Feuville (Udo Peise, 2017)

für 2 bis 4 Spieler, ab 10 Jahren
Autor: Udo Peise
Grafik: Dennis Lohausen
Verlag: Huch
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Platzbedarf: ca. 90x100cm

 

Verlags-Beschreibung

In der idyllischen Kleinstadt Feuville wackeln die Wände – die eifrigen Bürger verschönern und erweitern ihre Stadt und alle packen mit an: Vom Bürgermeister über den Gaukler und den Wirt bis hin zur Architektin und dem Magier.
 
Aber Vorsicht, denn der fürchterliche Drache Dragomir betrachtet die wachsende Stadt mit Argwohn und brennt ungeschützte Stadtviertel gnadenlos nieder. Das Familienspiel „Feuville“ lockt und fordert die Spieler mit einer schönen Würfelmechanik an den Spieletisch.

Quelle: PM, Huch, 29.08.2017
 

Der Spielablauf in aller Kürze:

Die Spieler beginnen mit einem Startplättchen (Stadtmauer) als Grundlage für ihr Bauvorhaben. Ausgehend von diesem Plättchen wächst die Stadt jedes Spielers und wird mit weiteren Mauern, Türmen, Dächern und sogar Wolken erweitert. Zugegeben, der Satz „Ich baue eine Wolke“ klingt etwas merkwürdig, da aber auch Magier mit von der Partie sind, kann man hier Wolken an den Himmel zaubern. Das ist völlig in Ordnung, schließlich sprechen wir hier von einem Familienspiel mit Fantasy-Elementen. (Drache, Magier, Kobold und Fee).
 
Ist der aktive Spieler am Zug, würfelt er mit zwei Würfeln und aktiviert damit je einen Bewohner von Feuville. Durch die Bewohner kann der Spieler ein Bauplättchen nehmen um seine Stadt weiter auszubauen, oder er nimmt einen königlichen Erlass um Siegpunkte einzufahren. Alternativ kann die zur Augenzahl passende Sonderfunktion einer Person ausgeführt werden. Neben den Bewohnern bieten auch noch die freundliche Fee und der kauzige Kobold ihre Unterstützung an, um den Stadtausbau voranzutreiben.

Würfelt ein Spieler jedoch einen Pasch, wird der Drachen Dragomir geweckt, der dann übelst schlecht gelaunt über der Stadt aufsteigt und alles niederbrennt, was nicht durch eine schützende Regenwolke bedeckt ist. Ungeschützte Bauplättchen liegen dann als Ruine in der Auslage, bis der Spieler mit Hilfe des Magiers oder weiterer Wolken diese Stadtviertel wieder auferstehen lässt. In dieser Zeit bringen die Bauplättchen auch keine Punkte. Neben den Bau- und Schutzmaßnahmen sollten die Spieler die königlichen Erlasse nicht aus den Augen verlieren. Denn wer zum richtigen Zeitpunkt Stadtviertel oder Statussymbole wertet, hat besonders viel Freude in/mit Feuville.
 
Das Spiel endet sobald keine königlichen Erlasse mehr zum Auffüllen in der Auslage vorhanden sind. Der Spieler mit den meisten Ruhmespunkten gewinnt das Spiel.
 

Unser Eindruck:

Feuville ist genau das, was wir uns unter einem Familienspiel vorstellen. Einfache Spielregeln, geradlinige Story und unkomplizierte Wertungen. Dazu kommt noch eine tolle Grafik, die sehr stimmig ist mit dem Thema. Abgerundet wird das Ganze mit einer überschaubaren und angenehmen Spielzeit von knapp einer Stunde. So muss ein Familienspiel sein.
 
Der Spieleinstieg ist bei Feuville absolut einfach. Bereits in der ersten Partie wird jedem sehr schnell klar, was zu tun ist. Dass es dabei auch ein paar kleine taktische Finessen gibt, erschließt sich von ganz alleine. Der hohe Glücksfaktor, der mit nur einem einzigen Würfelwurf einhergeht, wird durch die große Auswahl an Möglichkeiten schnell wieder relativiert. Zwei Aktionen, passend zur jeweiligen Augenzahl der Würfel, stehen zur Wahl und manchmal profitieren auch die Mitspieler davon. So gibt es eigentlich immer etwas, das man tun kann und wenn man gerade nicht an seiner Stadt weiterbauen möchte, kann man unter Umständen vorhandene Elemente durch das Nehmen eines königlichen Erlasses werten. Sollte einem dabei einmal keine der beiden möglichen Aktionen zusagen, hilft der Kobold. Mit seiner Hilfe kann eine beliebige Aktion durchgeführt werden. Allerdings kostet diese freie Auswahl beide Würfel. Man hat dann nur eine Aktion. Dies kann aber durchaus ein sehr hilfreiches, taktisches Mittel sein.
 
