Im Schatten der Pagode Titelgrafik
Lesezeit: 6 Minuten

Im Schatten der Pagode … ist es nicht nur, wie der Name sagt, schattig, nein, hier ist es vor allem eines: weit weg von Überfluss. Was ich damit meine, sind die Ressourcen, die wir mit Hilfe der Pagode sammeln, um unsere Garten Panoramen zu errichten. Und wo finden wir den Überfluss und die Knappheit? Nun, der Überfluss ist und bleibt Wunsch und Theorie, denn von den maximal 12 Ressourcen, die man erhalten kann, ist zunächst nur für vier davon Platz in unserem Lager. Das ist richtig knapp und dazu kann man sich diese vier nicht einmal unbedingt selbst wählen. Die Pagode gibt alles vor. Die Art der Ressourcen, die wir uns nehmen dürfen und die Reihenfolge, in der wir sie nehmen dürfen. Im Schatten der Pagode sind wir ihr also gnadenlos ausgeliefert. Die Kunst ist jetzt, das Maximum aus dieser Mangelwirtschaft herauszuholen, Garten-Panoramen zu errichten und dann auch noch die Gunst von vier Göttern zu erhalten. Klingt nach viel, sehr viel Arbeit und nach Handicaps…

Schatten der Pagode - Box

Name: Im Schatten der Pagode

Für 2 bis 4 Spielende, ab 10 Jahren

Autor: Martin Doležal

Illustration: Rachance

Verlag: Korea Boardgames

Lokalisierung: Boardgame Circus

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Platzbedarf: ca. 70×70 cm

Verlagstext

Gestaltet malerische Gärten …

bgc pagodeVor langer Zeit errichteten in einem fernöstlichen Land die Königin und ihr Volk ihren vier Gottheiten zu Ehren eine Pagode. Diese mystische Pagode beherbergt seitdem jene Gottheiten und thront stolz über dem Königreich. Doch die Königin erkrankte schwer und nun stellt sich die Frage, wer ihre Nachfolge antreten soll. Wer es schafft, den malerischsten Garten im Schatten der Pagode anzulegen, besteigt am Ende den Thron und genießt die Gunst der Gottheiten.

In Im Schatten der Pagode müsst ihr durch das Vervollständigen von Sets die Gunst der Gottheiten erlangen. Jedes Set ist ein „Panorama“ und zeigt einen Blick auf eure malerischen Gärten, die ihr am Fuße der königlichen Pagode anlegt.

Sammelt Ressourcen durch vorausschauendes Drehen der 3D-Pagode. Erfüllt mit ihnen die Bauvorgaben eurer Karten, um Gunst zu erlangen, und vervollständigt Panoramen für wertvolle Boni. Verwaltet eure Ressourcen klug, baut die richtigen Karten und behaltet stets die Pagode im Blick! Nur so werdet ihr euch am Ende die meiste Gunst von den Gottheiten gesichert und den malerischsten Garten des Königreichs angelegt haben. Wer von euch erweist sich als des Thrones würdig?

Quelle: Boardgame Circus

So spielt man Im Schatten der Pagode

Blickfang und zugleich im Mittelpunkt des Geschehens steht die große Pagode. Sie gibt vor, wer welche Ressourcen erhalten kann. Die vier Ebenen lassen sich einzeln drehen und liefern je Ebene zwischen 0 und 3 Ressourcen einer Art. Vier Arten gibt es insgesamt. Jedoch kommt man nicht einfach so in den Genuss, Ressourcen von der Pagode zu erhalten. Hierzu wird ein zweites, das eigentlich zentrale Element im Spiel benötigt. Die Multi-Use-Karten. Sie sind der wahre Mittelpunkt, der Motor des Spiels.

Die Karten

Pagoden KartenSie haben wie gesagt mehrere Funktionen. Der obere Teil der Vorderseite dient zum Einen dazu, Baumaterialien (Ressourcen) aus unserem Lager zu liefern, zum anderen helfen uns die Karten, eben diese Ressourcen zu erhalten. Der untere Abschnitt einer Karte ist der Bauabschnitt. Hier können vorgegebene Baumaterialien abgelegt werden. Sobald alle Ablageplätze auf einer Karte belegt sind, werden diese wieder entfernt und die Karte auf Ihre Rückseite gedreht. Jetzt ist die Karte Teil eines Panoramas und bringt uns Punkte in Form von Gunst auf einem separaten Wertungstableau.

Doch wie werden die Karten grundsätzlich benutzt? Gestartet wird eine Runde und ein Spielzug immer mit fünf Handkarten. Ist man an der Reihe, darf man bis zu drei davon ausspielen. Entweder man legt sie offen vor sich aus, um sie mit Baumaterialien zu beliefern und so ein Teil eines Panoramas zu bilden, oder man spielt sie offen auf einen Ablagestapel, um Ressourcen zu erhalten beziehungsweise diese zu liefern.

Während jede Karte zur Lieferung verwendet werden kann (Schubkarrensymbol), unterscheiden sie sich in den anderen Symbolen. Neben unterschiedlichen Waren, die die Karte verlangt (unterer Bereich), steuert sie die Pagode.

