Mondo (Michael Schacht, 2011)

Für 1-4 Spieler ab 8 Jahren
Autor: Michael Schacht
Verlag: Pegasus


Verlags-Beschreibung:

Die Spieler erschaffen auf ihrer Weltentafel ihre eigene Welt voller exotischer Tiere und verschiedener Landschaften. Sie müssen ihre Mitspieler und die Zeit gut im Auge behalten, denn alles geschieht gleichzeitig! Steigen sie rechtzeitig aus, bevor der Timer abläuft, können sie noch Bonuspunkte einheimsen. Nach drei Durchgängen gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte gesammelt hat.

Mondo lässt sich in verschiedenen Schwierigkeitsstufen spielen! Schon im Einsteigerspiel ist man mittendrin im Geschehen und wird von Mondo fasziniert sein. Im Spiel für Fortgeschrittene erhöht die wechselnde Sonderwertung den Spielreiz. Und das Expertenspiel sorgt mit unterschiedlichen Zusatzaufgaben immer wieder für neue Herausforderungen.

Mondo ist ein Legespiel mit besonders einfachen Spielregeln. Es basiert auf einem sehr variablen Spielsystem und ist gleichermaßen geeignet für erfahrene wie unerfahrene Spieler.


Quelle: www.pegasus.de © Pegasus Verlag


Erster Eindruck:

Eigentlich ist es selten, das wir einen "Ersten Eindruck" veröffentlichen, aber von Zeit zu Zeit kommt ein Spiel auf den Tisch, welches diesen "Ersten Eindruck" verdient.

Nach der ersten Partie (Einsteigerspiel) ist klar, wir wollen mehr! Mehr Mondo spielen!
Zwar war der erste Durchgang (A) etwas ernüchternd, da wir erst bei der Wertung so richtig verstanden haben worauf es beim auswählen und legen der Plättchen ankommt.
Aber egal, mit dem zweiten (B) Durchgang war es schon um einiges klarer und wir griffen gezielter zu.
Eventuell in Greifrichtung vorhandene, fremde Hände/Finger wurden dabei kunstvoll beiseite geschoben. Oder kurz gesagt: Ruhig mal dezent auf die Fingerchen geklopft! wenn jemand versucht DEIN, ja genau DIESES, Plättchen welches ICH will, wegzuschnappen. Aber davor hat uns ja der Autor vorab gewarnt. - An dieser Stelle ein Gruß an Michael Schacht - So, weiter im Text: Das Zählen der Punkte machte zunächst einen kompizierten Eindruck, aber das hat getäuscht. Es ist ein wirklich einfaches, logisches und gut durchdachtes Punktesystem.
Die Idee das Spiel in Einsteiger-, Fortgeschrittenen- und Expertenspiel zu gliedern ist recht clever. So wird im Einsteigerspiel die Grundlage geschaffen und in den weiteren Varianten peut a peut ein bisschen mehr Finesse hinzugefügt. Auch das macht den Einstig so leicht, wie wir es von einem Familienspiel eigentlich auch erwarten.


© 05.04.11 Oliver Sack

Das Einsteigerspiel:

Jeder Spieler hat ein leeres Tableau vor sich, auf dem, möglichst passend, in guter alter Carcassonne-Tradition, eine Landschaft entsteht.
Der Timer wird auf 7 Minuten eingestellt, und alle Spieler beginnen gleichzeitig in dem Spiel-Plättchen-Haufen in der Mitte des Tisches zu wühlen. Wer ein Teil in Händen hält, kann dieses auf sein Tableau legen, um möglichst fehlerfreie Landschaften mit Tieren und nicht so vielen Vulkanen entstehen zu lassen. Doch Vorsicht, ein Teil, welches einmal liegt, darf weder versetzt, noch gedreht werden! Da alle Spieler gleichzeitig spielen, und die Uhr gnadenlos herunterläuft, muss man mitunter schon sehr schnell entscheiden, und auch einmal ein weniger geeignetes Teil auf sein Tableau legen.
Sobald ein Spieler sein Tableau innerhalb der Zeit gefüllt hat, nimmt er sich ein Platzierungs-Punkte-Chip (Wert 4-1 Punkte) und beendet seine Runde. Ein Eingreifen in das Spielgeschehen ist diesem Spieler jetzt nicht mehr möglich.
Haben alle Spieler innerhalb der Zeit ihre Tableaus gefüllt, oder ist die Zeit abgelaufen, endet der Durchgang sofort und es kommt zur Ersten von 3 Wertungen.
Die Wertung beginnt mit dem Zählen der Tiere die jeder Spieler gesammelt hat. Pro Tier gibt’s 1 Punkt. Diese Punkte werden auf dem Wertungsblock notiert. Als nächstes werden alle fehlerfreie, geschlossene Landschaften (Wald, Wiese, Wüste, Wasser) gezählt. Für jede korrekte Landschaft gibt’s 2 Punkte, welche ebenfalls auf dem Wertungsblock notiert werden.
Nun bekommt jeder Spieler noch ein bis vier Punkte gemäß seinem Platzierungs-Punkte-Chip gutgeschrieben.
Jetzt endet im Einsteigerspiel die Wertung der Pluspunkte. Die Bonuswertung wird nur beim Fortgeschrittenenspiel ausgewertet, und die Zusatztaufgaben beim Expertenspiel.
Es folgen abschließend die Minus-Punkte. Jeder zählt die aktiven Vulkane in seinen Landschaften. Der Spieler mit den meisten aktiven Vulkanen bekommt diese als Minus-Punkte vermerkt. Alle anderen Spieler haben Glück und gehen leer aus.
Die letzte Wertung bezieht sich auf die Korrektheit der gelegten Plättchen. Für jedes leer gelassene Feld gibt’s ein Minuspunkt und für jede Kante die nicht zum Nachbarplättchen passt, gibt’s ebenfalls einen Minuspunkt.
Alle Einzel-Wertungen summiert, ergibt die Wertung für den Durchgang.

