Fertig!

Das neue Solitärspiel von Friedemann Friese! Eine völlig neue Art, Patience zu spielen!

Du beginnst Fertig! mit einem gemischten Deck aus 48 Karten und versuchst diese Karten innerhalb von 8 Spielrunden zu sortieren. Dir stehen aber hilfreiche Aktionen zur Verfügung, mit denen du die Karten auf verschiedene Weisen manipulieren kannst. Sortierst du alle Karten, gewinnst du das Spiel!

Eckdaten

Autor: Friedemann Friese
Grafik & Design: Harald Lieske
Für wen: 1 Spieler, ab 10 Jahren
Spieldauer: 20-30 Minuten
Platzbedarf: ca. 60x40cm

Fertig Box

Verlagstext

Ein typischer Arbeitstag. Sortiere die Akten und schlafe dabei nicht ein. Dank eines begrenzten Vorrats an Kaffee und Bonbons erhältst du hoffentlich genug Koffein und kurze Zuckerschübe, um bald Fertig! rufen zu können!

Quelle: PM 2F, 2017

Was der Pragmatiker wissen möchte

Ist kniffelig und macht wahnsinnig & süchtig

Der grobe Spielablauf

Vor mir liegt ein Stapel mit 48 durchnummerierten Karten. Die #48 liegt dabei ganz unten. Ich decke die obersten drei Karten offen vor mir aus, das ist meine aktuelle Auslage. Liegt jetzt zufällig die Nummer 1 dabei, beginne ich damit den „Fertig-Stapel“ und ziehe Ersatz dafür. Die drei Karten die jetzt vor mir liegen, bieten unterschiedliche Aktionen, wie zum Beispiel Karten nachziehen, Karten in die Ablage schieben, Karten aus der Ablage holen, usw.

fertig!

Diese Aktionen kann ich aktivieren und ausführen, wenn ich eines meiner Bonbons dafür hergebe. Allzu großzügig sollte man mit seinen Bonbons allerdings nicht sein, denn deren Nachschub läuft meist nur sehr schleppend.

fertig!

Sobald ich jetzt keine weiteren Aktionen mehr ausführen möchte oder kann, sortiere ich die Karten in meiner aktuellen Auslage neu und verschiebe diese Reihe dann komplett in meine Ablage. Anschließend werden die ältesten Karten der Ablage, bis auf drei, unter den Nachziehstapel gelegt. Diese Karten sind jetzt etwas vorsortiert. Irgendwann kommt die Nummer 48 in die Auslage und später in die Ablage. Das ist dann das Ende einer Runde und ich muss dafür eine meiner Kaffeetassen abgeben. Hab ich keine Tassen mehr, hab ich verloren.

fertig!

Bei all der Sortiererei gilt aber immer, kommt eine Karte in die aktuelle Auslage (egal von wo), die auf den Fertig-Stapel passt, wird sie sofort dorthin gelegt und Ersatz dafür gezogen. Im Idealfall wächst so der Fertig-Stapel stetig von 1 bis 48, bevor ich keine Kaffeetassen mehr im Vorrat habe. Dann hab ich gewonnen.

fertig!

Klingt einfach? Probiert es aus, es ist schwerer als man denkt aber nicht unmöglich.

Meine Eindrücke

Manchmal, wenn mir ein Spielpartner fehlt, greife ich gerne zu Solo-Spielen. Diese Form der spielerischen Unterhaltung finde ich recht anregend, jedenfalls was den Geist betrifft. Gehirnjogging ist immer gut und hält geistig fit. Außerdem lernt man so ganz nebenbei auch wieder neue Herangehensweisen und Denkstrategien für Problemlösungen. Dies kann unter Umständen sogar auf den beruflichen Alltag übertragen werden und sich dort, im täglichen Konkurrenzkampf, positiv auswirken.

Bei den Solospielen möchte ich grundsätzlich zwei Arten unterscheiden. Da sind zum einen die Spiele, bei denen man versucht, eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen, zum anderen die Spiele, bei denen es darum geht, das Spiel an sich zu besiegen. Zu letzterer Kategorie zählt auch „Fertig!“. Auch hier geht es einzig und alleine nur um Sieg oder Niederlage. Dazwischen gibt es absolut gar nichts.

Ein weiterer Punkt, auf den ich viel Wert lege, sind einfache (Grund-)Regeln. Aber das Spiel selbst darf dabei nicht einfach sein – sonst wird’s sehr schnell langweilig. Und genau in dieses Beuteschema passt Friedemann Frieses „Fertig!“. Einfache Regeln: „Sortiere die Karten von 1 bis 48 in aufsteigender Reihenfolge“. Klingt tatsächlich sehr einfach, entpuppt sich aber schnell zu einer echt harten Nuss. Ganz so einfach ist es nämlich nicht, absolut nicht. Zwar gibt es einige Kartenfunktionen die man nutzen kann, den unsortierten Kartenstapel zu sortieren, jedoch einfach nur drauf los spielen funktioniert nicht. Spielzüge planen, Kartenfolgen merken und mit Hilfsmittel haushalten. All das noch in einem sinnvollen Verhältnis und zur rechten Zeit.

Frust?

Auch wenn man es für fast unmöglich hält, hat man in jeder Partie den Eindruck, dass es gehen muss. Diese Erkenntnis führt wiederum dazu, dass man das Spiel immer wieder auspackt und es immer wieder aufs Neue versucht. Ein Teufelskreis. Zunächst dachte ich auch, wenn es dir endlich gelingt, den Stapel regelkonform zu sortieren, dann ist alles gut. Nein, nichts war gut! Hat man es einmal geschafft, kommt einem folgender Gedanke: Wenn’s einmal klappt, klappt’s bestimmt wieder! – Zack, schon ist man im angesprochenen Teufelskreis.

Glück?

Wer jetzt aber nach Glücksfaktor schreit, dem gebe ich sogar Recht. Ja, es ist auch Glück dabei. Kommen die ersten Zahlen wie die „1“, „2“, usw. recht früh in der richtigen Reihenfolge, so ist das schon in kleiner Vorteil. Allerdings ist es dann auch sehr wahrscheinlich, dass bei einem gut gemischten Stapel, andere Zahlen in wesentlich schlechterer Reihenfolge auftauchen. Und genau hier setzt der Autor den Hebel an. Da die Karten immer in kleinen Gruppen ausgespielt, sortiert und abgelegt werden, kann der unsortierte Stapel nach und nach sortiert werden. Zusatzaktionen helfen dabei noch zusätzliche Karten zu schieben, abzulegen oder aufzuschieben. So wird die Sache zwar nicht einfacher, aber der Reiz, das Gefühl, das Spiel erfolgreich beenden zu können, bleibt erhalten.

Fazit

Mir gefällt „Fertig!“ als Solo-Spiel richtig gut. Klar, so etwas ist immer Geschmackssache, aber genau diesen Geschmack hat es bei mir getroffen. Zurzeit passiert mir es zwei, drei Mal täglich, das ich zu „Fertig!“ greife und ich werde immer besser. Man bekommt langsam einen Dreh raus und wenn einem das Glück noch wohlgesonnen ist, dann klappt’s auch. Wie gesagt, für mich ist das Spiel in seinem Genre eine Empfehlung wert. Bitte mehr davon.

© 15.11.17 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © 2F Spiele / Fotos: Oliver Sack


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