Die Pagode

Die Krux bei der Aktion „Ressourcen erhalten“, ist die Anweisung auf der ausgespielten Karte, die vorgibt, welche Ebene der Pagode man um 90° drehen darf und ob man von oben nach unten Ressourcen nehmen muss oder umgekehrt. Diese Reihenfolge ist dann auch fix und man darf nichts überspringen. Hinzu kommt, dass immer alle Ebenen oberhalb der auf der Karte schwarz markierten Ebene mitgedreht werden. Die Ebenen unterhalb bleiben stehen. So kommt es häufig vor, dass man Waren nehmen muss, die man eigentlich nicht will, denn im Lager ist zunächst ja nur Platz für deren vier! Es ist also wichtig, genau zu schauen, welche Ebene man nach links oder rechts drehen kann und möchte, um die erhofften Ressourcen zu bekommen. Immer vorausgesetzt, man hat die richtigen Karten auf der Hand und benötigt diese nicht für eines der eigenen Panoramen.

Panoramen und Boni

PagodenpanoramenPanoramen gibt es von klein (2 Teile) bis groß (5 Teile). Sie bringen die Gunst(-Punkte) und dienen zusätzlich als Timer für das Spielende. So bald abhängig von der Anzahl Mitspielender, 8, 9 oder 10 Teilabschnitte gebaut sind, endet das Spiel sofort. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Panorama komplett vollendet ist oder nicht. Es zählt immer die Rückseite der Karten.

Jetzt könnte man auf die Idee kommen, gleich ein ganzes Panorama auszulegen und dies Stück für Stück zu vollenden. Leider geht das aber nicht. Man darf nie mehr als drei Karten mit der Bauseite vor sich liegen haben. Erst wenn eine Karte gedreht wurde, kann eine weitere Karte ausgelegt werden. Außerdem zählen unvollendete Bauabschnitte nicht zur Bedingung für das Spielende.

Es lohnt sich dennoch, so schnell wie möglich ein Panorama zu vollenden. Am besten eines der kleineren, bestehend aus zwei oder drei Teilen. Ein fertiges Panorama beschert uns nämlich einen Bonus, der sehr hilfreich sein kann. Es stehen hierbei drei Arten von Boni zur Auswahl. Neben Siegpunkten für die Endwertung und zusätzlichen Liefer-Möglichkeiten auch ein lukrativer fünfter Lagerplatz, der unter Umständen sehr stark ist, wenn man ihn früh im Spiel bekommt.

Aber auch für einzelne Bauabschnitte eines Panoramas wird man belohnt.

Gunst

Pagoden gunst szeneGunst und somit Punkte erhält man immer dann, wen man einen Bauabschnitt (eine Karte) komplett beliefert hat. Eine Farbmarkierung gibt dann an, auf welcher der vier Gunst leisten man seinen Zählstein vorwärts ziehen darf. Zusätzlich bekommt man auch noch einmal die Punkte, die zuvor im selben Panorama schon einmal verteilt wurden.

Die Gunst-Punkte sind es am Ende, die den Sieger bestimmen. In einer unspektakulären, kurzen Schlusswertung wird die Summe der vier Leisten für jeden Spieler ermittelt und schon steht der Sieger fest. Aber natürlich gibt es auch hier ein kleines Handicap. Sobald ein Zählstein am Ende einer Leiste angekommen ist und weitere Felder vorwärts ziehen könnte, werden stattdessen die Zählsteine der Mitspielenden in derselben Leiste rückwärts gezogen. Fällt dabei ein Zählstein unter null, ist er komplett aus dem Spiel und man kann auf dieser Leiste nicht mehr punkten. Fatal für die Schlusswertung!

Unsere Eindrücke und Erfahrungen

Material und Spielregeln geben keinen Grund zu meckern. Alles passt, alles läuft rund. Bei der Pagode wurde sogar darauf geachtet, dass sich die Ebenen sauber verdrehen lassen dank eines kleinen Rast-Mechanismus, der das Drehen noch leichter macht.

Auch bei der Zahl der Spielenden passt alles Im Schatten der Pagode. Egal ob zu zweit, zu dritt oder zu viert. Die Downtime ist recht gering und ein Spielzug lässt sich locker und zügig absolvieren.

Fazit

Im Schatten der Pagode sieht nett aus, ist aber ein knallhartes Ressourcen-Management mit Punktewertung. Fehler werden hart bestraft und es gilt, die richtige Balance bei Panoramen-Karten und Gunst zu finden. Dazu kommt das der Verlust eines Zählsteins auf einer der Gunst-Leisten nicht mehr wieder gut zu machen und sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Ein Spiel für Familien, Gelegenheitsspieler und Vielspieler, die es mögen, ein Optimum aus einem Spielzug herauszuholen. Aber auch alle, die gerne nur aus dem Bauch heraus spielen, hat das Spiel seinen Reiz, was nicht nur an der Optik liegt.

© 06.01.2022 Oliver Sack – Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Boardgame Circus / Korea Boardgames / Fotos: © Oliver Sack

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