Abluxxen (W.Kramer/M.Kiesling, 2014)

für 2 - 5 Spieler, ab 10 Jahren
Autoren: Wolfgang Kramer u. Michael Kiesling
Verlag: Ravensburger
Spieldauer: ab 10 Minuten (ganz nach belieben)


Verlags-Beschreibung:

Beim neuen Ravensburger Kartenspiel „Abluxxen“ muss man aufpassen wie ein Luchs. Denn ratzfatz hat ein Mitspieler einem Karten und damit auch potenzielle Punkte gemopst. Aber Vorsicht, wer zu gierig ist und seine Karten bis zum Spielende nicht loswird, sammelt jede Menge Minuspunkte. Und das geht schneller, als man glaubt.

Jeder Spieler bekommt 13 Karten, und schon kann der bissige Kartenklau losgehen. Wer beginnt, legt beliebig viele Karten mit derselben Zahl aus. Je mehr, desto besser, denn jede Karte bringt am Ende Punkte und man macht es den Mitspielern schwerer, einem die Karten wieder abzuluxxen. Denn dafür müsste der nächste Spieler gleich viele Karten mit höherem Wert auslegen. Doch Vorsicht: Wer zu viel klaut und seine Hände zum Schluss voller Karten hat, kassiert jede Menge Minuspunkte. Es gilt, listig und gewitzt zu spielen und die Konkurrenz ständig im Auge zu behalten. Blufft der Mitspieler nur oder legt dieser tatsächlich gleich seine letzten Karten aus? Dann heißt es so schnell wie möglich die eigenen loszuwerden. Denn das Spiel endet sofort, wenn ein Mitspieler alle Karten abgelegt hat. Wer darf sich über Pluspunkte freuen, und wer ist im Minus?

Abluxxen ist ein abwechslungsreiches Kartenspiel mit jeder Menge Emotion. Der pfiffige Kartenklau von den mehrfachen „Spiel des Jahres“-Gewinnern Wolfgang Kramer und Michael Kiesling.


Quelle: PM Ravensburger, 2013


Was der Pragmatiker wissen möchte:

Schönes, schnelles Kartenspiel mit viel Ärgerpotential.


Randinformation:

Ravensburger hatte Autor(en) und Spiel, aber keinen Namen. Flux wurde via Social-Network ein Wettbewerb zur Namensfindung ausgerufen. Über 700 Titel-Vorschläge wurden bei der Titelsuche-Aktion auf der Ravensburger-Facebook-Seite im April 2013 für das neue Kartenspiel gepostet. Unter den Top 5 wurde dann abgestimmt.

(Quelle: Ravensburger/eigene Recherchen)


Unser Spielgefühl:

Gleich einmal eines vorab: Direkt nach den ersten paar Partien haben wir eine (Vor-)Entscheidung getroffen. „Abluxxen“ kommt definitiv und zu 100% ins Urlaubsgepäck!

Aber der Reihe nach. Das Spielziel ist bei „Abluxxen“ eigentlich klar, ebenso der Spielablauf. Jeder Spieler hat 13 Handkarten, 6 weitere Karten bilden die allgemeine offene Auslage, der Rest wird als verdeckter Kartenstapel bereitgelegt. Wer an der Reihe ist, legt beliebig viele Karten gleichen Wertes vor sich aus. Wer zuerst keine Karten mehr auf der Hand hat, beendet die Runde und hat schon so gut wie gewonnen. Alles klar? Ist doch ganz einfach, oder etwa nicht?

