qwantum titel

Wenn es um kleine Würfelspiele für die Westentasche geht, bei denen man auf einem Block Zahlen ankreuzt oder einträgt, dann denken viele an „Qwixx“ vom Nürnberger Spielkartenverlag. Leider weniger bekannt ist der Nachfolger „Qwinto“, der etwas anspruchsvoller war wie sein Vorgänger, aber nicht weniger interessant. Jetzt machen die Nürnberger den Sack zu, besser gesagt, die Trilogie komplett. Wieder ein Würfelspiel, wieder ein Block um die Ergebnisse einzutragen und wieder ist es etwas anderes. Und natürlich bietet auch „Qwantum“ wieder einiges an Dilemmata, die zu Spielbeginn niemand auf dem Schirm hat, die einen aber gnadenlos einholen im Laufe einer Partie.

Eckdaten

Name: Qwantum

Für 1-4 Spieler, ab 8 Jahren

Autoren: Anna Oppolzer, Stefan Kloß, Reinhard Staupe

Verlag: NSV

Spieldauer: ca 15-20 Minuten

Platzbedarf: wenig

Qwantum

Verlagstext

Auf unsere preisgekrönten Würfelspiele-Hits Qwixx und Qwinto folgt nun das i-Tüpfelchen.
Genauso einfach. Genauso spannend. Und natürlich keine Wartezeiten. Die eingetragenen Zahlen müssen immer höher werden. Und dann wieder niedriger. Und genau diese Gratwanderung entscheidet über alles. Nicht zu gierig sein. Ein Quäntchen Glück haben.

Quelle: www.nsv.de

Spielablauf

Ein Block, ein paar Stifte und sieben Würfel. Mehr ist nicht in der kleinen Spielschachtel, mehr braucht man aber auch nicht. Es kann sofort losgespielt werden. Doch halt! Zuerst sollte man sich die Würfel etwas genauer anschauen. Einer ist weiß und bietet statt Würfelaugen, aufgedruckte Zahlenwerte von 1 bis 6. Die anderen Würfel haben farblich unterschiedliche Seiten und Zahlen zwischen 1 und 6, wobei auf manchen Würfeln Zahlen fehlen, beziehungsweise Zahlen doppelt vorhanden sind. Auch die Farbseiten sind nicht gleichmäßig verteilt.

qwantumDer Block hat dazu passend vier farblich unterschiedliche Reihen, in die später die Würfelsummen wiederum farblich passend eingetragen werden. Außerdem befindet sich an der Seite des Blocks wieder die gefürchtete Reihe der Fehlwürfe, die man natürlich vermeiden will.

In einer horizontalen Farbreihe können maximal 6 Werte eingetragen werden, wobei diese von links nach rechts aufsteigend sein müssen. Ab dem fünften Feld müssen sie dann jedoch wieder absteigend sein. Dies ist dann meist auch eines der Probleme, dass man früher oder später besonders als aktiver Spieler verfluchen wird. Ist eine Reihe voll, passiert nichts, außer das in der betreffenden Farbe nichts mehr genommen werden darf. Ist aber eine Spalte (senkrecht) voll, so wird sofort der zweitniedrigste Wert der Spalte unterhalb in das Ergebnisfeld eingetragen. Das sind am Ende dann die begehrten Pluspunkte.

Bei Spielende werden alle Ergebnisse aus den einzelnen, vollen Spalten addiert und mit den Fehlwürfen verrechnet.

 

Los geht eine Runde, indem der aktive Spieler alle sieben Würfel wirft und sich dann für alle Würfel einer Farbe entscheidet und sie beiseite legt. Ist er mit der gewürfelten Summe zufrieden, addiert er noch den Wert des weißen Würfels und trägt das Ergebnis auf seinem Block ein. Gefällt der Wurf nicht, darf der aktive Spieler beliebig viele Würfel neu werfen. Nach diesem zweiten Versuch ist dann aber Schluss. Spätestens jetzt muss sich der aktive Spieler für eine Farbe entscheiden. Diese Farbe gehört ihm dann exklusiv. Hat er gewählt, dürfen alle anderen Spieler sich für eine der verbliebenen Farben entscheiden und das jeweilige Ergebnis eintragen. Der weiße Würfel wird dabei ebenfalls zu jeder Summe hinzu addiert und die gewählte Farbe ist nicht exklusiv.

