click tree titel

Lesezeit: 8 Minuten

von Oliver

Spiele mit einem Thema sind immer eine feine Sache. Wenn dann das Thema nicht aufgesetzt wirkt, noch besser. Wenn aber ein Thema aus gutem (Hinter-)Grund aufgesetzt wird, dann sollte man genau hinschauen, bevor man urteilt. Click a Tree ist genau so ein Spiel. Eine bewährte Mechanik bekommt ein Thema, um damit auf etwas aufmerksam zu machen. In diesem Fall geht es um das reale Projekt „Click a Tree“ in Ghana. Hier soll die Bevölkerung bei einer nachhaltigen Landwirtschaft unterstützt werden. Ein tolles Projekt.

Click a Tree Box

Name: Click a Tree

Für 1 bis 4 Personen, ab 8 Jahren

Autor: Uwe Rosenberg

Illustrationen: Roman Kucharski

Verlag: Skellig Games

Spielzeit: ca. 60 Minuten

Komplexität: mittleres Familienspiel

Platzbedarf: ca. 90x120cm

Verlagstext

Baut eure Landschaft auf und erntet Früchte. Doch achtet darauf, die Bäume im richtigen Muster zu pflanzen, damit euer Spielplan freigeräumt wird. Nur so könnt ihr eure Ernte einbringen.

Click A Tree ist das neue Spiel von Uwe Rosenberg im gehobenen Familien- bis leichten Kennerspielbereich. Plättchen legen trifft Musterbildung, und gemeinsam formen sie ein spannendes Dilemma: Gehe ich den direkten Weg zur Ernte oder setze ich auf eine langfristige Strategie? Maximiere deine Erntepunkte, um das Spiel zu gewinnen.

Besonders: Das Spiel basiert auf dem realen Aufforstungsprojekt! Alles Weitere zum Projekt findet ihr unter clickatree.com

Quelle: Skellig Games, Dezember 2025

(Klicken zum Ausklappen)

Das Spiel

click tree szeneWir versuchen, unsere eigene Auslage an Landschaftsplättchen möglichst ertragreich zu gestalten, um dadurch Punkte für unterschiedliche Früchte und Baum- beziehungsweise Landschaftstypen zu erhalten. Ein Landschaftsplättchen zeigt dabei immer eine Baumart sowie ein oder zwei Fruchtsorten. Durch geschicktes Aneinanderlegen entstehen Bereiche, die möglichst aus derselben Fruchtart, gleicher oder unterschiedlicher Baumart bestehen. Diese Bereiche können dann am Ende eines Spielzugs durch das Anlegen von Ernteplättchen gewertet werden.

Die Punkte werden auf dem eigenen Tableau festgehalten. Dort gibt es für jede der sieben Früchte einen entsprechenden Marker. Gleichzeitig sind diese Frucht-Punkte aber auch Zahlungsmittel für neue Landschaftsplättchen. Jedoch kann man Punkte nicht unbeschränkt bekommen. Die Punkteleiste ist nach oben hin durch Aufgabe-Plättchen blockiert. Erst wenn diese Plättchen erfüllt und entfernt werden, ist der Weg frei, um einen Marker weiter nach oben zu ziehen. So kann es gerade zu Beginn einer Partie passieren, dass Punkte verfallen, da man diese nicht aufnehmen kann.

Spielablauf Überblick

click tree zentraltableauIn einer zentralen Auslage liegen sieben Landschaftsplättchen offen aus. Zwei benachbarte Plättchen davon darf man in seinem Spielzug nehmen. Die Kosten dafür sind durch eine der Fruchtarten markiert. Man bezahlt diese Kosten auf dem eigenen Tableau, indem man den entsprechenden Fruchtmarker um ein Feld zurückzieht (sofern nicht schon auf null).

In der zweiten Spielphase legt man nun die eben genommenen Landschaftsplättchen in die eigene Auslage und vergrössert diese.

Abschliessend, in der dritten Phase, wird eines der eigenen Ernteplättchen an beliebiger Stelle der Auslage angelegt. Grenzt ein Erntesymbol jetzt an eine Fruchtart, werden entsprechend der Grösse der zusammenhängenden Fläche dieser Fruchtart Punkte generiert und auf dem eigenen Tableau abgetragen.

Auftragsplättchen versperren dabei den Weg der Fruchtmarker. Diese können nur entfernt werden, wenn die Aufgabe im selben Spielzug erfüllt wurde. Aufgaben können zum Beispiel sein, eine Gruppe aus drei oder vier Baumarten zu haben, oder ein Ernteplättchen zu umschliessen. Insgesamt gibt es 15 unterschiedliche Aufgaben, von denen 9 in einer Partie verwendet werden.

Spielende

click tree spielertableauNeben der Zählleiste, auf der die Aufgabenplättchen liegen und die Punkte für die Fruchtsorten abgetragen werden, befinden sich Zählmarker, die durch das Erfüllen von Ernteplättchen immer weiter nach unten wandern, während die Fruchtmarker nach oben wandern. Die Zahl auf einem Zählmarker gibt an, wie viele Fruchtmarker sich oberhalb des Zählmarkers befinden müssen, um das Spiel zu gewinnen.

