Indigo (Ravensburger, 2012)

unsere Vorstellung / Besprechung von INDIGO gewann bei den Ravensburger Sommerspielen 2012 die Goldmedaille in der Kategorie "Familienspiele"


Für 2-4 Spieler ab 8 Jahren
Autor: Reiner Knizia
Spieldauer: 20-40 Minuten


Verlags-Beschreibung:

Auf verschlungenen Pfaden zum Juwelenschatz: Wer bringt die kostbarsten Edelsteine in seinen Besitz? Die Spieler bahnen den Juwelen Wege – von den Schatzkammern des Spielfeldes bis zu den Toren am Spielfeldrand. Doch die Pfade verändern sich. Denn jeder versucht, seinen Schatz zu vergrößern und die Steine durch geschicktes Umleiten durch sein eigenes Ausgangstor zu ziehen.
Der wertvollste aller Steine im Spiel hat einen tiefblauen Farbton – ein Symbol für die Unvergänglichkeit: Indigo.

Quelle: www.ravensburger.de © Ravensburger Verlag


Heute ist INDIGO aus dem Hause Ravensburger bei uns eingetroffen. INDIGO ist laut Schachtel ein Familienspiel für 2 bis 4 Spieler, ab 8 Jahren vom Erfolgsautor Dr. Reiner Knizia. – Den kennen wir ja schon von einer ganz bekannten „Wurmkur“. - Ein schneller Blick auf die grafische Gestaltung der Vorderseite – Ergebnis: ansprechend. Flux die Rückseite begutachtet und den Text gelesen:

„Wege legen, Steine bewegen, Punkte sammeln – Bei INDIGO versucht jeder, die wertvollsten Edelsteine zu bekommen.

Dazu legen Sie nach und nach verschlungene Wege und bewegen darauf die Steine zum Spielfeldrand. Der Clou: Auf dem Weg dorthin müssen Sie sich immer wieder mit Mitspielern verbünden, denn längst nicht alle Ausgänge gehören Ihnen allein.

Doch auch wenn Sie die Steine gemeinsam erringen – am Ende kann nur einer gewinnen!
Wechselnde Bündnisse, überraschende Wendungen: INDIGO ist ein schnell erklärtes Spielerlebnis mit einfachen Regeln. Ob zu zweit, zu dritt oder zu viert – immer anders, immer gut!“

OK, das hört sich schon mal gut an, und wir sind gespannt auf den ersten Blick ins Innere der Spielschachtel. Lust auf’s Spiel macht die Verpackung auf jeden Fall.

Nach dem Öffnen lacht uns die bunte, großformatige Spielanleitung an. Auf insgesamt vier Seiten steht alles was man wissen muss. Obwohl auf der Schachtel „zauberhaft einfach“ steht, wirken vier Seiten Regeln doch etwas verwirrend. Das muss aber niemand erschrecken! Die Regeln sind übersichtlich, gut strukturiert und mit reichlich Beispielen versehen. Das anschließende Regelstudium verlief entsprechend schnell und eigentlich ist alles klar. Noch schnell die Stanzteile aus ihren Bögen befreien, und es kann losgehen.


Spielablauf:
Der Spielplan wird in der Tischmitte ausgelegt, und das erste Spiel kann beginnen. Dazu werden die dunklen Sechseckfelder (Schatztafeln) auf die entsprechenden Felder auf dem Spielplan verteilt und mit Glassteinen bestückt. Außerdem werden die Ausgänge zwischen je zwei der äußeren Schatztafeln mit farbigen Chips markiert. Dadurch werden die Ausgänge (Tore) entsprechend der Farbe der Chips einem oder zwei Spieler zugeordnet. Zum Abschluss der Spielvorbereitung werden an jeden Spieler ein Sichtschirm und eine Wegetafel verteilt. Der Rest der Wegetafeln wird verdeckt neben dem Spielfeld zusammen mit den restlichen Glassteinen bereitgelegt.

