Dice Forge (Régis Bonnessée, 2017)

für 2-4 Spieler, ab 10 Jahren
Autor: Régis Bonnessée
Verlag: Libellud
Vertrieb: Asmodee
Spieldauer: 40 Minuten
Platzbedarf ca. 100 x 70 cm


Verlags-Beschreibung

„Dice Forge“ – Schmiede dein Glück!
 
Bei den Göttern herrscht Langeweile und so veranstalten sie zu ihrer Unterhaltung ein legendäres Turnier. Dem Gewinner winkt die ultimative Belohnung: Ein Platz unter den Göttern!
 
„Dice Forge“ entführt 2 bis 4 Spieler ins Reich der Götter, wo sie als Helden am größten Turnier aller Zeiten teilnehmen. Um das Turnier zu gewinnen, müssen die Helden die mächtigen Götterwürfel meistern, mit deren Hilfe sie sich auf den himmlischen Inseln den Prüfungen der Götter stellen und ihnen Opfer darbringen. Alles, was jetzt noch fehlt, sind ein paar fähige Helden, die eine richtig gute Show liefern!
 
In „Dice Forge“ erhält jeder Spieler zwei speziell produzierte Würfel mit austauschbaren Würfelseiten, die im Laufe des Spiels verändert und verbessert werden können. Durch das sogenannte „Schmieden” der Würfel beeinflussen die Helden die zufälligen Ergebnisse der Würfel und nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand!
 
Mit 108 austauschbaren Würfelseiten stehen den Spielern unzählige Kombinationsmöglichkeiten zur Verfügung, um ihre Götterwürfel nach ihren Wünschen zu gestalten und zu verstärken. 96 Heldentat-Karten laden die Spieler dazu ein, die himmlischen Inseln zu erkunden und sich legendären Kreaturen und Herausforderungen zu stellen. Möge der beste Held gewinnen!

Quelle: PM Asmodee, 2017


Was der Pragmatiker wissen möchte

Tolles Spiel mit variablen Würfeln.


Über das Spiel

Um das Spiel grob zu erklären, fange ich am besten mit dem Spiel-Ziel von „Dice Forge“ an. Und das ist eigentlich ganz einfach. Gewinner ist, wer am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte gesammelt hat. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.
 
Wie bekommt man Siegpunkte? Nun, eine Möglichkeit, direkt Punkte zu erhalten ist mit den eigenen zwei Würfeln. Allerdings hat man zu Beginn nur die Chance, mit einem Würfel ganze zwei Punkte zu erwürfeln. Das ist in Anbetracht der möglichen 100 Punkte in nur 9 oder 10 Spielrunden, vergleichsweise sehr wenig. Wir brauchen also weitere Punktequellen. Der zweite Würfel hilft uns hier nicht viel weiter, denn der zweite Würfel bietet (noch) keine Siegpunkte.
 
Was also tun? Schauen wir uns die beiden Würfel genauer an, so sehen wir, dass wir eine große Chance haben, Gold zu würfeln. Gold ist am Anfang reichlich vorhanden, sodass wir die Wahrscheinlichkeit von 5/6 beziehungsweise 4/6 haben, um Gold zu erreichen. Daraus folgt, dass wir mit einer Wahrscheinlichkeit von 20/36 (5/9) 2 Gold erhalten. Soweit mal ein kleiner Ausflug in die Wahrscheinlichkeitsrechnung.
 
Was kann man jetzt mit dem gesammelten Gold tun? Nun, mit Gold kann man sich im Tempel (quasi ein Markt) neue Würfelseiten kaufen. Damit können wir die eigenen Würfel optimieren, um Erträge und Ertragschancen zu verbessern.
 
Im Tempel können wir neben Gold und Siegpunkten noch andere Würfelseiten kaufen. Hier gibt es blaue (Mondsplitter) und rote (Sonnensplitter) Ertragsseiten, sowie diverse Kombinationen daraus oder Ertragsjoker. Generell gilt, je wertvoller desto teurer.

