SPIEL 2023

Lesezeit: 17 Minuten

Da es in diesem Jahr nicht nur neue Spiele gab, sondern auch eine komplett neue Organisation, waren wir gespannt, was uns neben den Neuheiten noch so in den „heiligen Hallen“ erwarten würde. Bereits im Vorfeld war ja bekannt, dass die Verantwortlichen die Hallen-Aufteilung komplett neu gemacht haben. Jetzt werden die Hallen thematisch sortiert. Das führte allerdings dazu, dass man eben nicht mit der Erfahrung der Vorjahre fast blind durch die Hallen navigieren konnte. Wer das dennoch versuchte, der fand sich am Stand von Frosted Games und Deep Print Games wieder, wo doch die Jahre zuvor immer Kosmos war. Apropos „navigieren“, das konnte man in diesem Jahr mithilfe der SPIEL-App sehr gut. Diese war hilfreich auf der Suche nach Spielen, Verlagen und den Wegen dorthin. Sogar eine Kompass unterstütze Navigation per Karte war möglich.

Die Hallen selbst waren sehr gut strukturiert und aufgeteilt. Breite, gerade Gänge machten es einfach, von A nach B zu kommen. Besonders die breiten Gänge waren es auch, um Hotspots (Warteschlangen) sowie sperrige Gefährte zu umgehen. Daran, dass viele Verlage neue Hallen und Standorte hatten, haben zumindest wir uns sehr schnell gewöhnt. So sah zum Beispiel die Halle 6 eigentlich noch nach der alten Halle 3 aus, nur das die Stände der Verlage anders platziert wurden. Das Schöne bei der neuen Aufteilung der Hallen war auch, dass zwischen den Big-Player jetzt auch kleiner Verlage platziert wurden. So gab es in jeder Halle eine bunte Mischung.

Einzig bei der Anreise zur Messe gab es Probleme. Fast schon traditionell oder vorsätzlich hatte die DB Strecken gesperrt und Unfälle auf den Zufahrtsstraßen blockierten Shuttle-Busse auf dem Weg zur Messe. Letzteres konnte dank Polizeieskorte wohl etwas entschärft werden. Aber auch für uns hat sich die Anfahrsituation geändert. Es gab einen neuen Presse-Parkplatz. Überraschender Weise war dies für uns persönlich sogar noch ein Vorteil. Brauchten wir die Jahre zuvor von unserem Hotel zum Parkhaus noch 30-45 Minuten (für 5,4 km), waren es in diesem Jahr zum neuen Parkplatz gerade einmal 15-20 Minuten. Auch ein Rekord.

War alles besser und größer? Größer ja, besser nicht. Es war jetzt nicht alles schlecht, aber es gibt ein paar Punkte, die man verbessern kann. Das wissen auch die Verantwortlichen und man will reagieren. Kein Grund also, das Kriegsbeil auszugraben und nur Negatives zu berichten. Es gab große Änderungen, manches wurde vielleicht falsch eingeschätzt, aber im Großen und Ganzen war es wieder eine gelungene Veranstaltung.

Aber jetzt genug um die Messe herum erzählt jetzt zu den Spielen, die wir gesehen, angespielt und durchgespielt haben. Damit auch in nicht durcheinander komme, haben wir alphabetisch nach Verlagen und Spielen sortiert. Die Reihenfolge stellt also keinerlei Wertung dar. Es wird eine Zeit dauern, bis wir all die Spiele, die wir hier vorstellen, gespielt und rezensiert haben. Vielleicht fällt dabei das eine oder andere in der Nachbetrachtung sogar unter den Tisch (Horrorvorstellung eines Brettspielers).

2 Tomatoes

Den kleinen spanischen Verlag kannten wir bis dato nicht. Auf der Neuheitenshow ist uns deren Spiel „Islet“ ins Auge gesprungen und wir mussten und das Spiel und den Verlag einfach genauer anschauen.

 

Gluons (2-4 Personen, ab 10 Jahren)

Autor: Enric Francès

Als Kernphysiker experimentieren wir mit Quarks und Gluonen. (Gluonen sind Elementarteilchen, die quasi Protonen und Neutronen verkleben. Sie sind elektrisch neutral.)