Wie auch bei den beiden Vorgängern „Qwixx“ und „Qwinto“ sind auch hier bei „Qwantum“ immer alle Spieler am Zug, wobei wie gehabt, der aktive Spieler wieder einen Vorteil hat. Er kann, wenn er will, ebenfalls einen zweiten Wert eintragen, so wie die passiven Spieler. Er kann aber auch auf seine Exklusivität oder die Zusatzoption verzichten. Jedoch eines von beidem muss er wählen, da sonst ein Fehlwurf notiert wird. Das ist der Nachteil als aktiver Spieler. Passive Spieler können nur profitieren oder verzichten, ihnen droht kein Fehlwurf.

Mit fortschreitender Partie werden die Wertungsblätter der Spieler immer voller, und die aktiven Spieler haben es immer schwerer, gültige Würfe notieren zu dürfen. Die Anzahl Fehlwürfe nimmt zu.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler fünf Fehlwürfe einstecken musste oder ein Spieler alle Felder ausgefüllt hat. Wer dann gewinnt, dürfte wohl klar sein. Der mit der höchsten Punktzahl, die zweithöchste bringt dann nichts mehr.

Unsere Eindrücke

Schnell gelernt, schnell verstanden und schnell gespielt. Wie schon bei den Vorgängern weiß man zu Beginn nicht, welchen zur Auswahl stehenden Wert man wo eintragen soll. Man hat ja schließlich eine mehr als komfortable Auswahl. Soll man eine hohe Zahl nehmen, um senkrecht gut zu Punkten oder lieber eine niedrige? Nehme ich eine hohe, laufe ich zudem Gefahr, die Reihe nicht abschließen zu können, wenn ich nicht noch höhere Werte nachlegen kann. Nehme ich eine niedrige Zahl, habe ich senkrecht eventuell auch nur einen kleinen Wert der am Ende zu Buche schlägt. Wie man es macht, wie man sich auch entscheidet, spätestens zur Halbzeit bemerkt man, das es zu Beginn doch die Falsche Entscheidung war.

Also bleibt einem in der zweiten Spielhälfte nur die Möglichkeit, das Beste aus der miesen Vorarbeit herauszuholen. Doch da beginnt der Ärger wieder von vorn. Wenn die Würfel nicht so fallen, wie man es braucht, wird es nicht besser.

Dies sind zusammengefasst genau die Gedanken, die einem in einer Partie „Qwantum“ durch den Kopf gehen. Immer hat man das Gefühl, man habe etwas falsch gemacht und immer wieder schwirrt ein Gedanke durch den Kopf: hätte ich nur …. Aber genau das macht den Reiz bei „Qwantum“ aus. Man hat zwar immer wieder den Eindruck, es besser hätte machen können, aber auch den Eindruck, das es beim nächsten Mal besser klappen kann. Doch dann sind da noch die Würfel – sie machen uns wieder einen Strich durch die Rechnung, oder sind einem Mitspieler hold, der fast jeden Wurf des aktiven Spielers sehr gut gebrauchen kann.

Ich liebe es. Und spiele „Qwantum“, wie auch seine Vorgänger, sehr gerne als Aufwärmer beim gemütlichen Spieleabend.

Ob die Spielewelt dieses Spiel und die Trilogie braucht, kann ich nicht sagen. Es ist wie immer Geschmackssache und ja, es gibt derzeit viele Spiele wie dieses. Jedenfalls ist der Unterschied zu den anderen beiden „Qw“-Spielen groß genug, um nicht als Abklatsch zu wirken und gegenüber den ganz großen Vertretern der Roll&Write-Spiele nicht ganz so anspruchsvoll.

© 18.11.18 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge © NSV / Fotos: Oliver Sack


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