Bremer Titel

Lesezeit: 7 Minuten

Vor ein paar Wochen hatte Christian von Spielstil.net eine Idee. Er rief die Aktion „Überraschungsspiel“ ins Leben. Bei dieser Aktion beteiligen sich einige Mitglieder aus dem Beeple-Netzwerk und besorgen sich ein „besonderes“ Spiel. Dazu besuchten wir unter anderem Flohmärkte, Second Hand Läden oder kramten im eigenen Fundus, Keller oder sonstigen Lagerräumen für vergessene Spiele. Das auserwählte Spiel wurde dann einem anderen Mitglied zugesendet und dieser/diese muss das Spiel dann spielen und in irgendeiner Form darüber berichten.

Eine ausführliche Erklärung zur Aktion mit Übersicht über alle Spieler und Teilnehmer bietet eine Sonderausgabe des Beeple-Talk HIER  sowie die Aktionsseite auf Beeple.de HIER.

Natürlich habe auch ich sofort Interesse an dieser Aktion bekundet und machte mich auf die Suche nach einem Spiel für den lieben Andreas von Cliquenabend.de. Die Vorgeschichte dazu habe ich in einer kleinen Fotostory … HIER … bereits vorgestellt. Andreas wird seinen Teil im neuen Jahr veröffentlichen. Den passenden Link dazu werde ich HIER nachreichen. Wenn ihr also wissen wollt, was der Andreas von mir bekommen hat, dann bleibt dran unter dem Hashtag „#Ueberraschungsspiel“ auf allen gängigen Social Media Plattformen.

Natürlich dauerte es nach Beginn der Aktion auch nicht lange und es kam ein Paket von Jürgen von der Spielbar.com. Das machte mir zunächst etwas Angst und ich war sehr gespannt, welche Gemeinheit Jürgen da für mich organisiert hat. Also Schwupps ausgepackt und siehe da, das war wirklich eine Überraschung. Im Paket waren die Bremer Stadtmusikanten vom Stuttgarter Verlag Frankch (heute Kosmos). Und ich dachte schon weiß der Schinder was da wohl im Paket sei.

Ja, ich bin kein vor-der-Kamera-Profi, mit Nichten, aber für diese tolle Aktion mache ich mal eine Ausnahme. Jetzt wird es aber Zeit, über das Überraschungsspiel zu berichten. Ein paar Partien habe ich gespielt und es war ganz interessant.

Box Bremer Stadtmusikanten

Name: Die Bremer Stadtmusikanten

Für 2-4 Spieler, ab 10 Jahren

Autor: Dr. Gilbert Obermair

Erscheinungsjahr: 1987

Illustration: Christa Tauser

Verlag: Frankch (Kosmos)

Spieldauer: 30-45 Minuten

Platzbedarf: ca. 70×70 cm

Über den Autor

Gilbert Obermair, geboren am 26. Februar, 1934 im Salzkammergut in Österreich. Als Autor fand er ebenfalls 1987 Beachtung mit seinem Deduktionsspiel „Black Vienna“ (erschienen bei Frankch). Doch bereits 1981 war er auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres mit „Quibbix“. Gilbert Obermair starb am 8. Dezember 2002 in München. Im selben Jahr erschien noch ein Kinderspiel bei Ravensburger.

Bei Wikipedia finden wir dann noch folgenden interessanten Eintrag zu Gilbert Obermair:

„Obermair absolvierte zunächst ein Studium der Handelswissenschaften in Wien und arbeitete dann ab 1961 in Deutschland als Verlagskaufmann und Musikproduzent. Er komponierte Schlager und trat unter dem Pseudonym Lambacher auch als Textdichter auf. Er bildete sich als Systemanalytiker fort und arbeitete ab 1966 als Systemspezialist bei IBM. 1970 wechselte er zum Softwarehaus ADV/Orga und betätigte sich ab 1974 als Planer von EDV-, Lehr- und Spielsystemen. Zu dieser Zeit begann er auch, sich als Autor und Journalist mit Spielen zu beschäftigen, hauptsächlich mit Wort- und Buchstabenspielen. 1975 kam sein erstes Spiel Orakel zur Zukunftsdeutung mit Karten und Würfel beim Heyne Verlag auf den Markt.

1979 war er an der Herausgabe der ersten deutschen Spielezeitschrift Spiel (Vorläufer der Spielbox) beteiligt. In den Anfangsjahren des Spiel des Jahres war Obermair 1979 und 1980 Jurymitglied.[4] Obermair, der seinen beruflichen Wohnsitz in München hatte, verfasste Bücher mit Zusammenstellungen von Spielen aller Art. Zu seinen Hobbys, der Volksmusik und der Bauernmalerei, steuerte er ebenfalls Ratgeberliteratur bei.

