Camel Up - Cards (Steffen Bogen, 2016)

für 2-6 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Steffen Bogen
Redaktion: Eggertspiele
Verlag: Pegasus
Spieldauer: ca. 30-60 Minuten (zu zweit 20-40)
Platzbedarf: ca. 100x80cm


Verlags-Beschreibung

Das „Spiel des Jahres“ 2014 bekommt ein durchgeknalltes Brüderchen. Denn bei „Camel Up Cards“ steht erneut ein verrücktes Kamelrennen an, bei dem gewettet werden kann, was das Zeug hält. Doch statt mit Würfeln werden die Kamele nun mit Karten bewegt, von denen jeder Spieler einen Teil vor jeder Etappe selbst bestimmen kann. Das bringt ganz neue Einflussmöglichkeiten und dennoch jede Menge witzige und überraschende Wendungen mit sich.

Dank der Mischung aus bekannten Elementen und neuen Mechanismen bietet „Camel Up Cards“ ein frisches Spielerlebnis für alle Freunde von „Camel Up“. Durch die handliche Verpackung ist „Camel Up Cards“ zudem eine elegante Reisevariante für alle, die vom Wettrausch nicht genug bekommen können. Gleichzeitig eignet es wunderbar für Neueinsteiger, die lieber mit einem kleinen Spiel anfangen wollen.


Quelle: Pegasus/Eggert, 2016


Was der Pragmatiker wissen möchte

Schönes, schnelles Wettspiel mit Spaßgarantie.


Das Spiel

Wir befinden uns in der Wüste, und unser Freizeitspaß heißt „Kamelrennen“. Bei diesem Zeitvertreib wetten wir auf das schnellste und langsamste Kamel im Orient. Fünf Kamele sind am Rennen beteiligt, und wir wetten, was das Zeug hält.

Bewegt werden die Kamele mittels Karten. Pro Karte in der passenden Farbe 1 oder auch mal 2 Felder. Dazu werden, abhängig von der Spielerzahl, Karten verteilt.

Beispiel für 4 Spieler: Jeder Spieler bekommt 7 Karten, von denen er 3 ablegt (aus dem Spiel). Von den verbleibenden 4 Karten wählt man 2 aus. Diese kommen verdeckt auf einen gemeinsamen Zugstapel. Jetzt sind noch 2 Karten auf der Hand. Davon wird eine verdeckt vor einem abgelegt (persönliche, geheime Karte) die andere wird offen ausgelegt und kommt dann als „bekannte“ Karte, ebenfalls auf den verdeckten Zugstapel. Abschließend wird der Zugstapel gemischt und das Rennen beginnt.

Nacheinander werden jetzt die Karten aufgedeckt und die entsprechenden Kamele bewegt. Wie gehabt gilt auch beim Kartenspiel: Kamele obenauf werden mitgenommen, Kamele unterhalb werden zurückgelassen. Das bringt mitunter das Feld ganz schön durcheinander. Zusätzlich besteht in einem Spielzug noch die Möglichkeit, Wetten auf die Etappe oder das Rennende abzuschließen. Wer keine Karte aufdecken will, kann entweder seine geheime Karte ausspielen, oder eine Zusatzfunktion auslösen. Zusatzfunktionen sind die Palme (+1 Schritt, wenn das Kamel auf das entsprechende Feld zieht), sie wird auf ein leeres Streckenfeld gestellt, oder der Fennek, der Wüstenfuchs (-1 Feld), welcher ebenso behandelt wird. Wird allerdings die Zusatzfunktion beansprucht, aber in einer Etappe nicht aktiviert, kostet es am Etappenende Strafe. Gespielt wird jetzt so lange Etappe um Etappe, bis ein Kamel die Ziellinie überquert. Dann endet das Spiel mit der Endabrechnung.


Unsere Eindrücke

Camel Up, das bekannte Spiel von Steffen Bogen und Spiel des Jahres 2014, bekommt mehr als nur einen „kleinen Bruder“. Keine Haken, keine Ösen, alles läuft sehr flüssig. Naja, fast – wie beim Brettspiel machen die Kamele sowieso, was sie wollen. Das haben beide Spiele gemeinsam. Ein wesentlicher Unterschied zum Original ist, dass das Kartenspiel bereits ab 2 Spieler spielbar ist. Und ich meine „spielbar“, denn es funktioniert zu zweit problemlos und ist ebenso spannend wie unvorhersehbar. Ein weiterer Unterschied zum Brettspiel sind die Wettkarten für die Etappen, hier kann jetzt auch auf das Kamel genau in der Mitte gewettet werden. Und, da es ein Kartenspiel ist, entfallen die Würfel und somit auch die Würfelpyramide mit ihrem raffinierten Mechanismus. Der Rest ist nahezu identisch. Der Spieleinstieg ist, kennt man das Original, wirklich sehr einfach. Aber auch wer das Brettspiel nicht kennt, wird sich aufgrund der sehr guten Spielregel sehr schnell zurechtfinden.

Der reine Spielablauf (Rundenablauf) variiert mit der Anzahl der Mitspieler. Um die Unterschiede handhabbar zu machen, liegt für jede Besetzung (2,3,4,5,6 Spieler) eine Übersichtskarte bei, die genau zeigt, wie gespielt wird. Auf den Karten sind Informationen über Spielfeldgröße, Handkarten, abzulegende Karten usw, aufgeführt. So ist es absolut kein Problem in wechselnder Besetzung zu spielen. Man findet sich immer sehr schnell zurecht.

Bereits nach wenigen Partien war in unserer Runde klar, das ist super, das macht Spaß. Ich möchte auch so weit gehen, zu behaupten, es gefällt mir deutlich besser als sein „große Bruder“. Es ist nicht ganz so willkürlich wie das Brettspiel. Jedes Kamel kann sich mehrfach bewegen und ist nicht „abgemeldet“ wenn der zugehörige Würfel gefallen ist. Dadurch wirkt das Ganze auch viel dynamischer. Planbar ist eine Etappe zwar immer noch nicht zu 100% (was auch echt schade wäre), aber durch genaues Beobachten und den teils bekannten, teils unbekannten Handkarten, ist der Ausgang des Rennens ein bisschen besser vorhersehbar. Taktisch sehr reizvoll ist dabei die letzte, verbleibende, Handkarte. Sie kann als Zünglein an der Waage ausgespielt oder zurückgehalten werden.


Fazit

Das Spiel macht echt Laune, obwohl ich in unseren Probierrunden meist verloren habe. Auch unsere Mitspieler waren vom Spiel und dem damit verbundenen Spielspaß hellauf begeistert. Daher bleibt uns und mir nichts anderes übrig, als das „Camel Up - Kartenspiel“ uneingeschränkt zu empfehlen.

Bleibt abschließend nur noch die Frage, warum bei uns das orange und das grüne Kamel so träge sind…..
 


© 06.10.16 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus/Eggert / Fotos: Oliver Sack