Der Spielevater Blog(gt)

Auge in Auge - Spiele für 2

 gepostet von Spielevater um 17:35:23 20.02.2017

Das Spiel zu zweit, Auge in Auge mit dem Gegner, ist nicht neu, im Gegenteil. Gesellschaftsspiele, die zu zweit gespielt werden, sind schon sehr alt. Ein Blick in die Historie der Spiele zeigt, wie lange der Mensch schon dem Spiel mit nur einem Spielpartner frönt. Quer durch alle sozialen Schichten haben Spiele zu zweit bis heute nichts an ihrem Reiz verloren.
 

Aber fangen wir mal ganz vorne an. Das älteste 2er-Spiel das ich ausfindig machen konnte, datiert aus der Zeit um 3200 v. Chr., aus dem alten Ägypten. Das Spiel ‚Senet‘ war besonders beim Adel und den oberen Schichten beliebt. Es ist in seinen Grundzügen verwandt mit ‚Backgammon‘ oder auch ‚Pachisi‘ (‚Mensch ärgere dich nicht‘). ‚Senet‘ bedeutet so viel wie „passieren“ oder „durchqueren“. Ziel des Spiels ist es, seine Figuren von einer Seite des Spielbretts als Erster auf die andere Seite zu bringen. Dabei galt es, mittels Zählknochen/Wurfhölzer (eine Art Würfel) über Glücks- und Unglücksfelder hinweg, seine Figuren möglichst effektiv über 30 Felder ins Ziel zu ziehen. Eines der ältesten ‚Senet‘-Spiele wurde in der Grabkammer des Tutanchamun gefunden. Die wohl älteste Darstellung des Spiels fanden Forscher auf Wandmalereien in Sakkara (ca. 3500 v. Chr.). ‚Senet‘ diente aber nicht nur der Unterhaltung, sondern hatte auch eine mythische Bedeutung. Es wurden unter anderem Bezüge zum Lauf der Sonne oder zum Sternbild Orion dargestellt.

Übrigens gab es bei Kosmos 2007 ein zwei Personen Spiel mit dem Namen ‚Sakkara‘. Auch ein sehr schönes Spiel für Zwei, das leider nicht mehr erhältlich ist.
Das Spiel ‚Senet‘ hingegen ist auch heute noch in sehr schönen Ausführungen erhältlich.

 

Weiter geht unsere Reise durch die Zeit, aber wir bleiben im alten Ägypten. Irgendwann zwischen 2000 und 1400 v. Chr. (widersprüchliche Quellen) erblickte ‚Mühle‘ das Licht der Spiele-Welt. Wann das Spiel dann nach Europa kam, ist nicht belegt. Belegt ist nur, das ‚Mühle‘ vom 11. bis 18. Jahrhundert eines der beliebtesten Spiele in Europa war. Im 19.Jh. wurde es dann von ‚Schach‘ verdrängt. Die Regeln von ‚Mühle‘, oder wie man in der Schweiz sagt „Nüni Stei“ (Neun Steine) kennt wahrscheinlich jeder von uns. Und sicher hat fast jeder von uns das Spiel von seiner Oma oder seinem Opa gelernt. Ja, ich wage sogar zu sagen, dass jeder von uns auch meist verloren hat gegen die Großeltern.

 

Ebenfalls in Ägypten, finden wir um 1400 v. Chr. die ersten Spuren von ‚Mancala‘ (Deutsch: Bohnenspiel - nicht zu verwechseln mit Bohnanza!). Das Spiel wurde damals in weiten Teilen Afrikas und Asien gespielt. Auch heute noch zählt es vor allem in Afrika zu den beliebtesten Spielen zu zweit. Wer jetzt sagt, er habe ‚Mancala‘ noch nie gehört, der ist vielleicht schon einmal über einen anderen Namen für das Spiel gestolpert. In der Literatur finden sich über 800 verschiedene Namen für das Spiel. Darunter auch ‚Oware‘ wie es in Ghana heißt, oder auch ‚Ouril‘, was auf den Kapverdschen Inseln gespielt wird. Auch bei den Varianten liegt die Zahl weit über 1000. Das Grundprinzip von ‚Mancala‘ finden wir heute zum Beispiel bei ‚Five Tribes‘ (Verlag: Days of Wonder, 2014).