Bei Gluons spielen wir verdeckt Karten vor uns aus, um später, wenn alle Handkarten gespielt wurden, diese zu vergleichen. Reihum wird Karte für Karte aufgedeckt und die dann ausliegende Kombination (Wechselwirkung der Teilchen) zu prüfen. Falls ja, bekommen die beteiligten Spielerinnen die jeweils andere Karte als Punkt. Da diese Matches eher zufällig und schlecht vorherzusagen sind, ist Gluons in erster Linie ein Bluffspiel.

Laut Verlag ist diese Spiel der spanischen Physikerin Teresa Rodrigo Anoro (1956-2020) gewidmet, die als erste Spanierin dem Institut für Teilchenphysik (CERN) in Genf beitrat.

 

Islet (1-4 Personen, ab 8 Jahren)

Islet - 2TomatoesAutor: Thomas Dagenais-Lespérance

Ein taktisches Legespiel, bei dem wir zunächst gemeinsam eine Insel bestehend aus dreieckigen Holzteilen, zu bauen, um dort später jeder für sich Vogelnester zu bauen, um zu punkten. Zwar läuft das Erweitern der Insel kooperativ, aber beim Setzen der Vogelnester ist sich jeder selbst der Nächste.

Das Spiel haben wir wie gesagt zufällig entdeckt und es klang sehr spannend. Dazu noch das tolle, nachhaltige Material und die auffallende Gestaltung. Demnächst werden wir sicher noch darüber ausführlich berichten.

Abacusspiele

Neben neuen Fällen zu den erfolgreichen Sherlock und Deckscape Reihen hält der Verlag eine Erweiterung zu NMBR9 sowie eine Neuauflage des Erfolgstitels Zooloretto bereit.

 

NMBR9++ (1-4 Personen, ab 8 Jahren)

Autor: Peter Wichmann

Die Erweiterung zu NMBR9 bringt ein neues Level ins Spiel. Da es sich rein um eine Erweiterung handelt, ist das Grundspiel zwingend erforderlich. Bei den 3 Modulen und zwei Spielvarianten können zum Beispiel Lücken geschlossen, Plättchen gewendet oder beiseitegelegt werden. Auch ist es jetzt möglich, NMBR9 zu fünft oder zu sechst zu spielen.

 

Zooloretto (2-5 Personen, ab 8 Jahren)

Autor: Michael Schacht

Zooloretto 2023Zooloretto war 2007 Spiel des Jahres und kommt in neuer Box mit neuer Grafik. Das Spiel selbst hat sich im Gegensatz zu den Komponenten nicht geändert. Wie gesagt, gab es neue Illustrationen und aus dem „Holzschiffchen“ wurden jetzt Lastwagen stabil aus Pappe zusammengesteckt. Auch nach mittlerweile 16 Jahren immer noch gerne auf dem Tisch. Zweifelsfrei ein Spiel auf dem Weg zum Klassiker.

Amigo Spiele

Wer Kartenspiele sucht, wird hier bei Amigo fast immer fündig. Egal ob Stichspiele oder familientaugliche Deckduilder oder einfach nur Unterhaltsames für zwischendurch. Neben den Klassikern Wizard und Bohnanza gibt es daher immer wieder Kartenspiele zu entdecken, die es sich lohnt anzuschauen. So auch 2023. Das Cabanga zum Beispiel konnten wir bereits einen Tag vor Messebeginn zusammen mit Kollegen aus dem Bloggernetzwerk Beeple kennenlernen und spielen und wir hatten sofort mächtig Spaß.

