Blogbistro Titel Monochrome AG

Am vergangenen Samstag lud Kosmos zum ersten „Blogbistro“ nach Frankfurt. Was uns dort erwarten sollte, wie es dazu kam und wie ich dort hin kam, war anfangs sehr mysteriös.

Angefangen hat alles am 2. April 2019. Für einen Aprilscherz eigentlich einen Tag zu spät, erreichte mich ohne jegliche Vorwarnung eine mysteriöse Nachricht per WhatsApp.

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Neugierig wie ich bin, habe ich natürlich direkt eine Antwort gesendet, ohne zu wissen was ich genau tun soll. Der Absender KOSMOS schien mir inklusive dem bekannten, blauen Logo zumindest einmal vertrauenswürdig. Es ging über Tage munter hin und her und ich fühlte mich wie früher, zu Zeiten der guten, alten Point-And-Klick-Adventure auf meinem „Brotkasten“, dem Commodore C64. Für meine jungen Fans und Leser: Der Commodore 64 war/ist ein 8-Bit-Heimcomputer mit 64 KB Arbeitsspeicher. Ja, mit 64 KB konnten wir damals Spiele spielen und zwar inklusive einer Grafik auf dem Bildschirm!

Zurück aber zum „Blogbistro“. Wie gesagt, ging es ein paar Tage hin und her und immer wieder musste ich eine Entscheidung fällen. Warum und wieso das Ganze, war mir immer noch ein Rätsel, aber ich war neugierig und hatte Spaß. Also spielte ich tapfer mit und fand zwischenzeitlich heraus, dass ich nicht alleine bin. Auch andere Blogger haben mysteriöse WhatsApp-Nachrichten erhalten und meist unterschiedlich auf die Fragen reagiert. Dann kam der 8. April. Ein Tag und eine Nachricht, der alles ändern sollte.

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Ich entschloss mich also, das Paket zu nehmen. In diesem virtuellen Paket lagen bei mir eine AR-Datenbrille und eine Notiz. Andere Blogger fanden virtuell andere Gegenstände. Doch weiter geschah erst einmal Nichts. Es herrschte wieder Funkstille. Macht sich jemand einen Spaß mit mir?

Am nächsten Tag dann die Mega-Überraschung! Es klingelte real an unserer Haustür. Durch die Wohnzimmerscheibe war eine Silhouette zu sehen, die etwas in der Hand hielt. Ich öffnete die Tür. „Ein Paket für Sie!“ – Ich hatte nichts erwartet, aber da ich es schon einmal in Händen hielt und mein Name drauf stand, nahm ich es an und öffnete es …

 Agentenbrille

… die virtuelle AR-Datenbrille und die Notiz wurden real. Eine interessante Wendung in dem Fall. Tage später dann eine weitere Nachricht. „Hast du das Paket bekommen? Und hast du die Adresse der Monochrom AG herausgefunden? Nenne sie!“. Nach etwas Recherche ist es mir dann auch gelungen, die Adresse korrekt zu ermitteln. Wiederum per WhatsApp bestätigt und ich bekam einen Tag, eine Uhrzeit und ein Codewort. Und so begab ich mich dann mit Begleitung, AR-Brille, diversen Unterlagen, Sonnenbrille, Hut und 60er-Jahre-Agentenmantel auf die Reise zum Kosmos Blogbistro nach Frankfurt. Fest entschlossen, dort das Geheimnis um die Monochrome AG zu lüften.

Der Tag X – Beim Kosmos Blogbistro

Früh morgens um 6 Uhr ging es los. Nach knapp 3 Stunden Fahrt kamen wir an. Vor Ort bereits Blogger-Kollegen, die ebenfalls mit von der Partie waren. Und, alle tauchten im Agenten-Look auf. Cool, denn wir haben uns dazu im Vorfeld des Kosmos Blogbistro dazu verabredet. Bevor es dann zum Event ging, drehten Stephan und Julia von Spiel doch Mal mit uns einen kleinen, einstimmenden Intro-Film. Das Ergebnis ist bereits auf YouTube, auf dem Kanal von Spiel-Doch-Mal.de zu sehen >>LINK<<. Der Dreh hat super viel Spaß gemacht und ich möchte mich dafür, an dieser Stelle noch einmal bei Stephan und Julia bedanken.

