Karuba (Rüdiger Dorn, 2015)

für 2-4 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Rüdiger Dorn
Grafik: Claus Stephan
Verlag: HABA
Spieldauer: 10-40 Minuten


Verlags-Beschreibung

Endlich! Nach einer langen Schiffsreise haben die Schatzjäger die Insel Karuba erreicht und können sich auf die Jagd nach den verborgenen Schätzen machen. Wer führt sein Expeditionsteam möglichst clever über die Dschungelpfade, achtet auf die Mitspieler und hält die Augen nach Gold und Kristallen am Wegrand offen? Doch am wichtigsten ist es, rechtzeitig loszulaufen! Denn die Ersten sichern sich die wertvollsten Tempel-Schätze.


Quelle: HABA, Habermaaß, 2015 / www.haba.de


Was der Pragmatiker wissen möchte

Tolles Familienspiel vom Kinderspiele-Profi HABA

 

Für viele Spieleexperten überraschend, hat sich der oberfränkische Kinderspielespezialist HABA (Habermaaß, Bad Rodach), bekannt unter anderem durch die Verlagsklassiker von 1986 „Obstgarten“und „Ratz Fatz“ 1997, 2015 auf den Familienspielemarkt gewagt. Drei Titel namhafter Autoren erschienen in der neu geschaffenen Familienspielsparte. Abenteuerland (Kramer/Kiesling), Spookies (Stefan Kloß) und Karuba. Das HABA mit diesem Vorstoß in einen für den Verlag völlig anderen Markt auf dem richtigen Weg ist, zeigt die Nominierung von Karuba zum „Spiel des Jahres 2016“.


Das Spiel

Wie bei jedem Spiel steht vor dem Start der Spielaufbau. An sich nichts Ungewöhnliches, aber hier bei Karuba ist das ein bisschen anders.

Jeder Spieler bekommt ein Spieltableau (Insel) mit einem Raster aus 5x7 Felder. Außerdem bekommt jeder Spieler 4 Spielfiguren „Abenteurer“ und 4 Spielfiguren „Tempel“ in je vier verschiedenen Farben. Die Spieler entscheiden dann gemeinsam, wo die Abenteurer und wo die Tempel am Rande des Rasters aufgestellt werden. Wichtig dabei ist, das alle Spieler so die selbe Startaufstellung haben. Im späteren Spielverlauf müssen dann die Abenteurer zu den farblich passenden Tempel gezogen werden. Das übrige Spielmaterial wie Schätze, Kristalle und Gold werden als gemeinsamer Vorrat bereitgestellt. Die 36 Wegeplättchen allerdings werden vom Startspieler gemischt, und neben seinem Tableau verdeckt bereitgelegt. Alle andern Spieler sortieren die Plättchen offen rund um ihr Tableau von 1 bis 36, damit sie diese später schneller finden.

Los geht die Jagd nach Schätzen und Punkten. Der Startspieler zieht eines seiner verdeckten Plättchen und sagt laut die Nummer an. Die Mitspieler suchen sich ihrerseits das selbe Plättchen aus ihrem Vorrat. Anschließend hat jeder Spieler zwei Möglichkeiten, das aktuelle Plättchen zu verwenden.

Das Plättchen auf einem beliebigen Feld seiner Insel zu platzieren, um einen Weg zwischen Tempel und Abenteurer zu schaffen.

Das Plättchen offen ablegen (aus dem Spiel) und eine beliebige, eigene Abenteurer-Figur ziehen. Die Zugweite entspricht dabei der Anzahl an Ausgängen auf dem abgelegten Plättchen (zwei bis vier Schritte).Zieht eine Spieler eine seiner Spielfiguren auf ein Plättchen auf dem ein Kristall oder Goldnugget abgebildet ist, nimmt er sich die entsprechende Belohnung aus dem allgemeinen Vorrat. Zieht er seine Figur lediglich darüber hinweg, bekommt er nichts. Gelingt es einem Spieler, einen Abenteurer mit dem farblich passenden Tempel über Wege zu verbinden, und dann seinen Abenteurer zu diesem Tempel zu ziehen, bekommt er den passenden Tempelschatz. Von diesen Tempelschätzen sind abhängig von der Zahl der Mitspieler für jede Tempelfarbe Punktemarker unterschiedlicher Wertigkeit vorhanden. Wer als Erster einen bestimmten Tempel erreicht, bekommt dabei natürlich immer das Wertvollste.

