Casa Grande (Ravensburger, 2011)

Für 2-4 Spieler ab 8 Jahren
Autor: Günter Burkhard
Spieldauer: 30-45 Minuten


Verlags-Beschreibung:

Wie in einem verträumten mediterranen Dorf errichten die Spieler ineinander verschachtelte Gebäude, die immer weiter wachsen. Ziel des Spiels ist, sich möglichst große Grundflächen zu sichern, um dann die Gebäude möglichst hoch hinaus bauen zu können. Denn je größer und höher das Haus, umso größer die Rendite. Wer am Ende das meiste Geld hat, ist der Sieger.

Jeder Spieler erhält verschieden geformte farbige Plattformen und 24 Bausteine derselben Farbe sowie eine Spielfigur. Aus dem Baumaterial gilt es nun, möglichst große Häuser zu bauen. Auf der Laufbahn rund um das Dorf ziehen die Baumeister ihre Figuren mit Hilfe eines Würfels. Je nachdem, wo die Figur landet, darf der Spieler einen seiner farbigen Bausteine auf das Baugelände setzen. In den folgenden Runden muss er versuchen, seine Bausteine so zu platzieren, dass er darauf eine Plattform auflegen kann. Je größer diese Plattform ist, umso mehr Punkte bringt sie. Die Herausforderung ist, dass die Plattformen Markierungen haben, die die Position der Bausteine genau vorgeben. Und entsprechend müssen die Spieler von Anfang an planen.

Mitspieler ausbooten und Geld kassieren Schnell könnte also ein Mitspieler versuchen, dem anderen eine Möglichkeit zu verbauen, indem er seinen eigenen Baustein dort hinsetzt, wo der Gegner ein Fundament bräuchte. Wer jedoch ausreichend Bausteine an der richtigen Stelle hat und darauf seine Plattform legen kann, erhält von der Bank einen Lohn für das abgeschlossene Stockwerk. Und schon geht es weiter: Die Spieler können ihre Bausteine jetzt je nach Würfelglück auch auf die bestehenden Stockwerke setzen und dabei sogar die Plattformen der Gegner nutzen. Allerdings: Wer beim Nachbarn baut, verschafft diesem zusätzliche Einnahmen. Doch das lohnt sich meist, denn die Punktezahl für ein abgeschlossenes Stockwerk wird pro Etage immer höher. Und das zahlt sich in baren Casa Grande Lire aus.

Quelle: www.ravensburger.de © Ravensburger Verlag


mein Fazit:
Casa Grande ist ein gutes Familienspiel, dauert nicht zu lange und ist nicht zu kompliziert. Als Zwei-Personen-Spiel halte ich es jedoch für eher ungeeignet, da man zu viel Platz hat und sich dadurch eher wenig ins Gehege kommt. Jeder baut sein eigenes Ding vor sich hin, quasi mit einem „Nichtangriffs-Pakt“. Es sei denn, man legt es darauf an, dann kann problemlos auch destruktiv und aggressiv gebaut werden. Nur ist es dann nicht besonders interessant – da gibt es Besseres.

Also zurück zum Spiel zu dritt oder zu viert. Hier funktioniert Casa Grande so, wie ich es von einem guten Familienspiel erwarte. Viele Interaktionsmöglichkeiten um entweder seine Mitspieler zu verschonen oder um sie zu ärgern. Einfacher, klarer Spielablauf mit einer überschaubaren Spieldauer. Gutes Spielmaterial und gute Spielregeln, runden die Sache ab.

Optisch überzeugt das Spiel so richtig gegen Ende, wenn viele Bausteine und Etagen, verschachtelt auf dem Spielplan stehen. Das sieht wirklich toll aus. Und stabiler wird das Konstrukt am Ende obendrein.

Der Reiz bei Casa Grande liegt darin, nicht nur auf eigene Bausteine und Plattformen bauen zu dürfen, sondern eben auch auf denen der Mitspieler. Dafür bedarf es aber auch etwas Glück beim Würfeln, damit ich auch auf einem entsprechenden Feld stehe. Um dieses Würfelglück etwas zu beeinflussen gibt es die Möglichkeit, sein Würfelergebnis nach oben zu korrigieren. Eine Bonusleiste, die mir immer wieder durch meine Mitspieler „aufgeladen“ wird (bis max. 8), kann ich dazu verwenden, mir eventuell fehlende Würfelaugen zu kaufen. Komme ich bei der Bonusleiste jedoch auf 9, oder gar darüber hinaus, so fällt mein Bonusguthaben zurück auf Null! – Allerdings werde ich dafür mit 9 Casa Grande Lire entschädigt, was in Anbetracht der Schlusswertung auch nicht zu verachten ist. Denn am Spielende gewinnt, wie so oft, wer das meiste Geld hat.

Casa Grande – solides Familienspiel, nicht mehr – aber auch nicht weniger.

Will sagen, Vielspieler werden es schnell beiseitelegen, Gelegenheitsspieler werden Spaß daran haben. Wer also wieder einmal ein Spiel für die Familie sucht, der ist hier richtig und macht nichts falsch.


Wertung:


Spielspaß
2,5
Material
1,5
Regeln
2





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© 16.12.11 Oliver Sack


Vielen Dank an den Ravensburger-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Ravensburger Verlag