Der Spielevater Blog(gt)

Let's go PARTY(-Spiele)

 gepostet von Spielevater um 16:41:29 22.04.2017

Nicht nur an Silvester hat spielen mit Freunden schon immer einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Für viele, die vielleicht nicht regelmäßig spielen, heißt spielen mit Freunden schnell auch Party-Spiele. Und viele denken da bestimmt auch gleich an Trinkspiele oder Spiele bei denen man sich zum Affen macht. Früher versuchte man, sich mit Party-Spielen von den Gesellschafts- oder Familien-Spielen abzugrenzen. Nach dem Motto „Spielen nur Erwachsene zusammen, spielen sie Party-Spiele - das ist nichts für Familien oder gar Kinder!“. ‚Trivial Pursuit‘, ‚Activity‘ oder ‚Tabu‘ sind hier typische Vertreter. Bei ihnen wurde, schaut man sich alte Werbung an, suggeriert, es seien Spiele ab etwa 25 Jahren. Das hat sich aber ab Anfang der 1990er gewandelt.

Doch was sind Partyspiele? Ich würde sagen es sind lustige Spiele, für lustige und gesellige Abende. Aber trifft das wirklich zu? Auch "normale" Brett- oder Karten-Spiele können gesellig sein. Kinder- und Quiz-Spiele auch. Aber sind Strategie-Spiele auch Party-Spiele? Strategie-Spiele können Brett-Spiele sein, oder sind sie allesamt Gesellschafts-Spiele? Und was ist mit "Party-Spiele sind Spiele bei denen man Spaß hat"? Nun, Spaß hat man doch bei allen Spielen, egal ob lustig oder nicht? Sonst würden wir ja nicht spielen. Nächster Versuch: "Party-Spiele sind Spiele für viele", auch das ist schwer abzugrenzen, zumal, was sind "viele"? Vier, sechs, acht, zehn oder mehr? Auch dieser Definitionsversuch ist folglich zum Scheitern verurteilt.

Eine Einteilung oder Klassifizierung ist schwer, ja ich behaupte sogar, unmöglich. Es gibt schlicht keine eindeutig verpflichtende Klassifizierung von Spielen im Allgemeinen. Wir nennen es zwar Brett-Spiel, aber dies können dann auch Karten-Spiele sein, ohne Spiel-Brett. Und der Begriff „Gesellschafts-Spiele“? Der ist gleich komplett irreführend, oder hat schon einmal jemand ohne Gesellschaft gespielt? Wohl eher selten. Ich sage, wer spielen will, braucht den/die passenden Spielpartner, egal ob jung oder alt, egal ob kleine Gruppe oder zu zweit, Spielen muss Spaß machen.

Es ist also wirklich schwer, eine bestimmte Gruppe Spiele als "Party-Spiele" zu definieren, obwohl jeder weiß, was gemeint ist. Nur eben die Definition per se ist schwer, nein unmöglich. Einigen wir uns deshalb auf Folgendes: "Jeder weiß, was mit Party-Spiel gemeint ist." Oder wie meine Frau sagt: „Partyspiele sind die, die DU dazu machst.“ Auch eine sehr schöne Definition.

Da wir sehr oft spielen, und zwar alles mögliche, werden wir von Besuchern bei unseren öffentlichen Spiele-Abenden und von Freunden und Bekannten sehr oft gefragt, welche Spiele wir als „Party-Spiele“ empfehlen können. Die Antwort auf diese Frage fällt uns eigentlich leicht. Wir kennen zwar nicht den Geschmack anderer Leute, aber wir hatten schon oft den richtigen Riecher. Und wir wissen, was bei unseren Veranstaltungen immer für gute Laune gesorgt hat. Dabei ist aber immer auch etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Sind wir uns dabei dann doch zu unsicher, oder kennen die Spieler nicht so gut, fragen wir höflich nach Vorlieben, Wünschen und Erfahrungen im Bereich Spiele. So können wir großen Abstand zu Fettnäpfchen halten. Denn empfehlen wir ein Wissens-Spiel, besteht die Gefahr das einer in der Gruppe sich lächerlich macht, weil er vielleicht kein so tolles Allgemein- oder Geografie-Wissen hat. Das wäre dann peinlich für den Einzelnen und das Ende eines geselligen Treffens.

