Pechvogel Titel

Ein kleines Spiel in einer kleinen Schachtel – das kann viel sein. Wenn ich sage, ein kleines Spiel in einer Heckmeck-Box, wird es schon etwas klarer. Wenn ich dazu noch sage, dass es von Zoch ist, dann hat schon jeder die korrekte Größe vor Augen. Optisch kommt die Box düster, rabenschwarz und mit weißer Schrift daher. Wirkt aber dennoch lustig und fröhlich. Fehlt jetzt nur noch die Info, dass das Spiel ähnlich ist wie Heckmeck, auch mit Würfel, schnell erlernt und schnell gespielt. Spätestens jetzt weiß wirklich jeder wo es langgehen könnte. Oder, ob es jenseits des persönlichen Geschmacks liegt – alles ist möglich.

Eckdaten

Name: Pechvogel

Für 2-5 Spieler, ab 8 Jahren

Autor: Peter Jürgensen

Gestaltung: Doris Matthäus

Verlag: Zoch

Spieldauer: ca 20 Minuten

Platzbedarf: gering

Pechvogel

Verlagstext

So ein Pech! Wer sich bei diesem Spiel verwürfelt ist ein echter Unglücksrabe. Dabei wäre es so einfach, nach einigen Versuchen mit sieben Würfeln vier gleiche Augenzahlen zu erzielen. Noch leichter wird alles dadurch, dass Würfel, die das gewünschte Ergebnis bereits zeigen, herausgelegt werden dürfen. Doch irgendwie schleicht sich immer wieder ein schwarzer Vogel unter die Würfelresultate – und drei von diesen gefiederten Gesellen bringen schlichtweg Pech – genauer gesagt: kleine schwarze Spielsteine, die „Frustrat“ heißen. Mit diesen Frustraten steigt die Frustrate erheblich: Damit lassen sich wiederum andere Spieler frustrieren, indem man ihre geglückten Würfe aus der Welt schafft. Es verliert, wer sich beständig vom Erfolgspfad herunterwürfelt. So ein Pech!

Quelle: PM, Zoch, 11/2018

Spiel & Ablauf

15 Punkteplättchen, je 3 mit den Werten 3-7, ein Spieltableau und 7 Würfel. Dazu noch ein „Pechvogel-Marker“ („Murphy“) und 13 echte, schwarze Marmorklötzchen, die so genannten „Frustrate“. Das alles wird griffbereit in die Tischmitte gelegt, sortiert und schon kann es losgehen.

Der aktive Spieler würfelt mit den 7 Würfel und versucht möglichst genau vier gleiche Würfel beiseite legen zu können. Nicht weniger, aber auch auf gar keinen Fall mehr. Hat sich der Spieler nach seinem ersten Wurf für einen Würfelwert entschieden, und noch keine vier oder mehr gleiche Würfel herausgelegt, würfelt er mit den verbleibenden Würfeln erneut. Dies wird solange wiederholt, bis eben vier oder mehr gleiche Würfel herausgelegt wurden. Sind es dann genau vier, so bekommt man den passenden Punktemarker, soweit noch vorhanden. Sind es mehr als vier, so gilt der Spieler als besonders gierig und muss zur Strafe zusätzlich zum passenden Punktemarker, noch den „Pechvogel-Marker“ nehmen. Letzterer kann bei Spielende richtig böse zu Buche schlagen.

PechvogelWenn es dumm läuft, würfelt man jedoch „Pechvögel“ anstelle der Würfelaugen. Das ist schlecht. Naja, solange es nur ein oder zwei sind, ist’s nicht so schlimm. Diese müssen zwar immer sofort beiseite gelegt werden, sind aber, solange sie nicht zu dritt oder gar zu viert sind, harmlos. Sind es am Zugende genau drei, bekommt man zusätzlich zum Punktemarker eines der „Frustrate“ (Marmor-Klötzchen). Sind es dummer Weise doch vier „Pechvögel“ geworden, bekommt man zu dem „Frustrat“ gleich noch „Murphy“ obendrauf. Wirklich dumm gelaufen.

Jedoch ganz so negativ wie vermutet, sind diese „Frustrate“ gar nicht. OK, sie bringen bei Spielende einen „Bonus“ von -3 Punkten, zusammen mit „Murphy“ sogar -7 Punkte pro (!) gesammeltem „Frustrat“, aber es lassen sich auch nette Dinge mit diesen „Frustraten“ anstellen.

Einmal pro Zug kann ein eigener Wurf wiederholt werden, wenn man dafür ein „Frustrat“ zurück in den allgemeinen Vorrat legt. Man kann damit aber auch seine Mitspieler ärgern und sie zwingen, einen Wurf zu wiederholen. Aber Achtung! Das kann auch in die Hose gehen. Denn, ist der Wurf des Mitspielers am Ende doch erfolgreich, kommt das „Frustrat“ zurück und möglicher Weise sogar noch mehr. Nur wenn der Mitspieler in seinem Wurf drei oder mehr Pechvögel geworfen hat, bekommt er die „Frustrate“ der Spieler, die ihn gezwungen haben, erneut zu würfeln.

Das Spiel endet, sobald alle Punktechips verteilt sind. Jetzt wird abgerechnet und geschaut, wer frustriert sein darf, weil er oder sie die meisten Minuspunkte hat.

Fazit

„Pechvogel“ spielt sich zwar flott und bringt ein gutes Maß an Ärgerpotenzial mit. Zu dritt und vor allem zu zweit konnte uns „Pechvogel“ jedoch absolut nicht überzeugen.

PechvogelJa, so ganz abgeholt hat uns „Pechvogel“ wirklich nicht. Irgendwie spielt es sich meist nur so daher. Irgendwie fehlt das gewisse Extra, ein Kick. So spielt es sich leider völlig emotionslos. Gelegentlich kommt es zu kurzen lustigen Momenten, die aber eher einer gewissen Situationskomik am Tisch zuzuschreiben sind. Also wenn ich ein Spiel in diesem Genre wählen müsste, würde ich im direkten Vergleich ganz klar zu „Heckmeck am Bratwurmeck“ greifen. Mit den Würmern hatte ich bisher immer Spaß. Aber, das ist mal wieder komplett subjektiv. Es gibt sicher Spieler, und die hatten wir auch am Tisch, denen „Pechvogel“ gefällt. So soll es sein.

Das im Spiel echter Marmor als „Frustrat“-Steine beiliegen ist ja ganz nett, ändert aber rein gar nichts am Spiel. Dazu kommt, dass die Anzahl dieser Steine sehr knapp bemessen ist. Spielt man zu dritt, fällt dies gar nicht so auf. Zu fünft hingegen wurde es bei uns des Öfteren schon knapp. Hier hätte man doch einfach nur schwarze Holzquader anstelle der Steine beilegen können. Dann wären 10 Stück zusätzlich auch nicht ins Gewicht gefallen.

© 09.12.18 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © Zoch / Fotos: Oliver Sack


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