Memoarrr! (Carlo Bortolini, 2017)

für 2 bis 4 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Carlo Bortolini
Illustration: Pablo Fontagnier
Verlag: Edition Spielwiese
Vertrieb: Pegasus Spiele
Spieldauer: 15 bis 20 Minuten
Platzbedarf: ca. 80 x 80 cm
 

Pünktlich zum Start der „Berlin Con“ im Juli 2017, präsentierten Edition Spielwiese und Pegasus Spiele ‚Memoarrr!‘. Dieses schnell vorbereitete und zackig gespielte Familienspiel war dort erstmalig erhältlich. Zum Release war auch der bekannte Graffiti-Künstler Pablo Fontagnier aka „Hombre SUK“ vor Ort, der für die Illustrationen des Spiels gewonnen werden konnte.


Was der Pragmatiker wissen möchte

Schönes, schnelles Memo-Spiel mit Spaßgarantie.


Über das Spiel

Jemand Lust auf ein Memory®-ähnliches Spiel? Quasi Memory® in cool?

Die meisten potenziellen Mitspieler rümpften zunächst die Nase oder verdrehten die Augen. Wirklich? Im Ernst? Waren meist auch die ersten Kommentare. Dennoch gelang es mir immer, eine voll besetzte Partie (4 Spieler) zu starten. Was folgte, war eine kurze Erklärung der Karten, des Aufbaus und des Spielablaufs.

Es gibt 25 Orts-Karten, jeweils fünf Tiere (Walross, Pinguin, Krake, Schildkröte und Krebs) mit je einem von fünf verschiedenfarbigen Hintergründen (gelb=Sanddüne, blau=Wasser, grün=Blätterwald, rosa=Blütenmeer und rotbraun=Lavahöhle). Dazu noch 7 Schatzkarten mit unterschiedlicher Wertigkeit (1-4 Punkte) und 3 Vulkankarten mit 1, 3 oder 7 Vögeln darauf. Die restlichen Karten sind Übersichtskarten, und werden eigentlich nicht benötigt. Soweit ist das Material erklärt und meist sofort verstanden.

Der Spielaufbau ist ebenfalls sehr schnell. Aus den Ortskarten wird ein 5x5-Raster verdeckt ausgelegt und die mittlere Karte wird entfernt (kann auch liegen bleiben). In die Mitte wird nun der Stapel Schatzkarten ebenfalls verdeckt gelegt und darauf die drei Vulkankarten platziert. Fertig. Mehr Aufbauarbeit ist nicht zu leisten. Allerdings ist zu empfehlen, dass sich die Spieler gleichmäßig um die Auslage verteilen, sodass jeder Spieler an einer Seite der Auslage sitzt.

Bevor es jetzt losgehen kann, wird ein Startspieler gewählt oder bestimmt. Anschließend darf jeder Spieler die mittleren drei Karten direkt vor sich anschauen. Das Ganze natürlich geheim und ohne deren Position im Raster zu verändern. Das war’s dann endgültig mit der Vorbereitung, ab jetzt gilt’s.

Der Startspieler dreht eine beliebige Karte um. Dies darf jedoch keine der Karten sein, die sich soeben die Spieler angeschaut haben. Dann kommt schon der nächste Spieler. Er muss nun eine Karte aufdecken, die entweder das selbe Tier zeigt, oder den selben Hintergrund. Gelingt ihm das, kommt der nächste Spieler. Auch er muss jetzt eine Karte aufdecken, die entweder das selbe Tier oder den selben Hintergrund als die zuletzt aufgedeckte Karte zeigt. Gelingt auch ihm dieser Glücksgriff oder eine seiner zuvor angeschauten Karten passt zu den Kriterien, prima, der nächste Spieler kommt dran. Das geht jetzt so lange weiter, bis ein Spieler eine falsche, nicht passende Karte, aufdeckt. In diesem Fall scheidet der unglückliche Spieler aus der laufenden Runde aus und nimmt sich das oberste Vulkankärtchen. Die verbleibenden Spieler setzen die Runde dann auf der Grundlage der zuletzt aufgedeckten Karte fort. Haben bis auf ein Spieler alle Spieler einen Fehler gemacht und eine Vulkankarte genommen, nimmt sich der verbleibende Spieler zur Belohnung die jetzt freiliegende oberste Schatzkarte. Diese wird verdeckt gesammelt und darf erst bei Spielende angeschaut werden.

