Der Abenteuer Club - Piatnik

Lesezeit: 6 Minuten

Der Abenteuer Club – Ich weiß nicht, warum, aber beim Titel des Spiels denke ich immer unweigerlich an den Titel einer TV-Kinder- und Jugendserie aus den 80er. Keine Ahnung, warum. Vielleicht weil der Unterschied zwischen Handlung im Film und Geschichte im Spiel nicht allzu groß ist. Im Rahmen einer vorgegebenen Story schlüpfen wir in die Rolle der Protagonisten und wir entscheiden über den Fortgang der Geschichte. Beeinflussen können wir das Ende der Geschichte zwar nicht, dies ist vorgegeben, aber den Weg zum Ziel, zum Ende der Geschichte, den können und müssen wir sogar beeinflussen. Unsere Entscheidungen und unsere Fantasie werden so zum fixen Bestandteil des Spiels. Und mal ehrlich, wer wollte früher nicht auch ein Held oder eine Heldin in einer TV-Serie sein, hier hat man jetzt die Möglichkeit.

Abenteuer Club Box Cover

Name: Der Abenteuer Club

Für 2-5 Personen, ab 8 Jahren

Autoren: Mathias Spaan, Henrik Havighorst

Design: Felix Wermke

Verlag: Piantik

Spieldauer: ca. 30 Minuten pro Abenteuer

Platzbedarf: gering

Verlagstext

Für das Erleben von spannenden Abenteuern braucht es manchmal nur etwas Fantasie.

Hilfreich sind allerdings auch ein paar mehr oder weniger alltägliche Gegenstände, mit denen man sich aus der Klemme befreien kann. Aus diesen einfachen Zutaten haben die Autoren Mathias Spaan und Henrik Havighorst das kooperative Assoziationsspiel „Der Abenteuer Club“ kreiert, in dem zwei bis fünf Personen ab acht Jahren die Aufgaben mit viel Vorstellungskraft, ungewöhnlichen Methoden und einer Prise Irrsinn lösen.

Den Rahmen für die spannenden Erlebnisse bildet das „Buch der Abenteuer“ mit zwölf aufregenden Geschichten, jeweils in fünf Kapitel unterteilt. Jedes dieser Kapitel schließt mit einer Aufgabe, die sofort erfüllt werden muss. Wie lässt sich eine rasende Lokomotive stoppen oder ein Leuchtturm erklimmen? Womit kann eine Schwimmhilfe gebaut oder eine Bombe entschärft werden?

Quelle: www.piatnik.com

Spielablauf beim Abenteuer Club

Zu Beginn werden an alle Mitspielenden je 10 Handkarten mit Gegenständen verteilt. Diese Karten zeigen unterschiedlichste Gegenstände, die im Laufe des Spiels zur Beantwortung von Fragen genutzt werden können. Anschließend wird eine Geschichte vorgelesen. Sobald in der Geschichte eine Entscheidung zu treffen ist, darf der aktive Spieler diese Entscheidung treffen, indem er mit Hilfe seiner Handkarten Hinweise gibt. Meist erscheinen diese Entscheidungen recht einfach, wenn zum Beispiel gefragt wird, „Mit was willst du die verklemmte Tür öffnen?“. Klar, mit einem Stemmeisen oder ähnlichem Werkzeug dürfte die kein Problem sein, doch was, wenn genau diese Gegenstände nicht zur Hand sind?

Abenteuer Club BuchDer aktive Spieler darf nämlich nur seine 10 Handkarten mit den darauf abgebildeten Gegenständen benutzen, um die Aufgabe zu lösen. Dazu wählt er jetzt zwei Handkarten aus, mit denen er die Tür öffnen möchte. Diese beiden Gegenstände werden anschließend geheim notiert. Zu den beiden gewählten Karten kommen jetzt noch drei weitere Handkarten, mit denen das Öffnen der Tür sicher nicht funktionieren kann.