Empfehlen wir ein Pantomimen-Spiel oder Bewegungs-Spiel, und in der Gruppe traut sich keiner dazu, ist’s auch doof. Daher ist es immer schwer, Spiele, egal welcher Art, pauschal zu empfehlen. Also berufen wir uns auf unsere Erfahrungen, denn was bei unseren Veranstaltungen für viel Spaß gesorgt hat, kann gar nicht falsch sein. Deshalb verraten wir sehr gerne, welche Spiele in unseren Runden als „Party-Spiele“ gespielt werden. Nachfolgend jetzt ein Überblick mit kurzer Vorstellung unserer Party-Spiele-Highlights. (Alphabetisch, Stand heute). Die Spiele sind allesamt von 2016 oder früher. Aktuell gibt es ein paar Spiele, die eventuell in die Liste mit hinein gehören könnten/sollten. Aber viele Spiele, die 2016/2017 veröffentlicht wurden, sind so neu, dass wir sie noch nicht oft genug gespielt haben. Deshalb können wir noch nicht sagen, dass sie gut genug für unsere Dauerbrenner-Liste sind. Allerdings können wir schon heute einen Kandidaten für die Zukunft benennen. ‚Magic Maze‘ (Sit Down / Pegasus), dieses Spiel hat definitiv Party-, Spaß- und gute Laune Potenzial. Dazu aber demnächst mehr. Jetzt kommen wir zu unserer Liste:
 

Banana Matcho - Zoch (2-6 Spieler, ab 6 Jahren)

Reihum sind immer zwei Spieler aktiv. Ein Spieler (Gejagte) würfelt mit sechs Würfel und versucht eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Er kann dabei so lange würfeln, wie er will. Ist er mit seinem Ergebnis zufrieden, haut er sofort auf die Quietsche-Banane in der Tischmitte. Gleichzeitig würfelt ein anderer Spieler (Jäger) mit drei Würfeln. Sobald dieser aber auf allen drei Würfeln einen Affen erwürfelt hat (bereits gewürfelte Affen legt er beiseite) haut er auf die Quietsche-Banane. Wer also zuerst haut, bekommt Punkte. Der andere geht leer aus. Anschließend wechselt die Rolle unter den Mitspielern. Ein herrlich chaotischer Würfelspaß. Mal wird Risiko belohnt, mal hat man sich verzockt. ‚Banana Matcho‘ ist immer wieder gut.
 

Camel Up – Pegasus (2-8 bzw. 10 Spielern, ab 8 Jahren)

Ein herrlich chaotisches Brettspiel, das erst ab 5 Spieler so richtig viel Spaß macht. Dabei dreht sich alles um fünf Kamele, die sich ein heißes Rennen durch die Wüste liefern. Alle Spieler wetten dabei auf den Ausgang des Rennens und die einzelnen Etappen. Das unberechenbare und witzige dabei ist, das niemand weiß, welches Kamel sich wann und wie weit bewegt. Dazu kommt noch, dass jedes Kamel alle anderen Kamele die es gerade huckepack hat, mitnimmt. Hier den Überblick zu behalten oder zu versuchen, das Rennen zu beeinflussen, ist fast unmöglich. Immer wieder kommt genau die Situation, die man eigentlich nicht wollte oder für sehr unwahrscheinlich gehalten hat. ‚Camel Up‘ ist ein riesen Spaß für kleine Gruppen und natürlich auch für die Familie.
Wer es etwas kalkulierbarer möchte, der kann auch auf das ‚Camel Up Kartenspiel‘ zurückgreifen, welches 2016 veröffentlicht wurde. Das Kartenspiel ist ein klein wenig berechenbarer, bietet aber einen ebenfalls sehr großen Spielspaß.
 