 

Jetzt aber erst einmal genug von den alten Ägyptern. Ziehen wir weiter in den Osten, nach China. Dort, um 400 v. Chr., entstand ‚Go‘ und erfreute sich fortan besonders in Japan und Korea größter Beliebtheit. Bei diesem extrem strategischen Zweierspiel geht es um nichts anderes als Macht. Wer am Ende des Spiels den größten Teil des Spielfeldes für sich beanspruchen kann, gewinnt. Bemerkenswert an ‚Go‘ sind auch die Verhaltensregeln, die ein Go-Spieler beherzigen muss. Sie dienen dem respektvollen Umgang mit dem Gegenspieler (was außerhalb von ‚Go‘ heute oftmals fehlt). Trotz dem einfachen Einstieg gilt ‚Go‘ als wesentlich komplexer und variantenreicher als ‚Schach‘. Und welches heutige Spiel kommt mit nur 4 Grundregeln aus? – Es lohnt sich wirklich, sich einmal mit ‚Go‘, dessen Geschichte und dessen Regeln auseinanderzusetzen. Hier würde das den Rahmen völlig sprengen.

 

Neben ‚Go‘ finden wir aber auch den Ursprung von ‚Backgammon‘ im alten China. Unter dem Namen ‚Swan-liu‘ kann die Entstehung des Spiels auf ca. 250 n. Chr. datiert werden. Ziel des Spiels ist es, alle seine eigenen Spielsteine „aus dem Brett zu würfeln“. In Europa waren es besonders die Römer, die gerne die damalige Form von ‚Backgammon‘ spielten. Allerdings geriet das Spiel hier mit der Zeit in Vergessenheit, wurde aber zur Zeit der Kreuzzüge im Mittelalter, wiederbelebt. Zur Zeit des 30-jährigen Krieges hieß das Spiel unter anderem ‚Tric-Trac‘ (Frankreich) oder ‚Puff‘ (Deutsches Reich). Der heute gebräuchliche Name ‚Backgammon‘ tauchte 1650 erstmalig in der Literatur auf. Die Regeln des heutigen ‚Backgammon‘ wurden um 1740 in England festgelegt und 1920 in Amerika ergänzt, bevor sie 1931 in ihrer heutigen Form festgeschrieben wurden.


Wer jetzt denkt, ich hätte ‚Schach‘ in meiner Aufzählung unterschlagen, der irrt. Das königliche Spiel ‚Schach‘ gibt es erst seit ungefähr 500 n. Chr. und stammt aus Persien. Erst im 13. Jahrhundert konnte sich ‚Schach‘ in Europa etablieren. Das Spiel zu beherrschen gehörte damals sogar zu den Rittertugenden. Die Regeln, wie wir sie heute kennen, wurden im 15. Jahrhundert in Spanien festgeschrieben. Der erste, urkundlich erwähnte Schachverein wurde aber erst viel später, 1809 in Zürich, gegründet. 1924 wurde dann in Paris der Weltschachverband FIDE ins Leben gerufen. Mit rechnerisch über 10 hoch 46 verschiedenen Stellungen (das sind 10.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000) gehört ‚Schach‘ zu den komplexesten Spielen überhaupt. ‚Schach‘ sollte jeder einmal gespielt haben.


Im 11. Jahrhundert entwickelte sich aus dem Schachbrett in Frankreich das Spiel ‚Dame‘. Das Spiel ist zwar in Deutschland nicht so populär wie ‚Schach‘, dennoch gilt es als weit verbreitet. Für mich war es das zweite Spiel, das ich von meiner Großmutter lernte (und immer wieder verlor). Populärer ist ‚Dame‘ hingegen in Russland und den Niederlanden. Dort gilt es sogar als Sportart und wird professionell gespielt (wie ‚Schach‘ bei uns).
 