Dann ging es los, die Agenten fuhren mit dem Lift in den 5. Stock des Marriot-Hotels. Dort, im Seminarraum „Matrix“ wurden wir bereits erwartet und nach unserem Codewort gefragt. „Ohne Codewort, kein Eintritt!“. Gut, dass ich es noch wusste.

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung war klar, um was es am heutigen Tag beim Kosmos Blogbistro gehen sollte. Wir durften einen ersten, exklusiven Blick auf die neue „Adventure Games“-Reihe werfen. Doch damit nicht genug, auf 6 Tischen war bereits „Die Monochrome AG“ aufgebaut und wir durften uns direkt einen Einblick verschaffen und das Spiel direkt ausprobieren.

Start-Spielaufbau Monochrome AG

Über die Adventure Games

Bei den neuen Spielen von Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan handelt es sich um eine neue Variante von Escape-Games. Das Ganze ist hierbei storybasierend, ähnlich einem Point-and-Click-Adventure am PC. Allerdings spielt man nicht alleine, sondern kooperativ im Team. (Solo-Modus ist möglich.) Die neue Spiele-Reihe startet mit zwei Geschichten „Das Verlies“ und „Die Monochome AG“. Der Unterschied zum Exit-Game ist, dass es hier jetzt nicht nur ein Weg zum Ziel gibt. Räume und Wege erkunden, Gegenstände suchen, kombinieren und verwenden. Nicht das Rätsel, sondern die Story steht im Mittelpunkt der Adventure Games. Die Regeln sind dabei so einfach, dass man sofort los spielen kann. Das Ganze erinnert zwar vom Ablauf her an die Unlock!-Reihe, hat aber dennoch einen eigenen Stil.

Grundsätzlicher Spielablauf

Eine Story beginnt mit einer kleinen Einführung in die Hintergrundgeschichte und der Startaufstellung. Jeder Spieler bekommt seine Spielfigur und eine Charaktereigenschaft. In der Tischmitte liegen die ersten Karten (Orte) aus. Dann geht es los. Wie bei einem Point-and-Klick-Adventure werden Räume und Gegenstände untersucht. Gelegentlich werden auch Gegenstände mit Räumen, Orten oder anderen Gegenständen kombiniert. Diese Erkundungen, Aktionen und Kombinationen werden mittels einem Zahlencode entweder im Story-Book nachgeschlagen oder via App visuell und akustisch ausgegeben.

Das Ganze muss man sich ungefähr so vorstellen:

Adventure Games Beispiel

In einem Raum findet man einen Dosenöffner (11), später, an einem anderen Ort eine Dose (10). Um die beiden Gegenstände jetzt zu kombinieren, werden beide Zahlen einfach der Größe nach aneinander gehängt. Das Ergebnis 1011 dann entweder in die App eingegeben oder nachgeschlagen im Story-Book. So erfährt man zum einen, ob die Kombination der Gegenstände überhaupt möglich ist, zum anderen wird einem das Ergebnis präsentiert. Hier, in unserem Beispiel, werden wir Aufgefordert, die Karten 10 und 11 aus dem Spiel zu nehmen und durch die Karte 12 (offene Dose) zu ersetzen. Was man nun mit dieser Karte als Nächstes tun kann, wird sich im Laufe der Geschichte zeigen, oder auch nicht. Die Kombination von Gegenständen und Orten funktioniert im Übrigen genau gleich. Alles ist zufällig, alles ist nicht vorhersehbar.

Am Ende eines Kapitels lässt sich der aktuelle Spielstand ermitteln und „einfrieren“. So kann entweder später an dieser Stelle neu eingestiegen werden, wenn man nicht gleich ins nächste Kapitel starten will. Am Ende des dritten und letzten Kapitels wenn die Story beendet wurde, wird das Erreichte bewertet und es gibt einen abschließenden Punktestand, der Aufschluss über die Leistung der Gruppe geben soll.

Unsere Eindrücke zu „Die Monochrome AG“ (spoilerfrei!)

Box Rück MonochromDie Story hat uns richtig gut gefallen und die 3x 90 Minuten vergingen wie im Fluge. Die ganze Sache ist fein verzahnt und man hatte tatsächlich das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein. Besser noch, wir konnten uns sogar mit unseren Charakteren identifizieren und waren so auch stimmungsmäßig voll im Spiel. „Mittendrin, statt nur dabei“ – dieser Werbespruch traf hier voll zu.

