Noch Mal! (Inka & Markus Brand, 2016)

für 1-6 Spieler, ab 8 Jahren
Autoren: Inka & Markus Brand
Illustration: Leon Schiffer
Verlag/Vertrieb: Schmidt Spiele
Dauer: ca. 20 Minuten
Platzbedarf: ca. 20x20 cm pro Spieler


Verlags-Beschreibung

Genau das richtige Spiel, um Farbe in ein verregnetes Wochenende zu bringen, einen vergnüglichen Spieleabend zu beginnen oder ausklingen zu lassen! Das Würfelspiel ist für zwischendurch so genial wie kurzweilig. Kein Wunder, dass alle Mitspieler nochmals und nochmals eine Wiederholung fordern und ihr Würfelglück erneut testen wollen...
 
Drei Zahlen- und drei Farbwürfel, ein Blatt vom Spielblock und einen Stift – mehr brauchen die bis zu sechs Spieler ab acht Jahren nicht, um mit „Noch mal!“ zu starten. Abgesehen von einer flinken Kombinationsgabe und etwas taktischem Gespür vielleicht. Basierend auf dem Ergebnis der sechs immer gleichzeitig eingesetzten Würfel, versuchen die Spieler auf ihrem Blatt, punktestarke Kombinationen anzukreuzen. Dabei müssen die markierten Kästchen direkt waagrecht oder senkrecht an bereits angekreuzte Felder anschließen. Manchmal ist das gar nicht möglich, weshalb immer wieder mal ein Mitspieler unfreiwillig passen muss. Zusätzliche Spannung bringen die Joker ins Spiel, mit denen, genau das verhindert werden kann.
 
Um sich möglichst viele Chancen zu eröffnen, versuchen die Spieler, sich mit Kreuzchen auf ihrem Spielblatt „auszubreiten“. Punkte gibt es für komplett gefüllte Spalten und eine vollständig angekreuzte Spielfarbe. Und da heißt es, schnell sein. Denn wer vorne liegt, erhält mehr Punkte. Daher gilt es, abzuwägen, mit welcher Taktik das gelingen kann. Unser Tipp: Immer schön die Spielblätter der Mitspieler im Auge behalten! Und bitteschön die Sternfelder auf dem Spielblatt nicht vergessen, denn hier führt am Ende jedes nicht belegte Kästchen zu zwei Minuspunkten. Schon Kinder ab acht Jahren können sich bei diesem genial einfachen, schnellen Würfelspiel mit Erwachsenen messen. „Noch mal!“ ist für bis zu sechs Spieler geeignet, die Spieldauer ist mit rund 20 Minuten kurz genug, um die eine oder andere Wiederholung zu fordern. Eine eigene Variante mit leicht abgeänderten Regeln gibt es für Solo-Spieler, die ihr Können anhand einer Tabelle einordnen und dann „Noch mal!“ ihr Glück versuchen können. Das Würfelspiel mit Suchtgefahr!


Quelle: PM Schmidtspiele, 2016


Was der Pragmatiker wissen möchte

Schönes, schnelles Würfelspiel mit Sucht-Potenzial


Unser Spielgefühl

„Noch mal!“ ist von der ersten Partie an bei uns und unseren Runden sehr gut angekommen. Die Spielregeln sind simpel, das Spiel dadurch schnell erklärt. Im Prinzip muss man seinen Mitspielern, wenn sie zum ersten Mal spielen, gar nicht viel vorab erklären. Vieles erklärt sich von selbst, beziehungsweise kann während der Ersten Runde erklärt werden. Es war auch immer diese Einfachheit, die unsere Mitspieler gelobt haben. Einfach und doch spannend und tricky. „Ein schöner Aufwärmer, man kann sich sogar nebenher unterhalten“, lobte eine Spielerin gleich noch während ihrer ersten Partie das Spiel. Ja, es läuft wirklich so richtig locker, flockig nebenher. Egal ob als Aufwärmer oder Absacker, „Noch Mal!“ geht wirklich immer und immer wieder. Wir hatten bisher keine Spieler am Tisch, denen es nicht auch gefallen hat.

Vieles im Spiel ist natürlich abhängig von den Würfeln. Hat man Glück und die Würfel fallen so wie man es braucht, kommt man gut vorwärts und kann richtig punkten. Fallen die Würfel unpassend, hilft auch die beste Taktik nichts. Zwar kann man hier und da einen Joker nutzen (wenn er gerade gefallen ist), aber damit sollte man gut haushalten, denn wer gegen Spielende keine Joker mehr hat, bekommt nicht nur weniger Punkte, nein, er muss auch das eine oder andere Mal auf das Setzen eines Kreuzes verzichten. Und nichts ist schlimmer bei „Noch Mal!“, als nichts ankreuzen zu können.

Wer sich Vorbereiten will auf kommende Partien, der sollte auf jeden Fall die Solo-Variante spielen. Aber Vorsicht! Autoren und Verlag haben bei den Spielregeln eine Tabelle abgedruckt, in der man sehen kann, wie gut das eigene Ergebnis ist. Die Skala reicht von Minuspunkten (=“Arbeitsverweigerung“) bis hin zu heldenhaften Ergebnissen von 40 oder mehr Punkten. Im Schnitt erreicht man 15 bis 30 Punkte. Mein persönlicher Highscore lag bislang bei fetten 43 Punkten (trauriger Rekord bei -7). Aber wie gesagt, die Tabelle hat es unterschwellig in sich. Spielt man die Solo-Variante, schaut man garantiert auch auf die Tabelle und wird feststellen, dass da noch mehr gehen muss. Also spielt man gleich noch eine Solo-Runde. Diese wird dann vielleicht (oder garantiert) schlechter als die Erste! Und man macht sich Gedanken, ob es überhaupt möglich ist, die 40 Punkte-Marke zu knacken. Ergo kommt die nächste Runde „Noch Mal!“, und man befindet sich ruck zuck in einer Spirale der Würfelsucht. „Ich will mehr!“, „Da muss doch mehr drin sein!“, man spielt tatsächlich noch einmal und noch einmal – wieder und immer wieder, bis man endlich die 40-er Marke geschafft hat. Wer aber denkt, dass man mit 39 Punkten auch schon zufrieden sein kann, der irrt. Schließlich geht die Skala noch eine Stufe weiter. Darum weiß jeder, der sich an der Solo-Variante versucht hat, was der Verlag mit „Suchtgefahr“ meint. „Noch Mal!“ macht echt süchtig.
 


Fazit

„Noch Mal!“ ist ein erstklassiger Aufwärmer/Absacker für den gemütlichen Spieleabend mit Freunden. Auch wer gerade keinen Spielpartner hat, findet mit „Noch Mal!“ einen kurzweiligen Zeitvertreib. Wir können „Noch Mal!“ uneingeschränkt empfehlen.


Tipp

Gerade beim spielen der Solo-Variante nimmt der Vorrat an Blätter im Spielblock rapide ab. Es besteht die Gefahr, das der Block leer ist, noch bevor die Würfel schmutzig werden. Wir raten daher, sich einfach 6 (oder mehr) Blätter zu laminieren und mit trocken abwischbaren Stiften zu beschreiben. Und wenn die Würfel langsam unansehnlich werden, einfach alle Würfel in die Hand nehmen, über dem Waschbecken ein paar Tropfen Spüli drauf und gut in den Händen durchreiben. Kurz unter warmen Wasser abspülen und schnell abtrocknen. Jetzt sind die Würfel wieder fast wie neu.

 

© 05.03.17 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Schmidtspiele / Fotos: Oliver Sack