Dreams (Olivier Grégoire, 2016)

für 3-6 Spiele, ab 10 Jahre
Autor: Olivier Grégoire
Illustrator(en): Miguel Coimbra, Tina Kothe, Victor Boden, Giulia Ghigini, Alexander Jung, Matthias Holländer, Timo Kümmel, Tobias Schweiger
Verlag: Zoch
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Platzbedarf: ca. 80x60 cm


Verlags-Beschreibung

„Wäre es nicht fantastisch, wenn wir den Menschen Bilder schenkten, Visionen und Träume?“ Das fragen sich die Götter in dem neuen Spiel ‚Dreams‘ aus dem Zoch Verlag. Als Götter verkleiden die Spieler den Himmel mit Sternbildern. Traumhaft anmutende Karten von acht verschiedenen Künstlern: Vulkane, Fische am Himmel, eine Insel im Glas, ein Esel, eine Fee, eine Wiege aus Holz – 72 verschiedenste Träume.

Die Spieler versuchen bei ‚Dreams‘ zu entschlüsseln und zu verbergen: welche Bilder stehen in den Sternen? Versteckte oder unbeabsichtigte Hinweise der Mitspieler lesen lernen, heißt das Motto, ohne sich selbst zu verraten. Denn unter den Göttern ist immer auch ein Sterblicher, der die Visionen und Traumbilder nicht kennt. Er muss die göttliche Vision erfassen und dabei unerkannt bleiben. Die Götter hingegen, wollen dem Sterblichen das wahre Bild nicht allzu offensichtlich zeigen. So zeichnen sie gemeinsam am großen Firmament das Bild einer der vier ausliegenden Traumkarten.

‚Dreams‘ von Autor Olivier Grégoire ist ein kleines Kunstwerk, eine Welt der Magie. 72 große, fantastisch illustrierte Spielkarten liefern Visionen und Träume. Dieses ansprechende Deduktionsspiel eignet sich für bis zu sechs Spieler.


Quelle: PM Zoch-Verlag, 2016


Meine Eindrücke & Erfahrungen

Das erste Mal bin ich 2016 in Essen auf ‚Dreams‘ gestoßen. Es war auf der SPIEL’16. Ein paar Leute spielten am Stand von Zoch ein etwas abstrakt wirkendes Spiel mit großen Karten, die mich sofort an ‚Dixit‘ erinnert haben. Zudem wirkte es auf mich wie eine Mixtur aus Esoterik und Astrologie. Also mehr suspekt als abstrakt. Alleine durch Beobachtung war mir auch nicht klar, wie es funktionieren soll – sehr merkwürdig. Ein Blick auf die Spielschachtel hat es dann auch gleich „abgestempelt“ als „Mädchen-Spiel“. Verträumt, abstrakt, abstrus!? – eben irgendwie komisch. Ein paar Tage später, als ich dann offiziell beim Verlag zu Gast war, um die Neuheiten kennenzulernen, kam natürlich auch das „Mädchen-Spiel“ auf den Tisch. Erster Gedanke: Oh je, dann hör ich halt mal kurz zu! Jetzt wurde mir auch langsam das Spielprinzip klar, was mir durch meine Beobachtungen Tage zuvor irgendwie nicht gelang. Und, die Karten, sie haben recht schnell fasziniert. Ihre Illustrationen haben mich gleich begeistert. Ich ließ mich also, widerstandslos, zu einer Demo-Einführungsrunde überreden, denn nur so kann ich wirklich objektiv über ‚Dreams‘ ein erstes Urteil fällen. Noch immer leicht skeptisch lauschte ich den Erklärungen und … OK, raffiniert…! Das ist ja gar nicht so merkwürdig, das ist ja cool! Sofort verdrängte ich all meine Vorurteile und wollte sofort noch eine Runde spielen. ‚Dreams‘ ist gar nicht so übel, wie ich zuerst (vor-)urteilte, und es hat weder mit ‚Montagsmaler‘ oder ‚Dixit‘, noch mit Astrologie oder Esoterik zu tun. Es ist anders, aber nicht zu vergessen, auch abstrakt. Klar, es gehört eine große Portion Fantasie und Vorstellungsvermögen dazu, aber genau hier liegt der Reiz. Gebe ich als „Gott“ einen eindeutigen Hinweis oder lege ich einen meiner Kristalle eher auf die Position einer Banalität auf dem Bild? Lege ich als „Sterblicher“ meinen Stein einfach blind auf die Spielfläche, weil ich gar keine Ahnung habe, oder versuche ich intuitiv zu setzen? Egal, welche Rolle ich gerade spiele, ich stelle mir immer eine dieser Fragen. Wenn dann noch alle Mitspieler den Dreh raus haben, wird das Spiel schnell zum Selbstläufer. Apropos Mitspieler, ‚Dreams‘ ist wieder einmal ein Spiel, das von der Zahl der Mitspieler lebt. Zu dritt oder zu viert ist ‚Dreams‘ zwar spielbar, aber so richtig interessant und kurzweilig wird es zu fünft oder gar zu sechst. Wobei mir persönlich, die Fünferrunde am meisten zusagt.


Das Spielmaterial

Wie schon erwähnt, sind die großformatigen Karten wunderschön illustriert. Gleich acht Grafiker durften sich bei der Gestaltung der 72 Karten austoben und haben wunderschöne „Träumereien“ geschaffen. Dabei ist interessant zu sehen, wie viele kleine Gemeinsamkeiten sich, trotz der unterschiedlichen Stile, bei den Karten entdecken lassen. Diese kleinen Gemeinsamkeiten benötigt man schließlich auch, um beim Setzen der Steine nicht gleich alles zu verraten.


Fazit

‚Dreams‘ ist ein etwas anderes Partyspiel. ‚Dreams‘ ist eine schöne Alternative zu den klassischen Partyspielen wie ‚Tabu‘, ‚Make’n’Break‘, „Montagsmaler‘, und wie sie alle heißen. Erfrischend anders mit viel Diskussionspotenzial und auch für „Kreativitäts-Muffel“ geeignet. Allerdings muss man sich dem Spielprinzip hingeben. Ist auch nur ein Spieler dabei, der lustlos seine Steine auf das Firmament fallen lässt, leiden schnell die ganze Gruppe und der Spielspaß. Sind hingegen alle Mitspieler mit Feuereifer dabei, wird unmerklich auch die Spielzeit von ca. 30 Minuten überschritten, ohne das man es merkt. Warum? Weil’s einfach Spaß macht.

 

© 19.02.17 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele-Cover und Regelauszüge © Zoch-Verlag / alle Fotos: Oliver Sack