Moeraki-Kemu (2. Aufl. 10/2012)

Für 2 Spieler ab 8 Jahren
Autor: Stefan Kiehl
Spieldauer: 3-25 Minuten


Auszeichnungen:

Sonderpreis 2010: „Bestes 2 Personenspiel“ beim Spielautorenwettbewerb des Hippodice Spieleclub e.V.
August 2012: spiel gut - Arbeitsausschuss Kinderspiel + Spielzeug e.V.


Erster Eindruck:

Es ist selten, dass wir uns schon zu Beginn einer Spiel-Vorstellung mit kritischer Betrachtung befassen (müssen), aber hier bei Moeraki-Kemu, wollen wir dies tun. Zwar nicht über das Spiel an sich, aber über das Material. Moeraki-Kemu ist eine Augenweide, mehr muss dazu eigentlich nicht gesagt werden. Das Spielbrett aus Holz wurde in Handarbeit gefertigt, die Spielsteine aus Glas, Jade (Moeraki-Kugel) und Ton. Somit ist jedes Spiel und seine Bestandteile ein Unikat. Dafür gibt’s vom Spielevater-Team schon mal die Höchstnote.
Wer sich genauer für das Material interessiert, der kann sich auf der Website www.kiehly.de ausführlich darüber informieren.


Verlags-Beschreibung:

"Vergeude keine Zeit mit Menschen, die dich nicht respektieren" (Maoriweisheit)

Das Taktik-Spiel "Moeraki - Kemu" entführt die zwei Spieler auf die Südinsel Neuseelands. Zwei rivalisierende Maoristämme kämpfen um die Vorherrschaft des Strandabschnitts bei den heiligen Moeraki - Felsen.
Die beiden Spieler sind dabei Stammesoberhäupter welche auf dem Spielbrett durch taktisches Legen Ihrer Spielsteine um den Sieg spielen.
Zu Beginn jeder Partie muss zuerst die Moeraki - Kugel auf eines von 9 zentralen Feldern gesetzt werden. Anschließend legen die Spieler abwechselnd Ihre Spielsteine, welche im Verlauf des Spieles nicht mehr bewegt werden dürfen.
Aber Vorsicht ist geboten. Jeder Spielstein kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Neben der eigenen Taktik ist der gegnerische Plan zu durchschauen. Es werden Fallen gelegt und Angriffe abgewehrt. Zudem versuchen die Spieler möglichst viele Strandfelder zu erobern.
Im Meisterspiel für fortgeschrittene Spieler kann der geschickte Einsatz des eigenen Kriegers (Tane) spielentscheidend werden.
Jede Partie kann durch eine von vier unterschiedlichen Siegesmöglichkeiten entschieden werden.
Bei drei Siegesmöglichkeiten ist bei Erfüllung der jeweiligen Bedingung das Spiel vorzeitig gewonnen. Bei der vierten Siegesmöglichkeit entscheidet die Anzahl der eroberten Strandfelder über den Sieg.
Je nach Spielstärke der Spieler dauert eine Partie "Moeraki - Kemu" zwischen 3 min. und 25 min..
Auf der Moeraki - Skala, welche sich auch auf dem Spielbrett befindet, können die Spieler vor Beginn festlegen auf wie viel Siege ihr Spiel geht.

Quelle: www.kiehly.de © Stefan Kiehl, TAC Verlag


Spielablauf:

Bei Moeraki-Kemu werden mehrere Durchgänge pro Partie gespielt. Wie viel Durchgänge gespielt werden, legen die Kontrahenten zuvor gemeinsam fest.
Moeraki-Kemu bietet drei, aufeinander aufbauende Spielvarianten. Eine Einsteiger-Variante ermöglicht es, den grundsätzlichen Spielmechanismus und 3 von 4 Siegmöglichkeiten kennenzulernen. Das Basis-Spiel ist, wie der Name schon vermuten lässt, das eigentliche Moeraki-Kemu, bei dem es insgesamt 4 Möglichkeiten gibt, das Spiel zu gewinnen. Außerdem ist ab dem Basis-Spiel kein Unentschieden wie im Einstiegsspiel mehr möglich. Und das Experten-Spiel, die quasi „höchste“ Form des Spiels mit hohem taktischen Anspruch. Doch schauen wir uns die Varianten einmal näher an:


Das Einsteigerspiel

Wie schon erwähnt, werden wir im Einsteigerspiel mit den grundsätzlichen Setz- und Spielmechanismen vertraut gemacht.
Vor uns liegt das noch leere Spielbrett. Jeder Spieler bekommt seine 28 Glasmurmeln und einen Zählstein (zum Zählen der Siege). Der jüngste Spieler bekommt zudem noch die grüne Moeraki-Kugel (aus chin. Jade) und beginnt damit das Spiel, indem er diese im inneren Kreis des Spielbretts, in einer der neun Mulden platziert. Anschließend setzen die Spieler abwechselnd eine ihrer Kugeln in eine beliebige Mulde des Spielbretts. Sind alle Mulden besetzt, so endet das Spiel unentschieden. Das passiert jedoch eher selten. Meistens endet das Spiel vorzeitig durch eine der drei Siegmöglichkeiten:
 

  • Möglichkeit 1: Es gelingt einem Spieler, ein Rechteck aus 4 Steinen zu legen.

  • Möglichkeit 2: Es gelingt einem Spieler eine Diagonale von Spielfeldrand zu Spielfeldrand, zu legen. Diese Diagonale kann aus nur 3, oder bis zu 9 Steinen bestehen. Eine Diagonale führt auch dann zum vorzeitigen Sieg, wenn sie durch Spielfeldrand außen und der grünen Moeraki-Kugel im Zentrum begrenzt wird.

  • Möglichkeit 3: Es gelingt dem Spieler eine der vier Vierer-Reihen am Spielfeldrand, zu besetzen.


Das Basisspiel:

Die wichtigste Ergänzung ist (und das ist nach meinem Geschmack), es gibt kein Unentschieden mehr!
Gespielt wird nach den Regeln des Einstiegsspiels. Wird das Spiel durch eine der drei Siegmöglichkeiten beendet, ändert sich nicht viel. Wird das Spiel jedoch nicht durch eine der drei Möglichkeiten beendet, kommt eine neue Variante (Tiebreak) zum Tragen. Für diese Variante wird während des Spiels immer dann, wenn ein Quadrat aus vier Kugeln gebildet wird, das so umschlossene Gebiet einem Spieler zugesprochen und entsprechend mit einem sog. Stammesplättchen markiert. Dabei ist es entscheidend, mit wie vielen eigenen Kugeln ein Spieler die vier Mulden besetzt hat. Bei einem 2:2 herrscht unentschieden, und kein Spieler darf das Carré markieren. In allen anderen Fällen gibt es immer eine Übermacht von 3:1 oder 4:0 und wird entsprechend markiert. Am Spielfeldrand, an dem nur drei Mulden ein Gebiet umschließen, gibt es kein Unentschieden, hier herrscht immer eine 3:0 oder 2:1 Übermacht. Bei der eindeutigen 3:0 Übermacht ist das Stammesplättchen am Spielende 1 Punkt wert, bei einer 2:1 Situation hingegen nur 0,5 Punkte.

Endet das Spiel also nicht durch eine der drei Möglichkeiten des Einstiegsspiels, und wird die letzte Mulde des Spielfeldes belegt, zählen die Spieler Ihre Stammesplättchen und es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten. Kommt es jedoch zu einer Punktgleichheit, und es gibt ja eigentlich kein Unentschieden im Basisspiel, so gewinnt der Spieler, der zu Beginn der Runde den grünen Moeraki-Stein gesetzt hat!