Codenames – Asmodee (2-8 Spieler, 14+)

Zwei Teams, eine Mission. Wer zuerst alle seine Agenten gefunden hat, gewinnt. 25 Begriff-Karten liegen auf dem Tisch in einem 5x5 Raster aus. Je ein Teammitglied ist Chef-Agent in einer Runde. Beide Chefs schauen sich eine Karte an, auf der die Position der Karten zu sehen ist, die das jeweilige Team finden muss. Pro Runde darf dann der Team-Chef seinem Team genau einen Hinweis geben. Damit muss das Team versuchen herauszufinden, welche Begriffs-Karte der Chef meint. Klingt einfach? Ist es aber nicht. Als Hinweis sind nur eine Zahl und ein Wort zulässig. Da gilt es, um die Ecke zu denken und zu kombinieren. Denn was sich hinter „Moses, 3“ verbirgt, kann mehr sein als nur „Ägypten, Brot und Wasser“. Außerdem ist darauf zu achten, das eine bestimmte Karte auf keinen Fall gefunden wird. Diese eine Karte bringt die sofortige Niederlage für das aktive Team. Somit haben es die Chefs nicht leicht, möglichst viele ausliegende Begriffe mit nur einem Wort zu beschreiben. Und beim Raten ist Kommunikation und Teamwork wichtig. Nur gemeinsam schafft man es vor dem gegnerischen Team, alle seine Begriffe zu finden.
Zwischenzeitlich gibt es das Spiel auch als ‚Codenames Pictures‘. Hier sind doppel- und mehrdeutige Bilder statt Wörter auf den Karten. Sehr beliebt in unseren Runden ist auch die Kombination von ‚Codenames‘ mit den Karten von ‚Dixit‘. Codenames ist immer gut für ein bis zwei Stunden Spaß mit Freunden.
 

Halli Galli – Amigo (2-6 Spieler, 6+)

Kommen wir zu einer ganz berühmten Glocke. Nicht die von Big Ben in London, und auch nicht „Die Glocke“, vom Schiller. Gemeint ist die Glocke von Haim Sharif. Wer das ist? Er ist der Autor des Kinder- und Partyspiel-Klassikers ‚Halli Galli‘ von 1990. Den Klassiker gibt es zwischenzeitlich in vielen Varianten. Der Ablauf ist im wesentlichen immer gleich. Nacheinander werden Karten vom verdeckten Nachziehstapel aufgedeckt und auf mehrere offene Stapel, reihum, verteilt. Sobald zwei gleiche Bilder zu sehen sind, muss man auf die Glocke hauen. Stimmt’s, gibt’s Karte/Punkte, stimmt’s nicht, Pech.
Gerade bei Kinder oder in der Familie kommt ‚Halli Galli‘ immer wieder gut an. Außerdem ist hier das Verletzungsrisiko deutlich geringer als beim artverwandten ‚Jungle Speed‘.
 

Hand auf’s Herz - Zoch (2-10 Spieler, 10+)

Eines der Stamm-Party-Spiele in unseren Runden. Immer wieder haben wir sehr viel Spaß an diesem Spiel. Ein Spieler liest eine Frage vor. Sie kann mit „richtig“ oder „falsch“ beantwortet werden. Manche Fragen sind allgemein, manche, und das macht es besonders abwechslungsreich, beziehen sich auf die gerade spielende Gruppe. Es gibt aber auch Fragen mit doppelter Verneinung und ähnlichen Fallen. Konzentriertes Zuhören ist also sehr wichtig. Sobald die Frage gestellt ist, muss man nur noch die richtige Hand (rechts für JA, Links für NEIN, oder andersrum) auf ein Schaumstoffherz legen und stillhalten. Dann wird aufgelöst. Je weiter unten sich die eigne Hand befindet, desto mehr Plus oder Minuspunkte gibt es. Dabei neigen allerdings Rechts- wie Linkshänder dazu, zwar sehr schnell zu sein, aber dadurch auch sehr schnell eine falsche Antwort auf vermeintlich leichte Fragen zu geben. Der Grund ist ganz einfach, sie nehmen aus Reflex ihre dominante Hand. Wer nach 10 oder X Runden die meisten Punkte hat, gewinnt ‚Hand auf’s Herz‘.
Memo an meine Gruppe: Genaues lesen immens wichtig. Zebras sind Beutetiere, keine Beuteltiere!
 

