Valdora (Abacusspiele, 2009)

Beschreibung:


Ein Spiel für 3-5 Spieler ab 10 Jahren
Autor: Michael Schacht


Wer träumt nicht von einem Land, in dem der Reichtum auf der Straße liegt. In Valdora wird dieser Traum Wirklichkeit: Abenteurer aus aller Welt machen sich auf den Weg, um dort ihr Glück zu finden. Ein kurzer Besuch in den Silberminen sorgt für das nötige Kleingeld. In den Städten kann man die nötige Ausrüstung und Aufträge erwerben, um Gold, Rubine, Smaragde und andere Edelsteine einsammeln zu können. Wer seinen Auftraggebern rechtzeitig die gewünschten Steine beschafft, wird reich belohnt und kann sich bald eine eigene Werkstatt leisten. Auf diese Weise kann er sein Ansehen noch mehr steigern.

 


Worum geht es?

Der Spielplan zeigt die Landschaften und Städte des sagenumwobenen Valdora. Jeder Spieler reist mit seinem Abenteurer durch das Land. In den Städten kann er Ausrüstung kaufen, die er benötigt, um die Schätze des Landes einzusammeln. Außerdem kann er in den Städten Aufträge erhalten. Jeder Auftrag bestimmt, welche Edelsteinsorte der Spieler beschaffen soll und zu welchem Auftraggeber er den Stein bringen muss. Erledigte Aufträge nutzen dem Spieler gleich doppelt: Er bekommt dafür am Ende Siegpunkte, und jedes Mal wenn er einen Auftrag ausgeführt hat, wirbt er einen Handwerksburschen an. Hat der Spieler genügend Handwerksburschen angeworben, kann er eigene Werkstätten eröffnen, für die er auch Siegpunkte bekommt und mit denen er den Wert neuer Aufträge erhöht. Da es jede Werkstatt aber nur einmal gibt, ist Eile geboten, und so beginnt das Rennen um die Edelsteine und die Aufträge.

Bei VALDORA gilt es, stets ein waches Auge auf die Mitspieler zu haben. Ständig sind Entscheidungen verlangt: Soll ich meine Ausrüstung verbessern oder beginne ich lieber möglichst schnell mit den Aufträgen? Welche Aufträge haben sich die Mitspieler besorgt? Schaffe ich es rechtzeitig die benötigten Handwerksburschen für eine Werkstatt anzuwerben?

VALDORA besitzt einen gewissen Ärgerfaktor, wenn man den Mitspielern nicht nur die Edelsteine sondern auch die Handwerksburschen und Werkstätten vor der Nase wegschnappt, auf die sie hingearbeitet haben. Trotz seines scheinbar einfach-geradlinigen Spielprinzips offenbart VALDORA beim genaueren Hinsehen eine überraschende Spieltiefe. So eignet es sich nicht nur für Familien, sondern auch für engagierte Spieler. Die ungewöhnliche Ausstattung mit den massiven hölzernen »Büchern« für die Karten und das ansprechende Material tragen zusätzlich zu dem ungewöhnlichen Spielerlebnis bei!


Quelle:Pressemitteilung Verlag „Abacus Spiele“ - www.abacusspiele.de
Text und Bilder © Abacus Spiele 2009


Unsere Ersten Eindrücke: 

Schöne Grafik und schönes Material, das ist das Erste was uns beim Auspacken von VALDORA ins Auge sticht. Also schnell alle Teile ausdrücken, anschauen und auf dem Tisch ausbreiten. Sogleich die deutsche Regeln geschnappt und den Spielaufbau studiert. – Alles klar, los geht’s …

… Spielfigur bewegen und Aktion ausführen. Aber Halt! Da müssen wir doch ein paar Mal genau durchlesen, wie das denn so ist mit den Aktionen a) bis e)?

