Darjeeling (Günter Burkhardt, 2007)

Verlagstext
Aus den Bergen im äußersten Nordosten Indiens kommt eine der begehrtesten Teesorten, der Darjeeling. Teeliebhaber in aller Welt schätzen das sehr feine und blumige Aroma der ersten Ernte eines Jahres. Dabei spielen die richtige Behandlung des Tees und ein schneller Transport eine große Rolle, denn nur wer wirklich frischen Tee liefert, stellt die anspruchsvollen Teekenner zufrieden.

Darjeeling kommt ohne festen Spielplan aus. Die Plättchen mit den Teekisten werden in Form einer Landkarte ausgelegt, so dass man auch unterschiedliche Teeregionen, wie China oder Sri Lanka spielen kann. Mit ihren Figuren ziehen die Spieler über die Auslage und sammeln Kisten verschiedener Teesorten ein. Der Spieler darf in einem Zug aber immer nur eine Teesorte auf ein Schiff verladen. Für ihre Fracht auf den Schiffen erhalten die Spieler jede Runde Siegpunkte. Durch das Verladen neuer Teekisten fällt aber immer die jeweils älteste Ladung heraus.
Weitere taktische Möglichkeiten eröffnet ein besonders origineller Mechanismus: Das Nachfragebarometer gibt den Spielern Bonuspunkte beim Versenden von Teesorten, die schon länger nicht geliefert wurden.

Wer bei Darjeeling seine Mitspieler nicht aufmerksam beobachtet, dem werden Boni vor der Nase weggeschnappt oder die Mitspieler verringern den Wert einer großen Schiffsladung, indem sie viele neue Transporte auf den Weg bringen.

Darjeeling erfordert taktisches Gespür und gutes Timing! Es bietet in der vergleichsweise kurzen Spieldauer nicht nur ein Maximum an Entscheidungen, es lässt sich auch hervorragend zu zweit spielen. 

Text & Bildmaterial: © Abacusspiele – www.abacusspiele.de

Fazit
Darjeeling spielt sich eigentlich recht flüssig und unkompliziert, obwohl nach dem ersten Regelstudium der Eindruck entstand, es würde sich um ein recht kompliziertes Spiel handeln. Doch schon in der ersten Partie war klar das es sich um einen eindeutig definierten Spielablauf mit sehr detaillierten Regeln handelt. Ist ein Spieler am Zug, so bekommt er zunächst einmal Siegpunkte auf sein Konto gutgeschrieben, bevor er seine Spielfigur bewegt um Spielkärtchen mit 1,2 oder 3 halben Teekisten einzusammeln. Anschließend darf der Spieler noch eine Warenladung Tee zusammenstellen, wofür er wiederum sofort Siegpunkte bekommt.