Imagine – Huch & Friends (3-8 Spieler, 12+)

Noch gar nicht so alt, und doch schon sehr beliebt weil anders. Eigentlich ist der Spielablauf nichts Besonderes. Ein Spieler erklärt einen Begriff aus einer zuvor gewählten Kategorie und alle raten mit. Aber, ganz so einfach hat es der Erklärer nicht. Er hat weder Bleistift noch Papier. Er hat lediglich 60 transparente Karten mit Piktogrammen. Diese kann er zu einem Bild zusammenlegen oder sie in guter Trickfilm-Manier bewegen. Welche Piktogramme er dabei wie verwendet, bleibt dem Erklärer überlassen. Fantasie und Vorstellungskraft sind wichtig bei diesem sehr lustigen Partyspiel, das eigentlich laut Regeln über 10 Runden verläuft. Doch wen interessieren alle Regeln? Solange es Spaß macht, jagt eine Runde die nächste und nach kurzer Zeit stehen Raten und Piktogramme legen ohnehin im Vordergrund und keiner interessiert sich mehr für irgendwelche Punkte.
So muss ein Party-Spiel funktionieren!
 

Jungle Speed – Asmodee (2-8 Spieler, 7+)

‚Jungle Speed‘ ist schnell, ‚Jungle Speed‘ ist gemein! – Aktion pur ist garantiert, bei diesem Reaktionsspiel. Obwohl eine kleine „Verletzungsgefahr“ bei diesem Spiel besteht, so ist es doch der perfekte „Aufwärmer“ für einen geselligen Spieleabend, oder mit Freunden einfach mal zwischendurch.
Das Spielprinzip ist ähnlich wie bei ‚Halli Galli‘, nur wird nicht auf eine Glocke geschlagen, sondern es wird versucht einen dicken Holz-Stab zu schnappen.
Wir haben ‚Jungle Speed‘ zusammen mit Spielern der Handball-Spielgemeinschaft der SG-Schramberg (Alter: 18-45 Jahre) getestet. Das Fazit war überwältigend. Die Spieler lagen bisweilen lachend und unter Tränen auf dem Fußboden (unter dem Tisch). – Kein Scherz!
 

Krazy Wordz – Fish Tank (3-7 oder 14, 10+ bzw. 14+)

Ein Spiel kam bei unseren Partys 2016 häufig auf den Tisch ‚Krazy Wordz‘. Kein anderes Spiel hat uns in der Gruppe zu später Stunde so viel Spaß gemacht! Aber Achtung! Wenn zu Beginn komische Karten kommen und kein Spaß aufkommt, dann ist das Spiel schnell unten durch!
Ist „Varrho“ eine Tiefsee-Gernelenart oder „Prosit“ auf finnisch? Bezeichnet „Gupf Stuck“ ein Elsässer Dessert-Gebäck oder ist’s ein Nasenpopel? Keiner unserer Mitspieler wusste es. Woher auch? Und gerade das macht den großen Spielspaß bei ‚Krazy Wordz‘ aus. Die Spieler denken sich zu Aufgaben möglichst passende Begriffe aus, die es in der Realität aber nicht geben darf. Zur Verfügung stehen dabei immer maximal 6 Konsonanten und 3 Vokale, die zuvor blind gezogen werden.
 ‚Krazy Wordz‘ gibt es in zwei Varianten: Eine „Family Edition“ (ab 10 Jahren), und die Erwachsenenvariante (ab 16 Jahren). Letztere ist gerne einmal zweideutig und je nach Gruppe auch nicht mehr ganz jugendfrei. Wer also gerade für kleine Partys, Silvester oder Spielertreffen ein schönes, lustiges und kurzweiliges Spiel sucht, der sollte sich ‚Krazy Wordz‘ unbedingt anschauen.
Allerdings bleibt ein Kleines „aber!“. Wer grundsätzlich Ratespiele mit fiktiven Begriffen nicht mag, oder den Sinn in so einem Spiel nicht sieht, der wird ‚Krazy Wordz“ schnell beiseitelegen und ablehnen. Das ist natürlich OK, denn Spiele dieser Art sind wirklich nicht jedermanns Sache. Es ist eben Geschmackssache. Daher ist es eher für Wortakrobaten und Buchstabenverdreher mit viel Fantasie geeignet.
 