 

Cabanga (3-6 Personen, ab 8 Jahren

cabanga_amigoAutor: Michael Modler

Eigentlich ein simples Ablegespiel, wie es schon viele gibt. Wer zuerst seine Handkarten loswird, gewinnt. Doch hier ist ein kleiner Kniff mit eingebaut. Man spielt seine Karten farblich passend auf einen von zwei Ablagestapel je Farbe. Entsteht dann eine Lücke bei den Zahlen der beiden Ablagestapel, darf jeder am Tisch passende Karten dazwischen werfen. Für jede so reingeworfene Karte muss der Spieler, der zuvor eine Karte ausgespielt hat, Karten vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen. Man versucht also möglichst kleine Lücken zu generieren, wenn man an der Reihe ist. Zu dumm nur das gegen Spielende sich große Lücken nicht mehr vermeiden lassen und so bekommt man schnell einmal 3, 4 oder gar 5 neue Handkarten. „CABANGA!“ Wir hatten richtig Spaß bei diesem Spiel.

 

Schrödingers Katzen (2-6 Personen, ab 10 Jahren)

schroedingers katzenAutoren: Heather & Chris O’Neill, Adriel Wilson

… oder BLUFF, das Kartenspiel. So könnte man das kleine Kartenspiel durchaus nennen. Um was geht es? Wir stehen vor dem bekannten Problem des Herrn Erwin Schrödinger, dessen Gedankenexperiment „Schrödingers Katze“ weltbekannt ist. Wir versuchen zu erraten, wie viele Karten mit leeren Boxen, toten oder lebenden Katzen im Spiel sind. Dazu geben wir Tipps ab und untermauern diese Tipps eventuell noch durch Auslegen der entsprechenden Karte. Dies geht solange reihum, bis ein Mitspielender die aktuelle Schätzung anzweifelt. Dann wird aufgelöst. Wurde zu unrecht angezweifelt, scheidet die Zweiflerin aus und es folgt eine weitere Runde. Am Ende bleiben zwei Spielende übrig. Sie machen den Sieg untereinander aus.

 

The Academy (3-4 Personen, ab 10 Jahren)

the academy amigoAutor: Manny Dominguez

Ein Stichspiel, bei dem jeder Mitspielende zusätzlich noch Charaktereigenschaften besitzt, die zum einen Vorteile im Spiel, zum anderen die jeweilige Siegbedingung vorgeben. Anders als bei bekannten Stichspielen wechselt bei The Academy mit jeder Runde die Trumpffarbe und die Rundenregel. Ziel jeder Runde ist es, die Bedingung des eigenen Charakters zu erfüllen. „Kapitän“ und „Teamplayer“ wollen zusammen mehr Stiche gewinnen als das „Mastermind“. Dieser wiederum möchte mindestens genauso viele Stiche gewinnen wie die beiden anderen zusammen. Der Rebell hingegen hält sich etwas zurück. Er möchte nur mindestens je einen Stich in drei von vier Farben gewinnen.

Ein Stichspiel, das zumindest von der Beschreibung her etwas chaotisch klingt. Wir sind gespannt.

 

Z3BRA (2-5 Personen, ab 8 Jahren)

zebra z3bra amigoAutoren: Dirk Hanneforth, Uwe Mölter

Jeder Mitspielende hat vor sich eine Auslage aus 3×3 Karten und einen Vorratsstapel. Ähnlich wie beim bekannten „Skyjo“ werden dann nach und nach Karten vom Ablage-/Nachziehstapel gezogen und ausgetauscht. Ziel ist es, orthogonal oder diagonal eine 3er Reihe aus gleicher Farbe oder gleicher Zahl zu bilden. Jede fertige 3er Reihe wird beiseitegelegt und die Auslage auf 3×3 Karten vom eigenen Vorratsstapel ergänzt. Es ist auch möglich, unter bestimmten Bedingungen Karten aus der Auslage eines Mitspielenden zu klauen, um ein Trio zu bilden. Sobald ein Spieler alle seine Karten offen ausliegen hat, endet das Spiel. Die niedrigste Gesamtsumme auf den offenen Karten der eigenen Auslage gewinnt.

Wie erwähnt, ähnelt das Spiel sehr dem bekannten „Skyjo“, läuft jedoch deutlich schneller ab und ist ein wenig rasanter. Wer „Skyjo“ mag, sollte sich Z3EBRA anschauen.