(Die ersten Mitspieler werden ungeduldig, „wie geht’s jetzt weiter?“ – „Ja, Moment, ich hab’s gleich“ – „ist’s so kompliziert?“ –  „Hää!?“…. )

OK, wir ändern unsere Spielweise. Jeder versucht sich mal an einer anderen Aktion, bis wir alle Aktionen 1-2x mal durchgespielt haben. Wozu welche Aktion schlussendlich gut ist, wissen wir eh noch nicht.

>bzzzzzzzzzzzzzzzt    -     ZEITSPRUNG<

Wir haben jetzt ungefähr 10 Runden in unserer ersten Partie gespielt und siehe da, so langsam wird’s klar und schlüssig! Die Spielregeln haben wir schon mal zur Seite gelegt, brauchen wir erst zur Schluss-Wertung wieder.

Der Spielverlauf wird immer flotter und jeder hat seine Strategie gefunden (jedenfalls glaubt das jeder). Wir werden angespannter, denn wir merken wie sich das Spiel dem Ende neigt, und dabei ziemlich an Fahrt gewinnt. Es beschleunigt gewaltig Richtung Spielende, und ehe man sich versieht, ist das Spielende auch schon da!

Die Wertung ist auch ohne Zählleiste oder ähnlicher Hilfe recht einfach. Und wer letztendlich gewonnen hat, bleibt bis zum Schluss wahnsinnig spannend. (Ehrlich gesagt, ist es auch gut das es keine Zählleiste gibt! – denn ohne ist’s viel spannender!)

Jetzt noch die obligatorische Frage an die Mitspieler:
„Wie war’s?“

Antwort:
“Am Anfang etwas verwirrend, aber dann echt spannend. –  Nochmal?“ – „klar, nochmal!“

Und siehe da, in der zweiten Partie geht’s schon fast ohne Regeln. Der Spielablauf und -mechanismus ist klar und jeder versucht nun, seine Strategie zu spielen, bzw. die Pläne der Anderen zu seinen Gunsten zu durchkreuzen. Erfolgreich? – Das wird sich erst wieder am Ende herausstellen!


Fazit:

VALDORA ist, abgesehen vom „leicht hinkenden“ Einstig, ein sehr schönes Spiel für die ganze Familie und für Fans von strategischen Spielen a la „Stone Age“, „Säulen der Erde“ oder ähnliches. Das wunderschöne Material und die, trotz anfänglichen Schwierigkeiten, übersichtlichen Regeln, runden die Story gekonnt ab.
Sehr schnell findet man sich bei den unterschiedlichen Strategien zurecht, und findet immer wieder neue Wege sein Ziel zu erreichen und um Anderen das Leben schwer zu machen. Den Mitspieler gekonnt 1-2 Runde zu blockieren um dadurch sich selbst einen Vorteil zu verschaffen bringt immer wieder eine Wende in dieses sehr spannenden Spiel. Da der Spielmechanismus sehr schnell erlernt werden kann und die Umsetzung im Spiel sehr leicht fällt, ja fast schon nebenher geschieht, bleibt genügend Zeit für "gepflegte" Kommunikation untereinander.
Alles in Allem ein Familienspiel wie es sein soll mit viel Potential für Taktiker und Strategen.

Erwähnenswert beim Material sind sicherlich die „Bücher“, jene Holzteile, die offenen Büchern nachempfunden sind. Diese Idee alleine verleiht dem Spiel schon etwas Besonderes.

Die Spieldauer liegt bei 4 Personen bei ca. 60 Minuten, wurde von uns aber immer als kurzweilig empfunden. Eine Partie zu viert war bei unseren Testrunden auch immer besser als zu dritt oder fünft.

Die Altersangabe „ab 10 Jahren“ geht ebenfalls völlig in Ordnung.

 

Sicher wird VALDORA in unserem Fundus immer griffbereit liegen.

VALDORA ist ein Spielevater-Tipp! 