Lift it! – Game Factory (1-8 Spieler, 8+)

Spiele, bei denen Klötzchen gemäß einer Vorlage schnell gestapelt werden müssen, sind hinreichend bekannt und nichts Außergewöhnliches. Aber ‚Lift it‘ ist anders! Hier werden die Bauteile nicht von Hand, sondern mittels „Kran“ gestapelt und verbaut. «Baue Dich um Kopf und Kran!» So wirbt der Verlag für das Spiel. Und so zweideutig sich das anhört, so ist es auch. Der gelbe Plastik-Kranarm muss entweder mit der Hand oder, mithilfe eines Bandes an der Stirn befestigt, mit dem Kopf geführt werden. Dabei sollte weder das Zeitlimit noch der Baubereich auf dem Spielplan überschritten werden. Hat man das in der Zeit geschafft, kommen die Mitspieler an die Reihe und versuchen natürlich die Zeit zu unterbieten. Richtig viel Spaß kommt auf, wenn man die Team-Variante spielt. Dann bekommen zwei Spieler eines Teams je einen Kranarm vor den Kopf geschnallt und der Haken, mit dem gebaut wird, hängt zwischen beiden Köpfen. Hier ist dann wirklich Teamwork und Koordination gefragt. Gar nicht so leicht, dafür aber sehr lustig.
 

Looping Louie – Hasbro (2-4 Spieler, 4+)

Hierzu muss man nichts sagen, oder? ‚Looping Louie‘ ist seit 1992 immer noch ein Dauerbrenner bei Hasbro und die Verkaufszahlen sind sehr gut. Eigentlich ist es ja ein Kinderspiel, aber nicht zuletzt dank diverser Umbau-Kits aus dem Internet, gehört ‚Looping Louie‘ zur Grundausstattung einer Studenten-WG. Und nicht nur dort wird es zu einem Trinkspiel umfunktioniert. Googelt man ein wenig im Internet, so finden sich auch Bilder/Videos von überdimensionalen Varianten, die sich ein paar Spaßvögel selbst gebaut haben. Da fliegt dann auch mal ein Bobby-Car an einer gewagten Schweiß-Konstruktion spazieren. Ganz neu gab es 2015 auch eine Variante mit „Star Wars®“ Lizenz. Unter dem Namen ‚Looping Chewie‘ flitzt der Held aus „Star Wars®“ im legendären Millenium-Falken im Kreis. Einziger Nachteil dieser Variante, sie ist, warum auch immer, nur für maximal 3 Spieler.
P.S.: Ich hab noch nie Kinder ‚Looping Louie‘ spielen gesehen!
 

Lucky Lachs – Kosmos (3-6 Spieler, 8+)

