Kingdomino (Bruno Cathala, 2016)

für 2-4 Spieler, ab 8 Jahren
Autor: Bruno Cathala
Illustrationen: Cyril Bouquet
Verlag: Blue Orange Games
Vertrieb/Lizenz: Pegasus
Spieldauer: ca. 15-30 Minuten
Platzbedarf: zu zweit ca. 40x80 cm, zu viert ca. 80x80 cm


Verlags-Beschreibung

Du bist Herrscher eines Königreichs und auf der Suche nach Ländereien, um dein Reich zu vergrößern. Es gilt, zum richtigen Zeitpunkt der richtigen Länderei habhaft zu werden. Dann steht dir nichts mehr im Wege, das prestigeträchtigste aller Königreiche zu errichten!

Je größer deine verschiedenen Ländereien sind und je mehr Häuser sich in ihnen befinden, desto mehr Prestigepunkte erhältst du am Spielende dafür. Doch bist du in der einen Runde zu gierig, haben deine Mitspieler in der nächsten Runde die bessere Auswahl. Und manchmal lohnt es sich, ihnen lieber eine bestimmte Länderei vor der Nase wegzuschnappen, sodass ihnen viele Punkte entgehen, als ein Ländereien-Plättchen zu nehmen, das dir selbst nur wenige Punkte gebracht hätte. Geschicktes Anbauen und ein wachsames Auge auf die Königreiche der Mitspieler sind hier der Schlüssel zum Sieg!

Quelle: PM Pegasus, 2016


Was der Pragmatiker wissen möchte

Flottes (Domino)  Familienspiel für 2 bis 4 Spieler.


Das Spiel

Wie das Spiel funktioniert, steckt eigentlich schon in seinem Namen drin: Domino – also ein Legespiel, bei dem die Legeplättchen aus 2 Feldern (Landschaften) bestehen. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Landschaften. Anders als beim Klassiker, müssen die Plättchen jedoch nicht aneinander (in Reihe) gelegt werden, sondern in ein 5x5 Felder-Raster um ein Startplättchen (1 Feld groß) herum. Beim Anlegen ist darauf zu achten, dass ein anzulegendes Plättchen (2 Felder) mit mindestens 1 Feld (Landschaft) an eine passende, bereits liegende Landschaft, gelegt wird. Dabei gilt das Startplättchen als Joker. Hier kann immer angelegt werden. Auf manchen Feldern sind zusätzlich noch ein bis drei Kronen abgebildet. Sie dienen am Ende des Spiels, bei der Wertung als Multiplikator für Punkte.

Nach 12 Runden ist Schluss und es kommt zur Wertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.


Spielablauf

Je nach Anzahl der Mitspieler werden aus einem Säckchen Plättchen gezogen und von links nach rechts in einer Reihe ausgelegt. In einer Partie zu viert also 4 Plättchen. Beginnend beim Startspieler, wählt jeder Spieler eines dieser Plättchen aus, und stellt seine Spielfigur darauf. Haben alle Spieler ihren Anspruch auf ein Plättchen erhoben, werden direkt daneben wieder 4 Plättchen in einer Reihe ausgelegt. Der Spieler, der seine Figur nun auf dem, in der Reihe liegenden ersten Plättchen gelegt hat, nimmt sich dieses und stellt seine Spielfigur auf ein beliebiges Plättchen der neuen Reihe. Anschließend legt er das genommene Plättchen gemäß den Legeregeln in seine Auslage, in sein Königreich. Das Ganze wiederholt sich insgesamt 12 mal. Dann wird gewertet.

Bei der Wertung werden alle entstandenen Landschaften einzeln betrachtet. Um Punkte zu bekommen, müssen die Anzahl der Felder einer zusammenhängenden Landschaft mit der Anzahl, der darauf abgebildeten Kronen multipliziert werden. Die Summe aller gewerteten Landschaften entspricht dann dem Endergebnis.


Unser Eindruck

Top Material! Schöne dicke Plättchen. Einziger Minus-Punkt: Die Plättchen sind glatt und glänzend – das spielgelt mitunter ein wenig zu stark, je nach Licht.

Das Spiel selbst geht super flott, und meist ist es so, dass es egal ist wie man ein Plättchen anlegt, spätesten zwei Züge später stellt man fest, es war falsch! Dennoch ist der Wiederspielreiz aufgrund der kurzen Spieldauer, der steigenden Spannung im Spiel und des Knobel-Faktors recht hoch. Mann will unbedingt beim nächsten Mal mehr Punkte erzielen. Wir haben uns auch von rund 20 Punkten auf einen Schnitt von rund 40-50 Punkten alleine in den ersten 10 Partien (zu zweit) gesteigert.

Persönlich habe ich dabei für mich entschieden, dass ich lieber 8 Wasserfelder mit nur drei oder vier Kronen baue (24 oder 32 Punkte), anstatt mit Gewalt zu versuchen zwei oder drei Minenfelder mit 4 oder 5 Kronen (10 bis 18 Punkte) zu bekommen. Aus mathematischer Sicht logisch, oder? – obwohl ich zugeben muss, dass ein Plättchen mit 3 Kronen schon recht lukrativ wirkt – der Schein trügt!


Fazit

Mit Kingdomino präsentiert Pegasus (hat die Lizenz von Blue Orange Games) ein schönes, schnelles Familienspiel, das auch zu zweit sehr gut funktioniert. Einfache Regeln, einfacher Mechanismus, hoher Wiederspielreiz zeichnen Kingdomino zusätzlich aus. Zwar gab es auch in unseren Runden Probanten, die nach einer Partie bereits die Flinte ins Korn warfen, aber das ist OK, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Der Mehrheit hat es jedenfalls gut gefallen.

Mit den in der Regel beschriebenen Varianten kann man das Spiel auch noch etwas puschen. Hier gibt es dann zum Beispiel Sonderpunkte, wenn am Ende das Startplättchen genau in der Mitte liegt, oder wenn das 5x5 Raster vollständig ist (ohne Lücken). Und wer es mal ganz dick will, der sollte unbedingt zu zweit die Variante „Das Große Duell“ spielen. Hier kommen alle 48 Plättchen ins Spiel, für eine 7x7 Auslage!

Interessant war auch, wie oben erwähnt, die Einsicht, dass es mitunter lukrativer sein kann, eine große Landschaft zu bilden mit nur wenigen Kronen, im Gegensatz zu kleinen Landschaften mit vielen Kronen. Denn ein Minenfeld mit 3 Kronen ist vermeintlich zwar wertvoll, aber am Ende meist nicht mehr viel wert. Das haben wir wie gesagt schon recht früh (schmerzlich) bemerkt.

Abschließend halten wir fest, dass Kingdomino ein Spiel ist, dessen Tiefe und taktische Möglichkeiten sich erst nach ein paar Partien erschließen. Von Partie zu Partie stieg das Ergebnis an, wenn man seine Taktik gefunden hat (zu Beginn rund 25-30 Punkte). Ergebnisse um die 60 Punkte (ohne Varianten) sind dann möglich. Klar, es gehört immer auch etwas Glück dazu, aber dennoch, man steigert sich. Und wenn man einen richtig guten Lauf hat, dann kann das Ergebnis so aussehen:


Schlussanmerkung

Wer ein „Let’s play Video“ sucht, dem sei der Video-Blog www.Spiel-doch-mal.com wärmstens zu empfehlen. Dort zeigen euch Julia und Stephan wie Kingdomino funktioniert.

 

© 22.11.16 Oliver Sack
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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Pegasus / Fotos: Oliver Sack