Valletta (Stefan Dorra, 2017)

für 2-4 Spieler, ab 10 Jahren
Autor: Stefan Dorra
Illustration: Klemens Franz
Verlag: Hans im Glück
Spieldauer: ca. 20 Minuten pro Spieler
Platzbedarf: ca. 100 x 60 cm


Verlags-Beschreibung

In VALLETTA begeben sich die Spieler nach Malta, um die künftige Hauptstadt der Insel nach den Plänen von Francesco Laparelli zu errichten. Mit wachsamem Auge verfolgt dieser den Bau und belohnt diejenigen, die seine Vorgaben einhalten. Die Spieler sichern sich die hierfür nötigen Ressourcen indem sie Handwerker fördern. Dabei werden Kaufleute, Maurer und Dachdecker angeheuert, die die Vorhaben unterstützen. Doch die Teilnehmer sollten dabei nicht vergessen, den Kontakt zum Malteserorden zu pflegen, um den Ruf als bester Bauherr von Valletta zu erlangen.


Quelle: PM Schmidtspiele.de


Spielaufbau

In der Tischmitte wird die Zählleiste (Hauptstraße) ausgelegt. Auf dieser Leiste werden dann, verdeckt, 25 Fassmarker (Ressourcenplättchen) gelegt. Am Anfang der Zählleiste sind ein Tor und ein Turm zu sehen. Die Spielfiguren der Mitspieler werden vor das Tor gestellt, die Spielfigur des ‚Jean de la Valette‘ kommt auf das Turmfeld. Links und rechts neben der Straße werden nun, abhängig von der Zahl der Mitspieler vier, fünf oder sechs Reihen, à fünf Gebäudekarten, ausgelegt. Auf diesen Gebäudekarten sind auf der Vorderseite (Links oben) die Kosten für den Bauplatz an sich (Münzen) und die Kosten für das Gebäude selbst, abgebildet. Unten auf der Karte ist der Ertrag des Gebäudes zu sehen (1 Ressource) und die Siegpunkte, die das Gebäude bei Spielende wert ist. Auf diese Karten wird jeweils eine passende Personenkarte gelegt. Abschließend bekommt noch jeder Spieler sein Spielertableau, seine 8 Häuschen, sein Startkapital (je 1 Ressource) und einen Satz Karten (8 Personenkarten). Übrig bleiben dann nur noch vier Personenkarten „Baumeister“. Diese werden mit den übrigen Ressourcen neben dem Spiel bereitgelegt.

Anmerkung: Der Spielaufbau geht etwas schneller, wenn alle beim Verteilen der Personenkarten mithelfen.


Spielablauf

Die Vorbereitungen für den ersten eigenen Spielzug sind denkbar einfach. Zuerst werden die 8 Handkarten gemischt und dann 5 davon auf die Hand genommen. Das sind die Startkarten. Von diesen 5 Karten wählt man, ist man am Zug, genau 3 aus und spielt sie aus. Anschließend kommen die ausgespielten Karten auf den persönlichen Ablagestapel und es wird wieder auf 5 Handkarten nachgezogen. Die Aktionen, die man mit seinen ausgespielten Karten durchführen kann sind relativ einfach. Fünf der acht Karten bescheren Nachschub an Ressourcen (Geld, Holz, Ziegel oder Stein). Eine Karte fungiert als Verdoppler, eine weitere (Baumeister) ist die einzige Möglichkeit, Gebäude zu bauen oder im späteren Spielverlauf aufzuwerten. Die letzte Karte ist die stärkste im Startdeck. Mit der Karte „Jean de la Valette“ wird die lila Spielfigur um ein Feld vorgerückt. Das Fassplättchen das die Figur dabei erreicht, bekommt der Spieler, der die Figur bewegt hat und darf sich die entsprechend darauf abgebildete Ressource nehmen. Außerdem erlaubt es die Karte, eine weitere Person aus dem allgemeinen Vorrat einzustellen oder eine Person (Handkarte) zu entlassen. Eine weitere Stärke der Karte ist, dass man mit ihr das Spielende einläuten kann. Dann nämlich, wenn die lila Spielfigur auf das Feld 25 der Strassenleiste gezogen wird, bevor ein Spieler 25 Punkte erreicht hat, oder ein Spieler alle seine acht Gebäude verbaut hat. Das sind die drei möglichen Bedingungen, die das Spielende auslösen können.