Was da in der lustigen Fisch-Verpackung daher kommt, hat es ganz schön in sich. 72 Karten sorgen für einen großen Spielspaß und können einem ganz schön den Atem rauben. Sobald es losgeht, rufen alle durcheinander „High 5“, „Checker-Faust“, „Tausch-Rausch“ oder „Lucky Lachs“. Dabei versucht man, den passenden Partner, um nach der entsprechenden Kartenaktion, schnell die Karten loszuwerden. Dabei ist es wichtig, nicht immer zu lange zu suchen. Besser das eine oder andere Mal die Karte ungenutzt nach unten schieben und mit der nächsten Karte auf Partnersuche gehen. Eine Runde ist bei ‚Lucky Lachs‘ auch super schnell gespielt. Es dauert meist nur ein paar Minuten und der Sieger steht fest. Diese kurze Spielzeit und der Höllenspaß, den man dabei hat, zieht sofort eine weitere Runde nach sich. Und noch eine, und noch eine. Schnell kommen da sieben, acht oder mehr Runden zusammen. Da ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, wenn man etwas außer Atem gerät. Aber egal, noch ‚ne Runde!
Wir hatten Spaß. Das Spiel ist herrlich einfach und sehr lustig. Genau das Richtige für zwischendurch mit ein paar lustigen Spielpartnern. Und, nicht verstecken beim Spielen! Ruhig mal in einer Kneipe oder einem Café spielen. Die Gesichter und Blicke der anderen Gäste – unbezahlbar.
‚Lucky Lachs‘ macht richtig Spaß und ist nicht nur Stress für Stimmbänder und Hände, nein auch für dein Knie, wenn’s beim Tausch-Rausch rappelt.
 

Meisterwerke - Asmodee (aka. Identik, für 3-10 Spieler, 12+)

‚Meisterwerke‘ (alter Titel: ‚Identik‘) ist neben ‚Hand auf’s Herz‘ DAS Party- und gute Laune Spiel bei unseren mehrtägigen Treffen. Meist zu vorgerückter Stunde treffen wir uns, um unsere künstlerischen Fähigkeiten auf die Probe zu stellen. Das Besondere, ‚Meisterwerke‘ ist ein Zeichenspiel für alle, die nicht zeichnen können. Das ist auch der Hauptunterschied zu Frank Elstners ‚Montags-Maler‘ und ähnlichen Spielen. Der Meister beschreibt ein Bild so schnell und so genau wie möglich, während die Künstler es nachzeichnen müssen. Dabei spielt es absolut keine Rolle, ob das Bild nachher schön oder erkennbar ist. Einzig das Vorhandensein wichtiger Details ist ausschlaggebend für gute Punktzahlen. Da das Ganze unter Zeitdruck abläuft, bleibt ohnehin keine Zeit, den Picasso in sich zu wecken. Nicht selten ist ein Strichmännchen mehr Punkte wert als ein schön gezeichneter Adonis, solange er auf der richtigen Seite des Bildes oder eines Gegenstands gezeichnet ist. Ist die Zeit um, wird verglichen: In 10 Punkten werden die Kunstwerke bewertet – aber nicht durch Selbstkontrolle, sondern durch einen Mitspieler. Er fungiert als Kritiker und entscheidet letztendlich, ob der unförmige Kreis ein Ball oder ein Stein darstellen soll. Dann bekommen die Spieler Punkte für die richtigen Details. Fehlt ein Detail, Pech. Fehlt ein Detail, das der Meister gar nicht erklärt hat, ist es Pech für den Meister, er bekommt dafür auch keine Punkte. Für die Schönheit ihrer Zeichnung bekommen die Spieler gar nichts – höchstens Spott. ‚Meisterwerke‘ ist ein einfallsreiches Spiel, bei dem alle zu Meistern, Künstlern und Kritikern werden. In diesem Sinne grüßt „Die Vogelscheuche mit schwarzem Hängerle auf totem Igel“ seine Spielgruppe.


 

Paku Paku – Ravensburger (2-8 Spieler, 8+)

