King of Tokyo Dark Edition Titel

King of Tokyo – Dark Edition – angekündigt wurde das Spiel bereits 2019 und seit Ende Mai 2020 ist es nun endlich verfügbar. Doch für wie lange? Tja, das ist die Krux bei so genannten Editionen, vor allem wenn dann noch der Zusatz „limitiert“ auftaucht. Nichts Genaues weiß man nicht. Nur eines scheint sicher, wenn die Auflage weg ist, war’s das. Eine weitere Auflage ist nicht geplant. Fans bleibt also nur eines, zuschlagen! Egal was ich hier und jetzt über die limitierte Dark Edition schreibe.

King of Tokyo Box

Name: King of Tokyo – Dark Edition

Für 2-6 Spieler, ab 8 Jahren

Autor: Richard Garfield

Illustrator: Régis Torres

Verlag: Iello

Vertrieb in D: Huch

Spieldauer: ca. 15-30 Minuten

Platzbedarf: ca. 60×60 cm

Verlagstext zu King of Tokyo - Dark Edition

Mach das Licht aus und stelle dich der dunklen Seite der Würfel! Entdecke jetzt das Kultspiel King of Tokyo in der ausgewachsenen und verschärften Dark Edition! Wieder treffen die Riesenmonster im Chaos der verwüsteten Metropole Tokyo aufeinander und ringen um die absolute Kontrolle über die Stadt. Sie sind wütender denn je und haben jetzt – neu! – eine Bosheitsskala, mit der sie ungeahnte Kräfte freisetzen können, wenn sie in Zorn geraten! Eine atemberaubende neue Grafik und zusätzliche Spielmechanismen sorgen für den düstersten und epischsten Spielspaß aller Zeiten! Halte Deine Klauen bereit …

Quelle: www.hutter-trade.com

Hintergrundinfos

King of Tokyo erschien erstmals 2011 bei IELLO und ist ein Würfelspiel, welches thematisch an die Godzilla-Filme der 1970er angelehnt ist. (Insider wissen, der erste Godzilla-Film erschien bereits 1954 in Japan!) Ziel des Spiels ist es, Tokyo zu erobern. Dieses Ziel verfolgt man jedoch nicht alleine. Auch die Mitspieler wollen Herr über die Stadt werden. Um diese Vorherrschaft zu erlangen, reduziert sich das Spiel auf ein Hau-Drauf-Würfelspiel.

King Tokyo DarkWas sich jetzt wenig erfolgsversprechend und innovativ anhört, hat schnell eine große Fangemeinde erobert. Das Spiel ist Kult. Weit über eine Million Exemplare wurden verkauft. Dazu kamen schnell auch Promos und Varianten, wie zum Beispiel King of New York oder auch King of Tokyo Halloween.

Die erste Auflage erschien 2011 in Deutschland beim Heidelberger Spieleverlag und wanderte später zum Vertrieb von Hutter Trade. 2016, mit der zweiten Auflage, gab es neben einem optischen Facelift und einer überarbeiteten Regel zwei neue Monster. Leider fielen dafür zwei andere Monster aus dem Set, was die Fangemeinde allerdings nicht so gut fand.

Als dann 2019 IELLO ankündigte, eine limitierte Fan-Edition zu veröffentlichen, war die Freude groß. Getoppt wurde diese Ankündigung noch mit der Rückkehr der Monster „Kraken“ und „Cyber Bunny“, welche in der zweiten Auflage ersetzt wurden und erst einmal von der Bildfläche verschwanden. Dafür verschwinden mit der Dark Edition jetzt „Cyber Kitty“ und „Space Penguin“ wieder. Letzterer ist jedoch nicht ganz verloren.

Übersicht der Monster

Ausgabe 2011: Alienoid, Cyber Bunny, Kraken, Gigazaur, The King, MekaDragon

Ausgabe 2016: Alienoid, Cyber Kitty, Space Penguin, Gigazaur, The King, MekaDragon

Ausgabe 2020 – Dark Edition: Alienoid, Cyber Bunny, Kraken, Gigazaur, The King, Meka Dragon

Angekündigt als Promo für die Dark Edition ist der „Space Penguin“ aus der 2016er Ausgabe. Dieser ist für Turniere und Veranstaltungen vorgesehen. Da dies in Zeiten von Corona aber nicht stattfinden kann, bleibt abzuwarten was sich Verlag und Vertrieb für die Promo einfallen lassen.

Aber es kommen mit der King of Tokyo – Dark Edition noch weitere Neuerungen ins Spiel. Eine „Bosheitsleiste“ und eine 2-Personen-Variante. Beides gab es bisher nicht. Das Highlight der limitierten Edition sind aber ganz klar die grafische Gestaltung und die düsteren Illustrationen.

