Cornwall (Johannes Schmidauer-König, 2015)

für 2 - 4 Spieler, ab 8 Jahren
Autoren: Johannes Schmidauer-König
Illustration: Anne Pätzke
Verlag/Vertrieb: Schmidt Spiele
Spieldauer: ca. 30 Minuten

Hinweis: Laut Spielanleitung sollen 40 Münzen im Spiel enthalten sein. Das ist ein Druckfehler. Es sind 20. Die betrifft wohl die Erstauflage und wurde zwischenzeitlich korrigiert.


Verlags-Beschreibung

Malerisch liegt Cornwall im Südwesten Englands und fasziniert mit prächtigen Schlössern, saftig-grünen Wiesen und Wäldern, sanften Hügeln und geheimnisvollen Mooren. Diese Landschaften nehmen die Spieler bei dem neuen Familienspiel „Cornwall“ von Schmidt Spiele nach und nach in Besitz. Allerdings – nicht jeder macht das auf die feine englische Art...
 
Zwei bis vier Spieler ab acht Jahren versuchen in dem spannenden Legespiel von Autor Johannes Schmidauer-König, Landschaften zu erschaffen. Idealerweise passen möglichst viele der angelegten Gebiete zusammen. Denn dann erhalten die Spieler Geld, das sie später wieder gewinnbringend einsetzen können. Auf den Plättchen befinden sich immer zwei bis drei verschiedene Landschaften. So entsteht nach und nach Cornwall – mit Mooren, Wäldern, Hügeln, Ortschaften und Wiesen. Wenn sich in einem Gebiet ein Cottage befindet oder es nicht mehr vergrößert werden kann, können am Ende eines Zuges Gebiete gewertet werden. Zunächst wird ermittelt, welcher Spieler dort die Mehrheit besitzt. Mit den erzielten Punkten geht’s auf der Wertungstafel voran. Gewertete Figuren wandern in einen Pub. Ist die Zeche (eine Münze) bezahlt, dürfen alle Spielfiguren der eigenen Farbe wieder ins Spielgeschehen zurückkehren.
 
Aber nicht alle spielen auf die feine englische Art: Durch geschicktes Platzieren der Landschaftsplättchen können andere Spieler zu einer Wertung gezwungen werden, bevor ihr Landgewinn zu groß wird. Manchmal ist es auch sinnvoll, eigene Gebiete durch Platzieren eines entsprechenden Plättchens frühzeitig zu werten. Dies tritt ein, wenn Spielfiguren benötigt werden oder die Gefahr besteht, dass Mitspieler die Mehrheit in diesem Gebiet übernehmen könnten. Nur Moorgebiete werden erst zum Schluss gewertet. Das Spielende ist erreicht, wenn alle Plättchen angelegt sind. Sieger in Cornwall ist, wer die meisten Punkte erringen konnte.


Quelle: www.schmidtspiele.de, 2016


Das Spiel

Der Einstieg in dieses Familienspiel ist denkbar einfach. Ein großes Startplättchen wird ausgelegt, und die Spieler müssen dann reihum, eine der verdeckten Landschaftsplättchen ziehen und regelkonform, sprich passend, anlegen. Im selben Spielzug dürfen dann bis zu drei eigene Spielfiguren auf dem soeben gelegte Plättchen platziert werden. Damit erhebt der Spieler Anspruch auf das Gebiet. Um jedoch zu vermeiden, das schnell alle eigenen Figuren „ausgegeben“ werden, werden Kosten fällig für das Platzieren einer Figur. Währen die erste Figur immer kostenlos eingesetzt werden darf, werden für jede weitere Figur 1 Münze fällig. Ebenfalls 1 Münze zusätzlich muss bezahlt werden, für jede bereits im Gebiet stehende Figur.

