Yeti (Benjamin Schwer, 2016)

für 2 bis 5 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Benjamin Schwer
Grafik: Dennis Lohausen
Verlag: Pegasus Spiele 
Spieldauer: 20 bis 40 Minuten


Verlags-Beschreibung

Und es gibt ihn doch! Der legendäre Yeti ist unvorsichtig geworden und hat Spuren hinterlassen. Als abenteuerlustige Bergsteiger begeben sich die Spieler auf seine Fährte. Würfelnd heuern sie Sherpas an, um den eindrucksvollen Yeti-Berg zu erklimmen, und stellen Zelte auf, um bis zum nächsten Zug in der Höhe verweilen zu können. Oder sie kratzen all ihr Geld zusammen, um ihre Chancen mit neuen Ausrüstungsgegenständen zu verbessern. Doch Punkte bekommen sie vor allem, wenn sie auf die Spuren des Yetis stoßen – und je höher sie dabei gelangen, desto wertvoller der Fund. Da kann man nur hoffen, dass auch das Wetter mitspielt, denn wenn zu viel Schnee fällt, wird die Suche aller Spieler ausgebremst.

Yeti ist ein schnelles Familien-Würfelspiel, das sein originelles Thema mit einer außergewöhnlichen Ausstattung und humorvollen Illustrationen zelebriert. Sowohl für Gipfelstürmer als auch für geduldige Taktiker kann die spannende Spurensuche zum Erfolg führen – solange beim Würfeln die richtigen Entscheidungen getroffen werden und das Wetter gut bleibt … sonst freut sich der Yeti.
 


Quelle: PM Pegasus, 2016


Was der Pragmatiker wissen möchte

Schönes, Familienspiel mit Spannung und Spaß.


Randinformation

Als YETI im Frühjahr 2016 in Nürnberg vorgestellt wurde, hatte Pegasus eine wunderschöne XXXL-Variante dabei.


Das Spiel

Im Zentrum des Spielplans steht der Berg, stimmungsvoll in 3D umgesetzt. Dieser muss vor der ersten Partie zusammengebaut werden und wird später, für künftige Partien, einfach komplett in die Spielschachtel gestellt (er passt genau!). Außen, rund um den Spielplan, ist die Punkteleiste, auf der sich auch der Yeti bewegt. Der Yeti startet jedoch nicht wie unsere Punktemarker auf dem Startfeld, sondern je nach Anzahl der Mitspieler einige Felder dahinter. Ziel des Spiels ist es, den Yeti mit dem eigenen Punktemarker einzuholen, bevor dieser uns einholt.

Um auf der Punkteleiste vorwärtszukommen, brauchen wir, wer hätte es gedacht, Punkte. Diese bekommt man rund um den Berg bei der Suche nach des Yetis Fußspuren. Oder alternativ auch für Beweise der Existenz vom Yeti, in Form von Bilder. Klar, gute Bilder (=Nahaufnahmen) bringen mehr Punkte als ein unscharfes Bild aus der Ferne.

Doch wie bekommt man Punkte, und wie viel? Hier kommen jetzt die 7 Symbolwürfel ins Spiel. Zu Beginn einer Partie starten alle Spieler mit ihren Spielfiguren am Fuße des Berges bei ihrem Basislager(-Zelt) die Suche nach den Fußspuren des Schneemenschen. Wer an der Reihe ist, würfelt, und wertet den Wurf sofort aus. Alle Würfel die eine Schneewolke zeigen müssen sofort beiseitegelegt werden. Von den restlichen Symbolen dürfen zusätzlich alle Würfel eines Typs beiseitegelegt werden. Sind keine Schneewolken dabei, müssen folglich alle Würfel einer Sorte gewählt werden. Dies wird solange wiederholt, biss alle Würfel beiseitegelegt wurden. Jetzt kommt die Auswertung der Symbole. Diese werden in einer bestimmten Reihenfolge ausgewertet.

Zunächst wird die Anzahl der Würfel mit Schneewolke geprüft. Sind es weniger als drei, passiert nichts. Sind es genau drei, darf einer dieser Würfel beliebig gedreht werden. Sind es jedoch mehr als drei, dann droht Ärger! Zuerst wird der Yeti auf der Zählleiste vorwärts bewegt (4-7 Felder, je nach Mitspieler). Anschließend werden bis auf 3 Schneewürfel alle anderen beiseitegelegt. Sie sind bis zur nächsten Würfelrunde des Spielers für alle Mitspieler nicht verfügbar. Abschließend darf dann noch einer der drei verbleibenden Würfel auf ein beliebiges Symbol gedreht werden.