Das Spiel King of Tokyo – Dark Edition

Der Spielablauf ist für King of Tokyo Kenner größten Teils bekannt. Jeder Spieler wählt ein Monster und nimmt sich die entsprechende Monstertafel. Auf dieser Tafel werden Siegpunkte und erlittener Schaden (= Abzug von Lebenspunkten) mittels Drehrad, angezeigt. Die eigene Spielfigur wird zunächst auf den Spielplan außerhalb von Tokyo (und Tokyo Bay) gestellt.

Spielt man mit bis zu 4 Spieler, wird auf dem Spielfeld Tokyo Bay ignoriert. Erst bei 5 oder 6 Spieler, ist Tokyo Bay im Spiel.

Hinweis: Wenn ich im folgenden „Tokyo“ schreibe, meine ich auch immer „Tokyo Bay“, ohne dies nochmals explizit zu erwähnen.

Neben dem Spielplan werden Energie-Marker, Chips, Power-Karten und Würfel bereitgelegt. Hier, bei der Dark Edition, werden noch zusätzlich drei Kartenstapel (Bosheitsplättchen) offen neben die „Bosheitsleiste“ gelegt.

Dann kann es schon losgehen. Wie bei King of Tokyo üblich, hat der Spieler am Zug fünf Spielphasen zu absolvieren:

1.       Würfeln

2.       Würfelwurf auswerten

3.       Tokyo erobern

4.       Powerkarten kaufen (optional)

5.       Zugende

Würfeln und auswerten

Bevor ein Spieler würfelt, bekommt er sofort zwei Siegpunkte, wenn er zu Beginn seines Spielzuges in Tokyo steht. Ist dies nicht der Fall, gibt’s hier auch keine Punkte. Anschließend beginnt der eigene Spielzug mit würfeln. Dies darf man bis zu drei Mal. Welche Würfel dabei neu geworfen werden ist egal. Aber nach dem dritten Wurf ist Schluss, was dann liegt, gilt. Dann wird ausgewertet. Zahlen bringen, sofern sie mindestens als Drilling vorliegen, Punkte entsprechend ihrer Höhe. Würfel mit Blitz-Symbol (Energie) bringen Energie-Marker, Würfel mit Herz bringen Lebenspunkte zurück und Würfel mit dem Symbol für Angriff, fügen den Gegnern Schaden zu. Dabei muss noch eine Kleinigkeit beachtet werden. Wer sich in Tokyo befindet kann keine Würfel mit Herz (Heilung) nutzen! Wer seinen Angriff aus Tokyo startet, fügt allen Monstern außerhalb von Tokyo, Schaden zu. Wer außerhalb steht, fügt nur den Monstern in Tokyo Schaden zu.

Bosheitsmarker bewegen

KoT Dark Edition MaterialNeu bei der Dark Edition ist jetzt, dass bei der Auswertung der Zahlen-Drillinge zusätzlich der eigene Marker auf der Bosheitsleiste 1 oder 2 Felder vorwärts gezogen wird. Erreicht der Marker eines der drei Felder, neben denen ein Bosheitsplättchen liegt, nimmt er dieses und nutzt den angegebenen Effekt sofort. Bis zu drei dieser Bosheitsplättchen kann man erhalten und nutzen.

Tokyo erobern

Steht man selbst in Tokyo und hat durch einen Würfelwurf des Gegners Prügel bezogen, kann am sich entscheiden, Tokyo freiwillig zu verlassen. Ist dann Tokyo „frei“, muss der aktive Spieler seine Spielfigur nach Tokyo setzen, was ihm zusätzlich einen Siegpunkt einbringt.

Powerkarten kaufen

Em Ende des eigenen Zuges hat jeder Spieler die Möglichkeit, eine oder mehrere der offen ausliegenden Powerkarten zu kaufen. Diese werden mit Energiemarker bezahlt und bringen entweder einen einmaligen, sofortigen Effekt, oder einen Vorteil der sofort und bis zum Ende des Spiels aktiv bleibt.

Zugende und Spielende

Sind alle Effekte abgearbeitet, werden die Würfel an den nächsten Spieler weitergegeben. Verliert ein Spieler im laufenden Spielzug seinen letzten Lebenspunkt, scheidet dieser aus dem Spiel aus und darf fortan das Geschehen beobachten. Das Spiel endet, sobald es einem Spieler gelingt, in seinem Spielzug, seinen 20. Siegpunkt zu kassieren. Das Spiel endet auch, wenn ein Spieler als einziger noch im Spiel ist.