Wie so oft, liegt die Krux hier im Detail. Denn wer Karten ablegt, der prüft anschließend reihum, ob ein anderer Spieler bereits die selbe Anzahl Karten abgelegt hat. Ist dies der Fall, so wird nun geprüft, ob der Kartenwert des aktiven Spielers höher ist als der in der Auslage des/der Mitspieler(s). Passen Anzahl und Zahlenwert, wird „abgeluxxt“. Der aktive Spieler entscheidet dabei zunächst, ob er sich die Karten aus der Ablage des betroffenen Spielers unter den Nagel reißen will, oder ob er darauf verzichtet. Entscheidet er sich für das Nehmen der Karten, also das „abluxxen“, so nimmt er die Karten zu seinen anderen Karten auf die Hand. Er kann später, wenn er selbst an der Reihe ist, diese Karte oder das Kartenset (mehrere Karten gleichen Werts) selbst ausspielen. Denn alle Karten die bei Spielende vor einem liegen, bringen Pluspunkte. Möchte der aktive Spieler diese Karten jedoch nicht, so hat der Mitspieler die Wahl, die Karten abzulegen (Ablagestapel) oder sie selbst auf die Hand zu nehmen. Nimmt der aktive Spieler, oder der Mitspieler die Karten auf die Hand, passiert nichts und der nächste Spieler ist an der Reihe. Legt jedoch der „beluxxte“ Spieler die Karten ab, muss er sofort vom Nachziehstapel oder der offenen Auslage die selbe Anzahl an Karten nachziehen. Diese Karten nimmt er dann auf die Hand. Denn auch Karten die man bei Spielende noch auf der Hand hat bringen Punkte – aber eben Minuspunkte! Es gilt hier also, die richtige Mischung zu finden zwischen „Eigennutz“ und „Schadenfreude“ beziehungsweise „Sabotage der Mitspieler“.

Angegeben ist „Abluxxen“ für 2 bis 5 Spieler. Es war also klar, das wir alle vier Besetzungen austesten mussten. Beim Spiel zu zweit jedoch, wollte ein Spielspaß nicht so wirklich aufkommen. Es ist recht einseitig und langweilig, wenn man immer nur bei einem Mitspieler „abluxxen“ kann. Das hat uns jetzt nicht so wirklich vom Hocker gerissen. Im Spiel zu dritt war dies dann schon etwas besser, hier kann man im idealen aber seltenen Fall bei zwei Spieler gleichzeitig „abluxxen“. Aber auch hier wollte der Funke noch nicht ganz überspringen. Da wir aber schon das Gefühl hatten, das das Spiel gar nicht so schlecht sein muss, gingen wir über zu den Partien zu viert und zu fünft. Jetzt machten auch der Spielspaß und die Spannungskurve eine rasante Bergfahrt. Jetzt hatten wir richtig Spaß und die Stimmung war auch OK. Gleich nach der Einführung und ersten Testrunde mit den neuen „Abluxxern“ wurden Stift und Zettel geholt, um sogleich mehrere Runden zu protokollieren. Es ging um die Ehre, den Gesamtsieg nach 10 Runden. Gnadenlos wurden Karten „abgeluxxt“ und neu, in noch höhrer Anzahl wieder ausgespielt. Und solange man keine Reihe mit dem höchsten Wert „13“ ausgespielt hatte, war keine Reihe sicher. Es ging turbulent zu, ein hin und her, keiner konnte sich sicher fühlen. Mit etwas Routine lässt sich zwar hier ein wenig planen, doch Meister Zufall will es meist anders. Aber genau das ist es, was Spaß macht. Die Mischung aus Strategie und Zufall.

Daher ist unser Fazit zu „Abluxxen“ zu zweit und zu dritt eher dürftig bis mager. Ab vier Spieler jedoch hat es unsere Erwartungen an ein kleines, knackig kurzes Kartenspiel voll erfüllt. Es war überhaupt keine Frage, „Abluxxen“ muss ist Urlaubsgepäck, und wir sind sicher, es wird den einen oder anderen lustigen Abend in der Hotelbar oder am Strand begleiten. „Abluxxen“ hat uns überzeugt.


Wertung:

Spielspaß 2,0
Material 1,5
Regeln 1,5

Über unseren Wertungsschlüssel


© 14.08.14 Oliver Sack
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Vielen Dank an Ravensburger, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Ravensburger / Foto unten: Oliver Sack