 
Mit den Mond- und Sonnensplitter können wir ebenfalls Punkte kaufen. Allerdings bekommen wir diese nicht im Tempel, sondern in der Kartenauslage (Insel). Dort kann man Karten kaufen, die Siegpunkte und weitere Vorteile bringen. Diese Vorteile können dauerhaft oder einmalig und sofort genutzt werden. Es gibt aber auch Karten, die nur Siegpunkten bringen.

 
Doch wie verwalten wir all die Erträge, die wir im Verlauf des Spiels bekommen? Hier kommen jetzt die Heldentableaus (Spielertableaus) ins Spiel. Hauptaufgabe des Heldentableaus ist die Verwaltung der Erträge (Göttergaben). Auf insgesamt 5 Leisten werden dort Gold, Sonnensplitter, Mondsplitter und Siegpunkte abgetragen. Auf diesen Heldentableaus werden auch (wenn man ordentlich spielt) die beiden Würfel abgelegt.

 
Nachdem wir nun die Elemente des Spiels kennengelernt haben, schauen wir uns einen Spielzug an. Ein Spielzug beginnt, indem ALLE Spieler gleichzeitig ihre beiden Ertragswürfel werfen. JEDER Spieler trägt dann seine Erträge auf seinem Heldentableau ab. Damit ist dann auch der Spielzug der passiven Spieler beendet. Der aktive Spieler, und NUR er, darf jetzt vorhandene Vorteilskarten einmalig nutzen. Anschließend kann er für Gold im Tempel eine oder mehrere Würfelseiten erwerben. Statt neuer Würfelseiten kann er sich auf der Insel für Mond- und/oder Sonnensplitter eine Vorteilskarten kaufen. Damit endet auch schon der Spielzug des aktiven Spielers. Es sei denn, dieser möchte einen zweiten Kauf im Tempel oder auf der Insel machen. Dies darf er einmalig tun, wenn er dafür zwei Sonnensplitter abgibt. Anschließend würfeln wieder alle Spieler und die Rolle des aktiven Spielers geht weiter.
 
So haben wir jetzt, je nach Anzahl Mitspieler, 9 oder 10 Runden Zeit unsere Würfel zu optimieren und möglichst oft zu würfeln um viele Siegpunkte zu sammeln. Allerdings wird man in den letzen zwei Runden eher Vorteilskarten als Würfelseiten kaufen, da dies mehr Punkte bringt. Am Ende des Spiels gewinnt der Spieler, der die meisten Siegpunkte gesammelt hat.


Unsere Eindrücke

Der Einstieg in „Dice Forge“ ist recht einfach, wenn jemand am Tisch sitzt, der das Spiel erklärt. Ist man allerdings nicht in dieser Situation, sprich man muss selbst die Regeln vor der ersten Partie lesen, sieht die Sache anders aus. Die Spielregeln sind unübersichtlich und wirken auf den ersten Blick sogar etwas wirr. Hier besteht die Gefahr, dass das Spiel bei Wenig- und Gelegenheitsspieler schnell wieder vom Tisch verschwindet. Hat man sich allerdings erst einmal durch die Regeln gekämpft, wird man feststellen, dass alles aber recht logisch ist. Die Regeln können dann schnell beiseitegelegt werden. Das Regelwerk bleibt aber der einzige Schwachpunkt des Spiels.

Hervorheben möchte ich hingegen die Spielschachtel. Das durchdachte Inlay hilft nicht nur beim Aufräumen, sondern ermöglicht auch einen sehr schnellen Spielstart. Alles hat seinen Platz, die Aufbauphase ist dadurch sehr kurz.
 
