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Der erste Gedanke, der einigen sofort in den Sinn kam beim Anblick der Cover-Grafik, war: „Das kenn ich doch …!?“ Ja klar, viele denken an James Camerons „Avatar“. Gibt es dazu ein Spiel? Nein, Moment, waren die Wesen nicht blau? Richtig! Auch mit den fliegenden Inseln, täuscht man sich sehr schnell und denkt eher an den Film, als an ein Familienspiel. Doch wer weiß, in wie weit diese Ähnlichkeiten beabsichtigt waren.

Eckdaten

Name: Skylands
Für 2 bis 4 Spieler, ab 8 Jahren
Autoren: Shun & Aya Taguchi
Grafik: Patricia Limberger
Verlag: Queen Games
Spieldauer: ca. 30-45 Minuten
Platzbedarf: ca. 80×80 cm

skylands box

Verlagstext

Die Welt zerfiel in fliegende Inseln: die Skylands!

Mit ihren mystischen Fähigkeiten können die Bewohner der Skylands die Bruchstücke jedoch wieder zusammenfügen.

So gelingt es ihnen, die Energien der Wälder, Berge und Kristalle zu nutzen, um neue Inseln zu erschaffen und die Städte mit Energie zu versorgen.

Die Spieler leiten die Geschicke der Bewohner und erschaffen ihre eigene Inselwelt. Wer die vier Aktionen im Spiel am cleversten für sich nutzt und seine Mitspieler im Auge behält, wird am Ende das Spiel gewinnen.

Quelle: www.queengames.de, 4/2019

Das Spiel

Um den Spielablauf grob zu erklären, schauen wir zunächst auf die beiden Spielende-Bedingungen. Klar, wie sooft, gewinnt, wer die meisten Punkte gesammelt hat. Dies ist hier besonders wichtig, da je nach Spielerzahl nur eine begrenzte Anzahl Punktechips im Vorrat liegen. Somit wäre die erste Spielende-Bedingung wohl auch schon klar.

Die zweite Möglichkeit, die zum Spielende führt, ist das eigene Spielertableau. Sobald ein Spieler alle (oder bis auf 1) Felder des 4×5 Rasters mit Inselplättchen belegt hat, endet das Spiel ebenfalls. Die jeweilige Runde wird aber noch zu Ende gespielt.

Spielablauf

skylands tableauEs gilt also, das eigene Tableau mit Inselplättchen zu belegen, um dadurch zu punkten. Dazu dürfen die Spieler reihum je eine von vier Aktionen nutzen. Entweder neue Plättchen vom verdeckten Vorratsstapel aufdecken, Figuren (Bewohner) ins Spiel bringen, mit Figuren punkten oder Sonderplättchen kaufen. Egal für welche Aktion sich ein Spieler entscheidet, es dürfen immer auch die Mitspieler diese Aktion nutzen. Nur der Aktive Spieler bekommt zusätzlich noch ein Privileg wie zum Beispiel eine größere Auswahl oder geringere Kosten beim Kauf einer Spezialinsel.

Die Aktionen

Nimmt sich ein Spieler ein neues Inselplättchen (Aktion: Insel entdecken) oder kauft ein Spezialplättchen (Aktion: Insel erschaffen), muss dieses in guter alter Carcassonne-Manier passend auf das Tableau gelegt werden. Dadurch entstehen mit der Zeit kleine und große Inseln. Diese können später mit Bewohnern „bestückt“ werden (Aktion: Bewohner entsenden). Insgesamt gibt es vier verschiedene Inseln und drei verschiedene Bewohner. Geschlossene grüne Inseln (Wald) werden mit grünen, blaue Inseln (Kristall) mit blauen und rosa Inseln (Gebirge) mit rosa Bewohner belegt. Die Inseln, auf denen Städte abgebildet sind, werden niemals direkt belegt. Sie werden benötigt um später mit blauen Bewohner dort zu punkten (Aktion: Energie umwandeln).

Spielende und Wertung

Das Spiel endet, wenn eine der beiden, eingangs erwähnten Bedingungen erfüllt ist. Eine abschließende Wertung wird mit Hilfe eines Wertungsblocks durchgeführt. Die Summe aus 5 Teilwertungen ergibt dann den Endstand.