Unsere Eindrücke

Was natürlich als erstes ins Auge sticht, ist die Box. Kein Logo, kein Schriftzug und nichts außer einer Hammer-Illustration mit Prägung, ziert die Vorderseite der Box. Genial! (Merkt man, dass ich Godzilla-Fan bin?) Aber auch der Rest des Materials ist topp. Ganz besonders sind hier die Würfel zu erwähnen. Der samtige Ice-Look ist klasse. Und nein, die Energiemarker sind keine Eukalyptus-Bonbons! (Andy, ich hoffe du liest das hier.)

Dark Edition -KingOfTokyoDas Spiel selbst ist ein einfaches Hau-Drauf-Würfel-Spiel, welches Ruck-Zuck erlernt ist und einen Heidenspaß bringt. – Vorausgesetzt, man mag so etwas. – Ideal als Absacker oder Aufwärmer für den Spieleabend. Das einzige, was hier etwas stört, ist die Tatsache, dass ein Spieler sehr schnell aus dem Spiel ausscheiden kann. Dieser ist dann leider zum zuschauen verdammt, während alle anderen noch weiterspielen. Klar, früher oder später trifft es (fast) jeden Mitspieler, aber wenn man selbst nur drei Mal an der Reihe war, kann das schon frustrierend sein. (Memo an mich: Vertrau niemandem in der eigenen Familie. Die wollen dich alle nur raushauen durch draufhauen!) Da aber die meisten Partien je nach Spielerzahl, nach 10-20 Minuten ohnehin vorbei sind, ist ein frühes Ausscheiden nicht ganz so schlimm. Man kann ja gleich eine Revanche verlangen.

Die neu ins Spiel integrierte Bosheitsleiste samt der zugehörigen Bosheitsplättchen bringt auf jeden Fall noch einen Extra-Kick zu den Powerkarten und trägt zu einem besseren Balancing bei. Während in den bisherigen Auflagen von King of Tokyo das sammeln von 1er und 2er Drillingen, nicht besonders lukrativ war, lohnt es sich jetzt umso mehr. Denn wer 1er und/oder 2er sammelt, der kommt auf der Bosheitsleiste voran, was wiederum interessante Vorteile und Optionen im Kampf um Tokyo und gegen die Mitspieler bringt.

Neu ist bei der Dark Edition auch eine Variante für zwei Spieler. Diese hab ich mit kurz angeschaut und muss sagen, dass ich hier kein Highlight sehe. Zu Zweit ist es nicht dasselbe Erlebnis wie mit Vier, fünf oder sechs Spieler. King of Tokyo lebt unter anderem von der Anzahl der Mitspieler. Je mehr, desto besser. Gleiches gilt auch für drei Spieler. Zu dritt fand ich das Spiel jetzt auch nicht so prickelnd.

Unterschiede zu King of Tokyo

Vergleich 2011-2020 King of TokyoÜber die Unterschiede zum bekannten King of Tokyo und den beiden bisherigen Auflagen habe ich ja schon weiter oben geschrieben. Regeltechnisch hat sich am eigentlichen Grundspiel nichts geändert. Lediglich die „Bosheitsleiste“ und die damit verbundenen Effekte bringen noch mehr Action ins Spiel.

Was ein wenig „stört“ - Ein Schönheitsfehler

Spielt man mit 2-4 Spieler, wird nur Tokyo, nicht aber Tokyo Bay verwendet. Bei 5 und 6 Spieler kommen beide Orte zum Einsatz. Da finde ich es schade, dass der Spielplan nur einseitig bedruckt wurde. Wäre es nicht schön, wenn eine Seite des Spielplans mit Tokyo und die andere Seite mit Tokyo und Tokyo Bay gestaltet werden könnte?
So ist die Rückseite des Spielplans trotz dem Prädikat „Sammler Edition“ einfach nur Rückseite. Schwarz und trostlos.

Fazit zur King of Tokyo - Dark Edition

Die Reinkarnation der Protagonisten bekannter Monsterfilme aus den 1970/1980, transformiert für die heimischen Spieltische. Die Filmemacher von damals wären bestimmt stolz und neidisch…

Aber eigentlich ist King of Tokyo eine einfache Variante von Kniffel, auf Grund der Möglichkeiten, sogar noch banaler. Aber – King of Tokyo ist definitiv lustiger und emotionaler! Außerdem bringen Powerkarten und nicht zuletzt die Bosheitsleiste eine zusätzliche Dynamik mit sich.

Als Aufwärmer oder Absacker, King of Tokyo – Dark Edition bekommt bei uns einen festen Platz im Fundus für unsere Veranstaltungen und wird auch privat sicher des öfteren auf dem Tisch landen. Ich mag es!

© 20.06.2020 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©IELLO / HUCH / Fotos: © Oliver Sack
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.


Der Einfachheit halber, verwende ich die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“ – um hier mal politisch korrekt zu bleiben, bevor jemand aus einem Loch kriecht und meckert. Das gilt übrigens auch für Grammatik und Rechtschreibung.

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