Das Meisterspiel:

Das Meisterspiel baut wiederum auf dem Basisspiel auf. Hier kommen dann auch die beiden Tonfiguren zu Einsatz. Diese können einmal im Spiel anstelle eines Stammesplättchen gesetzt werden. So eingesetzt blickt die Figur entlang einer Diagonalen, auf der sich weitere Stammesplättchen befinden. Genau diese Stammesplättchen werden nun vom Spielfeld genommen, egal wem sie gehören. Im weiteren Spielverlauf darf auf dieser Diagonalen auch kein neues Stammesplättchen mehr gelegt werden. Es kann passieren, dass sich nach dem Einsetzen der zweiten Figur, deren Blicke kreuzen. Dann wird am Kreuzungspunkt wieder ein Stammesplättchen gelegt, entsprechend der Kraftverhältnisse auf diesem einen Feld.
Grundsätzlich gilt, die Blickrichtung ist immer vorwärts bis zum Spielfeldrand, oder, in Ausnahmefällen, bis zur zweiten Figur. Niemals jedoch rückwärts.
Auch das Meisterspiel endet wie das Basis- oder Einstiegsspiel.


Zusatz-Regeln:

Auf seiner Website stellt der Autor noch eine zusätzliche Regel-Variante zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine weitere optionale (vorzeitige) Siegmöglichkeit, bei der der innere Kreis von Bedeutung ist. Gelingt es einem Spieler, die vier Mulden, die sich auf diesem Kreis, befinden alleine zu besetzen, gewinnt er das Spiel vorzeitig. Liegt jedoch die grüne Moeraki-Kugel in einer der vier Mulden, genügt es sogar, die restlichen drei Mulden mit einer eigenen Kugel zu besetzen.


unser Fazit:

Es ist verblüffend, wie schnell eine Partie, ein Durchgang, zu Ende gehen kann. Den sicheren Sieg vor Augen, übersieht man überraschend oft die Vorteilsstellung des Gegners. So kann es passieren, das ein Spiel bereits durch das Setzen der vierten Kugel (!) eines Spielers bereits entschieden ist. Ärgerlich nur, wenn einem dies in der letzten und entscheidenden Partie eines Spiels passiert.
Deshalb gilt bei Moeraki-Kemu auch die alte militärische Weisheit „Manche sagen sie hätten eine Schlacht verloren doch den Krieg gewonnen.“

Optisch und haptisch ist das Spiel in jeder Hinsicht etwas Besonderes, nicht nur weil jedes Exemplar bedingt durch die verwendeten Materialien ein Unikat ist. Wer sich das Spiel in seine Sammlung holt, hat auf jeden Fall einen Hingucker und sicher auch langen Spiel-Spaß. Einfache Regeln gewährleisten einen schnellen Einstieg, und wenn einmal etwas unklar ist, findet man in den gut strukturierten Regeln schnell Hilfe.

Moeraki-Kemu ist für Gelegenheitsspieler und für zwischendurch gleichermaßen gut geeignet, und bietet darüber hinaus dem ambitionierten Taktiker, nicht nur durch das Meisterspiel, immer wieder neue Herausforderungen. Und, es schult die Konzentrationsfähigkeit!

Uns hat Moeraki-Kemu sehr viel Spaß gemacht, und es wird sicher immer greifbar in unserem Spieleregal liegen.


Stimmen zum Spiel:

„Nach dem Abend mit dem Autorengast Stefan Kiehl haben Sylvia und ich Moeraki-Kemu fast jeden Abend gespielt. Ein Spiel dessen Anspruch mit der Zahl der vollzogenen Partien steigt und das bei einem leichten Einstieg.“
(Nils Kruse, www.aiblinger-zockerbande.de)

„Ich frage mich, wie ich jemals meinen Sohn besiegen kann….seine Strategie ist mir ein Rätsel. Aber eines Tages …..“
(Oliver S., Spielevater)

„Papa, du hast schon wieder gepennt …“
(Yannick S., Sohn)


Tipp zum Spiel:

Um das hochwertige Spielbrett an der Unterseite vor Beschädigungen zu schützen, haben wir selbstklebende Filzgleiter (Ø10mm) angebracht.


Wertung:

Spielspaß 1,5
Material 1,0
Regeln 1,5

Über unseren Wertungsschlüssel


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© 15.09.12 Oliver Sack

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Vielen Dank an den Kiehly-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Stefan Kiehl