Ein kurioses Jahr für Spiele im Allgemeinen, war 1452. Aus den Chroniken der Stadt Nürnberg geht hervor, dass der Wanderprediger Johannes Capistranus (1386-1456) dort im August eine Strafpredigt gegen den Luxus hielt. In der Folge wurden am 10. August 1452 auf dem Marktplatz in Nürnberg laut Chroniken der Stadt: 56 Lust-Schlitten (!), 2640 Brettspiele, 40.000 Würfel und „ein großer Haufen Spielkarten“ verbrannt.


Kommen wir jetzt aber zu den Zweier-Spielen der Neuzeit. Hier stolpern wir um 1880 über ‚Othello‘, das später, 1893 von Ravensburger unter dem Titel ‚Reversi‘ verkauft wurde. In dem Spiel geht es darum, möglichst viele Steine der eigenen Farbe bei Spielende auf dem 8x8 Felder großen Spielbrett zu besitzen. Ausgehend von 4 Steinen in der Spielfeldmitte (2 weiss, 2 schwarz) legen die Spieler abwechselnd einen Spielstein, dessen Seiten unterschiedlich (schwarz und weiß) gefärbt sind, auf das Spielbrett. Da ein Stein nur unmittelbar neben einem bereits liegenden Spielstein platziert werden darf, kommt es zwangsläufig zum „Einschluss“ gegnerischer Steine zwischen zwei eigenen. Alle eingeschlossenen Spielsteine werden dann gewendet, sodass sie die eigene Spielerfarbe zeigen. Anschließend ist der Gegenspieler an der Reihe. Wer am Ende des Spiels dann die meisten Steine mit der eigenen Farbe vorweisen kann, gewinnt. Seit 1977 gibt es auch eine WM-Serie der asiatischen Variante ‚Othello‘.


Für einen wahren Hype in Deutschland sorgte 1973 ‚Superhirn‘ oder auch ‚Mastermind‘ genannt. Das kombinatorische Deduktionsspiel kam in den 1970er in diversen Varianten auf den Markt. Ein Spieler legt zu Beginn mittels bunter Steckstifte, geheim, einen vierstelligen Farbcode fest. Der andere Spieler versucht, den Code zu knacken. Dazu zeigt er einen gleichartigen Farbcode als Lösungsversuch. Nach jedem Versuch bekommt der Rater einen Tipp, wie viele Stifte er in Farbe und Position richtig getippt hat und wie viele Stifte zwar die richtige Farbe haben, aber an einer falschen Position sitzen. Im weiteren Verlauf des Spiels bleiben alle Lösungsversuche und Antworten bis zum Ende des Spiels sichtbar. Ziel des Raters ist es, den Farbcode möglichst schnell zu erraten. - Ich habe es geliebt.