Die zweite, wichtige Karte ist der Baumeister. Nur mit dieser Karte kann man ein Gebäude bauen und eines seiner acht Häuschen auf der entsprechenden Gebäudekarte platzieren. Gleichzeitig darf der Spieler, der den Baumeister ausspielt, die Personenkarte die auf dem Gebäude liegt in sein Deck nehmen. Aber nicht wie bei herkömmlichen deck-building-Spielen auf den Ablage- oder Nachziehstapel, sondern direkt auf die Hand darf die Karte genommen werden. So kann die eben genommene Karte im selben Spielzug bereits eingesetzt werden. Ein Gebäude bauen bedeutet aber auch, die erforderlichen Ressourcen dafür bezahlen zu können. Dies sind immer Geld und eine oder mehrere andere Ressourcen, je nach Wert des Gebäudes und stärke der dazugehörigen Personenkarte. Im weiteren Spielverlauf kann mit der Karte Baumeister aber auch ein bereits gebautes Gebäude aufgewertet werden. Dabei wird zwar kein weiteres Häuschen platziert, aber dafür werden der Ertrag des Gebäudes und dessen Wert verdoppelt. Dazu muss man auch nur die Ressourcen bezahlen, die man bereits beim Kauf bezahlt hat, mit Ausnahme von Geld. Denn das Geld ist quasi der Preis für das Grundstück, und das hat man ja bereits beim Kauf bezahlt und ist somit bei der Aufwertung nicht mehr zu entrichten. Die Funktionen der Personenkarten sind im Übrigen darauf sehr einfach und logisch beschrieben. Die Personenkarten bringen in der Regel höhere Ressourcen-Einkommen, direkt Siegpunkte oder interaktive Vorteile wie beispielsweise Ressourcen-Klau.

Wer ein Gebäude bauen will, den Baumeister auf der Hand hat und die benötigten Ressourcen vorweisen kann, sollte aber immer auch schauen, in welchem Bereich der Strassenleiste die lila Spielfigur ‚Jean de la Valette‘ steht. Wird ein Gebäude gebaut in einer Reihe, die durch 'Jean de la Valette‘ markiert ist, werden sofort zwei Siegpunkte gutgeschrieben.

Wird später durch eine der drei Bedingungen ('Jean de la Valette‘ auf Feld 25, alle 8 eigenen Häuschen platziert oder eigener Siegpunktmarker auf Feld 25), wird ganz normal der Spielzug beendet und die Hand auf fünf Karten aufgestockt. Jetzt dürfen, bevor es weiter geht, alle Spieler ihren Ablagestapel sofort mit ihrem Nachziehstapel mischen und als neuen Nachziehstapel bereitlegen. Dieser neue Nachziehstapel wird jetzt nach den selben Regeln wie zuvor ein Mal komplett abgespielt. Dann endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.


Unser Spielgefühl

Wir haben ‚Valletta‘ in allen Besetzungen (2-4 Spieler) gespielt und hatten immer das selbe Spielerlebnis. Das tolle am Spiel ist dabei die extrem kurze Regel und die überraschende Spieltiefe, die darin steckt. Der Aufbau des Spiels dauert zwar fast so lange wie die Erklärung, wenn man es neuen Mitspielern erklärt, dafür wird man aber mit einem schnellen, kurzweiligen Spiel belohnt. Die Kartenfunktionen sind klar und verständlich beschrieben und bebildert. Sollte es dennoch zu Fragen kommen, hilft der Karten-Almanach in der Spielregel zuverlässig weiter. Sehr schnell kommt es zu einem Spielfluss und schon in der ersten Partie können die Spielregeln getrost beiseitegelegt werden.

Klar, man könnte sagen, es ist ein Deck-Bau-Spiel wie es schon einige gibt, aber ‚Valletta‘ ist ein bisschen anders. Erfrischend anders. Gerade die Möglichkeit, erworbene Karten sofort auf die Hand zu nehmen um sie noch im selben Spielzug einzusetzen, eröffnet immer wieder neue taktische Möglichkeiten. Interessant ist auch die Schlussphase, in der der gesamte Kartenstock noch einmal durchgespielt werden kann. So lohnt es sich auch einmal, noch am Ende der Partie doch noch eine neue Personenkarte ins Deck zu nehmen.

Alles in allem ist ‚Valletta‘ ein solides Hans-im-Glück-Spiel, wie es meist im Frühjahr auf den Markt kommt. (Ich habe hier auch immer das Gefühl, das die Spiele, die der Verlag im Herbst präsentiert wesentlich anspruchsvoller sind als die Frühjahrs-Neuheiten. Das soll aber ‚Valletta‘ in keinster Weise abwerten, das ist nur so eine persönliche Feststellung.)

Aber auch wir hatten das Gefühl und die Erfahrung, dass der Startspieler einen nicht ganz unerheblichen Vorteil hat. Dieser Startspieler-Vorteil ist aber auch anderen aufgefallen und der Verlag hat prompt darauf reagiert. Auf der Website wurden bereits Strategien und alternative Lösungen zum Startspieler-Problem veröffentlicht. (>>> Link)  Dafür auf jeden Fall schon mal ein großes Lob an die Verantwortlichen.
 


© 31.05.17 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Schmidtspiele/Hans im Glück / Fotos: Oliver Sack


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