Lesezeit: 8 Minuten
von Oliver
Partyspiele sind Geschicklichkeitsspiele? Nein! Geschicklichkeitsspiele sind Partyspiele? Nein! Geschicklichkeitsspiele sind unterhaltsam? JAAA!
Ob das jetzt zu 100% zutrifft? Sicher nicht. Aber eines ist sicher. Mit dem Stäbchenspiel YUBIBO hat man auf jeden Fall Spaß, egal ob mit oder ohne Party. Warum das so ist und warum man mit einer Handvoll Stäbchen so viel Spaß haben kann, das habe ich mir genau angeschaut. Auch wenn ich nicht so der Geschicklichkeitsspieler bin und auch mit Essstäbchen nicht der schnellste bin. Sich aber mit anderen, ähnlich geschickten Spielern, an einen Tisch zu setzen und Stäbchen zwischen den Fingern zu arrangieren, dafür bin ich zu haben. Aber nur, wenn das Spaß bringt und nicht albern wirkt. Yubibo macht Spaß und ist ein bisschen albern. Aber das ist echt egal, denn der Spaß steht hier im Vordergrund, der Rest ist Interpretation. (Ich übernehme beim Ausprobieren keine Haftung für verknotete Finger und verbogene Handgelenke. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie einen Chirurgen oder Ihren Physiotherapeuten.)
Kurz: Ein herrlich albernes Geschicklichkeitsspiel mit hohem Spaßfaktor
Name: Yubibo
Für 2 bis 8 Personen, ab 6 Jahren
Autoren: Kosuke Takahashi, Natsumi Wada, Hayato Tabata und Momoka Nakayama
Verlag 2025: Jelly Jelly Games
Deutsche Ausgabe 2026: Edition Spielwiese
Vertrieb in Deutschland: Hutter Trade GmbH + Co. KG
Spieldauer: 10-20 Minuten
Platzbedarf: ca. 80x80cm
Verlagstext
YUBIBO (jap.: „yubi“= „Finger“, „bo“ = „Stab“) spielt ihr kooperativ, also zusammen und nicht gegeneinander. Euer Ziel: Stäbchen mit den Fingern verbinden und sie nicht herunterfallen lassen! Ihr müsst euch nicht mit langen Regeln aufhalten, sondern könnt sofort losspielen! Yubibo könnt ihr mit der ganzen Familie oder Freunden spielen – egal wo ihr seid: Zu Hause am Tisch, draußen im Park oder auf der nächsten Party.
Also: Streckt eure Hände nochmal gut durch und sprecht euch als Team ab. So schafft ihr es (hoffentlich), die Schwerkraft zu besiegen!
Quelle: Edition Spielwiese, 10/2026
(Klicken zum Ausklappen)
So wird gespielt
Unser Ziel ist es, als Team zusammen Stäbchen (und optional Bällchen) nur mit den Fingern in der Luft zu halten, ohne dass sie herunterfallen. Klingt einfach? Abwarten!
Jeder Spieler entscheidet sich vor Beginn einer Partie, mit welcher Hand er spielen möchte und mit welcher Hand er Karten aufdecken will. Anschließend kommen alle Karten in Spielerfarbe in einen gut gemischten Stapel, der gut erreichbar in die Mitte des Tisches gelegt wird. Achtung! Der Tisch sollte nicht zu groß sein und alle Spieler sollten dicht beieinandersitzen. Neben dem Stapel werden die Stäbe bereitgelegt.
Wer an der Reihe ist, zieht mit seiner Kartenhand eine verdeckte Karte und legt sie offen aus. Die Farbe der Karte gibt den Spielpartner an und den Finger, den dieser benutzen muss. Anschließend versuchen die beiden Spieler eines der Stäbchen zwischen den angegebenen Fingern zu klemmen und so zu fixieren. Dabei hat der aktive Spieler, der die Karte aufgedeckt hat, freie Wahl und kann selbst entscheiden, welchen Finger er benutzen will. Ist die aufgedeckte Karte eine eigene Karte (Farbe), so wird dadurch der eigene Finger bestimmt und man kann sich den Mitspieler frei auswählen. Dieser darf dann wiederum einen beliebigen Finger wählen.
Das Spiel endet für die Gruppe erfolgreich, sobald alle Stäbchen aufgebraucht wurden und maximal ein Stäbchen heruntergefallen ist. Sollten während des Spiels Stäbchen auf den Tisch fallen, so ist das nicht dramatisch, denn das darf passieren. Fällt jedoch das zweite Stäbchen auf den Tisch, hat die Gruppe verloren.
Variante
Wenn das normale Spiel mal zu leicht wird, kann der Schwierigkeitsgrad gesteigert werden, indem man mit den Schaumstoffkugeln spielt. Diese werden auf oder in die Stäbchen-Konstruktion gelegt und dürfen ebenfalls nicht herunterfallen. Dazu entscheidet sich ein Spieler vor seinem Zug, ob er eine Karte aufdecken möchte, um ein Stäbchen einzusetzen, oder ob er darauf verzichten möchte und lieber eine Kugel platzieren möchte. Fällt eine Kugel aus der Konstruktion, so darf diese ohne weitere Konsequenzen wieder eingesetzt werden. Die Gruppe gewinnt, wenn alle Stäbchen „verbaut“ sind und alle Bälle zwischen den Stäbchen stecken. Auch hier gilt, fällt das zweite Stäbchen, hat die Gruppe verloren.