Jetzt geht’s los! – Es geht darum, Wegekarten so auf den Spielplan zu legen, dass die Glassteine auf den sich ergebenden Wegen möglichst durch ein eigenes Tor den Spielplan verlassen, denn das gibt Punkte. Wer also an der Reihe ist, legt seine Wegetafel, zieht gegebenenfalls einen Stein entlang der blauen Wege und zieht eine neue Wegekarte von einem der Stapel. Wurde durch das Anlegen ein Stein durch eines der Tore „hinausbefördert“, bekommen die Besitzer des Tors diesen Stein und legen diesen hinter ihren Sichtschirm. Teilen sich zwei Spieler ein Tor, bekommt der zweite Spieler denselben Stein aus dem Vorrat.

Das ist eigentlich schon alles – gar nicht so kompliziert. Aber, recht schnell stellt man fest, dass es ein gewisses Maß an Planung erfordert, will man viele Steine und damit viele Punkte ergattern. Denn gerade wenn der Spielplan voller wird, und mehrere Steine bewegt werden, kann es immer wieder passieren, das sich genau die Steine bewegen, die man eigentlich gar nicht bewegen wollte. Und, gibt es durch das Legen von Wegekarten eine Schleife, wodurch zwei Steine kollidieren, kommen diese sofort aus dem Spiel. Das ist dann zwar Pech für alle, kann sich aber gerade im Spiel zu dritt als gute taktische Alternative erweisen.

Sobald alle Steine den Spielplan verlassen haben, endet das Spiel und es gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte erzielt hat. Punkte gibt es für jeden Stein in Abhängigkeit seiner Farbe. Die Punktezuordnung muss sich auch niemand merken, den diese steht zusammen mit einer kurzen Spielübersicht im Inneren des Sichtschirms.


unser Fazit:
Grafisch bleiben bei INDIGO keine Wünsche offen, das Spielmaterial ist sehr ansprechend gestaltet. Qualitativ gibt es fast nichts auszusetzen. Einzig bei den Sichtschirmen. Diese sind zwar schön groß, aber hier hätte man einen etwas dickeren Karton verwenden können. Die Wegekärtchen sind stabil, rutschen jedoch etwas weg wenn die Steine von einem Plättchen auf ein anderes geschoben werden.

Die Spielregeln sind einfach und schnell erlernbar. Die Bezeichnung „Familienspiel“ ist auf jeden Fall zutreffend, aber auch Gelegenheitsspieler können daran Gefallen finden. INDIGO funktioniert generationsübergreifend und die Spieldauer ist „familientauglich“. Sie bleibt in den ersten Partien zu zweit knapp unter den angegebenen 20-30 Minuten, mit etwas Spiel-Erfahrung steigt sie jedoch auf 30-45 Minuten im Spiel zu viert.

Wem das Spiel zu glückslastig ist, der kann statt einer mit zwei oder drei Handkarten spielen. Dadurch sinkt der Glücksfaktor und das Spiel wird stärker von der richtigen Strategie geprägt.

Das Spiel zu zweit:
Eher etwas schwach, zumindest wenn man es nach den Standard-Regeln spielt. Deutlich stärker wird INDIGO in der Zweierpartie, wenn jeder Spieler 2 Wegekärtchen auf der Hand hat, und jedes Mal eine davon auswählen kann.
 
Das Spiel zu dritt oder viert:
Jetzt wird’s ein richtig kurzweiliges und spannendes Familienspiel. Eine schöne Mischung aus Glück und Taktik, INDIGO macht Spaß.

Uns hat Indigo Spaß gemacht, weil es unkompliziert ist und mit seiner kurzen Spieldauer auch mal für Zwischendurch gut geeignet ist. Denn es muss nicht immer ein abendfüllendes Strategiespiel sein, es darf auch mal leichte Kost geben.


Wertung:


Spielspaß
2,0
Material
1,5
Regeln
1,5





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© 27.08.12 Oliver Sack


Vielen Dank an Ravensburger, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele, Medaille und Regelauszüge © Ravensburger Verlag
Fotos (1, Spielszene) ©  Oliver Sack