Noblemen (Pegasus, 2012)

Für 3-5 Spieler ab 12 Jahren
Autor: Dwight Sullivan
Spieldauer: 75-120 Minuten


Verlags-Beschreibung:

England im 16. Jahrhundert, Königin Elisabeth I regiert ohne leibliche Nachkommen. Die Frage der Thronfolge ist umstritten und der Adel wirbt um die Gunst der Königin.
Ihr seid Mitglieder des britischen Hochadels und versucht, für eure Familie Einfluss und Ansehen zu gewinnen. Dazu vergrößert ihr eure Ländereien und errichtet prunkvolle Bauten. Mit politischem Geschick, aber auch durch Bestechung und das Ausnutzen von Skandalen wetteifert ihr um wichtige Adelstitel, die bei Maskenbällen vergeben werden. Wer nach 3 Dekaden die meisten Siegpunkte gesammelt hat, genießt bei der Königin das höchste Ansehen und gewinnt das Spiel.

Quelle: www.pegasus.de © Pegasus Verlag


Das Spiel:

NOBLEMEN ist ein Strategiespiel, das keine Wünsche offen lässt. Ähnlich wie bei „Strasbourg“ (Pegasus) hat der Spieler in seinem Spielzug eine Vielzahl von Aktionsmöglichkeiten, muss sich jedoch für nur eine davon entscheiden. Permanent ist man hin und her gerissen und hat das Bedürfnis, wie „Hans Dampf in allen Gassen“ agieren zu müssen. Es fällt gerade in den ersten Partien schwer, sich zu entscheiden. Grund dafür ist sicherlich die Unerfahrenheit im Laufe der ersten Partien, denn erst mit etwas Routine und einer klaren, persönlichen Strategie ist es möglich, sich bei der Auswahl der einen Aktion richtig zu verhalten. Sich auf den Zufall, wie zum Beispiel auf einen Würfel zu verlassen, ist ebenfalls kein Erfolgsrezept – es gibt keinen Würfel! Das einzige Zufallselement ist das Ziehen von neuen Landschaftsplättchen, und dies kann durch geschicktes Taktieren in einem späteren Spielzug wieder egalisiert werden. Denn beliebig oft während meines Spielzuges darf ich Landschaftsplättchen 2:1 gezielt tauschen. Klar, dass bei so wenig Zufall das ganze Spiel sorgsam geplant werden muss. Der fehlende Zufall wir bei NOBLEMEN mehr oder weniger ersetzt durch „Bestechung“. Ein in der Geschichte der Menschheit probates Mittel sich sagen wir mal „individuelle", Vorteile zu sichern.

Aber nicht nur durch Bestechung, sondern auch durch den jeweiligen Rang (Adelstitel) in der Gesellschaft, lassen sich Aktionen positiv beeinflussen. Zweimal pro Runde (sechsmal pro Partie) werden bei Maskenbällen neue Adelstitel, die den Rang bestimmen, neu vergeben. Hier versucht natürlich jeder, einen möglichst hohen Rang zu erlangen, damit im weiteren Spielverlauf, z. B. beim Bauen von Gebäuden ein Preisnachlass genutzt werden kann. Außerdem steigt das Ansehen in Form von Prestigepunkten an. Und es sind die Prestigepunkte, die bei der Vergabe von Adelstiteln eine ganz große Rolle spielen.

Für den aktiven Spieler planbar, für alle Mitspieler unplanbar ist die Länge einer Spielrunde (Dekade), es kann durchaus vorkommen, das der Rundenzähler weitergezogen wird, bevor jeder Spieler an der Reihe war. Nur wer am Ende seines Spielzuges die Königin vor sich hat, rückt den Rundenzähler vorwärts, und wenn die Königin öfters ihren Besitzer wechselt, geht es etwas schneller bis zum nächsten Maskenball. Nach dem zweiten Maskenball innerhalb einer Spielrunde (Dekade) verbleibt die Königin bei ihrem aktuellen Besitzer, und die letzten beiden Durchgänge einer Spielrunde (Dekade) sind für jeden Spieler gleich. Abgeschlossen wird eine Spielrunde mit einer Gebäudewertung, bei der die errichteten Gebäude in Siegpunkte umgewandelt werden.

Nach der Gebäudewertung beginnt eine neue Dekade (Spielrunde). Evtl. fehlendes Spielmaterial auf dem Spielplan wird ergänzt, ausgespielte Karten und Privilegien gehen zurück an ihre Besitzer. Die nächste Runde beginnt. Nach 3 Dekaden endet das Spiel mit der dritten Gebäudewertung und es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.


Fazit:

NOBLEMEN ist rundum gelungen und bietet neben Spielspaß auch ein hohes Maß an Spannung, welche gegen Rundenende und Spielende merklich ansteigt. Meist ist eine Runde schneller vorbei, als es einem lieb ist. Da kommt es nicht selten vor, das einer sagt:“ Mist, ich wollte doch noch …. und …. oder ….“.

Das der Prototyp 2009 den ersten Platz bei einem Autorenwettbewerb (Hippodice) belegt hat ist absolut nachvollziehbar – keine Haken und Ösen.

Spielregeln und Material sind von bestechender Qualität, eben „nobel“. Trotz der Vielfalt an Möglichkeiten und Optionen folgt das Spiel einem klaren durchgängigen Ablauf. Schnell ist einem der Ablauf geläufig und das Regelheft wird bald schon nicht mehr benötigt.

NOBLEMEN, eins unserer Highlights auf der SPIEL‘12


Wertung:

Spielspaß 1,5
Material 1,2
Regeln 1,5

Über unseren Wertungsschlüssel


© 10.03.13 Oliver Sack
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Vielen Dank an den Pegasus-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus Verlag / Foto (c) Oliver Sack