Ebenfalls bemerkenswert, aber eher ein Insider-Tipp, ist ‚Shogun‘ von 1976 (1979 auf der Empfehlungsliste der Jury SdJ). Das Spiel besteht aus einem 8x8 Felder großen Spielbrett mit kleinen Magneten auf der Unterseite. Jeder Spieler bekommt acht Spielsteine aus Kunststoff (rot oder weiss). In den Spielsteinen sind kleine Metallplättchen mit aufgedruckten Zahlen. Pro Farbe gibt es sieben normale Spielsteine und einen, mit einer Krone gekennzeichneten Shogun-Stein. Die Spieler ziehen abwechselnd einen ihrer Spielsteine. Die mögliche Zugweite gibt dabei der Spielstein selbst an. (Normaler Spielstein zwischen 1 und 4, der Shogun-Stein zwischen 1 und 2). In einem Zug darf einmal die Richtung gewechselt werden. Ein Überspringen anderer Spielsteine ist dabei nicht erlaubt. Die Magnete unter dem Spielbrett verändern während eines Zuges die im Spielstein angezeigte Zahl (Zugweite). Somit hat der Spielstein im nächsten Zug eine neue Zugweite. Ziel des Spiels ist es, neben dem Schlagen gegnerischer Steine (wenn der Zug eines Steins auf einem gegnerischen Stein endet), das Bedrohen des Shogun-Steins des Gegners. Geschlagen wird der Shogun-Stein dabei nicht (ähnlich wie beim Schach). Kann der Gegner dieser Bedrohung nicht entgehen, hat er verloren. - Bei ‚Shogun‘ lohnt sich der Blick in das bekannte Online-Auktionshaus. Dort gibt es die Ravensburger-Ausgabe von 1979 schon ab rund 1-5 Euro (zzgl. Versand).


Mit ‚Die Siedler von Catan‘ begann 1995 die Zeit der modernen Brett- und Gesellschaftsspiele so, wie wir sie heute kennen. Seit 1995 sind auch fast unzählige neue Zweierspiele erschienen. Unter all diesen möchte ich nur ein paar auserwählte, meiner Meinung nach richtig gute Spiele, kurz vorstellen.
Über den jeweiligen Link gelangt man zur entsprechenden Spielvorstellung:

1996, ein Jahr nach dem bekannten Brettspiel (3-4 Spieler) kam ‚Catan das Kartenspiel‘ (heute: „Die Fürsten von Catan‘), eines der besten Zweierspiele der letzten 20 Jahre. Jeder Spieler herrscht über ein kleines Fürstentum mit dem Ziel, durch Expansion und Bauvorhaben als Erster eine vorgegebene Zahl von Siegpunkten zu erreichen. Dies geschieht durch Auslegen/"Bauen" von Karten aus der eigenen Handkarten, für das man – ähnlich wie im Brettspiel – Rohstoffe bezahlen muss. Im Gegensatz zum Brettspiel werden die Fürstentümer mit ihren Siedlungen, Straßen, Landschaften (für die Ressourcen) und einzelnen Bauwerken komplett durch entsprechende Karten dargestellt, die vor den beiden Spielern jeweils in Reihe ausliegen. Die Rohstoffe werden auf den entsprechenden Landschaften dargestellt. Der Mechanismus hierfür ist raffiniert. Je nach dem, wie eine Landschaftskarte liegt, bevorratet sie 0, 1,2 oder 3 Rohstoffe dieser Sorte. Es gilt dabei immer die Zahl die unten auf der Karte steht. Bekommt man diesen Rohstoff, oder muss man damit bezahlen, wird einfach die Karte entsprechend gedreht.


2005 ‚Pentago‘, eine Art „4-gewinnt“, allerdings kann sich hier das gesamte Spielfeld permanent ändern. Das Spielfeld besteht aus 4 drehbaren Platten mit je 3x3 Mulden für die schwarzen und weißen Kugeln. Insgesamt also 36 Mulden für ebenso viele Kugeln. Die Spieler setzen abwechselnd eine ihrer Kugeln so auf das Spielfeld, das möglichst schnell 5 eigene Kugeln entweder waagerecht, senkrecht oder diagonal in einer Reihe liegen. Nachdem ein Spieler jedoch eine Kugel gesetzt hat, muss er ein beliebiges der 4 Elemente (Platten mit 3x3 Mulden) um 90° drehen! Dies verändert das Spielfeld permanent und die Spieler müssen, um zu gewinnen, voraus- bzw. „um die Ecke“-denken.
Im selben Jahr kam übrigens eine Variante für 2-4 Spieler heraus. Das Prinzip ist das selbe, allerdings wird jetzt auf 3x3 Felder (=9 Platten) gespielt.


