Das magische Museum (Inka & Markus Brand, 2014)

Für 1 bis 4 Spieler, ab 8 Jahren
Autoren: Inka & Markus Brand
Verlag: Ravensburger
Dauer: ca. 60 Minuten


Verlags-Beschreibung:

Das kooperative Familienspiel gegen die Zeit

Der Hund Fluffy hat sich im Museum verlaufen und einiges durcheinandergebracht. Und er hat den großen Dino-Knochen geklaut. Ihr müsst ihn finden, bevor das Museum wieder seine Pforten öffnet. Auf der Suche durchstöbert ihr alle Räume und erlebt so manches Abenteuer. Doch wehe, wenn ihr den Dino weckt …


Quelle: PM Ravensburger, 2014


Was der Pragmatiker wissen möchte:

Brettspiel mit Smartphone? – vorerst nicht wieder, Danke!


Update (16.08.2015)

Am 9. August kam für mein iPhone 5S das Update zur SmartPlay Software. Laut Software-Hersteller sollten einige Probleme bei der Erkennung des Spielmaterials behoben sein. Ein Grund für mich, das Spiel erneut zu testen.

Test 1 - Solospiel mit gelber Spielfigur. Sofort zu Beginn wurde wieder und mehrfach die Anzahl der verwendeten Mond-Chips moniert! Durch einschalten des Lichts jedoch war dieser Fehler behoben und das Material wurde ohne weitere Probleme erkannt. Zwei Partien hintereinander habe ich gespielt, und alles lief problemlos. (Bis auf die Tatsache, das ich 2x verloren habe.)

Test 2 - Solospiel mit roter Spielfigur. Durch aktivieren des Smartphone-Lichts die Erkennung der 9 Chips verbessert. Keine Probleme während des Spiels. Und: GEWONNEN!

Test 3 - Partie zu zweit mit grüner und blauer Spielfigur. Super! Nur ein Mal, mangels Licht, hat das System etwas nicht erkannt. Das Spiel lief ohne Probleme und ohne etwas zu unterschlagen.

Somit ist es sicher, das Update hält offensichtlich was es verspricht. Das Spiel ist jetzt spielbar. Der Spielspaß bleibt über die ganze Partie hinweg erhalten. Die Spannung im Spiel ebenso. SO stellen wir uns das vor!


Unsere ersten Erfahrungen (Jan. 2015):

Wir haben uns heute einmal das Spiel „Das magische Museum“ aus der Ravensburger-Reihe „Smart Play“ angeschaut. Thematisch sprach uns dies am ehesten an, zumal die Geschichte sehr stark an den Spielfilm „Nachts im Museum“ erinnert. Gerade das war auch der Reiz, da wir die Filme mögen.


Die erste Runde mit HTC Desire 500:

Der Aufbau und die Montage des Stativs waren kein Problem. Die Software funktionierte vom Start weg recht gut, und wir fanden schnell ins Spiel. Doch nach 3 Runden dann die Ernüchterung! Die Software wurde immer merkwürdiger. Trotz guten Lichtverhältnissen wurden wir geradezu vom Spiel gemobbt. „Ihr habt zu viele Aktionsplättchen gelegt!“ HALLO! Wir dürfen 12 und hatten 12! – die Software behauptete zunächst, wir hätten 13, später sogar 15 und 16! Dann verlangte das Spiel von uns, 6 blaue Marker zu entfernen, obwohl nur 3 auf dem Spielplan lagen. Alles Geschiebe half nichts, erst als wir alles bis auf 4 Plättchen eines Spielers (grün) entfernten, war die Software zufrieden. Doch jetzt waren wir chancenlos! Darüber hinaus wurde es immer merkwürdiger, wir sollten uns bewegen, taten dies auch, und waren plötzlich in Räumen, in die wir gar nicht gezogen sind. Alles schien hier gegen uns zu laufen – obwohl wir sicher alles richtig gemacht haben. Sehr Merkwürdig. Nach einigen weiteren Durchgängen, einer komischer als der andere, dann die Erlösung: „Ihr habt leider das Spiel verloren“ – Gott sei Dank!

Beim Abbauen/Aufräumen dann die nächste Überraschung: Das Smartphone war sehr heiß und zeigt dies sogar schon auf dem Bildschirm an. Nach 1,5 Stunden! Im Flugmodus und ohne Licht!

Jetzt kamen auch sofort erste Zweifel am Spiel/Spielsystem auf. Wir hatten es doch in Essen auf der Spiel `14 an vielen Tischen auf dem Ravensburger Stand gesehen. Gab es dort keine Probleme? Naja, vielleicht hatten wir Pech oder ein inkompatibles Smartphone.

Außerdem fiel uns noch die nette Stimme des Spielleiters auf. Er spricht recht deutlich und flüssig, solange … solange er keine Zahlen und Farben benennen muss, dann wird er nämlich komisch und spricht abgehackt. Das nervt bereits in der ersten Partie schon ein wenig. Bitte nachbessern.

Erstes Zwischenfazit: Nette Idee, und wenn „BETA Version“ draufstehen würde, wäre es sogar OK. Apropos OK: OK, geben wir dem Spiel noch eine Chance – mit einem iPhone 5S.


Die nächsten Runden (auch Solo) mit iPhone 5S

Auch hier begann das Spiel problemlos, allerdings stellten sich schon in der 2 Spielrunde die ersten Probleme ein. Würfel wurden nicht erkannt! Kurze Zeit später wurden (im Solospiel) sogar gleich Aktionsscheiben unterschlagen, sprich nicht erkannt beziehungsweise ignoriert. Vollmondscheiben auf dem Aktionsfeld „Schlüssel finden“ wurden schlicht unterschlagen. Im weiteren Spielverlauf, nachdem wir den Hund Fluffy bereits gefunden hatten, wurde immer wieder ermahnt, den Hund mitzunehmen, obwohl wir diesen auch in diesen Situationen dabei hatten.

Als ich dann in der Solo-Partie tatsächlich trotz Unterschlagungen der Software das Spielende erreichte, bemängelte das Spiel nicht vorhandene Nachtwächtergegenstände, obwohl diese vollständig waren.

Es blieb also auch mit dem iPhone 5S eine eher frustrierende Spielerfahrung. Schade!


Fazit:

Schöne Spielidee in furchtbar gestalteter Spielschachtel mit erheblichen Software-Mängeln. Leider müssen wir dies so drastisch sagen, aber ohne Verbesserungen nie wieder. In der Hoffnung, das einige Fehler durch Updates der Software behoben werden können, würden wir nach einem Update dem Spiel aber eine dritte Chance geben.
Im heutigen Zustand ist allerdings die Frustgefahr gerade bei jüngeren Mitspielern extrem hoch, Erwachsene empfinden die Fehler schlicht nervig.

Das das Gesellschaftsspiel „YES or kNOw“, welches ebenfalls in der smartPLAY-Reihe erschienen ist, Mitte Dezember 2014 den Deutschen Entwicklerpreis 2014 in der Kategorie „Bestes Familienspiel“ gewonnen hat, können wir angesichts unseren Erfahrungen nicht nachvollziehen.
 


Wertung:

Spielspaß 4,5 nach Update: 2,5
Material 2,0
Regeln 1,5

Über unseren Wertungsschlüssel


© 06.01.15/16.08.2015 Oliver Sack
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Vielen Dank an Ravensburger, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Ravensburger / Fotos mitte/unten: Oliver Sack