 

Zauberzwerg (1-6 Personen, ab 5 Jahren)

zauberzwerg amigoAutoren: Bernhard Weber, Jens-Peter Schliemann

Ähnlich wie beim Kinderspiel des Jahres 2022, Zauberberg versuchen wir unsere Zauberlehrlinge entlang eines Weges zum Ziel zu bewegen, bevor die Hexen dort ankommen. Bei diesem kleinen Spiel lassen wir keine Murmeln mehr rollen, sondern bewegen die Figuren mithilfe von Bewegungskarten nach demselben Muster (Farbpunkte auf dem Weg). Je nach Karte bewegen wir so mal Zauberlehrlinge, mal Hexen. Mithilfe von Sonderkarten (Irrlichter) können wir Hexen auch rückwärts ziehen. Gemeinsam versuchen wir so unser Ziel zu erreichen. Der kleine Bruder von Zauberberg bricht den Murmel-Mechanismus auf das Wesentliche herunter und passt in jede Handtasche. Ideal also für unterwegs oder wenn die Jüngsten im Restaurant quengelig werden.

Asmodee

Asmodee hat mehrere, teils kleinere Verlage im Vertrieb. Dazu gehören unter anderem Days of Wonder, Blue Orange Games, Hans im Glück, Lookout und viele mehr. Wir haben daher die Spiele den einzelnen Verlagen zugeordnet.

Blue Orange Games

Im Vertrieb bei Asmodee

 

Kartoffelkönig (3-8 Spieler, ab 8 Jahren)

KartoffelkoenigAutor: Dave Campell

Bei allem Respekt, was für ein bescheuertes Spiel! Wir haben es unter anderem gespielt mit der lieben Niki von Cliquenabend – schöne Grüße an dieser Stelle. Die Regeln sind einfach bis banal, aber der Spielspaß ist enorm hoch. Wir hatten Tränen in den Augen und Schmerzen in der Brust vor lauter Lachen. Doch der Reihe nach. Jeder Spieler bekommt einen Zettel mit 50 Feldern. Ziel ist es, zuerst alle diese Felder von 1-50 durch zu nummerieren. Wer das schafft, gewinnt und wird, warum auch immer, Kartoffelkönig. Aber ganz so einfach ist das nicht, denn wir haben nur einen einzigen Bleistift. Während ein Spieler seine Zahlen schreibt, würfeln die anderen reihum mit einem Aktionswürfel und führen die jeweilige Aktion sofort aus. Checker-Faust, High Five oder auf dem Tisch trommeln sind noch die gnädigen Aktionen. Rasant wird es, wenn zum Beispiel der Stift (oft rabiat) den Besitzer wechselt oder die Zettel um den Tisch wandern. Da schreibt man zum Beispiel gerade die Zahl 39 auf sein Blatt und zack ist der Stift weg und ehe man sich versieht, werden auch noch die Zettel gedraftet. „Was! Auf dem Blatt stehen nur Zahlen von 1-12!“ – Egal, Zettelwechsel …. Sinnfrei, aber sau gut. Daumen hoch.

Cocktail Games

Im Vertrieb bei Asmodee

 

Trio (3-6 Personen, ab 7 Jahren)

trio aka nanaAutor: Kaya Miyano

Das Kartenspiel erschien mit leicht abweichenden Regeln bereits 2022 unter dem Titel „Nana“ auf englisch und japanisch beim Verlag Mob+ und war für 3-5 Spieler. Ziel ist es, ein Trio (3 gleiche Karten) zu finden. Jeder Mitspielende hat eigene Handkarten, sortiert von niedrig (1) bis hoch (12). Dazu kommt noch eine offene verdeckte Auslage für alle. Wer an der Reihe ist, wählt einen Mitspielenden (oder sich selbst) aus und verlangt die höchste oder niedrigste Karte dieser Person. Alternativ kann auch eine verdeckte Karte auf dem Tisch aufgedeckt werden. Anschließend wird so eine weitere Karte gewählt. Zeigen jetzt beide Karten dieselbe Zahl und Farbe, darf eine dritte Karte auf bekannte Weise gewählt werden. Wichtig, es darf immer noch die höchste oder niedrigste Karte von Mitspielenden angefragt werden. Liegen dann 3 gleiche Karten offen, gehört dieses Trio der aktiven Person. Wer zuerst 3 Trios gesammelt hat, gewinnt. Wer das 7er Trio hat, gewinnt sofort und wer mit 2 Trios die 7 bilden kann (9er und 2er zum Beispiel), gewinnt ebenfalls sofort.