Unsere Eindrücke und Erfahrungen

Zu Beginn einer Partie sitzt man noch ziemlich ratlos vor seinem leeren Spielertableau. Was soll ich tun? Wo will ich hin? Was kann ich machen? Die Antworten auf diese Fragen sind eigentlich relativ einfach. Solange noch keine Plättchen angelegt wurden, kann man nichts tun. Also wählt man erst einmal die Aktion „Inseln entdecken“. Hat man das dann getan, steht man vor den nächsten „Problemen“. Welches Plättchen nehmen? Welche Insel ergänzen oder vervollständigen? Welches Plättchen passt überhaupt und wohin lege ich es?

skylands prototypDiese Dilemmata spielen über das ganze Spiel hinweg eine sehr große Rolle. Dazu kommt, im richtigen Moment noch Inseln mit Bewohner zu bestücken oder „Energie umzuwandeln“, was letztlich Punkte bringt.

Die Frage nach dem geeigneten Ort für das Anlegen eines Plättchens ist dabei, gerade in der ersten Spielhälfte, noch relativ leicht zu beantworten. Man hat ja noch viel Platz und darf ablegen, wo man will. Erst in der zweiten Hälfte wird es kniffliger und das Ganze wird zu einer Puzzle-Herausforderung. Jetzt kommt es auch häufiger vor, dass ein Teil gar nicht passen will und entsorgt werden muss. Das tut weh, verliert man dadurch doch einen ganzen Spielzug, was besonders für den aktiven Spieler ärgerlich ist.

Apropos aktiver und passive(r) Spieler. Während bei der Aktion „Insel entdecken“ meist noch der Zufall regiert und jeder Spieler etwas davon hat, können die anderen Aktionen auch taktisch gewählt werden. Wie beschrieben, wählt ja der aktive Spieler eine Aktion, die auch der oder die passive(n) Spieler durchführen dürfen. Dabei kann man natürlich darauf achten, ob die Mitspieler diese Aktion überhaupt durchführen können, ungeachtet der Privilegien die ich als aktiver Spieler habe. So macht es zum Beispiel Sinn, zu versuchen, erst dann mit blauen Figuren Energie umzuwandeln (zu punkten), wenn die Mitspieler gerade keine blauen Figuren zur Verfügung haben. Oder auch Spezialinseln erst dann zu kaufen, wenn anderen das nötige Kapital dazu fehlt. Allerdings ist meist die eigene Not so groß, dass man auf seine Mitspieler gar keine Rücksicht nehmen kann.

Man stolpert somit eigentlich von Hürde zu Hürde und versucht dabei noch einen Plan zu verfolgen. Das macht „Skylands“ spannend und jede Partie verläuft anders. Nicht zuletzt, weil man es beim nächsten Mal anders, besser machen will. Das hebt auch den Wiederspielreiz.

Spielen mit Kinder

Brettspiel erfahrene Familien dürften absolut kein Problem mit „Skylands“ haben. Hingegen reine Kinderrunden mit 8-10 Jährigen, könnten sich schwer tun. Sobald jedoch ein Erwachsener mit am Tisch sitzt, sollte es funktionieren.

Fazit

skylands stapel„Skylands“ spielt sich super flott und locker. Nicht erwarten darf man bei „Skylands“ jedoch ein Strategie und Taktik-Feuerwerk auf Kennerniveau. Warum? Weil „Skylands“ einfach nur ein Familienspiel ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Und als Familienspiel sollte es auch betrachtet und beurteilt werden.

„Skylands“ besticht durch einfache Regeln und bietet dennoch genügend Grübelpotenzial bei ausgewogenem Glücksanteil. Es lässt sich „aus dem Bauch heraus“ eben so gut spielen wie mit Taktik. Einzig ein Grübler am Tisch, kann das Spiel unnötig in die Länge ziehen.

Bei Familien und Gelegenheitsspielern ist „Skylands“ in unseren Runden stets gut angekommen und manchmal wurde sogleich eine zweite Runde gespielt. Es erfüllt unserer Meinung nach alle Kriterien, die ein Familienspiel ausmachen. Einfacher Zugang und dennoch fordernd, angenehme Spieldauer, generationenübergreifend spielbar.

© 22.04.2019 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Queen Games / Fotos: Oliver Sack
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.


Der Einfachheit halber, verwende ich die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“ – um hier mal politisch korrekt zu bleiben, bevor jemand aus einem Loch kriecht und meckert.

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