 

Wertung nach Noten:
 

Spielspaß 1,5
Material 1,5
Regeln 2,5

Über unseren Wertungsschlüssel

© 15.06.09 Oliver Sack, überarbeitet 25.06.09

 

Erweiterungen:

Valdora Extra!
Das Herzstück dieser Erweiterung sind die Sonderkarten, von denen jeder Spieler zu Beginn einige erhält. Es gibt zwei verschiedene Arten Sonderkarten: Karten die dem Spieler Siegpunkte geben, wenn er bei Spielende bestimmte Bedingungen erfüllt und Karten, durch die er für die verbleibende Spieldauer besondere Aktionsmöglichkeiten erhält. So kann der Spieler mit den entsprechenden Sonderkarten beispielsweise Geld erhalten, wenn er Edelsteine auflädt oder beide Aktionen ausführen, die in einer Stadt möglich sind, oder er erhält besondere Ausrüstungsgegenstände u.s.w.
In jedem Fall muss der Spieler aber die Sonderkarte zuvor auslegen, damit er in den Genuss des Vorteils kommt. Und um eine Sonderkarte auszulegen, muss er die darauf geforderte Anzahl Handwerker-Plättchen abgeben!
Es lohnt sich, die Sonderkarten möglichst schnell einsatzbereit zu haben. Aber dann läuft der Spieler Gefahr, dass er die Handwerker-Plättchen der Farben, die er dafür „bezahlt“ hat, nicht wieder bekommt und er damit wieder Siegpunkte verliert.

6 Sonderaufträge als "Katalog-Edition 10" für Valdora (Abacusspiele Katalog 2010)

Quelle: www.abacusspiele.de

Spieltipps vom Autor Michael Schacht:

Spezialisieren oder nicht?
Das Spielprinzip von Valdora ist so offen angelegt,
daß jeder Spieler sich einen eigenen Weg suchen kann,
wie er an Siegpunkte kommt.
Zu Beginn ist die Versuchung sehr groß, sein Interesse
gleichmäßig auf die zahlreichen Möglichkeiten
im Spiel zu verteilen. So hat man allerdings geringe
Chancen zu gewinnen.
Besser ist es, sich früh für einen bestimmten Weg zu
entscheiden. Je effektiver und konsequenter man diesen
dann verfolgt, desto mehr Punkte kann man zunächst
erwirtschaften.
Aber auch das reicht selten für den Sieg, wenn man
es nicht schafft, in der zweiten Spielhälfte rechtzeitig
auf lukrative Alternativen umzuschalten.
Auf das richtige Timing kommt es an.

Den Gegner im Auge behalten
Je mehr Spieler das Gleiche verfolgen, desto geringer
ist für sie der Ertrag. In so einem Fall wäre es besser,
etwas anderes zu machen.
Überlässt man allerdings einem Spieler alleine das Feld,
kann der ungestört den vollen Ertrag abschöpfen.
Ein Handwerkerplättchen „wegschnappen“, bedeutet
meistens 10 Punkte für sich selbst und 10 Punkte, die
der Gegner nicht mehr bekommen kann. Das macht
einen Unterschied von 20 Punkten zwischen den Beiden.

Weitere nützliche Tipps
Zu Beginn hat man die Möglichkeiten Silber oder Gold
aufzunehmen oder Aufträge zu kaufen. Ausrüstung
kann man erst später kaufen, wenn man bereits Gold hat.
Je nachdem wieviel Startkapital man hat, desto mehr
lohnt sich für den ersten Zug das eine oder andere.

Besonders wichtig ist die Kenntniss der Kartenverteilung
(=> Übersichtskarte). So gibt es beispielsweise
in jeder Farbe mehr Aufträge als Handwerker-Plättchen.
Wer also ein Plättchen in einer bestimmten Farbe
haben möchte, muss sich beeilen und den Auftrag erledigen,
bevor der betreffende Stapel aufgebraucht ist.
Wenn man im Auge behält, was gekauft wurde und
was beim Blättern zu sehen war, kann man gut
einschätzen, in welchem Stapel eine gewünschte Karte
noch zu finden ist.