Ein schnelles Spiel, bei dem man ganz schön auf Zack sein muss und sich gut merken sollte, welche Karte bei wem im Spiel ist.

Days of Wonder

Im Vertrieb bei Asmodee

 

Zug um Zug Legacy: Legenden des Westens (2-5 Personen, ab 10 Jahren)

zug um zug legacyAutoren: Alan R. Moon, Matt Leacock, Rob Daviau

Was soll man zu Zug um Zug (Spiel des Jahres 2004) noch sagen, außer dass es immer wieder Spaß macht. Ein kommender Klassiker.

Zug um Zug Legacy hebt den Klassiker jetzt auf eine völlig neue Ebene. Über 12 Kampagnen versuchen wir unsere Eisenbahngesellschaft an die Spitze aller zu führen. Dabei ändern sich Spielregeln, der Spielplan wird erweitert, neue Elemente kommen ins Spiel. Es beginnt recht überschaubar und entfaltet seinen Reiz mit jeder Partie. Ein Muss für jeden Zug um Zug Fan und das Autorentrio sollte ein Garant für hohen Spielspaß sein. Wir sind megagespannt. Zug um Zug Legacy kommt noch diese Woche auf den Tisch. Wir freuen uns.

Zug um Zug Legacy ist ab 3. November 2023 im Handel erhältlich.

Deep Print Games

 

5 Towers (2-5 Personen, ab 7 Jahren)

5 towersAutor: Kasper Lapp

Kleines flottes Kartenspiel, bei dem wir Türme bauen. Je höher, desto mehr Punkte bekommen wir. Das Problem: Zu Beginn hat man gar keine Karten vor sich liegen. Man muss sich durch bieten, diese erst ergattern. Dabei wird reihum geboten, wie viele der ausliegenden Karten man in seiner Auslage bauen oder verbauen möchte. Ein Turm besteht dabei immer aus einer Farbe mit absteigenden Werten. Unten die 15, oben die 0. Die Krux an der Sache ist, dass wenn ein Mitspielender das maximale Gebot aufruft, dieser alle Karten der Auslage nehmen darf, bevor weitere Mitspielende an die Reihe kommen. Das kann ziemlich frustrierend sein, wenn man keine Karten bekommt und zusehen muss wie ein Spieler seine Türme immer weiterwachsen lässt.

 

Moorland (2-4 Personen, ab 10 Jahren)

MoorlandAutor: Steffen Bogen

Das Spiel war bereits beim Pegasus Pressetag 2023 (<<LINK>> https://www.spielevater.de/reportagen/pegasus-pressetag-2023/ ) eines unserer Highlights! Wir versuchen über 12 Runden unsere Moorlandschaft mit Tieren und Pflanzen zu besiedeln. Dazu wählen wir aus der Auslage (Markt) eine Karte in unseren Vorrat. Anschließend wählen wir einen der 16 Orte auf unserem Spielplan aus und legen dort 1-3 Samen-Marker auf die 6 Felder. Dann dürfen wir unsere Karte aus dem Vorrat auf dieses Feld legen, wenn die dort liegenden Marker den Abbildungen auf der Karte entsprechen. Die Marker werden entweder auf der Karte belassen, aus dem Spiel entfernt oder schwimmen zu einem anderen Feld entlang bestehender Wasserwege. Dort angekommen, dienen sie später wiederum als Grundlage für weitere Karten, die dort platziert werden können.

Moorland hat uns wirklich gut gefallen und wir freuen uns schon auf weitere Partien, sobald das Spiel verfügbar ist.

