Seeland (Ravensburger, 2010)

Für 2-4 Spieler ab 9 Jahren
Autor: Wolfgang Kramer und Günter Burkhardt

Verlags-Beschreibung:

Blühender Handel im Land der Mühlen

Die Niederlande des 17. Jahrhunderts haben reichlich Geld, aber zu wenig Ackerflächen, um immer mehr Einwohner satt zu bekommen. Findige Kaufleute haben die rettende Idee: Sie gewinnen Land in der feuchten Provinz Seeland – ein mutiges Projekt. So bauen sie Windmühlen, mit deren Hilfe sie eingedeichte Flächen entwässern, um möglichst viel Kohl, Raps oder Tulpen anzubauen. Im detailreich gestalteten Seeland tauchen die Spieler in eine historische Atmosphäre ein. Die Regeln sind selbst für Einsteiger gut verständlich. Aber auch die Profis sind gefordert: dank erweiterbarer Taktik-Variante und trickreicher Spielmechanismen.

Auf dem Markt erwerben die Kaufleute - je nach Vermögen - Bauplättchen für Windmühlen oder Landschaftsplättchen mit Saatgut für Kohl, Raps oder Tulpen. Dabei gilt: Ohne Mühle keine Kulturlandschaft. Und: Nur Mühlen, die an allen sechs Kanten von Plättchen - also Mühlen, Bauernhöfen oder Landschaften - umschlossen sind, werfen Ertrag ab. Manche mehr, manche weniger, je nachdem mit welchem Wert die Landschaftsplättchen rings um die Mühle ausgezeichnet sind. Zu dumm, dass nicht immer der Sack Saatgut im Angebot ist, den man dazu gerade bräuchte. Die Mühlenpioniere müssen nicht nur stets gut abwägen, wo sie zugreifen, sie brauchen auch ein wenig Glück. Denn bunt verstreut über den Plan der feuchten Provinz Seeland liegen verdeckt Inselplättchen. Wer eine Mühle neben einer Insel errichtet, darf das Plättchen aufdecken und sich freuen – oder ärgern: Oh je, schon wieder Tulpen! Wo doch unbedingt noch Raps blühen sollte. Mühlenmeister, die nicht die Vielfalt der Landschaftsarten auszuschöpfen wissen, sind schnell klamm, denn Monokulturen bringen keinen einzigen Punkt.

Seelandprofis kultivieren die Provinz in verschärften Versionen. Da gilt es Rekordernten einzufahren oder es tauchen Landvögte auf, die kontrollieren, ob der Ertrag den aktuellen Erwartungen der Stadt entspricht.

Quelle: Pressemitteilung Ravensburger Spieleverlag GmbH
Bild: © Ravensburger Spieleverlag GmbH



Erster Eindruck:
Wieder eine gelungene Arbeit des Erfolgsduos
Wolfgang Kramer und Günter Burkhardt.
Ein sehr schönes Familienspiel, das (fast) keine Wünsche offen läßt. Warum es 2010 bei der Wahl zum "Spiel des Jahres" nicht berücksichtigt wurde, bleibt zumindest für uns ein großes Rätsel. Die Voraussetzungen dafür hat Seeland zweifelslos.

Fazit:
Eine Einstiegsvariante sorgt dafür, dass der Spielablauf sehr schnell (auch von Kindern) erlernt wird. Natürlich braucht es eine gewisse Zeit, eine Strategie/Taktik zu finden, aber der Spielspaß ist recht schnell da. Die verschärften Varianten können anschließend nach und nach ins Spiel integriert werden.

Bei der ersten Variante kommt als Element ein sog. Rekordmarker zusätzlich ins Spiel. Davon bekommt jeder Spieler zu Beginn der Partie je 2 Stück. Diese Rekordmarker kann der Spieler nun zwei Mal in der Partie bei einer Mühlenwertung einsetzen, wenn er der Meinung ist eine hohe, nicht zu übertreffende Wertung (i.d.R. knapp über 30 Punkte) erreicht zu haben. Hierzu wird dann die entsprechende Punktezahl auf der Zählleiste mit dem Rekordmarker markiert und bei Spielende bekommen die 4 höchsten Rekordmarker nochmals Bonuspunkte.

In der zweiten Variante wachen nun Landvögte über die Ernte bei einer Mühlenwertung. Entspricht die Ernte den Vorstellungen des Landvogts, gibt es Bonuspunkte und Vogt-Figur wandert in den Vorrat des Spielers. Werden die Vorstellungen des Landvogtes nicht erreicht, droht Punktabzug und der Landvogt zieht weiter zur nächstgelegenen Mühle. Und wer am Ende der Partie die meisten Landvögte besitzt, bekommt auch hierfür Bonuspunkte.

Wem das alles immer noch zu glückslastig ist, dem bietet die Rückseite des Spielplans etwas mehr taktischen Anspruch, und zusammen mit den Varianten „Rekordernte“ und „Landvogt“ wird das Spiel nun um einiges interessanter.

Durch die offene Punktvergabe ist jeder Spieler im Bilde über den derzeitigen Spielstand, was allerdings etwas die Spannung nimmt.
Denn sowie ein Spieler sich einen guten Vorsprung verschafft hat, ist fast schon klar wie das Spiel enden wird.

Die Spielregeln sind sauber und übersichtlich gestaltet und bieten eine schnelle Nachschlagemöglichkeit bei Regelfragen. Ausreichende Beispiele und ein paar FAQs in den Spielregeln sorgen für sehr wenig Unklarheiten schon in den ersten Partien.

Das Spielmaterial ist sehr gut verarbeitet, und was uns immer wieder gut gefällt, die Spielfiguren sind aus Holz!

Den Spielplan als Puzzle (6-teilig) anstelle von einem Faltplan zu gestalten gibt auf jeden Fall nochmals Extra-Lob, denn der Spielplan liegt von Anfang an plan (eben) auf dem Tisch.

Für den ambitionierten Strategie-Fan ist Seeland vielleicht nicht ganz das Richtige, aber als Familienspiel ist Seeland auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Seeland ist ein Spielevater-Schenk-Tipp!

 unser TOP
 unser FLOP
+"Puzzle"-Spielplan
denn der liegt von Anfang an schön flach auf dem Tisch
- Abruptes Spielende


Wertung nach Noten:


Spielspaß
2
Material
1,5
Regeln
1,5
© 14.08.10 / 01.09.10 Oliver Sack

Vielen Dank an den Ravensburger-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Ravensburger Verlag