Das Spiel endet entweder, wenn alle Plättchen verbraucht sind (sehr selten) oder wenn ein Spieler alle seine vier Abenteurer zu den passenden Tempel gezogen hat (sehr oft der Fall). Es gewinnt dann der Spieler, der durch Kristalle, Goldnuggets und Tempelschätze die meisten Punkte vorweisen kann.

Um dir lieber Leser einen Eindruck vom Spielmaterial zu geben, haben wir ein kleines „unboxing Video“ gemacht:
 


Unsere Eindrücke

Das Erste, was uns aufgefallen war, war das Sortieren der Plättchen von 1 bis 36 rund um den Spielplan, doch recht lange dauert. Wir haben dann einfach links oder rechts neben dem Spieltableau Vierergruppen (1-10, 11-20, 21-30, 31-36) ausgelegt. Das Suchen des richtigen Plättchens geht dann später auch sehr schnell, aber die Aufbauzeit wird deutlich reduziert.

Material und Spielregeln sind im Großen und Ganzen in Ordnung. Die Spielregel ist ausführlich und leicht verständlich. Das Spielmaterial ist weitgehend sauber verarbeitet. Grund zur Kritik bieten nur die Kristalle und Goldnuggets. Die Kristalle sind etwas zu klein geraten und die Goldnuggets verloren bereits in der ersten Partie die ersten Gold-Lack-Fetzen. Das ist schade! Beide Mankos könnten aber problemlos in weiteren Auflagen beseitigt werden und stören das Spiel in keinster Weise - es sind „nur“ zwei kleine Schönheitsfehler in unseren Augen.

Ein Vorteil, und das ist wichtig bei Familienspielen, liegt in der sogenannten „Downtime“, die Zeit, in der der aktive Spieler seinen Spielzug macht und die anderen Spieler abwarten müssen. Diese „Downtime“ ist praktisch fast gar nicht vorhanden. Alle spielen gleichzeitig.

Skeptisch waren und sind wir gegenüber der Altersangabe „ab 8 Jahren“. Es ist für Achtjährige gar nicht so einfach, die Vorausplanung zu verstehen, die nötig ist, um das Spiel zu spielen. Das Abwägen ob legen oder ablegen, Weg bauen oder Figur bewegen, ist für diese Altersgruppe doch recht schwierig. Allerdings haben 7-jährige, die schon sehr viel Spielerfahrung mitbringen, haben dieses Problem nicht und können sehr gut mit Erwachsenen mithalten.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt bei Familienspielen ist die reine Spielzeit. Laut Verlag spielt man Karuba rund 40 Minuten. Nun, da haben wir ganz andere Erfahrungen gemacht. Unsere allererste Partie, inklusive nachschlagen in den Regeln, betrug „nur“ rund 20 Minuten zu zweit. Spätere Partien zu dritt und zu viert lagen dann allerdings bei schon rekordverdächtigen 10-15 Minuten, ohne das ein Gefühl von Hektik aufkam. So ist die Spielzeit nach unseren Erfahrungen deutlich unter dem, was der Verlag angibt, aber das motiviert wiederum zu einer sofortigen Revanche, was dann unterm Strich in Richtung 40-60 Minuten Spielspaß mit der Familie führt.


Fazit

Zwar etwas schnell vorbei, aber durchaus ein schönes Familienspiel. Die leichten Materialmängel sind unwesentlich und beeinträchtigen nicht den Spielspaß. Spätesten mit Karuba hat HABA den Sprung in den Familienspiele-Sektor geschafft. Wir sind gespannt was aus Bad Rodach noch auf den Markt kommt – der Weg scheint gut.

Abschließend bleibt nur noch der verwirrte Blick auf das Label „Spieleabend approved“. Was uns dieses Selfmade-Label sagen oder besser suggerieren soll, ist uns nicht ganz klar. Lieber HABA-Verlag, lasst es einfach weg! – ihr seid auch ohne „Spieleabend approved“ auf dem richtigen Weg.


Stimmen zu Spiel

Petra sagt zu Karuba: „… nettes Spiel, aber reißt mich jetzt nicht so vom Hocker. Schön ist, das man nicht einfach nur spielt, sondern auch ein bisschen nachdenken muss, bei dem, was man tut…“
 
Jutta sagt zu Karuba: „...schnell erklärt. Ansprechendes Material. Alle haben die gleiche Vorlage, aber wer macht das Beste draus. Interessant ist, am Ende zu sehen, was möglich gewesen wäre…"

 

© 17.07.16 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © HABA HAbermaaß / Fotos: Oliver Sack


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