Edition Spielwiese

 

Micro Macro: Crime City – Showdown (1-4 Personen, ab 10 Jahren)

Micro Macro Edition SpielwieseAutor: Johannes Sich

Micro Macro, das Spiel des Jahres 2021 geht in die vorerst letzte Runde. Der mittlerweile vierte Teil des Stadtplans macht diesen jetzt vollständig. Und neben diesem vierten Teil kommt ebenfalls noch eine Bonus-Box zu Micro Macro Crime City auf den Markt. Schaut man sich den Andrang am Micro Macro Stand an, so kann man sicher sein, dass das Spiel nichts von seinem Reiz und dem hohen Aufforderungscharakter verloren hat.

Wie es in Zukunft weiter geht, ist noch nicht bekannt, aber für dieses Spielprinzip gibt es sicher noch viele mögliche Szenarien. Ich denke hier zum Beispiel an eine Kindervariante „Im Dschungel“ oder Ähnlichem. Das Potenzial ist da, das Interesse auch. Weiter so.

 

Schnitzeljagd (2-5 Personen, ab 8 Jahren)

SchnitzeljagdAutoren: Brett J. Gilbert, Matthew Dunstan

Sehr auffälliges Kartenspiel, zumindest was die gewagte Farbgebung betrifft. Krass leuchtende Karten in einer sehr auffälligen Box. Darin 25 Tierkarten und ein bisschen weiteres Material. Alles leuchtet grell bunt.

Das Spiel selbst könnte man am besten mit „Love Letter light“ beschreiben. Jeder Spieler hat 5 Karten (Bär, Wolf, Luchs, Eule, Maus), davon wird eine verdeckt ausgespielt. Anschließend wird der Rangfolge (Nahrungskette) nach abgefragt. Zuerst wird also der Bär aufgerufen. Jeder, der einen Bären vor sich hat, deckt diesen dann auf. Sind mehrere Bären aufgedeckt, passiert nichts. Liegt nur ein Bär offen, benennt der Spieler eine der anderen Tierarten. Dieses Tier wird vom Bären gefressen und der/die Spieler, der/die diese Karte verdeckt vor sich liegen habe, scheiden aus. Dann werden nach demselben Muster zunächst der Wolf, dann der Luchs und abschließend die Eule aufgerufen. Sobald nur noch ein Spieler übrig bleibt, gewinnt dieser die Runde. Es kann also durchaus sein, dass man als Maus die Runde gewinnt, da sich alle anderen rausgeworfen haben.

Funny Fox

Zufalls-Fund

 

Nautilus Island (2-4 Personen, ab 8 Jahren)

nautilus islandAutoren: Johannes Goupy, Théo Rivière

Als Gestrandete auf einer Insel entdecken wir das Wrack des legendären U-Boots Nautilus. An Bord gibt es noch allerlei Gegenstände, die wir sammeln können, um mit lukrativen Sets zu punkten. Dabei ändert sich die Spielreihenfolge nach einem ähnlichen Prinzip, wie wir es bereits von Kingdomino kennen. Wer früh an der Reihe sein will, kann nur eine Karte seiner Sammlung hinzufügen. Wer später kommt, hat zwar die größere Auswahl (3 Karten), muss allerdings auch mit dem vorliebnehmen nehmen, was die Mitspielenden übrig lassen. Ein dauerndes Abwägen und Taktieren beim Sammeln von Karten. Hier braucht es eine gute Strategie und als Bauchspielender viel Glück.

Wir sind über Nautilus Island eher zufällig im Vorbeilaufen gestolpert. Die Aufmachung, Grafik und das Spielmaterial sind uns dabei aufgefallen und wir haben näher hingeschaut.

Sieht sehr interessant aus und wir sind gespannt auf unsere erste Expedition zur Nautilus.

Zwar ist das Spiel noch nicht in Deutschland verfügbar, aber nicht nur wir, sondern auch ein paar Scouts von Verlagen haben die Nautilus bereits entdeckt. Mal sehen, wo es wieder auftaucht.

So, das war der 2. von 3 Teilen zu unserem Besuch auf der SPIEL’23. Jetzt wollen wir ein paar Tage spielen, bevor wir den dritten und letzten Teil unseres Messerückblicks veröffentlichen. Also habt bitte etwas Geduld.


(c) 11.10.2023 – Oliver Sack, SPIELEVATER

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