Da bei den Adventure-Games kein Timer mitläuft, ist man nie im Zeitdruck. So ist immer auch Zeit, vermeintlich unwichtige Dinge zu erkunden und mit Gegenständen zu experimentieren. Die unterstützende App war in der vorliegenden (Beta-Version) weitestgehend gut und hilfreich. (Kleine Bugs werden laut Verlag noch vor Veröffentlichung behoben.)

Angenehm ist auch, dass man bei den meisten „Fehlversuchen“ keine drastischen Strafen bekommt. Einzig, in besonderen (Charakterabhängigen) Situationen, gibt es eine Art Strafsystem (Hier: Alarmstatus), das am Spielende für moderaten Punktabzug sorgt.

Die Story von „Die Monochrome AG“ ist wirklich sehr packend und die Altersfreigabe (ab 16 Jahren) nicht untertrieben. Es ist ein Thriller, der stellenweise krasse Bilder im Kopf erzeugt, wenn man sich auf die Story einlässt.

Allerdings sollte man beim Spielen auf seine Umgebung achten! Bei der Vorstellung in Frankfurt, waren wir, wie gesagt, an 6 Tischen in einem Raum, zeitgleich zu Gange. Das war stellenweise sehr laut, sodass es manchmal schwer war, sich zu konzentrieren und der App-Stimme zu folgen. Daher denke ich, ist es besser, an einem ruhigen Ort und nicht auf einer Veranstaltung die Adventure Games zu erleben.

Was wir nicht empfehlen

Die Geschichten sind in drei Kapitel unterteilt und man kann jederzeit nach einem Kapitel aufhören und später wieder an derselben Stelle einsteigen. Allerdings empfehle ich nach meinen ersten Erfahrungen, dies nicht unbedingt zu tun. Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen, das Spiel (alle drei Kapitel) am Stück durchzuspielen. Das Spielerlebnis über rund 4-5 Stunden wird einen dafür belohnen. Eine Unterbrechung über Tage oder gar Wochen wird meiner Meinung nach nicht funktionieren, da man auch in folgenden Kapitel auf Entdeckungen und Erfahrungen aus vorangegangenen Kapitel zurückgreifen muss. Also wenn unterbrechen, dann maximal einen Tag. Ich denke, wenn man drei Abende hintereinander je ein Kapitel spielt, könnte es noch funktionieren. Längere Pausen werden wie gesagt eher nicht funktionieren.

Was mir nicht gefallen hat

Obwohl „Die Monochrome AG“ noch nicht im Handel erhältlich ist, scheint doch ein Großteil des Spiels bereits produziert zu sein. Neben der Spielregel und dem Story-Book liegt auch ein Beiblatt bei, auf dem einige Fehler im Story-Book berichtigt sind. (Die App ist bereits korrigiert). Ob dieses Beiblatt jetzt tatsächlich auch in der finalen Version des Spiels enthalten ist und ausgeliefert wird, ist uns nicht bekannt. Es wäre allerdings wirklich schade, wenn das Story-Book nicht noch einmal neu gedruckt wird sondern mit dem Korrekturblatt so bleibt, wie es ist. Vielleicht bekomme ich dazu von Kosmos noch eine Stellungnahme.

Das ist allerdings „nur“ ein Schönheitsfehler, der den Spielspaß weder trübt, noch beeinflusst. Fehler machen ist bei aller Kontrolle nun mal menschlich.

[Update 30.04.2019: In der ersten Auflage ist laut Verlag das Beiblatt dabei. Die App hat diese Fehler nicht.]

[Update 07.01.2020: Kosmos hat den Schwierigkeitsgrad angepasst und dazu ein Missions-Update veröffentlicht.]

Simones Meinung

Ich hatte zum Kosmos Blogbistro meine „Exit-Game-Spezialistin“ und Spielevater-Kollegin Simone dabei, die mich vor Ort auch hinter der Kamera unterstütze. Auch Sie hat ihre Meinung zum Spiel und zum „Adventure-Games“-Konzept. Hier ihre Eindrücke:

Das neue Format der „Adventure-Games“ hat mich total begeistert. Es wurde für mich besonders ab dem Moment spannend, in dem ich erkannte, dass mein Agent (meine Spielfigur) wirklich einen Charakter hat mit dem ich mich identifizieren muss, um gute Entscheidungen zu treffen, beziehungsweise lieber einmal jemand andrem den Vorrang zu lassen.

