Bora Bora (Alea, 2013)

Für 2-4 Spieler ab 12 Jahren
Autoren: Stefan Feld
Spieldauer: ~60-120 Minuten


Verlags-Beschreibung:

Es gehört zu den "Inseln unter dem Winde" im Südpazifik und misst nur rund 38 Quadratkilometer: das Atoll Bora Bora. Für das gleichnamige Strategiespiel aus der alea-Reihe ist dieses kleine Atoll zentraler Schauplatz des Geschehens:

Bora Bora - das spannende Strategiespiel um Götter, Gaben und Gebiete
Auf den Inseln der geheimnisvollen Südseewelt von Bora Bora errichten die Spieler Hütten und besiedeln sie mit Frauen und Männern ihres Stammes. Sie müssen Fischgründe entdecken und Muscheln sammeln. Zudem dürfen sie die verschiedenen Götter nicht außer Acht lassen. Mit Priestern, die in den Tempel entsandt werden, und gesammelten Opfergaben versuchen die Spieler, die Götter zu beeinflussen. Wohlüberlegt müssen die Spieler die Würfel auf den verschiedenen Aktionskarten einsetzen. Wer den besten Überblick behält und vorausschauend spielt, wird am Ende siegreich sein.
 

Quelle: www.ravensburger.de © Ravensburger Verlag


Unser Spielgefühl:

Richtig gut. Mehr ist eigentlich zum Spielgefühl bei Bora Bora nicht zu sagen. Hier passt wirklich alles. Spielspaß pur.


Fazit:

Unsere erste Partie war eine familiäre Dreier-Runde. Zwar waren die ersten beiden (von sechs) Durchgängen geprägt von Planlosigkeit, doch nachdem einmal jeder eine, möglichst andere Aktion durchgeführt hat, wurde es langsam klarer. Bereits ab der dritten Runde haben wir dann gezielt Aktionen durchgeführt und begannen unseren nächsten Zug im Hinblick auf möglichst viel Punkte zu planen. Diese Erfahrung erinnerte uns sofort an „Strasbourg“, ebenfalls vom Autor Stefan Feld und ebenfalls ein sehr gutes Spiel. Ein paar Tage später haben wir dann Bora Bora beim Spieleabend vorgestellt. Ich, bereits vorbelastet und regelfest, habe mir drei Freiwillige (Opfer) gesucht und es ging los. Vorteil für die Mitspieler: Ihnen stand jemand mit Bora Bora-Erfahrung zur Seite. Ich konnte viel vorab erklären, ohne das Regelheft in der Hand zu halten. Auch in dieser Vierer-Runde war von Beginn an zu spüren, dass Bora Bora ein, was Mechanismus und Thema angeht, sehr fesselndes Spiel ist. Und wie bei unserer ersten Partie war es auch hier, bis zur dritten Runde war das Spiel geprägt von Ratlosigkeit aber nicht von Frust oder gar Desinteresse. Dann ging die Post aber ab! Kurzweilig, interaktiv und mit sehr viel Kommunikation wurde geplant und taktiert. Ja, es ging sogar soweit, das gemeinsam über Spielzüge, Aktionen und Strategien einzelner Spieler geredet und beratschlagt wurde. Die Zeit verging im Flug, nach 120 Minuten waren gerade einmal 66% gespielt. Aber egal, auf die Uhr hat niemand geschaut, Essen und Trinken war reichlich vorhanden. Klar, man kann sicher schneller Spielen, aber ich möchte Spaß haben, und mich nicht hetzen lassen. Bora Bora bietet einfach sehr viel Kommunikationsmöglichkeiten abseits vom eigenen Spielzug. Außerdem gilt es ja auch, sich für die richtigen Aktionen zu entscheiden, und das ist bei Leibe nicht immer einfach.

Und eigentlich ist es genau das, was ich „hasse“. Immer wieder vor der (Aus-)Wahl der richtigen Aktion zu stehen. Mögliche Aktionen: 7, erlaubte Aktionen: 3, gefühlt notwendige Aktionen um Punkte zu bekommen: 9 !!! – Aber es ist eher eine Art „Hassliebe“ – wenn ich ehrlich bin, möchte ich nicht in feste Abläufe und Strukturen gezwängt werden à la „Du hast eine 6 geworfen, jetzt laufe mit deiner Figur genau 6…“, nein, das ist nicht dass, was ich schätze. Ich möchte Freiheiten, ich möchte mich plagen mit Entscheidungen. Nur das gibt mir die Möglichkeit, ein Spiel zu genießen und es beim nächsten, übernächsten Mal besser machen zu können. Solche Spiele liegen bei mir und auch bei meiner Familie hoch im Kurs. Natürlich spielen wir auch mal leichte Kost, aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zu Bora Bora. Der ausgeklügelte Spielmechanismus macht das Spiel auch in einer gemütlichen Zweier-Partie recht spannend. Die Spieldauer zu zweit ist dabei zwar erheblich kürzer, aber das Spielgefühl bleibt sehr gut. Die (Entscheidungs-)Probleme bleiben ebenfalls. Allerdings finden wir eine Partie zu dritt am ausgewogensten und interessantesten.

Bleibt noch der Blick auf das Spiel im Allgemeinen, auf die Qualität. Wer etwas zum Nörgeln sucht, muss hier sehr lange suchen. Das Material ist absolut resistent gegen Kritik, die Grafik ebenfalls. Einzig die Regeln haben uns anfangs etwas zu schaffen gemacht. Deshalb hier ein kurzer Appell an Autor und Verlag: Bitte doch nur an einer Stelle in den Regeln das „Start-Kapital“, sprich „Spielmaterialausstattung“ eines jeden Spielers auflisten, und nicht auf zwei Stellen verteilt - danke. Sonst bieten auch die Spielregeln alles, was zu einem sehr guten Spiel gehört. Ausführliche Erklärungen und bebilderte Beispiele, sowie eine Kurzregel die wie schon bei anderen Alea-Spielen in das Regelheft integriert ist.

Bora Bora – hier kauft man den Langzeit-Spielreiz gleich mit.
Bora Bora wird unser Tipp zum Kennerspiel des Jahres 2013.


© 25.03.13 Oliver Sack

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Vielen Dank an Ravensburger, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Alea / Ravensburger Verlag

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