Catan Inka

Catan (ehem. Die Siedler von Catan), kennt zwischenzeitlich jeder, oder? Wer es nicht kennt, der kann meiner Meinung nach hier jetzt Schluss machen, denn ich glaube nicht, dass sich jemand, der das Original nicht kennt, „CATAN – Der Aufstieg der Inka“ zulegen wird. Daher gehe ich mal davon aus, dass jetzt nur die weiterlesen, die CATAN kennen.

Eckdaten

Name: Catan – Der Aufstieg der Inka

Für 3-4 Spieler, ab 12 Jahren

Autoren: Klaus & Benjamin Teuber

Grafik: Claus Stephan, Martin Hoffmann

Gestaltung: Michaela Kienle

Verlag: Kosmos

Spieldauer: ca. 60-90 Minuten

Platzbedarf: ca 80x120cm

Catan Inka

Verlagstext

Schon immer war CATAN Autor Klaus Teuber fasziniert von historischen Kulturen. Jetzt hat er gemeinsam mit seinem Sohn Benjamin die Geschichte von Aufstieg und Niedergang einer der beeindruckendsten Kulturen Südamerikas nach Catan geholt. Ein innovativer Verdrängungsmechanismus eröffnet da- bei ganz neue Möglichkeiten. Das freut nicht nur CATAN Fans!

„Siedeln, Handeln, Bauen“: Die catanischen Grundelemente bekommen in ‚CATAN – Der Aufstieg der Inka‘ Gesellschaft. Denn der innovative Verdrängungsmechanismus eröffnet den Spielern neue Möglichkeiten und konfrontiert sie mit neuen Spielsituationen, die Anpassungen der Taktik erforderlich machen. So holt sich die Natur einmal gebaute Siedlungen wieder zurück – und ein anderer Spieler hat die Chance, seine Siedlung an den begehrten Platz zu bauen! Daneben bereichern Fisch, Koka und Federn den Tauschhandel. Natürlich verbreiten detailreiche Figuren und farbenfrohe Illustrationen die Atmosphäre der südamerikanischen Kultur.

Quelle: www.Kosmos.de, September 2018

Unsere Eindrücke

Catan InkaBeim neuen Ableger aus der Catan-Familie, bleibt der Grundmechanismus gleich und bekannt. Wir bauen Straßen, Siedlungen, Städte und erhalten je nach Würfelergebnis Rohstoffe. Diese Rohstoffe investieren wir wiederum in Straßen, Siedlungen, Städte und Entwicklungskarten. Soweit also nichts Neues. Aber ein paar kleine, feine Änderungen im Spielablauf gibt es schon. Sonst wäre es ja nur ein anderes Setting und kein eigenständiges Spiel.

Neuerungen

Schauen wir uns zunächst den Spielplan, die Insel an. Hier gibt es alt bekannte Rohstoffe, sowie neue Handelsgüter, die wir so ähnlich bereits aus „Städte & Ritter“ kennen. Die Rohstoffe Holz, Lehm und Erz bleiben unverändert. Aus Schaf wird Lama und aus Getreide wird Kartoffeln. Diese Änderungen sind natürlich dem Inka-Thema geschuldet und spielen an sich keine Rolle. Somit kosten der Ausbau einer Siedlung zur Stadt anstelle von 3 Erz und 2 Getreide jetzt 3 Erz und 2 Kartoffeln. Die neuen Handelsgüter sind: Fisch, Koka und Federn, die lediglich für den Rohstoff-Handel nötig sind. Sie ersetzen quasi die Häfen und ermöglichen lukrative Tausch-Kurse.

Echte Änderungen gibt es beim Spieler-Material. Hier fällt zunächst auf, dass es sehr wenige Straßen sind, die einem Spieler zur Verfügung stehen. Ganze 7 anstelle der üblichen 15 Straßen stehen uns zur Verfügung! Klingt sehr, sehr wenig, doch dazu später mehr. Neu ist, dass jeder Spieler ein kleines Tableau (Stammestafel) bekommt, auf dem er seine Entwicklungsmarker ( Siegpunkte ) ablegt. Durch die übliche Gründung von 2 Start-Siedlungen, bekommt auch jeder Spieler sofort 2 Punkte und legt dafür 2 Marker auf seinem Tableau ab. Und genau dieses Tableau, die Stammestafel, steuert jetzt den weiteren Spielverlauf. Das Tableau ist in 3 Bereiche unterteilt. Sie stehen für 3 Entwicklungsstufen des eigenen Stammes.