Immer tiefer in den Kaninchenbau zog es mich, als ich erkannte, „wow, wenn wir nicht aufpassen können wirklich schlimme Dinge passieren also seit auf der Hut!“ Was jedoch meiner sadistischen Art mein Teamkollege zu etwas wirklich dummen zu überreden keinen Abbruch tat (bin ein kleines Teufelchen). Das Spiel wurde nie langweilig. Immer wieder wurde man überrascht, gepackt und begeistert. Mal kam man sich vor wie MacGyver und mal auch wie der größte Depp. Meistens war aber im richtigen Moment ein Teamkollege da, der einen rettete. Einmal jedoch, hat das auch nicht geholfen, sodass wir die Hilfe-Funktion bemühen mussten.

Danke an das Autorenduo und Kosmos-Redaktion, die dieses Hilfe-Feature implementiert haben. Es hat uns „das Leben gerettet“ und dem Spielspaß keinen Abbruch getan, denn auch Vielspieler übersehen mal ein kleines aber sehr wichtiges Detail.

Fazit

Blogbistro Agent DaddyDa es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Story zu spielen und zu beenden, habe ich richtig Lust, „Die Monochrome AG“ noch einmal zu spielen. Mit dem Wissen von heute, werde ich sicher einiges anders machen, bin aber auch gespannt, wie die Geschichte dann verläuft. Werde ich mit meiner Gruppe eine höhere Punktzahl erreichen? Werden wir gar scheitern? Das Konzept des Spiels lässt jedenfalls diese erneuten Versuche zu. Und, das Spiel lässt sich komplett zurücksetzen. Kein Material wird verändert oder zerstört. Das ist ein großer Pluspunkt bei diesem Spielkonzept.

In den nächsten Tagen und Wochen, werden wir auch „Das Verlies“ (Abenteuer, ab 12 Jahren) spielen. Darauf sind wir schon heute richtig heiß. Kosmos hat uns mit dem neuen Konzept überzeugt, ja es gefällt mir persönlich sogar besser als die Exit-Reihe.

Wir hoffen, dass Kosmos in dieser Reihe noch einiges veröffentlicht. Vielleicht auch einmal etwas für Kinder oder gar etwas Skurriles, Lustiges. Why not? Spätestens im Herbst wissen wir mehr. Dann wird der dritte Titel vorgestellt und ich glaube, das wird auch nicht der letzte sein.

[Update 30.04.2019: Im Herbst 2019 erscheint „Die Vulkaninsel“]

[Update 10.05.2019: Im Frühjahr 2020 erscheint der 4. Fall]

Eckdaten

Adventure Games - Monochrome AG

Name: Die Monochrome AG
Für 1 bis 4 Spieler, ab 16 Jahren
Autoren: Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan
Illustration: Maximilian Schell
Spieldauer: 3x 90 Minuten
Platzbedarf: ca. 100 x 80 cm
Preis: ca. 15 Euro
Erscheinungstermin: 16. Mai 2019

Adventure Games - Verlies

Name: Das Verlies
Für 1 bis 4 Spieler, ab 12 Jahren
Autoren: Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan
Illustration: Martin Hoffmann
Spieldauer: 3x 90 Minuten
Platzbedarf: ca. 100 x 80 cm
Preis: ca. 15 Euro
Erscheinungstermin: 16. Mai 2019

App zum Spiel

Die Apps zu den beiden Spielen sollen ebenfalls zum Erscheinungstermin als Bestandteil der Kosmos-Erklär-App verfügbar sein.
Allerdings hängt es auch von Apple & Co ab, wann diese tatsächlich online sind.

Quelle: Kosmos Presse, 10.05.2019

Hinweis

Unsere hier geschilderten Eindrücke beruhen allesamt auf die Probe-Partie beim Kosmos Blogbistro am 27.4.2019 und den Ersteindrücken auf der Spielwarenmesse im Februar 2019. Die Lust, noch einmal zu spielen, ist heute, zwei Tage nach dem Event eher noch größer geworden.


© 29.04.19 Oliver Sack – Updates: 30.04.2019 / 10.05.2019

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Kosmos / Fotos: Oliver Sack, Simone Dekold
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Event und einem Produkt.

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