Meine Erfahrungen und Eindrücke

Auch wenn Click a Tree zunächst etwas kompliziert wirkt, so ist es doch sehr schnell klar, wie es funktioniert. (Oder ging es nur uns so?) Dies betrifft allerdings nur die Regeln. Bei der Strategie sieht es völlig anders aus. Konzentriere ich mich darauf, wenige Fruchtsorten anzubauen, um diese regelmäßig in Punkte umzuwandeln oder versuche ich viele verschiedene Fruchtsorten zu pushen, um eventuell weniger Punkte für einzelne Früchte zu sammeln. Dabei sollte man darauf achten, vielleicht nicht gerade die Früchte zu sammeln, die andere auch sammeln.

Beide Strategien können funktionieren, wären da nicht die Aufgabenplättchen, die die eigene Zählleiste blockieren. Diese wollen auch schnell weggeräumt werden und das führt sofort ins erste Dilemma. Prioritäten setzen, nur wo? Ich schaue gerne, welche Aufgaben sich einfach anhören. 3er-Gruppen oder sich berührende Ernteplättchen sind hier immer gut. Diese versuche ich schnell zu erledigen, um Platz auf der Punkteleiste zu bekommen.

Ein weiteres Dilemma ist, dass man nicht beliebig Plättchen aus der allgemeinen Auslage nehmen darf. Liegen gute Plättchen, kann man diese nicht bezahlen oder für das, was man sich leisten kann, gibt es nur ein vermeintlich brauchbares Plättchen und der „Beifang“ ist eigentlich unnütz. Aber auch hier kann man sich täuschen, je nachdem wie sich das Spiel entwickelt.

Der Spielreiz

Liegt genau in der Kombination der beiden Dilemmata in diesem soliden Plättchenlegespiel. Den richtigen Weg, die richtige Strategie finden. Notfalls auch mal ein Strategiewechsel zu wagen und immer die Gegner im Blick, obwohl es sehr solitär gespielt wird. Dieses Solo-Gefühl hat man in Partien zu zweit ebenso wie in Partien zu viert. Die einzige Interaktion besteht darin, genau die Plättchen zu nehmen, die man selbst, aber andere auch benötigen. Das kommt häufiger vor als man denkt.

Das Spielende kommt dabei meist überraschend, da man doch sehr mit der eigenen Auslage und Strategie beschäftigt ist und im richtigen Moment seine Mitspieler eben nicht im Blick hat.

Spielmaterial

Sehr hochwertiges Material. Die Plättchen sind schön dick, die Erntemarker und die zentrale Auslage sind als Double-Layer ausgeführt. Die Fruchtmarker sind aus Holz.

Für wen?

Für alle, die gerne Plättchenlegespiele mit Ressourcenmanagement spielen und sich dabei auch gerne ein wenig den Kopf zerbrechen. Fans von Uwe Rosenbergs Legespiele mal ausgenommen. Die werden (müssen) es sich ohnehin anschauen.

Für wen noch?

… für den guten Zweck der Aktion: „Click a Tree“ in Ghana. Alles Weitere zum Projekt findet ihr unter clickatree.com

Kritikpunkte

Es gibt ein paar Regelunklarheiten und auch Fehler in den Regeln. So sollen zum Beispiel laut Spielregel bei der Vorbereitung die 13 Erntemarker der Nummer nach sortiert werden, jedoch fehlen diese Nummern. Relevant für das Spiel ist es nicht, da alle Erntemarker gleich aussehen. Es war auch mein Eindruck, dass ein paar Stellen in der Regel sich komplizierter anhören als sie dann tatsächlich sind. Dies machte uns bei der Erstpartie etwas zu schaffen.

Manch Mitspieler hatte (zu Recht) Probleme, die Baumarten voneinander zu unterscheiden. Hier sind sich ein paar schon sehr ähnlich!

Fazit

Gutes Plättchenlegespiel für die Familie und alle, die Spaß an Spielen dieser Art haben. Der taktische Anspruch ist so, dass man entweder aus dem Bauch heraus spielen kann oder sich den Aufgaben stellt und das Optimum herausholen kann.

Euch ist eine Meinung nicht genug?

beeple logo klein

Schaut doch mal bei den lieben Kollegen vom Beeple-Netzwerk nach. Vielleicht findet ihr unter www.beeple.de noch die eine oder andere Meinung zu diesem Spiel.

Alternativ könnt ihr immer gerne auch auf unserem und auf dem Discord-Server vom Beeple-Netzwerk nach weiteren Meinungen suchen.

© 26.01.2026 Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Skellig Games // Fotos: © Oliver Sack

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Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.
Transparenz-Hinweis: Wir bekommen keine Bezahlung für unsere Meinung zu diesem Spiel! Soweit nicht anders angegeben, wurden wir durch ein Rezensionsexemplar unterstützt.


Der Einfachheit halber, verwende ich meist die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“


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