Gilbert Obermair fand seine letzte Ruhestätte in Lambach.“

Quelle: Wikipedia

Cover-Text zu den Bremer Stadtmusikanten

Es waren einmal vier Tiere, die hatten ihrem Herrn ein Leben lang treu gedient. Nun, da sie in die Jahre gekommen waren, wurde ihnen das Altenteil verweigert : Der Esel, der die Säcke nur mehr mit Mühe zur Mühletragen konnte, sollte aus dem Futter genommen werden. Der Hund, …

Naja, der Rest der Geschichte ist bekannt, oder?
Wenn nicht, empfehle ich hier an dieser Stelle den Podcast „Ein Wolf liest Märchen“ … wobei, der Johannes hat die Geschichte gar nicht vorgelesen. Scha(n)de!

Das Spiel

Bremer SpielszeneWer jetzt Angst vor Titel und Thema hat, der kann ganz beruhigt weiterlesen. Denn hinter dem märchenhaften Titel steckt ein knallhartes, abstraktes Taktikspiel. Nix mit Tieren, nix mit Räuber, es geht einfach nur um Punkte. Wer davon zuerst 7 hat, hat gewonnen.
Das Thema ist also komplett auf das Spiel aufgesetzt. Ist das jetzt schlecht? Nein! Schließlich gibt es das immer wieder. Halten wir also fest, die Bremer Stadtmusikanten sind ein cleveres, abstraktes Spiel.

Ob es so heute noch auf den Markt kommen kann, möchte ich bezweifeln. Das Spiel hat einen entscheidenden redaktionellen Fehler. Es ist möglich, Kettenzüge auszulösen, was dazu führen kann, dass ein Spieler mehrere Züge hintereinander machen kann. Es fühlt sich für die anderen Mitspieler dann nach einer regelrechten Solo-Einlage eines Spielers an. Das ist ein wenig nervig. Außerdem kann sich das Spiel stark in die Länge ziehen. Wenn diese beiden Punkte aber nochmals redaktionell bearbeitet werden, könnte dieses abstrakte Spiel durchaus eine zweite Chance bekommen. Mit welchem Thema? Das bleibt dann dem Verlag vorbehalten. Je nach Lust, Laune und Zeitgeist.

Die Aufmachung

Bremer InlayHeute würde man so eine Box samt Inhalt wohl verfluchen und nicht gut heißen. Die Box ist viel zu groß für den Inhalt. Das Inlay völlig überdimensioniert, aber mit flauschiger, samtiger Oberfläche. Bedenkt man allerdings, dass das Spiel von 1987 ist, darf man nicht meckern. Es war damals der übliche Standard und das Inlay sollte auch einen edlen Touch suggerieren. Schließlich erschien das Spiel ja in der Reihe „Spiele Galerie“ von Frankch, wo 8 Jahre später Kosmos draufstand und mit „Die Siedler von Catan“ eine neue verspielte Zeitrechnung anbrach. Somit sind die Bremer Stadtmusikanten quasi aus dem Jahre 8 v.C.

Unsere Erfahrungen

SpaetzlepressHier jetzt nochmal über alles zu schreiben möchte ich mir zu Gunsten eines Cross-Marketings ersparen. Denn, ich durfte mit Jürgen in einer Podcastfolge der Spielbar über das Spiel plaudern. Hört mal rein unter diesem Link

Fazit zur Aktion

Die Aktion #Ueberraschungsspiel hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das ich dabei noch Glück hatte und mir ein Spiel anschauen durfte, das auf den zweiten Blick ganz schön clever ist, hat mich überrascht. Ich bin gespannt, wie es den anderen Beeple Mitgliedern geht und was bei ihnen so auf dem Tisch gelandet ist. Ganz besonders natürlich bin ich gespannt auf Andreas von Cliquenabend.de, der meinen Flohmarktfund unter die Lupe nehmen darf.

Euch ist eine Meinung nicht genug?

beeple logo klein

Schaut doch mal bei den lieben Kollegen vom Beeple-Netzwerk nach. Vielleicht findet ihr unter www.beeple.de noch die eine oder andere Meinung zu diesem Spiel.

Alternativ könnt ihr immer gerne auch auf unserem und auf dem Discord-Server vom Beeple-Netzwerk nach weiteren Meinungen suchen.

© 25.12.2022 Oliver Sack – Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Frankch/Kosmos / Fotos: © Oliver Sack

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Der Einfachheit halber, verwende ich meist die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“


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