Da in jeder Runde immer alle Spieler würfeln und Erträge erhalten, ist auch die Downtime sehr kurz. Nach jedem Würfelwurf kann man sich Gedanken machen, was man tun will, wenn man als aktiver Spieler an der Reihe ist. Allerdings ändern sich die Möglichkeiten permanent. Immer wieder kauft jemand eine Würfelseite, die man selbst gerne hätte. Oder man bekommt Erträge, die einem wiederum andere oder bessere Möglichkeiten bieten, die man zuvor noch nicht in Betracht gezogen hat.
 
Bei der Spieleranzahl gibt es ebenfalls keine Einschränkung. Egal ob zwei, drei oder vier Spieler, „Dice Forge“ spielt sich in allen Besetzungen recht flott. Allerdings haben uns im Grundspiel die Partien zu zweit nicht so gut gefallen.
 
Besonderen Spaß macht es, herauszufinden, wie man welchen Würfel bestücken soll. Hier hatten wir verschiedene Experimente, die mal gut und mal schlecht funktioniert haben. Meine Idee, einen Würfel komplett mit Siegpunkten zu bestücken, scheiterte allerdings meist an meinen Mitspielern, die das schnell zu unterbinden wussten.
 
Strategisch lässt „Dice Forge“ wirklich viele Experimente zu, was es dann auch spannend macht. Zusätzliche Vorteilskarten, mit etwas komplexeren Fähigkeiten machen „Dice Forge“ zudem noch variabler, was wiederum den Wiederspielreiz weiter beflügelt. „Dice Forge“ kam in allen Runden, egal ob Viel- oder Wenigspieler, sehr gut an.
 
Was in unseren Runden aber auch positiv bewertet wurde, ist die Schlussabrechnung. Keine Zähl-Orgien, keine Punkte für dies oder jenes, einfach nur Siegpunkte zusammenzählen, fertig. Auch das wurde oft gelobt.
 
Zum Abschluss hier noch ein kleines Video, wie Die Würfel modifiziert werden, und wie man es nicht machen sollte. Denn mit der richtigen Technik gehen die Würfelseiten gut ab und fliegen nicht quer durch den Raum.


 


Mein Fazit:

„Dice Forge“ ist ein sehr schönes Familienspiel, bei dem ich jederzeit gerne mitspiele. Und das nicht nur wegen der Optik. Ich finde es spannend, herauszufinden, wie ich meine Würfel optimieren kann, um zu gewinnen. Das dabei auch das (Würfel-)Glück eine große Rolle spielt, stört mich nicht. Alleine die Idee, einmal Würfel und nicht Kartendecks zu optimieren finde ich gut und innovativ. Das wird sicher nicht das letzte Spiel sein, welches diesen Mechanismus bekommt.


Mitspieler-Zitat:

Sandra L.: Ich finde es ist ein schönes Familienspiel, kurzweilig weil ich immer mitwürfeln darf und wir würden es jederzeit wieder mitspielen. Durch die Würfel eine tolle Idee.
Kann man immer mal anders ausprobieren um an seine Punkte zu kommen.
 


Dieser Beitrag ist Teil der Beeple-Blog Rallye Juli/August 2017. Wenn ihr das Rätsel lösen wollt und ein Exemplar „Dice Forge“ gewinnen wollt, dann schaut unter http://www.beeple.de vorbei. Dort findet ihr alle Informationen zum Gewinnspiel und die Links zu den Beiträgen der anderen Beeple-Mitglieder.
 
Wir bedanken uns bei Asmodee für das Rezensionsexemplar und die Unterstützung beim Beeple-Gewinnspiel.

 

© 30.07.17 Oliver Sack
Du bist anderer Meinung? - oder möchtest etwas hinzufügen, ergänzen oder kritisieren?
Dann schreib uns, wir veröffentlichen deinen Kommentar und freuen uns über jedes Feedback.


Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Asmodee/Libellud / Fotos und Video: Oliver Sack


Sollten in diesem Beitrag Rechtschreibfehler oder falschgesetzte Satzzeichen sein, so ist unbedingt drauf zu achten, diese zu dokumentieren (Foto) und dann per Post in doppelter Ausführung an uns zu senden.