Nach der Auswertung der Schnee-Symbole, werden, soweit vorhanden, die Würfel mit dem Münzsymbol ausgewertet. Für diese Münzen kann man sich dann Ausrüstungen oder sogar Fotos/Bilder vom Yeti kaufen. Für die Fotos gilt, je mehr man für ein Foto bezahlt, desto mehr Punkte bekommt man. Mit diesen Punkten bewegt man dann sofort seine Spielfigur vorwärts, um den Yeti einzuholen. Gibt man seine Münzen für Ausrüstungsgegenstände aus, so kann man sich damit für den späteren Spielverlauf Vorteile, wie zum Beispiel Zusatzsymbole (=fiktiver Würfel), verschaffen.

Als Nächstes kommen die Würfel mit Sherpa-Symbol. Für 1 Sherpa-Symbol darf die eigene Spielfigur um genau 1 Ebene den Berg hinaufsteigen. Für 3 Sherpas 2 Ebenen, und für 6 Sherpas sogar bis zu 3 Ebenen, also bis zum Gipfel. Apropos Gipfel, wer hier erstmalig ankommt, erhält einen einmaligen Punkte-Bonus.

Jetzt kommt das Wichtigste, die Fußspuren. Je mehr Würfel mit Fußspuren man beiseitegelegt hat, desto mehr Punkte bekommt man. Wie viel eine Fußspur wert ist, richtet sich nach der Ebene auf dem Berg, wo sich die eigene Spielfigur gerade befindet. Während es unten, im Basislager nur 1 Punkt pro Fußspur gibt, so winken auf dem Gipfel satte 4 Punkte pro Fußspur.

Als Letztes werden jetzt noch die Würfel mit einem Zelt ausgewertet. Normalerweise muss jede Spielfigur am Ende des Zuges zurück an den Fuß des Berges in sein Basislager. Mit den Zelt-Symbolen kann dann je nach Anzahl auf einer der oberen Ebenen übernachtet werden. So kann in der nächsten Runde höher gepunktet werden.

Das Spiel endet in der Runde, in der ein Spieler den Yeti eingeholt oder gar überholt hat. Gewinner ist, wer am Ende die meisten Punkte erspielt hat.


Variante

Wem das alles zu einfach erscheint, der kann mit dem Zusatzmaterial „Wetter-Plättchen“ spielen. Diese Plättchen bringen je nach offen liegender Seite, für eine Runde, jeweils einen Vorteil, oder ein Handicap für alle. Das verleiht dem ganzen Spiel noch einmal einen Kick.
 


Unser Spielgefühl

Yeti spielt sich rund und flüssig. Der schnelle Spieleinstieg und die relativ kurze Spieldauer (ca. 30-40 Minuten zu viert) machen es zu einem idealen Spiel für gemütliche Abende mit der Familie.

Auffällig in unseren Runden war allerdings, dass sich der Yeti nur sehr selten vorwärts bewegt hat, wir aber aus anderen Gruppen wissen, dass dies durchaus auch anders sein kann.

Unterschätzen sollte man auf gar keinen Fall die Ausrüstungsgegenstände! Sie können Vorteile bringen, können aber auch sehr schnell wieder den Besitzer wechseln. Das sorgt für Spannung und für jede Menge Kommunikation am Tisch. Überhaupt ist es ein sehr lustiges Spiel mit emotionalen Höhen und Tiefen, wenn zum Beispiel mal wieder ein Spieler die Anzahl der Würfel für eine Runde deutlich dezimiert. Denn dann ist immer einer am Tisch, der sich darüber aufregt, warum der schlechte Wurf eines Spielers immer gleich alle anderen mitstrafen soll. Aber der kleine Ärgerfaktor ist nicht schlimm, im Gegenteil.


Fazit

Alles in allem ist YETI ein schönes, stimmungsvolles Familienspiel mit einfachem Einstieg, kurzer Spieldauer und Wiederspielreiz. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es ist für neue Mitspieler schnell erklärt und der Spielablauf erschließt sich fast von alleine. Klar ist alles sehr glückslastig, aber es bleibt noch genug Spielraum für etwas Taktik. Auch wer im richtigen Moment einmal etwas riskiert wird eher belohnt als bestraft. Das ist gerade dann wichtig, wenn man mit Kindern spielt.

Ein besonderes Lob geht dabei an die Umsetzung des Berges. Dieser kann zusammengebaut in der Schachtel verstaut werden, da er in der Höhe exakt reinpasst. Aber auch der Rest vom Material ist von sehr guter Qualität, ganz zu schweigen von der Grafik. Alleine das Titelbild acht schon Lust auf eine Runde YETI. Die Spielregeln sind kompakt und doch ausführlich und mit Beispielen versehen. Last but not least, ersparen die Aktions-Übersichts-Karten, die jeder Spieler bekommt ein späteres lästiges „Nachblättern“ in der Regel.

YETI hat uns als Familienspiel gut gefallen.
 


© 01.07.16 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus Spiele / Foto unten: Oliver Sack