Nun werden die fünf gewählten Karten offen ausgelegt und alle anderen sollen erraten, welche beiden Gegenstände man ausgewählt hat. Dann wird die Geschichte weitergelesen, die nächste Aufgabe reihum gelöst und so weiter. Haben die Mitspielenden die korrekten Karten erraten, passiert nichts. Liegen sie hingegen falsch, dann gibt es einen Strafpunkt und es muss neu geraten werden. Es ist dabei auch möglich zu passen und die Lösung der Aufgabe weiterzugeben. Dies kann sinnvoll sein, wenn die eigenen Handkarten so gar nicht passen wollen.

Am Ende der Geschichte wird geschaut, ob man zu viele Fehler, also Strafpunkte gesammelt hat. Wenn ja, verloren – wenn nein, gewonnen.

Unsere Erfahrungen und Eindrücke

Abenteuer Club PümpelDer Abenteuer Club ist ein sehr unterhaltsames Geschichten Spiel, dass uns teilweise die Tränen in die Augen getrieben hat. Durch die meist nicht direkt zu einer Aufgabe passenden Handkarten ist man immer wieder erstaunt, wie irre andere am Tisch denken. Auch wenn man glaubt, seine Mitspieler zu kennen und zu wissen, wie jemand tickt, so ist es doch immer wieder anders und mitunter verrückter als man es sich vorstellt. Und genau hier liegt jetzt der große Spielspaß besonders zu vorgerückter Stunde. Während im Familienkreis mit Kindern meist noch rational versucht wird, Aufgaben zu lösen, sieht es in reinen Erwachsenen Runden ganz anders aus. Ich musste selbst erfahren, wie andere über mich denken und was man mir zutraut. Gleichzeitig war ich überrascht, je teilweise entsetzt, wie andere an eine Aufgabe herangehen.

Unterhaltungswert

Manche Lösungen sind dann so irre, dass der Spaßfaktor sehr hoch liegt und wirklich alle am Tisch mit Freude am Spiel teilnehmen. Erst recht dann, wenn die Lösung einer Aufgabe noch Stunden später im Kopf herumschwirrt. Ein Kopfkino, dass man vielleicht gar nicht will, sich aber unweigerlich eingebrannt hat. Ich werde wohl nie meinen Freund vergessen, wie er als Entertainer „halb nackt mit einem Pümpel am Po Rücken und einer Klobürste bewaffnet durch ein Zugabteil tanzt“, nur um andere Fahrgäste zu unterhalten. Ich frage mich auch heute noch, Wochen später, warum er Trillerpfeife und Ball nicht verwendet hat. Aber egal, der Spaß war so groß und wir haben bisher immer viel gelacht. Egal ob gewonnen oder verloren und auch bei Geschichten, die man schon mehr als ein Mal gespielt hat. Der Abenteuer Club ist immer wieder neu, immer wieder überraschend.

Es gibt aber auch Runden, da will absolut kein Spielspaß aufkommen. Mitspielende, die Spiele dieser Art nicht mögen oder sich auf so eine Spielmechanik nicht einlassen können oder wollen, sind hier falsch. Meist sind diese Leute zu pragmatisch oder sehen keinen Sinn in den Aufgaben und Handkarten. Es ist also bei Abenteuer Club sehr wichtig, dass die richtige Gruppe am Tisch sitzt. Das nicht jeder Spaß an solchen Spielen hat, ist klar und muss akzeptiert werden.

Fazit

Abenteuer Club ist ein tolles, sehr unterhaltsames Familienspiel, dass auch sehr gut ins Genre Partyspiele passt. Wenn, wie erwähnt, die richtigen Leute zusammensitzen, ist Spielspaß garantiert und es bleibt sicher nicht bei nur einer Geschichte am Abend. In diesem Sinne, ich nehme jetzt einen Würfel und ein Spiegelei und gehe fischen.

Euch ist eine Meinung nicht genug?

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Schaut doch mal bei den lieben Kollegen vom Beeple-Netzwerk nach. Vielleicht findet ihr unter www.beeple.de noch die eine oder andere Meinung zu diesem Spiel.

Alternativ könnt ihr immer gerne auch auf unserem und auf dem Discord-Server vom Beeple-Netzwerk nach weiteren Meinungen suchen.

© 24.01.2023 Oliver Sack – Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Piatnik / Fotos: © Oliver Sack

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Der Einfachheit halber, verwende ich meist die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“


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