Meine Eindrücke
Wenig Regeln, maximaler Spielspaß – so stellt man sich ein Partyspiel vor und so macht es auch Spaß. Ich brauche gar nicht so viel über das Spiel sagen, denn ein Blick auf die Bilder dürfte genügen, um zu verstehen, um was es geht und wie es sich anfühlen könnte. Ich hatte sehr viel Spaß und meine Mitspieler auch. Ja, man hat manchmal das Gefühl, es würden entweder zusätzliche Gelenke in den Fingern fehlen oder die vorhandenen Gelenke fallen auseinander. Es ist sehr unterhaltsam zu sehen, wie sich alle Hände und Finger drehen und winden.
Als ideale Besetzung würde ich mindestens mit vier Personen spielen. Zu zweit und zu dritt wollte der Funke nicht so richtig überspringen. Zu siebt und zu acht wird es zwar eng und ein bisschen chaotisch aber das stört nicht. Im Gegenteil.
Es geht hier auch nicht um Punkte oder darum, wer gewinnt oder verliert. Natürlich möchte man als Gruppe möglichst alle Stäbchen verbauen, aber letztendlich steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Yubibo ist auch nicht abendfüllend, wozu auch. Hier geht es wirklich rein um den Spaß und das Erlebnis. Jedes neue Stäbchen, das gut zwischen zwei Fingern hält, ist ein Erfolg und wenn dann doch einmal alles in sich zusammenfällt, egal, nächste Runde.
Dabei geht es sehr turbulent zu. Es wird gestöhnt, geschrien, gelacht. Und wenn jemand spürt, dass ein Stäbchen ins Rutschen kommt, wird es noch lauter. So merken auch Außenstehende schnell, dass hier jemand Spaß hat. Und dieser Spielspaß, diese Emotionen sind es auch, die den hohen Wiederspielreiz bei Yubibo ausmachen.
Für wen?
Alle, die viel Spaß an kleinen, schnellen Geschicklichkeitsspielen haben, sind hier genau richtig. Es ist hier auch egal, ob man gewinnt oder verliert. Der Spaß steht komplett im Mittelpunkt. Wer mit Fingerakrobatik so rein gar nichts anfangen kann und Geschicklichkeitsspiele nicht mag, sollte seine Finger im Sinne des Spiels lieber davonlassen.
Besonders empfehlen würde ich Yubibo für Gruppen ab vier Personen. In kleineren Runden funktioniert es zwar auch, allerdings wollte bei uns der Funke nicht so richtig überspringen.
Kritikpunkte
Wirklich gestört hat uns während unserer Partien nichts. Das Material macht einen guten Eindruck und die Spielregeln sind übersichtlich und verständlich. Allerdings muss man sich auf diese Art von Fingerakrobatik einlassen können. Wer damit nichts anfangen kann, wird auch mit Yubibo vermutlich nicht glücklich. Und wer ein abendfüllendes Spiel mit taktischen Entscheidungen erwartet, ist hier ohnehin falsch.
Fazit
Sensationelles Geschicklichkeitsspiel, das jeder sofort versteht und eine Menge Spaß an den Tisch bringt. Die gemeinsame Fingerakrobatik sorgt für reichlich Gelächter und manchmal auch für völlig verknotete Finger. In meinen Runden gab es niemanden, der es nicht mochte. Selbst etwas kritische und zurückhaltende Spieler hatten Spaß. Besonders in größeren Runden spielt Yubibo seine Stärken aus. Definitiv ein heißer Tipp für Silvester mit Freunden oder der Familie.
Euch ist eine Meinung nicht genug?
Schaut doch mal bei den lieben Kollegen vom Beeple-Netzwerk nach. Vielleicht findet ihr unter www.beeple.de noch die eine oder andere Meinung zu diesem Spiel.
Alternativ könnt ihr immer gerne auch auf unserem und auf dem Discord-Server vom Beeple-Netzwerk nach weiteren Meinungen suchen.
© 27.10.2026 Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Edition Spielwiese // Fotos: © Oliver Sack
Du hast Fragen oder bist anderer Meinung?
Du möchtest etwas hinzufügen, ergänzen oder kritisieren?
Gerne! Schreib bitte unten in die Kommentare.
Wir freuen uns über jedes direkte Feedback.
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.
Transparenzhinweis: Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Es bestehen keinerlei Verpflichtungen hinsichtlich einer Veröffentlichung oder einer positiven Bewertung. Meine Rezension gibt ausschließlich meine persönliche und unabhängige Meinung wieder.
Der Einfachheit halber, verwende ich meist die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“
Datenschutzhinweis: Unsere Kommentarfunktion speichert die IP-Adressen der Nutzer, die Kommentare verfassen.