Nur Fünf Würfel bringen hier zusammen mit ein paar Geschirrteilen aus Kunststoff ganz schnell ganz viel Spaß an den Tisch. In der Tischmitte wird ein Papp-Marker ausgelegt. Daneben werden die Teller und Schüsseln aus Kunststoff ausgelegt. Die Würfel werden unter den Mitspielern gleichmäßig verteilt, d. h. bei fünf Spieler bekommt jeder einen, bei mehr oder weniger als fünf Spieler werden sie willkürlich verteilt. Dann kann es schon losgehen. Alle Spieler würfeln gleichzeitig! Wer einen grünen Panda würfelt, gibt sofort seinen Würfel an den Spieler zu seiner rechten (die Schweizer nach links bitte). Zeigt der Würfel keinen grünen Panda, heißt es so lange weiterwürfeln, bis der grüne Panda zu sehen ist. Fällt beim Würfeln jedoch ein roter Panda, so muss der Spieler der rot gewürfelt hat sofort sein Würfeln unterbrechen und eines der Geschirrteile auf den Marker in der Tischmitte stellen. Steht dort schon etwas, wird gestapelt. Fällt der Turm aus Geschirrteilen um, ist das Spiel zu Ende und der Spieler, der den Turm zum Einsturz gebracht hat, ist der Verlierer der Runde. Verloren hat auch, wer zu irgend einem Zeitpunkt im Spiel vier oder fünf Würfel vor sich liegen hat.
‚Paku Paku‘ ist das, was man als schnellen Spielspaß bezeichnet. Super schnell erklärt, kann es sofort losgehen. Böse Zungen sagen auch es sei ein irrwitziges Stressspiel. Mag sein, aber es macht richtig Spaß.
 

Wie ich die Welt sehe – Abacus (2-9 Spiele, 10+) / Bäm! – Pegasus  (4-10 Spieler, 16+)

Beide Spiele funktionieren grundsätzlich gleich. Außerdem gilt wie bei ‚Krazy Wordz‘, wenn zu Beginn komische Karten kommen und kein Spaß aufkommt, dann ist das Spiel ganz schnell unten durch!
Ein Spieler liest eine Aufgaben-Karte/Textkarte vor. In dem Text auf der Karte sind ein oder zwei Lücken, welche die anderen Spieler mit ihren Handkarten, auf denen nur ein Begriff oder Name steht, möglichst passend zu füllen versuchen. Dabei darf der Spieler der die Aufgabenkarte vorliest zunächst nicht wissen, welche Karte von welchem Spieler stammt, denn es wird noch eine Karte vom Stapel blind untergemischt. Aus diesen Karten wählt der Spieler die aus, die seiner Meinung nach am besten zur Aufgaben-Karte passt. Er kann sich dabei für eine nüchterne, korrekte Aussage entscheiden oder Poesie oder philosophische Erkenntnisse oder die Originalität belohnen, ganz nach Belieben. Aber Vorsicht! Der Stapel straft sofort! Wer seine Mitspieler falsch einschätzt oder zu viel Fantasie hat, der wird ein leichtes Opfer der zufällig eingemischten Karte vom Stapel und verliert Punkte. Da helfen dann auch nicht die spöttischen Kommentare der übrigen Spieler! – Wir haben regelmäßig Tränen in den Augen.
Beispiel aus realer Runde: Ich: „Gegen Schnarchen hilft am besten …..“ – Es kamen lustige Antworten wie „Naomi Campbell“ oder „Dosenbier“. Damit kann ich grundsätzlich auch gut leben. Aber meine Frau legte: „Elektroschocker“! – Ich erspare mir hier weitere Kommentare.
 

So, das war ein Überblick über Party-Spiele die ich, die wir, gut finden. Zu einigen der genannten Spiele findet ihr auch ausführliche Rezensionen auf unserer Seite unter „Archiv“.
Ich hoffe, Euch einen kleinen Einblick gegeben zu haben in das, was wir gerne auf unseren Partys spielen. Ich weiss, es gibt noch viel, viel mehr Spiele dieses Genres, und ich hab sicher ein paar vergessen zu erwähnen. Aber es ging mir wirklich nur darum, was WIR spielen., und das ist wie immer Geschmackssache.


© Oliver Sack, April 2017


Besonderer Dank für die Unterstützung zu diesem Beitrag:
Simone D., Jutta S., Andreas S., Xavi B., Oli L. - vielen Dank für Eure hilfreichen Inputs.
Bildmaterial: Fotos © Oliver Sack, Abbildungen der Spiele © bei den jeweiligen Verlagen

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