Gewertet werden Gebiete immer am Ende eines Spielzuges, beziehungsweise am Spielende die Moor-Gebiete. Eine Wertung findet dann statt, wenn nach dem Anlegen eines Plättchens und dem Platzieren einer Spielfigur, ein Gebiet abgeschlossen ist. Oder, auf dem angelegten Plättchen ist ein Cottage (=Gebäude) abgebildet. Auch dann wird gewertet. Die Punkteverteilung erfolgt dann gemäß der Mehrheit an Spielfiguren im zu wertenden Gebiet. Grundsätzlich bekommt immer der Spieler, der die Mehrheit besitzt Punkte. Befindet sich im gewerteten Gebiet noch mindestens ein Flaggensymbol, so erhält auch der Zweitplatzierte Punkte.

Nach einer Wertung kommen allerdings die Figuren nicht zurück in den Spielervorrat, sondern neben dem Spielfeld auf/in den Pup. Dort „erholen“ sich die Arbeiter bis zu ihrem nächsten Einsatz. Um seine Figuren aus dem Pub zurück in den Vorrat zu holen, muss 1 Münze nach dem Anlegen eines neuen Plättchens gezahlt werden. Das ist im Übrigen auch der Moment, in dem man Münz-Nachschub bekommen kann. Werden zwei vorhandene Gebietstypen erweitert, gibt’s 1 Münze, für die Erweiterung von drei Gebieten mit nur einem angelegten Plättchen, gibt’s gar 2 Münzen.

Bei Spielende, wenn alle Landschaftsfelder angelegt sind, kommt es zur abschließenden Schlusswertung. Bei dieser Schlusswertung werden dann alle noch nicht gewerteten Gebiete und die Moorflächen gewertet. Wer danach die meisten Punkte erspielt hat, gewinnt.


Unser Spielgefühl

Vorweg die interessanteste Beobachtung, die wir bei der Vorstellung von „Cornwall“ gemacht haben. Immer wieder hörten wir, Zitat: „Das sieht ja aus wie eine Mischung aus Siedler und Carcassonne!“. Wie die Leute bei unseren Veranstaltungen allerdings auf diese Idee kamen, ist mir ein Rätsel. Auf Nachfrage wurde immer „nur“ die Optik des Spiels genannt, nie der Ablauf. Dabei ist es maximal der Ablauf, der zumindest ein wenig an das bekannte Legespiel rund um das südfranzösische Weltkulturerbe erinnert.

Besonders gefallen hat uns der Mechanismus rund um die Spielfiguren. Die Mehrheiten-Wertung ist aufgrund der unterschiedlich großen Figuren gar nicht so einfach zu planen, denn die Figuren haben unterschiedliche Wertigkeiten. Hinzu kommt der Pub, in dem bereits gewertete Figuren „zwischengelagert“ werden. Diese Mehrheiten-Wertung sorgt auch für mächtig Interaktion im Spiel, denn es ist möglich, seine Mitspieler auszubooten und ihnen Punkte wegzuschnappen.

Als lockeres Spielchen für die kleine halbe Stunde zwischendurch, gefällt uns Cornwall besonders in der Partie zu zweit. Aber auch zu dritt und zu viert kommt der lockere Spielspaß nicht zu kurz. Während bei unseren Runden die Vielspieler nicht ganz so begeistert waren, kam „Cornwall“ dafür bei Familien und Gelegenheitsspielern sehr gut an.


Material-Auffälligkeiten:

Durch die Stanzform bei den Landschaftsplättchen stabilisiert sich im Laufe der Partie die ganze Auslage, sodass sich aus Versehen nichts mehr verschieben lässt. Die Plättchen verhaken sich regelrecht. Clevere Idee!


Stimmen:

Petra (47 J): „Für mich als Vielspieler eher unspektakulär, aber sicher interessant für Familien, die gelegentlich ein Spielchen wagen.“


© 01.03.16 Oliver Sack
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Vielen Dank an Schmidtspiele, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Schmidtspiele / Fotos: Oliver Sack


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