Drachenturm (Carlo A. Rossi, 2016)

für 2-4 Spieler, ab 5 Jahren
Autor: Carlo A. Rossi
Grafik: Christine Faust
Verlag: Haba
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Platzbedarf: ca. 70 x 40 cm


Verlags-Beschreibung

Der furchterregende Drache hat die Prinzessin in seinen Turm gesperrt. Sofort eilen der Prinz und seine Gefährten zu Hilfe. Nur mit einem guten Gedächtnis und viel Geschick schafft ihr es, gemeinsam die Prinzessin zu retten, bevor der Drache alles zum Einsturz bringt.

Drachenturm ist ein spannendes Kinderspiel für 2 bis 4 unerschrockene Helden von der ersten bis zur letzten Sekunde. Es verbindet Elemente eines Memo- und eines Geschicklichkeitsspiels mit einem spektakulären Spielaufbau. Der Clou ist der coole Drache, der langsam, aber sicher am Fundament des Turms zieht und so dieses kooperative Abenteuer zu einem Wettlauf gegen die Zeit macht.


Quelle: www.haba.de, 2016


Was der Pragmatiker wissen möchte

Imposantes Kinderspiel mit viel Action am Spielende


Das Spiel

Zu Beginn einer Partie steht immer der Aufbau des Spielplans und des Turms. Dieser Turm lässt sich sehr gut montieren, sodass es auch den Kindern ohne Hilfe gelingen kann. Aufgrund der ausgeklügelten Konstruktion steht der Turm auch sehr stabil auf seinem Platz. Die Spielfigur der Prinzessin jedoch enttäuscht auf den ersten Blick. Sie gleicht eher einer untersetzten Parfümflasche als dem, was man oder Kind sich unter einer Prinzessin vorstellen würde. Allerdings entpuppt sich die Form der Prinzessin-Figur im weiteren Spielverlauf als sehr praktisch. Deshalb geht das rosa „Pummelfässchen“ absolut in Ordnung. Der restliche Spielaufbau ist dann gar kein Problem mehr und geht sehr schnell.

In der ersten Phase des Spiels müssen die jungen Helden erst einmal ein Gerüst an den Turm bauen, um darüber zur Prinzessin zu gelangen, die oben im Turm gefangen ist. Das Aufbauen des Gerüsts wird über das Memory-Element im Spiel gemacht. Je nachdem, welches Plättchen in der Auslage aufgedeckt wird, darf am Gerüst gebaut werden oder der Drache muss vom Turm weg versetzt werden. Je weiter der Drache sich dabei vom Turm entfernt, desto weniger zeit bleibt zur Rettung der Prinzessin in Spielphase Zwei. Ist das Gerüst am Turm dann fertiggestellt, endet auch die Memo-Phase und es beginnt die Geschicklichkeits-Phase des Spiels. Jetzt wird der Drache aktiviert! Sobald dieser jetzt aktiv ist, zieht er unaufhaltsam an der Schnur. Diese Schnur ist an genau dem Felsen befestigt, auf dem das ganze Gerüst am Turm ruht. Zieht der Drache dann den Felsen unter dem Gerüst heraus, so stürzt unweigerlich das ganze Gerüst zusammen und die Rettung der Prinzessin ist gescheitert. Es bleibt also nicht viel Zeit zur Rettung.

Um die Prinzessin zu Retten ist dann Teamwork gefragt. Während der Drache an Seil und Felsen zieht, versuchen die Spieler, gemeinsam mit ihren Schiebern, die Prinzessin-Spielfigur aus dem Turm zu schieben und, ohne das sie herunterfällt, über den oberen Turmring zum Gerüst zu bugsieren. Am Gerüst angekommen führt der Weg von Ebene zu Ebene nach unten. Auch hier wird die Figur mit den Schiebern von Ebene zu Ebene, durch die Löcher in den Böden, geschoben. Unten angekommen führt jetzt nur noch der Weg über die Brücke hin zur königlichen Kutsche. Schafft man all das, bevor der Turm einstürzt, haben alle gemeinsam gewonnen. Doch die Zeit ist knapp, sehr knapp.


Unsere Eindrücke

Wir haben uns zuerst einmal das Spiel ohne Kinder angeschaut und feststellen müssen, das es gar nicht so einfach ist. Die Memo-Phase war dabei nicht einmal das Problem, das Problem kam erst mit der Geschicklichkeitsphase. Während man mit unruhiger Hand versucht, die Prinzessin schnell aus dem Turm und über das Gerüst zu schieben, zieht der Drache gefühlt noch schneller. Rumms! Zu langsam - Gerüst eingestürzt. „Gleich noch einmal“ war unsere Reaktion, denn wir wollten es unbedingt schaffen. Wir haben dabei gemerkt, dass nur wenn alle zusammen helfen beim Schieben und Absichern, uns die Zeit gereicht hat, bevor der Turm einstürzte. Nachdem uns dies dann ein paar Mal gelang, war es Zeit, das Spiel mit Kindern zu spielen.

Wie erwartet waren die Kinder beim Memo-Teil besser, aber auch beim Bugsieren der Prinzessin haben sich die Kids deutlich geschickter angestellt. Zwar haben es die Kids auch nicht jedes Mal geschafft, aber ihre Quote war deutlich besser als die Unsere. Und, auch bei den Kindern blieb es nie bei nur einer oder zwei Partien. „Ein tolles Spiel“ war der einhellige Kommentar der Kids, „Test bestanden“ war somit unser Ergebnis.
 



Fazit:

Der Kinderspiel-Profi HABA hat mit ‚Drachenturm‘ ein, nicht nur optisch, schönes Spiel im Programm. Der imposante Spielaufbau und der kooperative Charakter machen das Spiel zu einem tollen Kinder- und Familienspiel mit hohem Wiederspielreiz. Ein klares „Daumen hoch“ vom Spielevater und seinem Team.

 

© 14.05.17 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Haba / Video: Oliver Sack


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