Wer die meisten Punkte in einem Durchgang erzielt hat, der bekommt zur „Belohnung“ noch ein Handicap für die nächste Runde auferlegt. Er muss in der nächsten Runde seine inaktiven Vulkane wie aktive behandeln, also als Malus mitzählen! – Ein Handicap, das nicht zu unterschätzen ist.
Nach drei Runden wird das Gesamtergebnis bestimmt und der Sieger steht fest.


Das Fortgeschrittenenspiel:

Es funktioniert genau gleich, allerdings wird der Timer jetzt auf 6 Minuten eingestellt, und es kommt eine Bonuswertung hinzu.
Vor Spielbeginn werden 6 Bonuskarten gemischt, und eine davon pro Runde aufgedeckt. Es gibt 4 Punkte extra, für den Spieler, der z.B. den größten Wald, die meisten Landschaften oder die meisten Wassertiere gesammelt hat. Wer diese Aufgabe am besten gelöst hat, bekommt entsprechend die Punkte dafür gutgeschrieben. Und wer jeweils am wenigsten hat bekommt natürlich Punktabzug!
Der Rest ist identisch mit dem Einsteigerspiel.


Das Expertenspiel:

Jetzt kommen zu den Bonuskarten noch 2 Zusatzaufgaben pro Runde ins Spiel. Dies können z.B. sein: mindestens 3 bestimmt Tiere in einer Landschaft, fehlerfreies Tableau oder 4 bestimmte Tiere in einer Landschaft. Aber damit nicht genug Schwierigkeit, der Timer wird jetzt nur noch auf 5 Minuten gestellt!
Hektik garantiert!


Das Solospiel:

Im Solospiel werden 4 Plättchen auf entsprechend markierte Felder des Tableaus gelegt, und es sollte möglichst mit wenig Fehler innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters das Tableau komplett belegt werden. Auch hier variiert der Schwierigkeitsgrad von „Leicht“ (10 Minuten, max. 3 Minuspunkte) bis „Schwer“ (5 Minuten, max. 1 Minuspunkt).


unser Fazit:

Mondo bietet gepflegte Unterhaltung und wird nicht so schnell langweilig. Der Spielmechanismus bietet enorm viele Möglichkeiten, selbst den Schwierigkeitsgrad und den Anspruch festzulegen. So kann gerade im Spiel mit Kindern eine Chancengleichheit geschaffen werden. Dies gilt im Spiel mit zwei bis vier Spieler ebenso, wie, und vor Allem dort, im Solospiel.
Geschicktes Abwägen der Möglichkeiten mit Bonus und Malus kann entscheidend sein. Hierzu empfiehlt es sich trotz aller Hektik, die Tableaus der Mitspieler im Auge zu behalten.
Interessant war auch zu beobachten, wie „Anfänger“ (uns ging es ebenso) in Ihrem ersten Durchgang meist unter 10 Punkten hatten, sich dann aber bis zur dritten und letzten Wertung immer gesteigert haben. Nach 1-2 Partien hat man dann den Dreh raus, und wird nur noch durch die Eigendynamik des Spiels „gebremst“.
Es passiert eigentlich immer wieder, das ein Mitspieler einem das gesuchte Plättchen vor der Nase wegschnappt, oder ein Anderer genau die Plättchen umdreht, die man selber gerade gedreht hat oder gerade anschauen will. Da gibt es dann schon einmal einen freundlichen Schlag auf den Handrücken vom Mitspieler. Und auf seine eigenen Finger muss man ebenfalls ein bisschen aufpassen, vor Allem wenn man zu viert spielt geht es schon mal heiß her im "Kampf" um begehrte Plättchen.
Aber gerade das macht Mondo zu einem schönen Familienspiel: Interaktion.

Mondo kann vom Spielevater-Team uneingeschränkt empfohlen werden.
Schönes Material, verständliche und ausführliche Regeln mit viel, viel Spielraum für Hausregeln. Top interaktiv.
P.S. ein fehlerfreies Solospiel in 3 Minuten 50 Sekunden ! wer unterbietet?



 unser TOP  unser FLOP
+ Interaktion
+ Material
- ?

Wertung nach Noten:

Spielspaß 1,5
Material 1,5
Regeln 1,5
© 12.05.11 Oliver Sack


Anmerkung:

Aktuell in der Produktion sind weitere Auslandsausgaben für "Mondo": für Bulgarien (Fantasmagoria), Estland/Lettland/Litauen (Brain Games), Italien (DV Games), Kasachstan/Russland/Weißrussland (Lifestyle) und Polen (Rebell), sowie "Mondo Sapiens" für die Niederlande (White Goblin Games). Im Herbst folgt eine griechische Ausgabe (Kaissa) und möglicherweise zwei weitere.
 

Bereits erhältlich sind neben der deutschen Ausgabe Edition für China, Frankreich, Niederlande, Skandinavien, Slowenien/Tschechien und für die USA.


(Stand: 14.04.2012)



Vielen Dank an Michael Schacht und den Pegasus-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus Verlag