Aus! Aus! Aus! Die Spiel ist aus! – Und wieder brach sie einige Rekorde. Die 37. Internationale Spieltage SPIEL19 in Essen gingen Sonntag zu Ende.

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unserer Berichte.

Die Zeit in Essen verging wieder, gefühlt, wie im Fluge. Besonders die Abende waren bei uns zu knapp, wir hätten locker jeden Abend doppelt benötigt. Das die Spiel wieder neue Rekorde brechen wird, war schon im Vorfeld klar. Über 1.500 neue Spiele waren gelistet und wurden von insgesamt 1.200 Verlagen präsentiert. Damit all dies neben den Besuchern auch Platz fand, wurde die Ausstellungsfläche nochmals gegenüber dem Vorjahr deutlich vergrößert. Mit rund 86.000 qm wurde die Fläche im Vergleich zu 2013 fast verdoppelt.

Spiel19Da wieder 190.000 Besucher erwartet wurden, und man aus den Problemen der Vorjahre offensichtlich gelernt hat, gab es einen zusätzlichen Eingang. Neben Süd und West konnte man nun auch über den Eingang Ost die Hallen der Spiel19 stürmen. Außerdem wurden die ehrwürdigen Hallen 7 und 8 als Wartesaal genutzt und mit zusätzlichen Restaurants ausgestattet. Doch es kamen, sehr zur Freude der Veranstalter, wieder mehr Besucher als erwartet. Mit 209.000 wurde ein neuer Besucherrekord verzeichnet. Das ist ein Plus von rund 20%! (2016 waren es noch 172.000 Besucher, 2017 schon 182.000 und im letzten Jahr 192.000).

Geboten wurde den Besuchern wieder ein breites Spektrum an Spielen und Spielzubehör aller Art. Neben den klassischen Spielen, bei denen jeder gegen jeden spielt, bleiben kooperative Spiele auch 2019 weiter im Trend.

Rahmenprogramm

Neben den Spielen und Einkaufsmöglichkeiten, gab es auch ein paar völlig neue Angebote in Essen. Los ging es schon am Mittwochabend mit der GAME PREVIEW NIGHT, bei der die Besucher der Spiel19 schon die ersten Neuheiten anspielen konnten. Von 18:00 bis 01:00 Uhr konnte nach Lust und Laune gespielt werden. Eine Spielausleihe und einige Verlage, die auch Erklärer vor Ort hatten, rundeten das Programm ab. Allerdings hörten wir im Nachhinein einige Stimmen, die nicht sehr begeistert waren. Zu viele Mängel bei Catering und Betreuung durch Erklärer wurden angeprangert. Da die PREVIEW NIGHT zum ersten Mal stattfand, denke ich aber dass man sich den Problemen annehmen wird und dies für 2020 verbessert. Wir selber waren nicht vor Ort, können daher auch nicht mehr sagen.

brettspielCakeEbenfalls neu war ein Kuchenverkauf am Stand des Merz-Verlags in Halle 3 im Rahmen einer Charity-Aktion. Hier konnte man sich ein Stück Kuchen, samt Kaffee, für den guten Zweck abholen. Beim „#BrettSPIELcake“ gab es ein riesen Angebot an gespendeten Kuchen, Muffins, Keksen und mehr. Ursprünglich richtete sich der Spendenaufruf an Szene-Blogger, aber auch Verlage und Besucher spendeten was das Zeug hielt. Dazu kam noch die Aktion „Spiel4Good“, bei der man eine Spiele-Überraschungs-Tüte von Spielverlagen erwerben konnte, dessen Erlös in Höhe von 7.900 EURO, ebenfalls in den Spendentopf wanderte. Am Ende konnten so, stolze 10.770 EURO an die Aktion „Balu und Du e.V.“ übergeben werden. Herzlichen Glückwunsch und danke an all die Initiatoren, Sponsoren, Bäcker, Baker und Käufer.

Ärgernisse um die Spiel19

Auch dieses Jahr gab es wieder unschönes und Dinge die uns geärgert haben. Denn da war (wieder einmal) das Hygiene-Verständnis von einigen, wenn auch wenigen Besuchern. Es war teils schon recht schlimm, was der eigenen Nase in der Galleria durch die verschiedenen Röstaromenproduzenten präsentiert wurde, aber wenn vor und/oder neben einem eine Person steht, die offensichtlich all ihr Geld für Spiele statt für Körperhygiene ausgibt, dann ist das schon mehr als ekelhaft. Leute, Deos gibt es schon für unter 1 Euro!

Viel größer war unsere Verärgerung aber bei den Nebenkosten der Messe. Die Messe wächst und wächst, die Infrastruktur der Stadt bleibt stehen. Essens Hoteliers hingegen wachsen mit und mit ihnen ihr Größenwahn. Wir haben einige gehört, die von gestiegenen Übernachtungskosten berichteten. Auch an uns ging der Kelch dieses Jahr leider nicht vorbei. Unser Stamm-Hotel hat mal eben von 70 auf 100 Euro erhöht. Dabei hatten wir als langjährige Stammgäste mit den 100 noch Glück. Andere mussten 130 Euro bezahlen, zur selben Zeit im selben Hotel. Wer dazu noch kurzfristig über Buchungsportale buchen wollte, musste sogar 180 Euro berappen. Bei einem „Normal-Preis“ von 60 Euro (Doppelzimmer, ÜF) sind das 300% – ein absolutes NO GO! Aber wie sooft kann man sich nur darüber ärgern, denn die Nachfrage regelt den Preis und jeder kann den Preis machen, den er will. Solange Gäste die hohen Preise zahlen, ist alles gut. Ob es gerecht ist, sei mal außen vor. Der Ärger jedenfalls bleibt.