Ebenfalls nicht ganz außer Acht lassen sollte man die Fee. Ihr Aktionsfeld befindet sich etwas unscheinbar in der linken oberen Ecke und wird leicht übersehen. Dort bekommt man für einen eingesetzten Würfel einen Feenzauber. Dieser Zauber kann entweder sofort wertvolle Punkte einbringen, oder zum späteren Einsatz aufbewahrt werden. Das ist dann sinnvoll, wenn mit Hilfe eines Zauberplättchens zum Beispiel ein Angriff des Drachen Dragomir abgewehrt werden kann. Wie gesagt, wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese Aktion gerne übersehen oder unterschätzt wird.

Spielt man Feuville zum ersten Mal, wirkt der Drache als zentrales, bedrohliches Element im Spiel. Das liegt mit daran, dass dieser mittig und groß am oberen Spielplanrand zu sehen ist. Allerdings wird man schnell feststellen, dass es die Erlasse sind, die richtig Punkte bringen und somit den Spielablauf eines Spielers maßgeblich beeinflussen. Dabei kommt es allerdings auch immer darauf an, wie oft ein Pasch gewürfelt wird. Wir hatten Partien, in denen nur wenige Male ein Pasch geworfen wurde und der Drache so, relativ wenig Schaden anrichten konnte. In anderen Partien war gefühlt jeder dritte Wurf ein Pasch! Das war dann für den Drachen Dragomir recht stressig.
 
Manchmal kommt es auch vor, dass man ein Bauteil nehmen möchte, obwohl dieses nicht regelkonform in der eigenen Stadt eingesetzt werden kann. Dann kann man das Teil in seinem Spielertableau für eine spätere Nutzung einlagern. Dafür ist jedoch nicht unbegrenzt Platz. Nur zwei Bauteile und/oder Erlasse können neben zwei Feenzauber eingelagert werden. Diese Lagermöglichkeit ist also nicht nur sehr knapp, sondern auch noch sehr riskant. Würfelt ein Spieler eine „2“ und entscheidet sich dafür, die Aktion des Bürgers „Dieb“ zu nutzen, kann er ein Bauteil oder Erlass aus dem Lager eines Mitspielers klauen und selbst einlagern oder direkt bauen. Allerdings ist dies ein Risiko, welches man von Zeit zu Zeit eingehen muss. Denn bevor ein Mitspieler einem ein Plättchen wegschnappt, kann man es sich zumindest ein bisschen sichern. Teile oder Erlasse aus dem eigenen Lager können zudem jederzeit, wenn man am Zug ist, verwendet werden. Dies ist dann eine Zusatzaktion, die keinen Würfeleinsatz erfordert.
 
Bei den Erlassen gibt es noch einen, nicht ganz unwichtigen Punkt, den es zu beachten gilt. Wer am Ende des Spiels nämlich am wenigsten Erlasse gesammelt und gewertet hat, der bekommt „zum Trost“ noch einmal sieben Punkte extra. Diese sieben Punkte haben mir in einer Partie zu dritt einmal gereicht, um bei Spielende an letzter Stelle liegend, das Spiel noch mit 1 Punkt Vorsprung zu gewinnen.
 
Abschließend möchten wir noch die Würfel kurz erwähnen. Diese sind etwas größer als die gewohnten „Standardwürfel“, was wir als sehr angenehm in deren Handhabung empfinden.
 

Variante:

Laut Spielregel (Seite 12, rechts oben) ist es möglich, verbrannte Stadtviertel auch durch den Erwerb von Wolken zu regenerieren. Wird demnach an einer unverbrannten Stelle der Stadt eine Wolke eingesetzt, steigt die Anzahl der geschützten Spalten wieder an. Dies wird einerseits gerne vergessen, andererseits haben wir bewusst diese Regel ignoriert und verbrannte Spalten nur mit Hilfe des Magiers regeneriert. (Maximal 2 Spalten kann der Magier auf einmal umwandeln).
 

Fazit:

Feuville ist ein schönes, kurzweiliges Familienspiel mit wunderschöner Illustration. Man kann es taktisch angehen oder einfach „aus dem Bauch heraus“ spielen. Die Spieldauer von knapp einer Stunde und die einfachen Regeln sind weitere Pluspunkte. Auch wird das Spiel nicht so schnell langweilig, da die Lernkurve zu immer höheren Highscore-Ergebnissen animiert. Zitate wie „nächstes Mal muss ich das anders angehen“, spiegeln den Wiederspielreiz eindeutig wieder.
 


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© 04.02.18 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Huch / Fotos: Oliver Sack


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