2010 gewinnt ein Spiel namens ‚Moeraki Kemu‘ den Sonderpreis als Zweierspiel beim Hippodice-Autorenwettbewerb. Dieses Spiel für Zwei besticht neben der edlen Aufmachung, durch die sehr einfachen Regeln und der möglichen taktischen Spieltiefe. ‚Moeraki-Kemu‘ bietet drei, aufeinander aufbauende Spielvarianten. Eine Einsteiger-Variante ermöglicht es, den grundsätzlichen Spielmechanismus und 3 von 4 Siegmöglichkeiten kennenzulernen. Das Basis-Spiel ist, wie der Name schon vermuten lässt, das eigentliche ‚Moeraki-Kemu‘, bei dem es insgesamt 4 Möglichkeiten gibt, das Spiel zu gewinnen. Außerdem ist ab dem Basis-Spiel kein Unentschieden wie im Einstiegsspiel mehr möglich. Und das Experten-Spiel, die quasi „höchste“ Form des Spiels, ist die Variante mit sehr hohem taktischen Anspruch.


2012 ‚Targi‘, eines der besten Zweierspiele seit 1995, und mit der Erweiterung 2016 noch ein bisschen spannender und anspruchsvoller. Als Anführer eines Tuareg-Stammes versuchen die Spieler, in maximal 12 Spielrunden, die meisten Siegpunkte zu ergattern. Durch den Handel mit Waren (Datteln, Pfeffer und Salz) können verschiedene Handels-Vorteile und Gold eingetauscht werden, um den eigenen Stamm zu vergrößern. Außerdem birgt jede Stammes-Erweiterung während des Spiels weitere Vorteile oder am Spielende wichtige Punkte. Sobald ein Spieler seine zwölfte Stammeskarte ausgelegt hat, endet das Spiel. Ganz interessant ist dabei der Einsetzmechanismus für die Spielfiguren. Drei Figuren auf Randfelder eingesetzt bringen zum einen Aktionsvorteile für den eigenen Spielzug, zum anderen entstehen durch die drei Figuren jeweils zwei Schnittpunkte auf den Feldern innerhalb der Randfelder. Diese Schnittpunkte bringen zusätzliche Ressourcen und Aktionsmöglichkeiten. Wer seine Figuren clever setzt, wird am Ende einen Schritt voraus sein.


2014 ‚Barragoon‘ ist abstrakt und erinnert an Schach oder Dame. Als Gemeinsamkeit haben sie nur, dass sie abstrakt und strategisch sind, bzw. grundsätzlich zu zweit gespielt wird. Barragoon jedoch als modernes Schach oder Dame-Spiel zu bezeichnen, wäre jedoch völlig falsch. Auch hier änder sich das Spielfeld immer wieder aufs Neue. Die Punkte auf den runden Steinen geben an, wie weit ein Spielstein gezogen werden darf. Die schwarzen Barragoon-Steine geben an, ob und wie sie passiert werden dürfen. Jedes Mal, wenn ein Spielstein geschlagen wird, kommen 2 neue Barragoon-Steine ins Spiel. Hat ein Spieler keine Steine mehr, oder ist er zugunfähig, hat er verloren.

 