Jetzt aber zurück zu den schönen Dingen.

Eindrücke und Geschichten rund um die Spiel19

Für uns begann die Reise nach Essen bereits wieder am Dienstag. Da wir knapp über 500km zu fahren haben und die Autobahnen in Deutschland tagsüber nur noch bei Vollsperrungen leer sind, wollten wir uns nicht erst am Mittwoch durch Staus und Baustellen quälen. Unser Zwischenstopp hieß Dierdorf, 130 km vor Essen. So hatten wir am Mittwoch, dem traditionellen Presse-Tag eine Anreise von nur noch knapp 1,5 Stunden und waren so, überpünktlich zur Neuheiten-Show auf der Messe.

Lama MuffinsDie ersten neuen Spiele bekamen wir dann bei AMIGO in die Hände. Bei Kaffee und Kuchen spielten wir dort die ersten Neuheiten. Später ging es für uns dann traditionell zu ZOCH. Dort gab es ebenfalls ein kleines Presse-Event mit Weißwurst Gulaschsuppe, belegten Broten und natürlich neuen Spielen. Hier nutzten wir auch die Gelegenheit, bei der Neuheit „Voll Verasselt“, den lieben Kollegen von der Spielfritte davon zu überzeugen, dass würfeln mit Können zu tun hat und weniger mit Zufall. (Liebe Grüße an dieser Stelle).

Da die Spiel19 ja deutlich an Fläche gewonnen hat, war es am Donnerstag dann gefühlt weniger voll auf den Gängen und in den Hallen, als in den Jahren zuvor. Ob es aber tatsächlich weniger Besucher waren, oder ob es sich nur so angefühlt hat, bleibt offen. Ich kann mich hier auch täuschen. Der große Run auf Raritäten und limitiertes war jedenfalls wieder enorm am ersten Tag.

Preisverleihung „Deutscher Spielepreis 2019“

Die Preisverleihung fand dieses Jahr auf Grund der „Preview Night“ erst am Donnerstag, dem ersten Messetag statt. Vor Ort wieder Verlagsvertreter, Autoren und Medienvertreter aller Art.

Der Abend begann wie üblich bei solchen Events mit der Ansprachen und Reden der Organisatoren und offiziellen Gästen.

Die Sieger des Deutschen Spiele Preis 2019

dsp19Der Deutsche SpielePreis 2019 in der Kategorie „bestes Familien- und Erwachsenenspiel“ ging an FLÜGELSCHLAG von Elizabeth Hargrave, erschienen bei Feuerland.

Auf den weiteren Plätzen der Top-Ten-Liste des Deutschen SpielePreises folgen die in gleicher Weise hervorragenden Titel wichtiger deutscher und ausländischer Spieleautoren und Verlage:

2. DIE TAVERNEN IM TIEFEN THAL von Wolfgang Warsch (Schmidt Spiele)

3. TEOTIHUACAN: DIE STADT DER GÖTTER von Daniele Tascini und Dávid Turczi (Schwerkraft-Verlag)

4. SPIRIT ISLAND von R. Eric Reuss (Pegasus Spiele)

5. ARCHITEKTEN DES WESTFRANKENREICHS von Shem Phillips und S.J. Macdonald (Schwerkraft-Verlag)

6. DETECTIVE von Ignacy Trzewiczek und Przemysław Rymer und Jakub Łapot (Portal Games / Vertrieb: Pegasus Spiele)

7. UNDERWATER CITIES von Vladimir Suchy (Delicious Games)

8. NEWTON von Nestore Mangone und Simone Luciani (Cranio Creations / Vertrieb: Asmodee)

9. JUST ONE von Ludovic Roudy und Bruno Sautter (Repos Production / Vertrieb: Asmodee)

10. GLOOMHAVEN von Isaac Childres (Feuerland)

Die Sieger des Deutschen KinderSpiele Preis 2019

Der Deutsche KinderSpiele Preis 2019 geht an CONCEPT KIDS – TIERE Von Gaetan Beaujannot und Alain Rivollet, erschienen bei Repos Production, im Vertrieb bei Asmodee.

Auszeichnung „innoSPIEL“ 2019

Der Innovationspreis „innoSPIEL“ zeichnet seit 2017 eine besonders innovative Spiele-Idee aus. Die Stadt Essen hat gemeinsam mit dem Friedhelm Merz Verlag 2017 den Preis innoSPIEL ins Leben gerufen.

Gewinner des „innoSPIEL“ 2019 ist AB DURCH DIE MAUER von Jürgen Adams, erschienen bei Zoch.

Ein Kinderspiel mit besonderem Mechanismus, das auch Erwachsene in seinen Bann zieht.

Impressionen

So, das soll es vorerst gewesen sein mit Informationen und Erlebten rund um die Spiel19. Im nächsten Teil unserer Berichterstattung geht es dann um die Verlage die wir besucht und um die Spiele die wir dort gesehen haben. Also, dranbleiben …

Um euch das Warten darauf etwas zu versüßen, haben wir unsere Fotos aus Essen bereits in einer kleinen Galerie zusammengestellt.

Hier unser Foto-Album: <LINK>

 


(c) 28.10.2019 – Oliver Sack, SPIELEVATER

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