Catan InkaHat ein Spieler insgesamt 4 Siedlungen, oder 3 Siedlungen und eine Stadt errichtet, steigt sein Stamm eine Stufe auf. Dann muss er alle seine bereits gebauten Straßen vom Spielplan nehmen und zurück in seinen Vorrat legen. Dadurch kann auch die Karte „Längste Handelsstraße“ (bei nur 3 oder mehr Straßen) den Besitzer wechseln, oder wieder aus dem Spiel kommen. Anschließend werden alle bereits gebauten Siedlungen/Städte vom Dschungel überwuchert. Die Siedlungen/Städte bringen zwar nach wie vor Erträge, können aber nicht mehr als Ausgangspunkt für Straßen genutzt werden. Vielmehr ist es jetzt für jeden Spieler möglich, diese Siedlung/Stadt zu überbauen sobald eine eigene Straße daran angrenzt. Zum Abschluss der Übergangsphase zu einer neuen Stufe, darf der Spieler noch eine neue Siedlung nach den bekannten Regeln, einsetzen.

Hat ein Spieler auch die zweite Stufe vollendet, werden neben den gebauten Straßen auch noch eventuell vorhandene, überwucherte Siedlungen/Städte aus der ersten Stufe vom Spielplan entfernt, bevor die in der zweiten Stufe gebauten Siedlungen/Städte erneut überwuchert werden. In der jetzt dritten und letzten Stufe, ist es auch ausreichend, neben der kostenlosen Startsiedlung noch 2 weitere Siedlungen oder eine Siedlung und eine Stadt zu bauen, um das Spiel zu gewinnen. Dies entspricht dann einem Sieg mit 11 Siegpunkten.

So, das waren im Wesentlichen die wichtigsten Änderungen gegenüber dem bekannten Grundspiel.

Unboxing & Game Play Video

Fazit

Catan InkaDas Spiel mit seinen neuen Elementen hat seinen Reiz. Das Überbauen von eigenen und vor allem gegnerischen Siedlungen bringt neue, taktische Elemente ins Spiel. Das Überbauen kann einen Mitspieler ordentlich einbremsen, da er neben der Siedlung/Stadt auch wieder Erträge verliert. Das einem nur 7 Straßen zur Verfügung stehen, relativiert sich recht schnell, da ja am Ende jeder Stufe die gebauten Straßen erneut genutzt werden können.

Kniffelig wird das setzen der letzten, kostenlosen Siedlung zu Beginn der dritten Stufe. Setzt man diese Siedlung unüberlegt, kann es recht schnell passieren, dass man von den Mitspielern angeschnitten wird und so keine Chance mehr auf Expansion besteht. Das ist besonders dann der Fall, wenn sich die Mitspieler verbünden und überwucherte Siedlungen/Städte überbauen um den Ressourcen-Nachschub zu reduzieren.

Unsere erste Partie haben wir zu dritt gespielt (alle sind „Catan-Profis“). Ganz klassisch, sogar gemäß der Startaufstellung in der Spielanleitung. Mir persönlich hat es recht gut gefallen. Den Kniff mit dem Überwuchern fand ich sehr interessant und herausfordernd. Auf dem Spielplan war es schnell recht eng, und ich glaube, zu viert wird es noch enger und es wird noch mehr überbaut. 80% Ur-Catan und 20% Neues, machen „Der Aufstieg der Inka“ zu einem schönen Ableger, der seinen eigenen Reiz hat. Gefällt mir.

Besonders loben möchte ich den beiliegenden Almanach. Er hält neben Antworten zu Regelfragen auch allerlei Informationen zum Thema „Inkas“ bereit.

Stimmen unserer Mitspieler

Hansjörg (Schweizer Catan-Meister 2016): Nette Variante des Klassikers, durch die drei Stufen ergeben sich Änderungen, die größer sind als man auf den ersten Blick vermutet. Dadurch entstehen neue taktische Möglichkeiten.

Das Material ist ganz in Ordnung, die neuen Mechaniken sind gelungen. Trotzdem hat es mich nicht vom Hocker gehauen, wenn mal kein Basisspiel, dann spiel ich lieber „Städte und Ritter“ oder „Settlers of America“.

© 28.09.18 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Kosmos / Fotos: Oliver Sack


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