Nun legt jeder Spieler seine Vulkankarte in willkürlicher Reihenfolge auf den Schatzkartenstapel zurück. Die aufgedeckten Ortskarten werde wieder verdeckt und die nächste Runde startet mit dem Spieler, der die Vulkankarte mit den meisten darauf abgebildeten Vögeln nehmen musste. Dieser neue Startspieler deckt erneut eine beliebige Karte auf, und reihum wird wieder nach den selben Tieren oder Hintergründen gesucht. Nach sieben Runden ist Schluss, und der Spieler, der die meisten roten Edelsteine auf seinen Schatzkarten vermelden kann, ist Sieger.

So einfach geht ‚Memoarrr!‘.


Unsere Eindrücke

Es war wirklich nie und nicht schwer, eine 4-er Partie zusammen zu bekommen. Und wenn Spieler zum ersten Mal dabei waren, war es auch immer das Gleiche. Zuerst Skepsis und leichte Ablehnung, danach Euphorie, Spaß und Gelächter. Spieler, die ‚Memoarrr!‘ bereits gespielt hatten und kannten, waren demzufolge noch einfacher zu einer Partie zu bewegen. ‚Memoarrr!‘ als Aufwärmer oder Absacker ist seitdem bei unseren Spieleabenden ein Muss. Aber auch auf Veranstaltungen, auf denen wir ‚Memoarrr!‘ vorstellen, wird es fast pausenlos von einer Gruppe gespielt. Teilweise sogar mehrere Partien hintereinander, was dann aber wirklich schwer ist, wenn die Karten neu gemischt und ausgelegt werden. Das typische Deja-vu-Erlebnis ist dann allgegenwärtig.

Warum allerdings das Spiel so begeistert, haben wir (noch) nicht herausgefunden. Zwar haben wir immer wieder gefragt, doch nie eine richtig greifbare Antwort bekommen. „Ist einfach cool“ oder „macht richtig Spaß“ sind nur zwei Beispiele von vielen Kommentaren. Irgendwie ist etwas dran an ‚Memoarrr!‘ – vielleicht die Illustrationen oder die einfachen Regeln? Oder ist es die Herausforderung der sich jeder Spieler selbst stellen will um sich in seiner Merkleistung zu bestätigen? – Keine Ahnung! Fakt ist, ‚Memoarrr!‘ kommt super gut an bei Familien mit Kindern, Gelegenheitsspielern und auch bei Vielspieler. Ich denke, da hat jemand einfach genau den Nerv einer breiten Zielgruppe getroffen.

Zum Abschluss noch ein Wort zu der Erweiterung/Variante, die in der Spielregel steht, dem „Expertenspiel“. Dabei geht es um Sonderfähigkeiten, die jedes Tier (Charakter) hat, wenn man es erfolgreich (korrekt) aufdeckt. Zum Beispiel: „sieh dir eine weitere, verdeckte Karte an“, „vertausche zwei verdeckte Karten“ oder „mache noch einen Spielzug“. Dieses Expertenspiel geht in den meisten Runden komplett unter und wird relativ wenig beachtet und gespielt. Meist liegt es daran, dass das eigentliche Grundspiel schon so einen großen Spielspaß bereitet. Da gerät die mögliche Variante schnell in den Hintergrund. Auch wir spielen am liebsten einfach nur die Grundvariante. Sie bietet alles was man von so einem kleinen Spiel erwartet. Spielspaß, Spielspaß und Spielspaß.


Stimmen vom Spieltisch:

Beate D.: Es macht Spaß auch wenn man nicht gerade ein Memory König ist da die Karten offen liegen bleiben, kann man sich eher merken, wo was liegt. Aber ne 2. Runde macht einen Knoten in's Hirn.

Sandra L.: Mit jeder Karte, die aufgedeckt wird, entsteht bei jedem Spieler ein anderes Gefühl am Tisch. Von Triumph, eine Prise Glück genießen, Schadenfreude und Enttäuschung entsteht ein bunter Mix aus Gefühlen die reihum in kurzer Zeit jeden treffen. Ein Wechselbad der Gefühle im Schnelldurchlauf.

Jutta S.: Memoarrr ist witzig gemacht.  Schnell erklärt und flott gespielt.  Alle sind immer beschäftigt.  Entweder mit merken ( versuchen) , selber aufdecken oder lachen und Schadenfreude für die Gegner zeigen.


Fazit

Hast DU die Gelegenheit ‚Memoarrr!‘ zu spielen? Tu es! – Und es lässt dich nicht mehr los.

 

© 05.07.17 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Edition Spielwiese - Pegasus / Fotos: Oliver Sack


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