Das allerwichtigste im Spiel ist es allerdings, seine
Züge möglichst effektiv zu nutzen. Wer beispielsweise
mit jeder Aktion nur einen Edelstein auflädt, gerät
bald ins Hintertreffen. Stets nur einen Auftrag auf einmal
zu kaufen, ist genauso ineffektiv.
Effektives Nutzen der Züge ist meistens gar nicht so
schwierig: Um beispielsweise drei Münzaufträge auf
einmal erledigen zu können, muss man zwar die
entsprechenden drei Aufträge bekommen – von denen
gibt es aber reichlich. Ein kurzer Besuch in der
Silbermine und schon hat man alles, was man benötigt.
Es ist sogar möglich zwei große (weiße) Aufträge
auf einmal zu erledigen.

Besonders zu Beginn lohnt es sich gleich, interessante
Aufträge aufzunehmen, um sein weiteres Vorgehen
sicher planen zu können. Denn wer sich beispielsweise
zuerst alle Ausrüstung kauft und dann nach den großen
(weißen) Aufträgen sucht, kommt vielleicht zu spät.

Wer Karten erwerben will, sollte über ausreichend Silber
verfügen. Also ggf. vorher noch eine Silbermine
besuchen. Dann kann man durch Umblättern nach den
Karten suchen, die man möchte. Silber ist leicht zu
bekommen, daher lohnt es sich nicht, beim Blättern
daran zu sparen. Schnell ist man nochmal bei der
Silbermine gewesen und findet dann das Gesuchte.

Wer viele Ausrüstungsgegenstände kaufen möchte,
sollte sich als erstes einen Karren oder ein Pferd zulegen.
Dann kann er das nächste Mal mit zwei Gold
gleich zwei Ausrüstungsgegenstände auf einmal kaufen.

Für die großen (weißen) Aufträge benötigt man drei
Edelsteine. Wer solche Aufträge erledigen will, muss
zuerst weitere Ausrüstungsgegenstände kaufen.
Für diese Aufträge sind auch Karren und Pferd nützlich.

Wer die Aufträge der Mitspieler im Auge behält,
kann besser einschätzen, welche Werkstätten er noch
bekommen kann. Unter Umständen kann er sogar
Mitspielern Aufträge oder die benötigten Edelsteine
vor der Nase wegschnappen.

Die Verteilung der Edelsteine auf dem Spielplan ist nicht
ganz unerheblich. Gibt es beispielsweise viele grüne
Edelsteine in der Nähe des Hauses des grünen Auftragsgebers,
lohnen sich die grünen Aufträge umso mehr.

Je nach Spielerzahl sind verschiedene Strategien mehr
oder weniger attraktiv: Je mehr Spieler desto wichtiger
werden beispielsweise die verschiedenfarbigen
Handwerkerplättchen. Je weniger Spieler desto stärker
sind die Zusatzpunkte, die man mit den Werkstätten
bekommen kann.

Werkstätten benachbarter Auftraggeberhäuser können
eine gute Kombination sein.

Für bestimmte Strategien benötigt man wenige oder
sogar gar keine Ausrüstungskarten.

Konzentriert man sich relativ spät auf Goldaufträge,
liegt kaum noch Gold aus. Dann lohnt es sich sogar bis
zum Hafenfeld mit den zwei Schiffen zu ziehen, wenn
man zwei Gold aufladen kann. So spart man einen Zug.

Sind später im Spiel die silbernen Handwerkerplättchen
aufgbraucht, kann man u. U. mit mehreren entsprechenden
Aufträgen und geschicktem Timing, verschiedene
Handwerker auf einen Schlag bekommen.

.... und wer die Tipps im Original herunterladen will, der kann dies
hier tun
      (Format: PDF)

Mit freundlicher Genehmigung des Abacus-Spiele-Verlag
Veröffentlichung der Spieltipps mit freundlicher Genehmigung vom Autor, Michael Schacht
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Abacus
Vielen Dank an den Abacus-Verlag für das Rezensionsexemplar.