Doch der Reihe nach. Zuerst wir das Spielfeld aufgebaut. Es besteht aus ca. 40-50 Spielkärtchen auf denen 1,2 oder 3 halben Teekisten abgebildet sind. Diese Teekisten gibt es in 4 verschiedenen Farben. Die Form des Spielfeldes entspricht laut Vorgabe den Umrissen Indiens, Chinas oder Sri Lankas.
Neben dem Spielfeld wird eine Tafel mit Zählleiste und Schiffsanlegeplätzen bereitgelegt. Entsprechen der Spielerzahl werden nun Schiffe auf die Anlegeplätze gestellt, und zwar immer eines mehr als Spieler am Tisch sind. Neben der Zählleiste wird noch ein sog. „Nachfragebarometer“ aufgestellt, der anzeigt, welche Teesorte zurzeit die größte Nachfrage hat.
Jeder Spieler erhält eine Spielfigur, sowie 11 „Frachtkisten“.
Zu Beginn stellt jeder eine seiner Frachtkisten auf das jeweils unterste, freie Schiff. Das Spiel beginnt. Wer an der Reihe ist, erhält zunächst als „Startkapital“ 1 bis 3 Siegpunkte, abhängig von seiner Startposition. Anschließend stellt er seine Spielfigur am Rand des Spielfeldes an die Stelle eines Plättchens, und nimmt dieses Plättchen an sich. Nachdem nun alle Spieler ihre Spielfiguren positioniert haben, beginnt die nächste Runde.
Der Spieler der an der Reihe ist bekommt zunächst seine Siegpunkte in Abhängigkeit der Position und Anzahl seiner Frachtkisten auf den Transportschiffen. Nun bewegt er seine Spielfigur vorwärts zum nächsten Plättchen, nimmt dieses an sich und zieht ein neues Plättchen aus dem Vorrat, um dieses an den freigewordenen Platz auf dem Spielfeld zu legen. Hat ein Spieler auf diese Art bereits mehrere gleichfarbige Kärtchen gesammelt, kann er als 3.Aktion nun Teekisten verladen. Der Spieler legt hierzu so viele gleichfarbige Kärtchen aus, dass nur ganze Kisten abgebildet sind. Für diese Kisten bekommt er dann je eine Frachtkiste, die er auf das oberste Transportschiff legen darf. Zuvor jedoch nimmt er das unterste Schiff, gibt die dort liegenden Frachtkisten seinem Besitzer zurück und legt dieses, dann leere Schiff, an oberste Stelle und stellt seine eigenen Frachtkisten darauf. Abschließend wird über den Nachfragebarometer bestimmt, wie viel Siegpunkte der Spieler bekommt, und wenn er 4 oder mehr Kisten verladen hat, oder eine Sonderkarte ausspielt, bekommt er noch zusätzliche (Bonus-)Punkte.
Das Spiel endet, sobald ein Spieler erstmalig die 100-Punkte-Marke überspringt. Nun werden die noch bei jedem Spieler verbliebenen halben Frachtkisten als Minus-Punkte abgezogen, und der Spieler mit den meisten Punkten hat das Spiel gewonnen.
Dies soll jetzt aber nur ein grober Überblick über das Spielgeschehen sein, denn es gibt sehr viele taktische Möglichkeiten zur Interaktion. Diese alle, auch nur auszugsweise, hier aufzuführen würde die Textlänge hier sprengen.
Eines sei jedoch als taktischer Tipp angemerkt. Es sollte darauf geachtet werden, das kein Spieler 2-3 Runden hintereinander mehrere Frachtkisten auf dem oberen Schiff stehen hat, denn dafür bekommt der Spieler so viel Punkte, das es sehr schwer wird diesen Spieler wieder einzuholen.

Das Spiel selber, spielt sich wie oben bereits erwähnt sehr flüssig und die Spielregeln sind klar und unmissverständlich geschrieben. Das Spielmaterial ist gut verarbeitet und lässt sich übersichtlich aufstellen. Die Interaktionsmöglichkeiten bei Darjeeling sind nicht ohne, denn das Spiel ist von der ersten bis zur letzten Runde spannend, und man darf seine Gegner (Entschuldigung „Mitspieler“) nie aus den Augen lassen. Da Darjeeling beim Spielaufbau an die Spielerzahl angepasst werden kann, ist es zu dritt oder zu fünft gleichermaßen interessant. Mit 2 Spielern konnte uns Darjeeling hingegen nicht ganz überzeugen.

Die Spieldauer ist überraschend kurz (ca. 45-60 Minuten im Spiel zu dritt), so das genügen Zeit für eine Revanche bleibt.

Das Preis-/Leistungsverhältnis von ca. 30-35 Euro (UVP: 40 Euro) ist allerdings etwas hoch.

Wer taktische Spiele mag, sollte sich Darjeeling zumindest mal anschauen. Wer Spiele mit hohem Glücksfaktor sucht, ist hier eher falsch.

Unsere Wertung
 

© 12.11.2007 Oliver Sack


 
Mit freundlicher Genehmigung des Abacus-Spiele-Verlag
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Abacus
Vielen Dank an den Abacus-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars