine Aktion durchführen, müssen wir einen unserer Gehilfen zurücklassen, wenn nicht bereits einer der unseren dort liegt. So kann es sein, das ich zwar nach vier besuchten Orten weiterziehen darf, jedoch mangels Gehilfe keine Aktion dort durchführen kann. Ich muss dann entweder zu einem bereits besuchten Ort ziehen, um die dortige Aktion erneut durchzuführen und in der Folge meinen Gehilfen wieder einsammeln. Oder, ich gehe mit meiner Spielfigur zum Ort „Brunnen“, wo ich als Aktion all meine Gehilfen zu mir rufen darf.

Kompliziert? Nein, auch wenn es sich so anhört. Istanbul ist wirklich (regeltechnisch) einfach und logisch. Deshalb setzen wir noch einen drauf. Jeder Spieler hat neben seinem Kaufmann und seinen Gehilfen, mit denen er von Ort zu Ort zieht, noch ein Familienmitglied. Dieses Familienmitglied sitz bei der Polizei (auch ein Ort) in Haft. Ziehe ich mein Tross jetzt zur Polizei, darf ich einen meiner Gehilfen gegen mein Familienmitglied austauschen. Dieses Familienmitglied kann ich dann auf einem x-beliebigen Ort einsetzen, auch wenn es weiter als zwei Schritte entfernt ist, und die dortige Aktion ganz normal durchführen. Treffe ich zudem noch auf meiner Reise durch Istanbul auf ein fremdes Familienmitglied, nehme ich dieses gefangen und schicke es zurück ins Gefängnis. Dafür werde ich dann auch noch belohnt – Kopfgeld.

Wie gesagt, Istanbul scheint kompliziert, ist es aber in Wirklichkeit ganz und gar nicht. Bereits nach der ersten Partie hat man die Regeln verstanden, und nach zwei, drei weiteren Partien hat man auch schon eine eigene Idee, wie man am schnellsten zu seinen 5 Rubinen kommt. Die Krux ist dann nur noch der variable Spielplan, bestehend aus den 16 Ortskarten. Klar, man kann immer mit derselben Auslage spielen, aber das wird mit der Zeit witzlos. Also gilt es jedes Mal auf’s Neue, sich die Auslage der Orte genau anzuschauen und zu analysieren, mit welcher Vorgehensweise man an die Sache herangeht. Potenzial und Wiederspielreiz sind definitiv vorhanden.

Uns hat Istanbul sehr gut gefallen, vor allem auch zu zweit. Einen Vergleich mit „Russian Railroads„ (Hans im Glück), wie er an manchen Orten im WWW auftaucht, möchten wir nicht ziehen. Erstens lässt es sich thematisch nicht Vergleichen, zweitens ist’s immer noch Geschmackssache. Fakt ist allerdings, beide Spiele sind unter den 2013/2014 Neuheiten hervorzuheben.

In diesem Sinne: salem aleikum und alea iacta est ….


Was uns besonders gefallen hat:

Der schnelle Einstieg und der flexible Spielaufbau


Wertung:

Spielspaß 1,5
Material 1,1
Regeln 1,1

Über unseren Wertungsschlüssel


© 19.05.14 Oliver Sack
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Vielen Dank an Pegasus, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus / Foto: Oliver Sack