2015 ‚Raptor‘, ein asymmetrisches Spiel. Spielkulisse ist eine Insel im Pazifik, auf der auf wundersame Weise einige Dinos überlebt haben. Klar, das eine Handvoll Forscher nun versucht, diese zu fangen um sie im Namen der Wissenschaft zu untersuchen und zu erforschen. (Sollten es japanische Forscher sein, werden die Tierchen wahrscheinlich zu „Forschungszwecken“ auf den Tellern zweifelhafter „Gourmets“ landen.) Die Jungtiere sind vergleichsweise recht einfach zu fangen, wäre da nicht die große, starke und schnelle Mutter, die das mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern möchte. Klar, sie will natürlich ihre Brut schützen, und versucht deshalb ihrerseits, die Forscher zu dezimieren. Es beginnt ein scheinbar ungleicher Kampf, dessen Ausgang ungewiss bleibt, bis eine Seite ihr Ziel erreicht hat. Beide Parteien möchten ihre Ziele erreichen, indem sie Handkarten spielen, die unterschiedliche Aktionen erlauben. Hierbei hat jeder Spieler 10 Karten, von denen er verdeckt drei auf der Hand nimmt, um davon eine auszuspielen. Beide Spieler legen also ihre gewählte Karte verdeckt vor sich ab und decken sie anschließend gleichzeitig auf. Jetzt entscheidet sich, wer als Erster am Zug ist. Der Spieler mit der niedrigeren Karte beginnt. Er führt gemäß seiner Karte eine Aktion durch. Bei den Forschern können dies entweder Bewegungs-Aktionen sein, oder auch die Möglichkeit, weitere Forscher zur Unterstützung auf das Spielfeld bringen. Der Raptor-Spieler kann unter anderem Forscher erschrecken (deaktivieren), sich verstecken, Jungtiere zu sich rufen oder sich von erlittenen Schussverletzungen erholen.

 

Und was bringt uns 2017? Sicher wieder das eine oder andere erwähnenswerte Zweier-Spiel. Da der Jahrgang noch relativ jung ist, kann ich noch nicht viel dazu sagen. Aber beim Verlag Pegasus konnte ich Anfang Februar schon mal ein Spiel für Zwei ausmachen, welches ich mir dieses Jahr auf jeden Fall noch etwas genauer anschauen werde. ‚Onitama‘, bei diesem Zweier Spiel schlüpfen wir in die Rollen großer Kampfschulen-Meister und versuchen, die gegnerischen Schüler inklusive Meister zu schlagen. Dazu sind in jeder Partie fünf von 16 Bewegungskarten im Spiel, die unterschiedliche Manöver erlauben. Eine benutzte Bewegungskarte wandert anschließend an den Gegner. Das Spiel wird ab ca. Mai 2017 nur im Fachhandel erhältlich sein. (Online ab Herbst 2017). Aber es klingt schon jetzt sehr interessant.
 
So, das war ein kleiner Ausflug in die Geschichte und Zukunft der Zweier-Spiele. Es gibt sicher noch viel, viel mehr guter Spiele für Zwei. Ebenso gibt es sehr viele Spiele, die sehr gut zu zweit gespielt werden können, aber ich wollte mich hier bewusst nur auf reine Zweierspiele beschränken. Und ich bin mir sicher, dass auch 2017 neben ‚Onitama‘ wieder einige schöne und spielenswerte Zweierspiele auf den Markt kommen.
 
Ich hoffe, ich konnte euch hier ein paar interessante Dinge über Zweierspiele erzählen. Wenn ihr noch mehr über Zweierspiele erfahren möchtet, oder Spieletipps für Zweierspiele sucht, dann schaut doch mal beim Bloggernetzwerk www.Beeple.de vorbei. Dort sind Zweierspiele der Themenschwerpunkt im Februar 2017. Wenn ihr dort auch nicht fündig werdet, spielt!
 
Zum Abschluss möchte ich noch Danke sagen. Danke an alle, die mitgeholfen haben bei diesem Artikel. Mein besonderer Dank geht dabei an: Daniel D., Daniel S., Jutta, Petra, Sarah, Simone, Stefan und Xavi. Vielen Dank ihr Lieben.

 
 
Quellen:
Wikipedia, Erwin Glonegger – Das Spiele-Buch
 
Bildnachweise:
Backgammon, Barragoon, Bohnenspiel, Catan Kartenspiel, Dame, Mastermind, Moeraki Kemu, Mühle, Onitama, Pentago, Raptor, Schach, Shogun, Targi, à alle © Oliver Sack
Go © Daniel Stehli
Reversi © Daniel Danzer
Senet © Stefan Künsch (unten) edenpictures/flickr (oben)
 
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